Berliner Zeitung, 14 March 1952, S. 2: „Die herrlichste Sache der Welt...“ Frauen aus fünf Ländern zum sowjetischen Friedensvertragsvorschlag
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Text
„Die herrlichste Sache der Welt....“
Frauen aus fünf Ländern zum sowjetischen Friedensvertragsvorschlag
Von ganzem Herzen dankbar haben wir '
Deutsche den Vorschlag der Sowjetunion für einen Fri trag mit begrüßt, Das ist kein Wunder; denn einen freien demokratischen Staat, der seine Geschicke, wie es der Vorschlag vorsieht, unabhängig selbst leitet, ersehnen wir alle.
Wie aber mögen die Menschen in anderen Ländern denken? Begrüßen sie den Schritt der sowjetischen Regierung, oder würden sie sich durch ein wiedervereintes Deutschiand bedroht fühlen? Die Franzosen zum Beispiel?
Marie-Claude Vaillant-Couturier, die Generalsekretärin der IDFF, die wir am Mittwoehabend bei einem Empfang der IDFF für rund 200 deutsche Frauen im Berliner Haus der Jugend trafen, blickte überrascht auf, als wir sie so fragten. "
„Bedroht fühlt sich das_ französische Volk durch die heutigen Vorgänge in Westdeutschland“, antwortete sie dann, „Es verfolgt mit Entsetzen die Freilassung abgeurteilter Nazigenerale und Rüstungsmagnaten, durch deren unheilvolle Aktivität es erst vor wenigen Jahren so viel Leid erfahren hat. Unsere Länder hängen viel zu eng zusammen, als daß wir nicht brennend daran interessiert wären, die deutsche Frage friedlich gelöst zu sehen. Ein Krieg um die deutsche Ostgrenze, auf den die Bonner Regierung zutreibt, gefährdet auch die Westgrenze, d. h. die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich. Deshalb geht eine breite Protestbewegung gegen die westdeutsche Remilitarisierung durch das ganze französische Volk, und deshalb begrüße nicht nur ich, sondern Millionen französischer Frauen und Männer den Vorschlag der Sowjetunion. Der Abschluß eines solchen Friedensvertrages würde zweifellos sehr zur Beruhigung in Frankreich beitragen.“
„Auch wir Engländer können diesem Vorschlag nur zustimmen“, ergänzte Clare Yuille, die als britische Vertreterin an dem Empfang teilnahm. „Ein Friedensvertrag auf der Basis der sowjetischen Vorschläge würde das Wi des ch
Militarismus verhindern, den das englische Volk als die größte Gefahr für den Frieden in der ganzen Welt fürchtet. Mit Abscheu beobachten die meisten Engländer die Beü in Wi d um seine Wiedererweckung. Wir verstehen nicht, daß etwas, wogegen wir noch wenige Jahre zuvor gekämpft und geblutet haben, heute wiedererstehen soll, und noch dazu mit unserer Unterstützung.“
„Unsere Frauen und Männer verstehen
las ebensowenig“, meinte Mrs, Ethel Genkind, die Vertreterin Kanadas. „Wir sehen auch nicht ein, daß es notwendig ist, in unserem Staatshaushalt, wie für 1952 vorgesehen, 52" für Kriegszwecke zu verwenden.
Dadurch gerät Kanada in eine außerordentliche schwierige wirtschaftliche Lage und unser Lebensstandard verschlechtert sich zwangsläufig, Ein Friedensvertrag für Deutschland, wie ihn die Sowjetunion vgrschlägt, würde auch in dieser Beziehung für Kanada große Bedeutung haben; denn wenn in Deutschland die Möglichkeit für Frieden und friedliche Arbeit geschaffen wird, dann hoffen wir, daß sie auch für uns und für die ganze Welt geschaffen sein wird.“
„This ‘peace treaty... yes“, nickte Beatrice Johnson, die amerikanische Vertreterin, „tell it all German people, would be the most wonderful thing in the world“ (dieser Friedensvertrag, ja, sagen Sie es allen Deutschen, wäre die herrlichste Sache der Welt).
Die amer i our boys, wie Mrs. Johnson sich ausdrückte, könnten endlich heimkommen, und die ständige Sorge, die Tausende amerikanischer Frauen und Mütter um das Ergehen ihrer Männer und Söhne bedrückt, die in Europa
Kaiserliche Optik
Jacob Kaiser, der Bonner Sabotageminister, hat sich zum Fri trags-Entwurf der Sowjetunion geäußert.
