Neues Deutschland, 29 März 1952, S. 2: Großberliner Schülerkonferenz
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Text
Aus!andspresse zur Antwort der Westmüchte:
Entiäuschend und wenig geschickt
Die Antwortnote der Westmächte an die Sowjetregierung wird auch in der. ausländischen Presse in zahlreichen Artikeln kommentiert. Ebenso wie in der westdeutschen Presse spiegelt sich in diesen Kommentaren ein starkes Befremden über die unbefriedigende Antwort wider,
Antwort, kein Meisterstück
„Die Antwort der Westmächte auf die sowjetrussischen Vorschläge ist kein Meisterstück, Sie ist es schon deshalb nicht, weil sie verschiedene unfreiwillige Eingeständnisse enthält.“ Die Zeitung bemerkt, daß viele Punkte ner sowjetischen Note Anknüpfungspunkte für Verhandlungen darstellten. „Man hätte eingehen müssen auf den Satz der sowjetrussischen Note, in dem die Sowjetregierung fordert, daß die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich, die In Deutschland Kontrollfunktionen ausüben, auch die Frage der Bedingungen prüfen müssen, welche die baldigste Errichtung einer deutschen Regierung begünstigen, die den Willen des deutschen Volkes zum Ausdruck bringt.
Hier legt die Aufforderung zu einer Viermächtekontrolle echter deutscher Wahlen. Die Antwort der Westmächte geht darauf gar nicht ein, sondern versteift sich auf die unglückliche UNO-Untersuchungskommission, die soeben unverrichteter Dinge nach Genf zurückgekehrt ist. Das ist n‘ ht nur Mangel an Phantasie, sondern auch eine gehörige Portion schlechten Willens."
Eine Sprache, die das deutsche
Volk nicht schätzt
„War der Zusatz nötig, daß der sowjetische Vorschlag die Betelligung an der europälschen Gemeinschaft verhindern würde?... Niemand kann sagen, wie slch die Reglerung eines einheitlichen und freien Deutschlands dazu stellen würde... Diese Vorwegnahme der künftigen deutschen Palitik durch die Alliierten ist ein Vorgehen, das man zumindest als. überstürzt bezeichnen muß. Die Alliierten maßen sich das Recht 'an, im Namen eines Deutschlands zu sprechen, dessen Entscheidung ihnen nicht bekannt sein kann. Es 1st zweifelhaft, daß das deutsche Volk diese Sprache schätzen wird... Allerdings wird man sagen, daß sich darin gewisse Unstimmigkeiten unter den Alliierten ausdrückten, die man in der gemeinsamen Antwort eben schlecht und recht habe verschleiern müssen.“
Unvollständige und abwegige Antwort
„Der Kreml macht Vorschläge, die Westmächte stellen Fragen. Sie bemänteln ihre Wünsche und die Wirklichkeit und verstecken ihre wahren Absichten.. Wenn die drei Westmächte auf den Gesamtinhalt der Sowjetnote antworten, warum tun sie das dann unvollständig und abwegig? Warum sagen sie nicht klar, daß sie ein neutrales, bewaffnetes Deutschland nicht wollen?... Die wahren Probleme bleiben ohne Antwort.“
„Populaire“”, Paris:
Viermächte- Verständigung notwendig
„Die zweifellos große Mehrheit des deutschen Volkes, die die Wiederaufrüstung Westdeutschlands als ein unüberwindbares Hindernis für ein Übereinkommen mit der Sowjetunion und für die Wiedervereinigung Deutschlands betrachtet, ist bestürzt“, schreibt Salomon Grumbach in dem Organ der französischen ARechts- Sozialisten.
„Diese Reaktion sollte den verantwortlichen Staatsmännern in Washington, London und Paris zu denken geben. Die Zukunft Deutschland., und dies kann nicht genug betont werden, hängt ausschließlich von einem Übereinkommen zwischen den vier Mächten ab, vorausgesetzt, daß der Wille dazu besteht, das Problem auf friedliche Art zu 15sen.“
Ablenkungs-Attentat
Es ist jetzt schon eine gewisse Tradition in Bonn: Wenn Adenauer in der Klemme sltzt, sucht er nach Möglichkeiten zur Ablenkung. In letzter Zeit geschleht das milt Hilfe "von Sprongastoffattentaten, Mit dieser Art von „Relchstagsbrand auf Raten“, will Lehr sich außerdem den Vorwand schaffen, um den Terror gegen alle friedliebenden Patrloten zu verstärl:2n.
Augenblicklich.. sltzt wieder mächtig In der Klemme, Die Ursache note der Sowjetunion und das gewaltige zustimmende Echo, das sie Im deutschen Volke gefunden hat.
Adenauers, Position wurde noch unhaltbarer, selbst in seiner eigenen Partei, nachdem er bekanntgegeben hat, daß er an der Ausarbeitung der enttäuschenden und unbefriedigenden Antwortnote der Westmächte beteillgt war. ‚Um sich aus dieser Patsche zu helfen, mußte er etwas inszenieren. Das geschah am Donnerstag. Wie die Westpresse tags darauf in großer Aufmachung meldete, geschah folgendes:
In München gibt ein Mann zwei zwülfjährigen Jungen -ein Paket, an „Konrad Adenauer, Bonn“ adressiert, und drei Mark. Die Jungen wittern — natürlich — sofort Verrat und wenden slch über einen bereitstehenden Straßenbahner an einen Funkwagen, der — ebenfalls zufällig — in der Nähe stand. Die Fahrt geht — reiner Zufall — nicht Ins nächste zuständige Revier, sondern direkt zum Polizeipräsidium.
Dort geht man In den Keller(, holt - Unhell ahnend — den «grippekranken Sprengmelster Karl Relchert aus dem Bett, um ihn eben dieses Paket öffnen zu lassen. In diesem Keller des Polilzeipräsidiums waren — Natürlich auch rein zufällg —
Adenauer,
ist die Friedensvertragsgleich zwei anwesend!
Beim Öffnen explodierte eine Höllenmaschine, Karl Reichert erlitt tödliche, zwei Polizisten schwere und die beiden bestellten Reporter leichte Verletzungen, Der „Held“ Konrad Adenauer blieb, wie die Westpresse
berichtet, als er davon erfuhr, „völlig kalt“,
Diese plumpe Inszenierung, die einem, Menschen, einem Vater von.
drei Kindern, das Leben kostete, Ist ein Zeichen dafür, in welcher verzweifelten Lage sich die Adenauer- Clique befindet. Sie muß schon zu solchen wverbrecherischen Mitteln greifen, um den vergeblichen Versuch, zu machen, ihre wachsende Isolierung irgendwie zu durchbrechen.
Adenauer selber Ist 8skrupellös genug, um nach seinem schlecht inszenierten Theaterattentat, das unschuldigen Menschen Leben und Gesundheit kostete, „völllg kalt“ zu bleiben. Genauso kalt und skrupellos aber bereitet er der deutschen Jugend das Massengraäb vor: genauso kalt und skrupellos verhandelt er über den Generalkriegsvertrag, mit dessen Hilfe junge deutsche Menschen in alle Welt als Kanonenfutter geschickt werden sollen, genauso kalt und skrupellos will er den Frieden und die Einheit verhindern, um seinen geplanten Bruderkrieg durchführen zu können.
Das deutsche Volk aber wird sich nicht durch solche verabscheuungswürdigen Manöver von seinem Kampf um einen Friedensvertrag ablenken lassen, Das neue Verbrechen Adenauers in München hat nur erneut bewiesen, wie notwendig der entschlossene Kampf gegen die Bonner Kriegstreiberellque jat. H.Cz.
Zeltungsreporter
Tunesien - Anschauungsunterricht Jür uns Deutsche
In der Nacht zum Mittwoch verhaftetehn 300 mit schweren Maschinenpistolen ausgerüstete Kolontialsöldner auf Befehl des französischen Generalresidenten In Tunesien, Graf de Hautecloque, den tunesischen Ministerpräsidenten Chenik und alle übrigen Minister der Reglerung, deren sie habhafit werden konnten.
Sie verschleppten sie an einen unbekannten Ort im Innern des Landes.
Als Grund {für diese unerhörte Provokation, die auch in Frankreich währe Proteststürme entfachte, wurde erklärt, die tunesische Regierung „habe nicht mehr loyal mit den französischen Behörden zusammengearbeitet“, In Wahrheit hatte die seinerzeit von den Franzosen selbst eingesetzte tunesische Regierung angesichts der patriotischen Forderungen der Tunesier nur die Gewährung wenigstens eines Bruchteils von Selbtbestimmung gefordert. — Aber das gerade verweigert der {französische Statthalter Hautecloque, Darum griff er zur brutalen Gewalt.