Er äußerte sich, obwohl kein Mensch sich für seine Äußerungen besonders zu interessieren pflegt. Aber Adenauer zahlt ihm ja schließlich nicht umsonst auf Kosten der Bonner Steuerzahler sein dickes Gehalt. Dafür will man von ihm das hören, was man in Bonn gerade jetzt dringend so braucht.
Also äußerte er: „Ich vermisse die offizielle
Zusicherung des Verhandlungsfriedens sei- _
tens der Bowjetregierung“..
Der Armste! Sollten seine Augen schon so nachgelassen haben? Dann muß er sich schleunigst eine bessere Brille besorgen.
Oder hat etwa sein Leiborgan, der Westberliner „Tag“, den betreffenden Satz der sowjetischen Note „vergessen“ abzudrucken?
Das wäre allerdings durchaus möglich.
In der Präambel der sowjetischen Note heißt es, daß ein solcher Friedensvertrag „unter Beteiligung Deutschlands, vertreten durch eine gesamtdeutsche Regierung“, ausgearbeitet werden muß...
an den Friedensverhandlungen kann niemals ein Diktat bedeuten, wie es tatsächlich der Generalkriegsvertrag Adenauers, der in Geheimverhandlungen mit den Westmächten ohne Wissen des deutschen Volkes beraten wurde, darstellt. Die Regierung der Sowjetunion ist die erste der vier Großmächte, die einen Friedensvertrags-Entwurf für Deutschland vorlegt, und sie ist die erste, die für eine unmittelbare Beteiligung Deutschlands an den Verhandlungen über den Friedensvertrag eintritt,
Hallstein will zum Ural
Washington (Eig. Ber.). Der Staatssekretär im Bonner „Auswärtigen Amt“, Hallstein, der ehemalige Ribbentrop-Diplomaten zut Vertretung des Bonner Spalterregimes in alle Welt entsendet, erklärte gestern auf einer Pressekonferenz in der Washingtoner „Georgetown“-Universität, er betrachte als das „Endziel“ seiner in Europa verfolgten aggressiven Politik die Ausdehnung vo amer 1 is zum Ural, Hallstein sagte in diesem Zusammenhang wörtlich: „Wenn wir aber warten, bis alle Staaten zustimmen, dann wird es uns niemals gelingen,“
stationiert sind, hätte doch einmal ein Ende.
Heute schon, betonte Mrs. Johnson, ist die Fri 'egung in USA stärker als je zuvor, Selbst das Gallup-Institut mußte zu seinem-Erstaunen feststellen, daß eine entsprechende Rundfrage über 80% Ja-Stimmen für den Frieden ergab. Abstimmungen in amerikanischen Betrieben, die jetzt laufend durch fortschrittliche amerikanische Organisationen vorgenommen werden, ergeben sogar durchschnittlich 90% Friedensstimmen. „Deshalb“, meinte Mrs. Johnson, „werden alle friedliebenden Amerikaner
den Vorschlag der Sowjetunion gutheißen.
Damit sie ihn möglichst bald unverfälscht kennenlernen und den demokratischen Kräften in Deutschland helfen können, werde ich mein Bestes tun.“
„So I“ — ich auch — bemerkte Darmini, eine junge Indonesierin, die demnächst in ihre Heimat zurückkehrt. Das Volk von Indonesien, erzählte sie uns, legt größten Wert auf beit mit Dx d. Es braucht Maschinen und technische Ausrüstungen, die ihm ein geeintes Deutschland, das frei und ungehindert exportieren kann, ohne weiteres zu liefern in der Lage wäre.
Deshalb warten die aufbaufreudigen Kräfte Indonesiens mit Spannung auf den Friedensvertrag und wünschen, daß er recht bald zustandekommen möge. M.J.
Freie DiIkussio0n
BERRErRrEN ECHT
Kapp mußte gehen
Der Putsch reaktionärer Kreise am 13. März 1920 unter Führung des ostpreußischen Junkers Kapp hat uns gezeigt, daß kein h: Regime gegen den entschlossenen Willen der Arbeiter lange regieren kann. Der damalige Generalstreik, ein echter Beweis für die Kraft geschlossener Aktionen, jagte die Putschisten hinweg, obgleich die von der Reaktion aufgebotenen militärischen Kräfte bis an die Zähne bewaffnet waren.