Der Terrorakt in Tunesien — das ist die Sprache der kolonialen Unterdrücker, die den Völkern die nationale Unabhängigkeit vorenthalten
wollen. Das ist die Sprache derer, die durch ihren Generalkriegsvertrag auch Deutschland in die Lage Tunesiens versetzen möchten, Jederzeit mit Militärgewalt in die innerdeutschen Verhältnisse eingreifen können, das ist das Ziel der Westmächte, Darum wollen sie keinen Friedensvertrag mit Deutschland, der den Abzug aller Besatzungstruppen mit sich brächte. Darum erwähnen sie in Ihrer Antwortnote auf den Friedensvertragsentwurf der UdSSR die Worte Souveränität und nationale Unabhängigkeit überhaupt nicht,
In Tunesien haben die Imperialisten dem deutschen Volk elnen guten. Anschauungsunterricht darüber erteilt, was sie mit Deutschland beabsichtigen, wenn man sie gewähren läßt.
Aber genau so, Wie sich das ganze tunesische Volk gegen seine Unterdrücker zur Wehr setzt, genau so wird auch das deutsche Volk in eln= mütigem, entschlossenem nationalen Kampf verhindern, daß die Westmächte mit Hilfe der Adenauer- Clique ihre Unterdrückungspläne in Deutschland verwirklichen können.
B 29. März 1952 / NEUES DEUTSCHLAND / Nr. 76, Seite 2
Wachsende Unzufriedenheit über die Antwort der Westmächte
_ Auszüge aus der bürgerlichen Presse Westdeutschlands zur Antwort der Westmächte auf die Note der Sowjetregierung
„Nürnberger Nachrichten“:
Zunächst verhandeln!
„Moskau hatte bekanntlich einen Friedensschluß mit einem wiedervereinigten, neutralisierten und mit einer eigenen nationalen Streitmacht ausgestatteten Deutschland gefordert,“ In der Note der Westmächte sei demgegenüber die Frage offengelassen, „ob es sich bei dem vom Westen genannten künftigen Status eines geeinten Deutschland um Verhandlıungsvorschläge oder um Bedingungen handelt, die der VerhandlJungspartner vor Aufnahme won Verhandlungen anzunehmen hätte.“
„Wie die Argumente auf der internationalen Ebene auch immer lauten mögen, so ist doch klar, daß die sowjetische Note die Deutschen selbst... vor eine Entscheidung von großer Tragweite stellt."
„Wollen wir ein einheitliches Deutschland oder wollen wir enge militärisch-politische Bindungen zum Westblock und verzichten wir dafür auf die Einheit Deutschlands?
Einheit Deutschlands oder Vereinigung Westeuropas heißen jetzt die Parolen, und wie ungeheuer gefährlich es für eine deutsche Regierung auf lange Sicht wäre, würde sie die erste ausschlagen, braucht nicht besonders ausgemalt zu werden.“
Abschließend unterbreiten die Vorschlag:
„Eine etappenweise Regelung des deutschen Problems könnte so vor sich gehen, daß die Westmächte und
Bonn sich zunächst grundsätzlich zur Diskussion des sowjetischen Vorschlages bereit erklären müßten '...
Auf der Basis dieser grundsätzlichen Verständigung könnte dann eine Friedenskonferenz unter deutscher Beteiligung zusammentreten.“
„Nordseezeltung":
Jede Möglichkeit nützen
„Aufgabe der deutschen Politik ist es, alles zu tun, um das Zustandekommen einer Viermächteberatung über den Abschluß eines Friedensvertrages mit Deutschland zu ermöglichen. Vergessen wir in diesen Wochen nicht, daß wir wirklich jede geringste Aussicht auf die Wieder- Vereinigung nützen müssen.“
„Rhein-Post":
Vorschläge nicht genügend erwogen
„Die Sowjets hatten vorgeschlagen, die Prüfung durch die vier
Besatzungsmächte selbst vornehmen zu lassen. Ein Vorschlag, über den
sich reden 1äßt! Warum aber schneidet die Antworinote den Gesprächsfaden ab? Die Londoner
‚Times‘ schrieb gestern: ‚Die Westmächte sagen selbst, daß der Abschluß eines Friedensvertrages
eines der Hauptziele ihrer Politik ist,‘ Sollte es ihnen unmöglich sein, zu erfahren, ob der russische Vorschlag die Möglichkeit dazu bietet?