Heute ist es die Regierung Adenauers, die inV gegen das Volk
„Was stehen Sie hier noch rum! Schreiben Sie rauf: ‚Annahme verweigert" Bie
sehen doch, daß ich was Besseres habe.“
Zeichnung: Schmitt
Das Wort hat
Berlin (Eig. Ber.). Zu dem neuen Friedensschritt der Sowjetregierung hat das Di ii eine
bi in der es heißt: „Es kann über die Absichten der Sowjetunion keinerlei Unklarheiten mehr geben. Der dokumentarische Beweis liegt vor, daß die Sowjetunion einen einheitlichen, unabhängigen und demokratischen deutschen Staat will, der ganz auf den Frieden und die Freundschaft mit allen Völkern gestellt ist.“
Die Erklärung stellt fest, daß der sowjetische Vorschlag alle Wünsche der verschiedensten Kreise des d Volkes umfaßt. Die Verantwortung für den Frieden liege nicht nur bei den angesprochenen Regierungen, sondern vor allem beim deutschen Volke. „Wenn alle Deutschen sich diesen Vorschlag zu eigen machen, dann kann uns ein’ Friedensvertrag nicht länger verweigert werden. Das Wort hat nun das deutsche Volk und vor allem seine Jugend“, wird in der Erklärung betont. „Bewähren wir uns in dieset großen ö lichen Stunde und tun wir alles, um
das deutsche Volk
zur Sowjeinote / Erklärung der KPD
Deutschland zum Frieden, zur Blüte und zum Ansehen in der Welt zu bringen,“ (ADN). Der Par der
KPD hat Donnerstag in einer Erklärung zur Note der Sowjetunion u. a. festgestellt: „Es ist die Pflicht aller Deutschen, ihre Stimme zu erheben und unwiderstehlich vom Bundestag und von der Bundesregierung zu verlangen, daß sie alle Widerstände und Ausflüchte gegen die Verständigung mit der DDR über Herbeiführung gesamtdeutscher Wahlen und die Schaffung einer gesamtdeutschen Regierung aufgeben und von den ie i zu handlungen über den Friedensvertrag fordern.
Die KPD appelliert an alle Deutschen in dieser für unsere Nation i Stunde, zusammenzustehen, um die Einigung unseres Vaterlandes und den Abschluß eines Friedensvertrages zu ermöglichen.“ Ferner hat der KPP-Parteivarstand beschlossen, die Note der Sowjetunion überall in Betrieben und Universitäten, auf gemelnamen mit N der SPD zu erläutern,
Auch im Erzgebirge wird gebaut
4100 Wohnungen 1952 in Johanngeorgenstadt / Urlaubsplätze gesichert
Johanngeorgenstadt (ADN). In der Jo = georgenstadt wurde am Montag mit dem ersien Spatenstich das Wohnungsbauprogramm 1952 begonnen. Mit dieser feierlichen Handlung, die Oberbürgermeister Erdmann vornahm, wurde zugleich der Bau neuer tteile un« im oberen Erzgebirge eingeleitet. Im Erzgebirge entstanden in wenigen Monaten rund 3000 neue Wohnungen.
1100 Wohnungen, davon 700 Zwei- und i werden noch in diesem Jahr in Johanngeorgenstadt gebaut. Ferner werden eine Poliklinik, zwei Kulturhäuser, ein Gesellschaftshaus, ein Gästehaus, eine Schule mit 24 Räumen, eine Postanstalt sowie ein Kinderwohnheim errichtet. Vorgesehen ist auch der Bau von 14 neuen Geschäften.
Schwerin (ADN). Für die diesjährige Saison ist zwi dem Ver ieb der Stadt Schwerin und dem Zentralvorstand der IG Transport die erste Betriebs- Urlaubsvereinbarung in Mecklenburg getroffen worden. In den schönsten Gegenden der Republik sichert sie den Verkehrsarbeitern Urlaubsplätze in FDGB-Ferienheimen. ”
Magdeburg (ADN). 40 Kinder werden im betriebseigenen Kindergarten der Bau- Union Magdeburg, dessen Bau im Betriebskollektivvertrag festgelegt war, betreut.
Diese Kindertagesstätte wurde erst jetzt auf Grund des Gesetzes über den Mutterund Kinderschutz eröffnet. Ein Gymnastikraum und ein großer Spielplatz ermöglichen den Kindern ungehinderte Betätigung bei Spiel und Sport.
putscht, sie will unser Vaterland zerrei- ßen, die Jugend auf die Schlachtbank und ganz Deutschland unter die Herrschaft der amerikanischen Interventen führen.
Aber der Kapp-Putsch lehrt uns, daß wir nicht warten dürfen, bis die militärischen Einheiten der Adenauer und Lehr in Aktion treten und den Bürgerkrieg entfesseln. Auch heute wären wir durchaus in der Lage, jede volksfeindliche Regierung durch Anwendung aller Kampfmittel, auch des Generalstreiks, davonzujagen. Darum schmiedet die Aktionseinheit!