Uns scheint, daß diese Möglichkeit in
der Antwortnote der Westmächte nicht genügend erwogen worden ist,“
Der Westen meint es
nicht ernst
Es „können Gründe vorgegeben werden, um zu sagen, der Westen meine es nicht ernst. Auch wir denken zunächst so. Tatsächlich machen die Westmächte eine Verständigung von der Erfüllung sehr schwerer Bedingungen abhängig.“
„Industrie-Kurier“:
Die USA müssen Farbe
bekennen
„Worüber man bei uns erstaunt, ja, aufs höchste überrascht ist, und was kein Pessimist erwartet hat, das ist die Tatsache, daß freie Wahlen in ganz Deutschland... von einigen (vermutlich) antisowjetischen Amerikanern abgelehnt werden. Diesen seltsamen amerikanischen Vertretern einer von Fall zu Fall abschaltbaren Demokratie möchten wir erwidern, daß man die Karte der Ireien Wahlen, die nun einmal auf dem europäischen Tisch liegt, nicht wieder zurückziehen kann, sondern daß man hier als Amerikaner eben- 50 Farbe bekennen muß, wie wir das von den Russen verlangen.“
„Weser-Kurler“:
Inkonsequent und
widerspruchsvoll
„Es bleibt zu bezweifeln, daß die Formulierung des Westmächte-Standpunktes zur Frage der deutschen
Aufrüstung in Deutschland eine positive Resonanz finden wird... Es ist inkonsequent, einer gesamtdeutschen Regierung die Souveränität im Hinblick auf ihre außenpolitische Koalltionsfreiheit ausdrücklich ZUZU= sprechen und sie ihr im Hinblick au£ die Frage der Wehrhoheit zu entziehen. Es ist darüber hinaus widerspruchsvoll, die Aufrüstung der Bundesrepublik gutzuheißen, jedoch die Aufrüstung eines souveränen Gesamtdeutschland als Bedrohung des Friedens zu empfinden.“
Es geht um Volk und Nation
Zonengrenzen wohnen Millionen deutscher Menschen, die zusammenwollen. Das. ist das Entscheidende.“ Nach den Antworten der Westmächte sei das deutsche Volk nicht der Verpflichtung enthoben, „auf der rein deutschen Ebene ebenfalls zur Überwindung des jetzigen unhaltbaren Zustandes beizutragen. Dabei spielen die Nasen keine Rolle, die einander Nicht gefallen mögen. Es geht dabei auch nicht um persönliche Sym- und Antipathien, sondern um unser Volk und Dasein als Nation.“
Zu einer Bemerkung Reynauds, daß Deutschland sich nicht den „verlockenden Absatzmärkten des Ostens“ zuwenden dürfe, schreibt die Zeitung:
„Deutlicher kann man es ja wohl nicht sagen, Worauf sich die deutschfranzösische ‚Aussöhnung‘ als Voraussetzung eines geeinten Europas gründen soll: Auf Zwang und Fesseln — eine merkwürdige Freundschaft! Hat Reynaud die Wahrheit über die wahren Hintergründe enthüllt? Sollen wir gefesselt und unserer freien Entscheidung für die Zukunft beraubt, den Weg in das geeinte ‚freie‘ Europa antreten?“
Ihr wahres Ziel
„Wenn Deutschland aus Prinzip ‚nicht sich selbst überlassen werden darf‘, dann dürfte der europäische Zusammenschluß ebenso den Zweck haben, die Kontrolle zu verewigen und die natürliche Entwicklung des Menschenpotentials und der Fähigkeiten Deutschlands zu verhindern.“ Mit diesen Worten charakterisiert die „Stuttgarter Zeitung“ den Sinn der westeuropäischen Kriegsgemein« schaft, in die Westdeutschland hineinmanövriert werden soll.
„Süddeutsche Zeitung“:
Westen will Spaltung
aufrechterhalten
„Die Westmächte halten den deutschen Gesamtstaat, dessen AEntstehung sie vor 100 Jahren mit Unbehagen verfolgten, für eine Gefahr.
Daher ist ihnen die ' Spaltung Deutschlands und die Einbeziehung des in ihrer Hand befindlichen Teiles in ihr Bündnissystem angenehmer als die Wiedervereinigung der 1945 getrennten Gebiete, und daher betonen sie unter dem Eindruck der russischen Vorschläge zo stark die Notwendigkeit der westeuropäischen Angelegenheiten, Nie hat man in London freundlicher von der Montan-Union gesprochen als in diesen Tagen. Nie hörte man aus Paris mehr Zustimmung zur KEuropa* Armee als Jetzt.“
Wirtschaftler aus aller Welt auf dem Wege zur Internationalen Wirtschaftskonferenz nach Moskau
Moskau (ADN/Eig. Ber.), Während die chinesische, vietnamesische und die albanische Delegation bereits in Moskau eingetroffen sind und sich andere auf dem Wege nach der sowjetischen Hauptstadt befinden, hat das Initiativkomitees zur Eilnberufung der Internationalen Wirtschaftskonferenz in Moskau die Arbeit aufgenommen.