Wilhelm T., Berlin-Schöneberg
Noch einmal Postraub
Neulich las ich Ihren Artikel: „Postraub bei der Bundespost“, der mich sehr stark interessierte, da ein großer Teil meiner Post bei meinen westdeutschen Freunden nicht angekommen ist. Tatsächlich existieren also solche Gangstermethoden. Freunde Basen mir von drüben, daß man alle
riefschaften aus der DDR öffne, diese wieder mit einem bunten Zettel zuklebe und, mit einer Kontrollmarke ‚versehen, weitersende. Das nennt Herr Adenauer Demokratie! Daß aber normale Post einfach vernichtet wird und verschwindet, ist nicht nur ein flagranter Bruch des Briefgeheimnisses, sondern eine traurige Bilanz für die Politik dieser amerikahörigen Herren, Wenn einem in vier Wochen sieben Briefe abhanden kommen, ist es höchste Zeit, immer wieder auszurufen: „Ami, go home!“ W. Brügmann, Leipzig S3
- Stalinpreise für 1951 verliehen
Für hervorragende Arbeiten in Wissenschaft, Kunst und Literatur
Moskau (ADN). Der Ministerrat der UASSR veröffentlichte Donnerstag einen Beschluß über die Verleihung von Stalin- Preisen für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Wissenschaft und des Erfindungswesens sowie der Kunst und Literatur für das Jahr 1951.
Danach wurden auf wissenschaftlichen Gebieten 93 Stalinpreise verliehen, und zwar 9 Preise Ersten Grades von je 200 000 Rubel, 28 Preise Zweiten Grades von je 100.000 Rubel und 30 Preise Dritten Grades von je 50.000 Rubel. Für Lehrbücher und populärwissenschaftlihe Werke wurden zwei Preise Ersten Grades von je 100 000 Rubel, sieben Preise Zweiten Grades von je 50000 Rubel und 17 Preise Dritten Grades von je 25000 Rubel verliehen.
Mit dem Stalin-Preis Ersten Grades wurden i das Korr ierende Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Nikolai Below, für wissenschaftliche. Arbeiten über den Atomaufbau der Kristalle;
der verstorbene Präsident der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Sergej Wawilow, für seine wissenschaftlichen Werke
„Der Mikroaufbau des Lichtstrabls“ und „Das Auge und die Sonne“; Prof. Nikolai Preobrashenski und Akademiemitglied Ilja Tschernjaew für Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Chemie; Prof. Grigort Bel-
Die Sitzung der Volkskammer mit einer Regierungserklärung wird von allen Sendern der DDR Freitag, 14. März, ab 1130 Uhr übertragen. Zusammenfassende Berichte vom Staat:besuch der tschechoslowakischen Regierungsdelegation bringen alte Sender der DDR Freitag, 14. März, um 6.10 und 18 Uhr.
Bienko und Lew Mistschenko für ihr wissenschaftliches Werk „Heuschreckenfauna der UdSSR und der angrenzenden Länder“;
Prof. Alexej Kostjakow für seine Arbeit „Grundl der Melioration“; Prof. Pjotr "
Kornjew für sein Werk „Die Knochen- und Gelenk-Tuberkulose“; Prof. Nikolai Krasnogorski für die Erforschung der höheren Nerventätigkeit bei Kindern und Prof.
Wsewolod Awdijew für sein wissenschaftliches Werk „Antike Geschichte des Ostens“,
Arbeiter des Flick-Konzerns
laden Max Reimann ein
Nürnberg (ADN). Die Stahlwerker von Flicks Maximilians-Hütte und die Kumpel des g haben den Vorsitzenden der KPD, Max Reimann, eingeladen, am 16. März zu ihnen über die weltweite Bedeutung der sowjetischen Note an die- Westmächte in einer.
Großkundgebung zu sprechen.
i atische, isch christliche und parteilose Arbeiter wünschten dies in einer Diskussion über die westdeutsche Remilitarisierung. 37 Werktätige des Konzerns, darunter Betriebsräte, Vertreter der Gewerkschaftsjugend und Vertrauensmänner, sowie ein Mitglied des Stadt- und Kreisrates haben sich zu einem Ausschuß für die Vorbereitung dieser En „Die
Pr ion der i Hütte kann zur Vernichtung und Verwüstung unseres Vaterlandes führen, wenn es die Werktätigen nicht verhindern“, wird in dem Eifladungsschreiben an Max Reimann betont.