Die bereits In Moskau eingetroffenen Delegationen für die Internationale Wirtschaftskonferenz wurden auf dem Jaroslawer Bahnhof von dem Generalsekretär des Initiativkomitees, Chambeiron, von den Mitgliedern des Initiativkomitees, von dem Vorsitzenden der Allunionskammer, M. W. Nesterow, von dem Leiter der Internationalen Abteilung des Zentralrates der sowjetischen Gewerkschaften, W. I. Beresin; sowie von. den- Mitarbeitern..dea. SowJ]etischen Vorbereitenden Komitees empfangen,
Prag (ADN). Eine aus vier Vertratern der Wirtschafts- und Handelskreise Brasiliens bestehende Delegation zur Internationalen Wirtschaftskonferenz ist In der tschechoslowakischen Hauptstadt eingetroffen.
Hongkong (ADN). Auf der Reise nach Moskau Ist eine aus sieben Wirtschaftsvyertiretern bestehende burmesische Delegation in Hongkong eingetroffen. Sie wird geführt von dem Präsidenten der „Union-Bank of Burma",
Djakarta (ADN). Fünf Vertreter der indonesischen Wirtschaft sind am
Mittwoch auf dem Luftwege zur
Tellnahme an der Internationalen Wirtschaftskonferenz nach Moskau abgereist.
Teheran (ADN). Die Iranische Delegation zur Internationalen Wirtschaftskonferenz ist am Donnerstag von Teheran nach Moskau abgereist.
Der Delegation gehören an: Der Senator, und ehemalige. Ministerpräsident, Dr. Martin Daftari, der ehemalige Finanzminister und frühere Präsident der iranischen Nationalbank, Amir Khosrowl, der Senator und Herausgeber der weltverbreiteten bürgerlichen Abendzeitung „Etitelaat“, Abbas Massoudi, der Wirtschaftswissenschaftler Dr.
Jahanbagloo, sowle mehrere Vertreter der iranischen Geschäftskreise., Tel Aviv (ADN). Vier israelische Delegierte sind Montagabend zur Internationalen Wirtschaftskonferenz nach Moskau abgereist. Dem Delegierten des arabischen Gewerkschaftskongresses, Dijamal Mussa, hat die Isrealische Regierung das Ausreisevisum verweigert,
Westdeutscher Wirtschaftler fordert Teilnahme
Stuttgart (ADN). Der süddeutsche Wirtschaftssachverständige, Landtagsabgeordneter der. Deutschen Volkspartei Walter Nischwitz, teilte
‚am Mittwoch in einem Rundfunkkommentar mit,. daß viele Industrielle und Wirtschaftsfachleute der Internationalen Wirtschaftskonferenz großes Interesse entgegenbringen.
Sie sind der Ansicht, sagte er, daß westdeutsche Vertreter an der Konferenz teilnehmen sollten,
USA-Vertreter versuchte vergeblich zu leugnen
J. Malik fordert in UN-Abrüstungskommission Bestrafung der USA-Bakterienverbrecher
New York (ADN). „Die amerikanischen Interventen in Korea stehen in der ganzen Welt als diejenigen da, die das internationale Abkommen über das Verbot der Anwendung bakteriologischer Kampfmittel verletzt haben“, erklärte der sowjetische Vertreter Malik auf der Mitt“ 1ıelitzung der UN-Abrüstun: 1= mission.
„Dieses internationale Verbrechen der amerikanischen Aggressoren, die den Bakterienkrieg in Korea und China entfesselt haben, hat tiefe Empörung und Proteste im gesamten Sowjetvolk und bei den Völkern aller Länder hervorgerufen, In stark besuchten Protestversammlungen gegen diese ungeheuerliche Untat geben die Menschen ihrem tiefen Unwillen und ihrer Empörung Ausdruck."