2,3 Millionen WM Manöverschäden
Mainz (ADN). Schäden in Höhe von 2,3 Mill. WM sind laut DPA bei den Herbstmanövern der Interventionsstreitkräfte im Jahre 1951 allein im Lande Rhei Pfal.
entstanden.
Dank an die Volkspolizei
Berlin (ADN). 922 t Buntmetall, rund 8233 t Stahl- und Eisenschrott sowie 35,5 t sonstige Altstoffe für die Friedenswirtschaft und das Nationale Aufbauprogramm Berlin sammelten die Angehörigen der
„Unter euch fühle ich mich wie zu Hause“
\ Präsident Gottwald und die Werktätigen von ABUS-Wildau gelobten sich herzliche Freundschaft
Wildau (ADN/EIg. Ber.). Betr
schaften und Schulklassen waren trotz des kühlen Wetters auf die Straße geeilt und winkten Präsident Gottwald an der Fahrstrecke zu, als er Donnerstag vormittag den Werktätigen des Schwermaschinenbaues ABUS in Wildau einen Besuch abstattete.
Bei seinem Eintreffen im Werk wurde Klement G vom Mi i
des Landes Rudi Jahn, und
Werkleiter Schilde begrüßt, Das ganze Werkgelände pran:te im Festschmuck. Neben den Fahnen der Sowjetunion und der DDR wehten die blauweißroten Banner der Tschechoslowakischen Republik. Im technischen Kabinett informierte Werkleiter Schilde den hohen Gast und die Mitglieder seiner Regierungsdelegation über die Entwicklung des Betriebes. Im Fünfjahrplan ist ABUS Wildau eines der wichtigsten Werke des Schwermaschinenbaus, vor allem für die Produktion von Walzwerksausrüstungen. Die Belegschaft ist innerhalb eines Jahres auf das Doppelte angewachsen und wird sich mit dem weiteren Aufbau des Betriebes in den nächsten Jahren noch bedeutend vergrößern. Im Januar d. J. haben die Werktätigen ihren Produktionsplan mit 118 und im Februar mit 121% erfüllt.
Beim Rundgang durch die Werkhallen wurde Fräsident Gottwald von den Arbeitern mit großer Herzlichkeit begrüßt. Er
sich mit Aktivisten und Technikern an ihren Arbeitsplätzen und folgte ihren ber die Erfolge fortschrittlicher Arbeitsmethoden, In einer der großen Hallen strömte
die Belegschaft von ABUS Wir sahen Gottwald die Freude an, als er beim Eintreten einen von den Arbeitern gemalten Spruch erblickte, der in seiner Muttersprache treue Freundschaft mit dem tschechoslowakischen Volk gelobte. Der Präsident wurde von den tausenden Arbeitern und Aktivisten, den Lehrlingen und der FDJ mit stü Beifall und herzlichen Freundschaftskundgebungen begrüßt, die immer wieder in Sprechchöre „Prätelstvi“ — Freundschaft und „Stalin-Gottwald- Pieck“ mündeten. Neben Präsident Gottwald nahmen auf der in der Halle errichteten Tribüne der Minister für Maschinenbau, Gerhart Ziller, der Chef der Diplomatischen Mission der DDR in Prag, Fritz Grosse, der Generalsekretär des deutschen Friedenskomitees, Heinz Willmann, und andere politische Persönlichkeiten Platz. Im Namen der Belegschaft be der BGL-Vorsitzende Kruschel mit herzlichen Worten „unseren lieben Freund Klement Gottwald“. Sein Besuch werde von der Belegschaft als eine Yamuldhteng empfunden, alle Kräfte zur ler
Das gelte im besonderen für den Bau der Großschmiede, die bis zum 1. Mai 1952 fertiggestellt sein wird.
Die Augen der vielen Lehrlinge, der Frauen und Männer leuchteten, als Klement Gottwald zu ihnen in warmen Worten über das sprach, was alle arbeitenden Mi inander. verbi „Während meines Besuches habe ich zum zweitenmal die freudige Gelegenheit“, sagte
Gottwald, „mit Arbeitern zusammenzutreffen. Die Hauptsache, die ich euch sagen möchte, ist, daß wir uns in eurem Betrieb ebenso zu Hause fühlen wie gestern in Treptow und das deshalb, weil wir sehen, daß wuch euer größtes Verlangen der Wunsch nach Frieden ist, der Wunsch, eure Heimat friedlich aufzubauen und für euch und eure Kinder ein besseres Leben zu schaffen. Wenn wir‘ von eurem Fünfjahrplan hören, von euren Wettbewerben, so ist uns dies alles sehr nahe, denn ebenso denken und handeln auch unsere Arbeiter in der Tschechoslowakei. Wir wünschen euch daher dasselbe, was wir auch unseren Arbeitern wünschen: neue Erfolge im Aufbau zu erringen und rechtzeitig den Fünfjahrplan zu erfüllen.“ Gottwald regte einen verstärkten Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Ländern an, der eine bedeutende Ergänzung unseres in den Handelsverträgen ausgedrückten wirtschaftlichen Kontaktes sein würde.