Malik erklärte welter: „Die Abrüstungskommission ist nicht nur zuständig, sondern sogar verpflichtet, sofort die Frage der Verletzung des Verbots der bakteriologischen Kriegführung zu erörtern. Die Kommission muß einen sofortigen Beschluß über das Verbot der Anwendung bakteriologischer Kampfmittel fassen; sie muß ferner beschließen: daß diejenigen, die dieses Verbot verletzen, zur Verantwortung gezogen werden, damit ein derartig schändliches. Kriegsverbrechen unmöglich gemacht wird.“
Der Vertreter der USA, Cohen, versuchte mit leeren Phrasen die Anwendung bakterlologischer Kampfmittel durch die USA-Streitkräfte in Korea und China zu leugnen, mußte jedoch zugeben, daß die USA schon lange die Anwendung verschiedener Massenvernichtungswaffen vorbereiten. Er erklärte, „daß sich die amerikanische Regierung natürlich mit Forschungsarbeiten auf dem Geblet verschiedener Waffenarten befaßt“.
Der USA-Vertreter versuchte auch nicht zu leugnen, daß er unter dem Terminus „verschiedene Waffenarten" Massenvernichtungswalfen, darunter auch bakterialogische Kampfimittel, versteht.
Protestdemonstration gegen USA -BakterienkrieginTeheran
Teheran (ADN/Eig. Ber.). Zu einer machtvollen Protestdemonstration der Jugend gegen die Bakterienverbrechen der USA In China und Korca kam es am Freitag in Teheran, Die Polizei ging mit Waffengewalt gegen die Jugendlichen vor, tötete zehn, verletzte einhundert schwer und verhaftete fünfzig.
Großberliner Schülerkonferenz Bitte an die Internationale Konferenz „Zum Schutze der Kinder”
Berlin (Eig. Ber.). Unter der Losung „Das Kind braucht den Frieden wie die Blume das Licht“ wurde am Freitag. im „Theater der Freundschaft“ eine von der „Deutschen Gemeinschaft zum Schutze der Kinder“ einberufene Großberliner Schülerkonferenz durchgeführt, MNationalpreisträger H. Rodenberg begrüßte. unter dem begeisterten Jubel der Kinder die Vertreterinnen der IDFF, die sowjetische Vertreterin Galina Goroschkowa, die bulgarische Lehrerin Vera Natschewa, die chinesische Ärztin Shin-Yuan-hui, die {indonesische Kindergärtnerin Darmini, die Sekretärin der Deutschen Gemeinschaft zum Schutze der Kinder, Luise Ernst und die in Deutschland als Gast weilende Jeanette Turner aus den USA.
„Die sowjetischen Kinder beirachten die deutschen Kinder als ihre Freunde“, erklärte die Vertreterin der Sowjetunion, Galina Goroschkowa unter dem Jubel der Berliner Schüler und Schülerinnen. Sie schilderte "das Leben der sowjetischen Kinder und hob hervor, daß ihnen alle Möglichkeiten gegeben sind damit sie sich zu gesunden und Iröhlichen Menschen entwickeln können.
Die chinesische Ärztin. Shen-Yuanhui schlug den Berliner Kindern vor, mit den chinesischen Schülern und Piomieren in Briefwechsel zu treten
und einen Wettbewerb. um den Ehrentitel „Vorbildliches. Kind“ zu entfachen. Die bulgarische Lehrerin Vera Natschewa überbrachte den Berliner Kindern die Grüße der bulgarischen Dimltro{f-Pioniere:
Jeanette Turner aus den USA’ und die Indonesierin Darmini schilderten die katastrophale Lage der Kinder im ihren Heimatländern, die im krassen Gegensatz zum Leben der Kinder in der Sowjetunion und den Ländern der Volksdemokratie steht.
In der Diskussion legten Berliner Pioniere Rechenschaft über ihre Arbeit ab und gaben ihre Zustimmung zu dem von der chinesischen Ärztin angeregten Wetibewerb um den
Nach der Diskussion wurde eine Entschliebung an das Vorbereitende Komitee für die Internationale Konferenz „Zum Schutze der Kinder“ angenommen und die Einberufung dieser Tagung begrüßt. An die Delegierten wird die Bitte gerichtet, sich dafür einzusetzen, daß nach dem Vorbild der Sowjetunion die Reglerungen aller Länder größere Mittel für
‚die Förderung und Weiterbildung der
Jugend bereitstellen, daß der Unterricht überall auf der Grundlage der fortschrittlichen Wissenschaft aufgebaut und dafür gekämpft wird, das Leben der Kinder vor einem neuen Krieg zu schützen,
Alhener Firmen kämpfen für Belojannis
Telegrammwechsel zwischen DIA- Elektro und Athen
Berlin (Eig. Ber.). Die Mitarbeiter des Deutschen Innen- und Außenhandels — Elektrotechnik — häben an neun. griechische Firmen, mit denen sie In Geschäftsverbindung. stehen, die Bitte gerichtet, sich für «lie Freilassung. von Belojannis und seinen Gefährten einzusetzen. Die Firma
Anbiem Panagopoulos Sarras schreibt‘
in Ihrem Antworttelegramm: „Dankbar für Ihr Interesse. Wir arbeiten tüchtig gegen Urteile, Informieren Sle in nächsten Tagen über Resultat.“
„68 besteht der große Wunsch zur gegenseitigen Zusammenarbeit“, heißt es in dem Antworttelegramm der Firma Amiras Soultos. „Unsere menschlichen Grundsätze stimmen
vollkommen mit den Eurigen überein..
Wir haben entsprechend Euren Vorschlägen gehandelt und außerdem unseren Einfluß gegenüber freundschaftlich «gesinnten Beamten ausgeübt“
London (ADN). In einer gewaltigen Protestdemonstration vor der griechischen Gesandtschaft in London forderten die Teilnehmer die sofortige Freilassung von Belojannis und seinen Kameraden.
Zum Tode von Nationalpreisträger Czempiel
Schreiben von Präsident Wilhelm Pıeck
Berlin (ADN). Der Präsident der Deutschen Demokratischen Republik, Wilhelm Pieck, hat der Witwe des verstorbenen Nationalpreisträgers August Czempiel nachstehendes Beileidstelegramm übermittelt:
Schr geehrte Frau Czempiel!
Zu dem schmerzlichen Verlust, der Sie durch den Tod Ihres Mannes, des Nationalpreisträgers August Czempiel, betroffen hat, epreche ich Ihnen meine.
aufrichtige Teilnahme aus.
August Czempiel hat sich durch die Entwicklung eines neuen Fertigungsverfahrens und durch seine Tätigkeit als Betriebsleiter im Kabelwerk Oberspree um die Vorwärtsentwicklung
unserer Friedenswirtschaft verdient
gemächt. Ihm wird stets ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben.“
Berlin, den 28. März 1952
gez. Wilhelm Pieck
Schreiben von Ministerpräsident Otto Grotewohl
Berlin (ADN). Ministerpräsident Otto Grotewohl richtete an das Kabelwerk Oberspree, Berlin-Oberschöneweide, folgendes Belleidsschreiben:
„Im Namen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und in meinem eigenen Namen spreche ich Ihnen mein Beileid zum plötzlichen Ableben Ihres Werkleiters, Nationalpreisträger August Czempliel, aus.
Dieser schmerzliche Verlust trifft nicht nur Ihr Werk, sondern alle werktätigen Menschen der Deutschen Demokratischen Republik. August Czempiel hat als hervorragender Techniker an dem Aufbau unserer demokratischen Wirtschaft einen entscheidenden Anteil. Seine Erfolge bei der Erforschung der spanlosen Metallformung und das von ihm entwickelte Präzisions-
Warmpreß-Verfahren ersparen
UNSeTETr
Volkswirtschaft bedeutende
Materialmengen und tragen wesentlich dazu bei, die Produktion unserer volkseigenen Industrie zu verbessern und die Erfüllung des’ Fünfjahrplanes
zu slchern.
Als aufrechter Patriot ist August Czempiel allen Werktätigen der Deutschen Demokratischen Republik ein Beispiel in seinem zähen unermüdlichen Schaffen für den Fortschritt, in seinem Kampf um die Einheit unseres Vaterlandes und den Abschluß eines Friedensvertirages.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“
Berlin, den 28. März 1952.
gez. 0. Grotewohl
Werk Deutschland erfüllte Quarlalsplan
Oelsnitz (ADN). Als erstes Werk der sächsischen Steinkohlenindustrie hat das Oelsnitzer Steinkohlenwerk „Deutschland“ am Donnerstagnachmittag das Planziel für das erste Quartal vier Tage vorfristig erreicht und steht damit im Massenwettbewerb der Steinkohle im 1. Quartal
1952 an der Spitze, Als Zeichen ihrer Zustimmung zu dem sowjetischen Vorschlag für einen Friedensvertrag mit Deutschland haben die Kumpel des Werkes beschlossen, ihren Quartalsplan bis zum 31. März mit drei Prozent zu überbieten,
English translation
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--- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) ---
Großberliner Schülerkonferenz
Bitte an die Internationale Konferenz „Zum Schutze der Kinder"
Berlin (Eig. Ber.). Unter der Losung „Das Kind braucht den Frieden wie die Blume das Licht" wurde am Freitag im „Theater der Freundschaft" eine von der „Deutschen Gemeinschaft zum Schutze der Kinder" einberufene Großberliner Schülerkonferenz durchgeführt. Nationalpreisträger H. Rodenberg begrüßte unter dem begeisterten Jubel der Kinder die Vertreterinnen der IDFF, die sowjetische Vertreterin Galina Goroschkowa, die bulgarische Lehrerin Vera Natschewa, die chinesische Ärztin Shen Yuan-hui, die indonesische Kindergärtnerin Darmini, die Sekretärin der Deutschen Gemeinschaft zum Schutze der Kinder, Luise Ernst, und die in Deutschland als Gast weilende Jeanette Turner aus den USA.