Die sowjetische Note und den Entwurf für einen Friedensvertrag mit Deutschland bezeichnete Gottwald als einen Freundchaftsb der So und als eine mächtige Ermutigung des deutschen Volkes in seinem Kampf um einen einheitlichen
'benden Staat, „Ich versichere euch“,
rief Gottwald unter dem herzlichen Beifall der Werktätigen aus, „daß das tschechoslowakische Volk in diesem Kampf fest an eurer Seite steht.“
Zwei Lehrmädchen überreichten dem Präsidenten ‘einen künstlerisch vollendeten Modellamboß.
Deutschen Volkspolizei. Der Minister für Hüttenwesen und Erzbergbau, Fritz Selbmann, hat in einem Brief an den Chef der Deutschen Volkspolizei, Maron, allen Volkspolizisten Dank und Anerkennung unserer Regierung für das hervorragende Ergebnis
ochen,
Letzte Weisheit eines Undeutschen
Berlin (Eig. Ber.). Zu welchen Schlußfolgerungen Dr. Adenauer über die Notwendi keit eines Friedensvertrages kommt, geht aus einer Äußerung hervör, die er laut”
„Volksblatt“ vom 13. März der, USA-Zeitschrift „US News und World Report“ gegenüber in einem Interview machte:
„Der Bundeskanzler sagte, die Hauptaufgabe bestehe in der Errichtung eines starken Bollwerkes gegen den Osten... ‚Von einem Friedensvertrag können wir jetzt noch nicht sprechen.’*
Geplatzt wie eine Sı
Berlin (Eig. Ber.). Die Erklärung des britischen Unterstaatssekretärs Birch, der von einer „Verstärkung der sowjetischen Truppen in Ostdeutschland“ gefaselt hatte, um von den eigenen Kriegsvorbereitungen abzulenken, wurde Mittwoch von den westalliierten Behörden in Westberlin als unwahr bezeichnet, Wie die USA-Nachrichtenagentur AP meldet, erklärten amerikanische der in
“ten Interventionstruppen ausdrücklich, daß
sich die Zahl der sowjetischen Besatzungstruppen in den letzten drei Jahren nicht verstärkt habe,
Ein Lügenkoch des CIC in der Falle
Würzburg (AP/Eig. Ber.). Zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilte das USA- Gericht in Würzburg den 38jährigen Hans Schopf wegen „Irreführung amerikanischer Dienststellen“. Die Beamten des amerikanischen Geheimdienstes (CIC), zu deren Hauptaufgabe die fieberhafte Fahndung nach „kommunistischen Untergrundbewegungen“ gehört, lebten seit Monaten schon von „Dokumenten“ über „Untergrundbewegungen“ und „Spionageorganisationen“, die Schopf sämtlich von A bis Z erfunden und erdichtet hatte. Diese Phantasieprodukte verkaufte Schopf an den CIC, der sie zu Höchstpreisen abnahm. Zu Schopfs Hirngespinsten zählte eine „Kampfgruppe Marx“, über deren angebliches Organisationsnetz und Mitarbeiter er bis Ins letzte gehende „Berichte“ gab, Dabei wurde eine Reihe völlig unbeteiligter Personen als „Agenten“ und „Drahtzieher“ dieser Gruppe verdächtigt. 516
Boogie-Woogie-Ekstase
Düsseldorf (CvV. Eig. Ber). Als ein Fiasko bezeichnete der Vorsitzende des Rommerskirchen, das achtwöchige Zeltlager auf der Lorelei im Sommer 1951. Das Treffen war von der Adenauer-Regierung inszeniert worden, um die westdeutschen Jugendlichen von den Weltjugendfestspielen in Berlin abzulenken. Rommerskirchen nannte das Lorelei-Zeltlager eine „stillose Boogie-Woogie-Ekstase“, die den westdeutschen Steuerzahlern 460000 WM gekostet habe.