„Die sowjetischen Kinder betrachten die deutschen Kinder als ihre Freunde", erklärte die Vertreterin der Sowjetunion, Galina Goroschkowa, unter dem Jubel der Berliner Schüler und Schülerinnen. Sie schilderte das Leben der sowjetischen Kinder und hob hervor, daß ihnen alle Möglichkeiten gegeben sind, damit sie sich zu gesunden und fröhlichen Menschen entwickeln können.
Die chinesische Ärztin Shen Yuan-hui schlug den Berliner Kindern vor, mit den chinesischen Schülern und Pionieren in Briefwechsel zu treten und einen Wettbewerb um den Ehrentitel „Vorbildliches Kind" zu entfachen. Die bulgarische Lehrerin Vera Natschewa überbrachte den Berliner Kindern die Grüße der bulgarischen Dimitroff-Pioniere.
Jeanette Turner aus den USA und die Indonesierin Darmini schilderten die katastrophale Lage der Kinder in ihren Heimatländern, die im krassen Gegensatz zum Leben der Kinder in der Sowjetunion und den Ländern der Volksdemokratie steht.
In der Diskussion legten Berliner Pioniere Rechenschaft über ihre Arbeit ab und gaben ihre Zustimmung zu dem von der chinesischen Ärztin angeregten Wettbewerb um den Titel „Vorbildliches Kind".
Nach der Diskussion wurde eine Entschließung an das Vorbereitende Komitee für die Internationale Konferenz „Zum Schutze der Kinder" angenommen und die Einberufung dieser Tagung begrüßt. An die Delegierten wird die Bitte gerichtet, sich dafür einzusetzen, daß nach dem Vorbild der Sowjetunion die Regierungen aller Länder größere Mittel für die Förderung und Weiterbildung der Jugend bereitstellen, daß der Unterricht überall auf der Grundlage der fortschrittlichen Wissenschaft aufgebaut und dafür gekämpft wird, das Leben der Kinder vor einem neuen Krieg zu schützen.
--- English translation ---
Greater Berlin schoolchildren's conference
Request to the International Conference 'For the Protection of Children'
Berlin (own report). Under the slogan 'The child needs peace as the flower needs light', a Greater Berlin schoolchildren's conference convened by the 'German Society for the Protection of Children' was held on Friday in the 'Theater der Freundschaft'. National Prize winner H. Rodenberg, to the enthusiastic cheers of the children, welcomed the representatives of the WIDF: the Soviet representative Galina Goroshkova, the Bulgarian teacher Vera Natcheva, the Chinese physician Shen Yuan-hui, the Indonesian kindergarten teacher Darmini, the secretary of the German Society for the Protection of Children, Luise Ernst, and Jeanette Turner from the USA, who is a guest in Germany.
'Soviet children regard German children as their friends,' declared the Soviet representative, Galina Goroshkova, to the cheers of the Berlin schoolchildren. She described the life of Soviet children and stressed that every opportunity is given to them to develop into healthy and happy people.
The Chinese physician Shen Yuan-hui proposed to the Berlin children that they correspond with Chinese pupils and Pioneers and start a competition for the title of honour 'Model Child'. The Bulgarian teacher Vera Natcheva conveyed to the Berlin children the greetings of the Bulgarian Dimitrov Pioneers.
Jeanette Turner from the USA and the Indonesian Darmini described the catastrophic situation of children in their home countries, which stands in stark contrast to the life of children in the Soviet Union and the people's democracies.
In the discussion Berlin Pioneers gave an account of their work and agreed to the competition for the title 'Model Child' proposed by the Chinese physician.
After the discussion a resolution was adopted to the Preparatory Committee for the International Conference 'For the Protection of Children', welcoming the convening of this meeting. The delegates are asked to work to ensure that, following the example of the Soviet Union, the governments of all countries provide greater funds for the promotion and further education of youth, that teaching everywhere be based on progressive science, and that a struggle be waged to protect children's lives from a new war.