Kranke dem Leben wiedergeben
Halle (M. Eig. Ber.). Die Kreisvolkshochschule Bernburg führt als erste Volkshochschule Kurse durch, in denen die Kranken auf neue, ihrem Gesundheitszustand angepaßte Berufe vorbereitet werden. In der Tbe-Heilstätte Schloß Rahtmannsdort wurden bereits beste Erfolge erzielt,
English translation
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--- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) ---
„Die herrlichste Sache der Welt...“ Frauen aus fünf Ländern zum sowjetischen Friedensvertragsvorschlag
Von ganzem Herzen dankbar haben wir Deutsche den Vorschlag der Sowjetunion für einen Friedensvertrag begrüßt. Das ist kein Wunder; denn einen freien demokratischen Staat, der seine Geschicke, wie es der Vorschlag vorsieht, unabhängig selbst leitet, ersehnen wir alle. Wie aber mögen die Menschen in anderen Ländern denken? Begrüßen sie den Schritt der sowjetischen Regierung, oder würden sie sich durch ein wiedervereintes Deutschland bedroht fühlen? Die Franzosen zum Beispiel?
Marie-Claude Vaillant-Couturier, die Generalsekretärin der IDFF, die wir am Mittwochabend bei einem Empfang der IDFF für rund 200 deutsche Frauen im Berliner Haus der Jugend trafen, blickte überrascht auf, als wir sie so fragten. „Bedroht fühlt sich das französische Volk durch die heutigen Vorgänge in Westdeutschland“, antwortete sie dann. „Es verfolgt mit Entsetzen die Freilassung abgeurteilter Nazigenerale und Rüstungsmagnaten, durch deren unheilvolle Aktivität es erst vor wenigen Jahren so viel Leid erfahren hat. Unsere Länder hängen viel zu eng zusammen, als daß wir nicht brennend daran interessiert wären, die deutsche Frage friedlich gelöst zu sehen. Ein Krieg um die deutsche Ostgrenze, auf den die Bonner Regierung zutreibt, gefährdet auch die Westgrenze, d. h. die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich. Deshalb geht eine breite Protestbewegung gegen die westdeutsche Remilitarisierung durch das ganze französische Volk, und deshalb begrüße nicht nur ich, sondern Millionen französischer Frauen und Männer den Vorschlag der Sowjetunion. Der Abschluß eines solchen Friedensvertrages würde zweifellos sehr zur Beruhigung in Frankreich beitragen.“
„Auch wir Engländer können diesem Vorschlag nur zustimmen“, ergänzte Clare Yuille, die als britische Vertreterin an dem Empfang teilnahm. „Ein Friedensvertrag auf der Basis der sowjetischen Vorschläge würde das Wiedererstehen des deutschen Militarismus verhindern, den das englische Volk als die größte Gefahr für den Frieden in der ganzen Welt fürchtet. Mit Abscheu beobachten die meisten Engländer die Bestrebungen [Unreadable] um seine Wiedererweckung. Wir verstehen nicht, daß etwas, wogegen wir noch wenige Jahre zuvor gekämpft und geblutet haben, heute wiedererstehen soll, und noch dazu mit unserer Unterstützung.“
„Unsere Frauen und Männer verstehen das ebensowenig“, meinte Mrs. Ethel Genkind, die Vertreterin Kanadas. „Wir sehen auch nicht ein, daß es notwendig ist, in unserem Staatshaushalt, wie für 1952 vorgesehen, [Unreadable] für Kriegszwecke zu verwenden. Dadurch gerät Kanada in eine außerordentlich schwierige wirtschaftliche Lage, und unser Lebensstandard verschlechtert sich zwangsläufig. Ein Friedensvertrag für Deutschland, wie ihn die Sowjetunion vorschlägt, würde auch in dieser Beziehung für Kanada große Bedeutung haben; denn wenn in Deutschland die Möglichkeit für Frieden und friedliche Arbeit geschaffen wird, dann hoffen wir, daß sie auch für uns und für die ganze Welt geschaffen sein wird.“
„This peace treaty... yes“, nickte Beatrice Johnson, die amerikanische Vertreterin, „tell it all German people, would be the most wonderful thing in the world“ (dieser Friedensvertrag, ja, sagen Sie es allen Deutschen, wäre die herrlichste Sache der Welt). Die amerikanischen [Unreadable] our boys, wie Mrs. Johnson sich ausdrückte, könnten endlich heimkommen, und die ständige Sorge, die Tausende amerikanischer Frauen und Mütter um das Ergehen ihrer Männer und Söhne bedrückt, die in Europa stationiert sind, hätte doch einmal ein Ende. Heute schon, betonte Mrs. Johnson, ist die Friedensbewegung in USA stärker als je zuvor. Selbst das Gallup-Institut mußte zu seinem Erstaunen feststellen, daß eine entsprechende Rundfrage über 80% Ja-Stimmen für den Frieden ergab. Abstimmungen in amerikanischen Betrieben, die jetzt laufend durch fortschrittliche amerikanische Organisationen vorgenommen werden, ergeben sogar durchschnittlich 90% Friedensstimmen. „Deshalb“, meinte Mrs. Johnson, „werden alle friedliebenden Amerikaner den Vorschlag der Sowjetunion gutheißen. Damit sie ihn möglichst bald unverfälscht kennenlernen und den demokratischen Kräften in Deutschland helfen können, werde ich mein Bestes tun.“
„So ich — ich auch“ — bemerkte Darmini, eine junge Indonesierin, die demnächst in ihre Heimat zurückkehrt. Das Volk von Indonesien, erzählte sie uns, legt größten Wert auf Zusammenarbeit mit Deutschland. Es braucht Maschinen und technische Ausrüstungen, die ihm ein geeintes Deutschland, das frei und ungehindert exportieren kann, ohne weiteres zu liefern in der Lage wäre. Deshalb warten die aufbaufreudigen Kräfte Indonesiens mit Spannung auf den Friedensvertrag und wünschen, daß er recht bald zustandekommen möge. M.J.
--- English translation ---
"The most wonderful thing in the world..." Women from five countries on the Soviet peace treaty proposal
We Germans have welcomed the Soviet Union's proposal for a peace treaty with heartfelt gratitude. That is no wonder, for we all long for a free democratic state that independently directs its own fate, as the proposal provides. But what may people in other countries think? Do they welcome the Soviet government's step, or would they feel threatened by a reunited Germany? The French, for example?
Marie-Claude Vaillant-Couturier, General Secretary of the WIDF, whom we met on Wednesday evening at a WIDF reception for around 200 German women in Berlin's Haus der Jugend, looked up in surprise when we asked her this. "The French people feel threatened by the present developments in West Germany," she answered. "It watches with horror the release of convicted Nazi generals and armaments magnates, whose disastrous activity caused it so much suffering only a few years ago. Our countries are far too closely connected for us not to be keenly interested in seeing the German question solved peacefully. A war over the German eastern border, toward which the Bonn government is driving, also endangers the western border, that is, the border between Germany and France. That is why a broad protest movement against West German remilitarisation runs through the whole French people, and why not only I but millions of French women and men welcome the Soviet Union's proposal. The conclusion of such a peace treaty would undoubtedly contribute greatly to calming things in France."
"We English, too, can only agree with this proposal," added Clare Yuille, who took part in the reception as the British representative. "A peace treaty on the basis of the Soviet proposals would prevent the resurgence of German militarism, which the English people fear as the greatest danger to peace in the whole world. Most English people observe with disgust the efforts [Unreadable] to revive it. We do not understand why something against which we fought and bled only a few years ago should now rise again, and with our support at that."
"Our women and men understand that just as little," said Mrs. Ethel Genkind, the representative of Canada. "Nor do we see why it is necessary to spend [Unreadable] of our state budget on war purposes, as planned for 1952. This puts Canada in an extraordinarily difficult economic position and our standard of living inevitably worsens. A peace treaty for Germany, as the Soviet Union proposes, would also be of great importance for Canada in this respect; for if the possibility of peace and peaceful work is created in Germany, then we hope it will be created for us and for the whole world."
"This peace treaty... yes," nodded Beatrice Johnson, the American representative, "tell it to all German people, would be the most wonderful thing in the world." The American [Unreadable] our boys, as Mrs. Johnson put it, could finally come home, and the constant worry that weighs on thousands of American women and mothers about their husbands and sons stationed in Europe would at last come to an end. Even now, Mrs. Johnson stressed, the peace movement in the USA is stronger than ever. Even the Gallup Institute had to establish, to its astonishment, that a corresponding survey produced over 80% yes votes for peace. Votes in American factories, now being carried out continuously by progressive American organisations, produce an average of even 90% votes for peace. "That is why," said Mrs. Johnson, "all peace-loving Americans will endorse the Soviet Union's proposal. I will do my best so that they get to know it unfalsified as soon as possible and can help the democratic forces in Germany."
"So I — me too," remarked Darmini, a young Indonesian woman who will soon return to her homeland. The people of Indonesia, she told us, attach the greatest importance to cooperation with Germany. It needs machines and technical equipment, which a united Germany that can export freely and unhindered would readily be able to supply. That is why the forces of Indonesia eager for reconstruction are waiting with excitement for the peace treaty and wish it to come about very soon. M.J.