Neues Deutschland, 3 Dezember 1955, S. 1: Rechte der Frauen unantastbar
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Text
ORGAN DES ZENTRALKOMITEES DER SOZIAUSTISCHEN EINHEITSPARTEI DEUTSCHLANDS
Berliner Ausgabe „Vorwärts"
10. (66.) Jahrgang / Nr. 283 / Einzelpreis 15 Pf
Sonnabend, 3. Dezember 1955
Für die weitere »Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion
Das alles sind Erfolge, die die Bauern nur erreichen konnten, weil, der Staat der Arbeiter und Bauern ihnen stets helfend zur Seite stand; Es sind Erfolge der ge meinsamen Anstrengungen der Ar beiterklasse und der mit ihr im festen Bündnis stehenden werktätigen Bauernschaft. Für jeden sichtbar haben unsere Landarbeiter und Bauern bewiesen, daß sie ohne Junker viel besser wirtschaften und leben können.
Das verlangt, die • begonnene Aussprache mit den Bauern, Trak toristen und Landarbeitern wesent lich zu verbreitern. Ihr Ergebnis muß sein zu klären, mit welchen Me thoden, auf welchem Wege in ledern landwirtschaftlichen Betrieb unter Einbeziehung aller Reserven die Produktion gesteigert werden kann«
Diese Frage muß auch der Haupt inhalt der Wahlberichtsversamm lungen in den ländlichen Grund-, Organisationen unserer Partei sein.
Die Parteiorganisationen sollen datur sorgen, daß die Aussprache mit der Landbevölkerung über die Er höhung der Erträge auf dem Felde und im Stall nicht getrennt geführt wird von den nationalen Lebens fragen des deutschen Volkes und der Stärkung der Deutschen Demo kratischen Republik.
Für die weitere Steigerung der Bruttoproduktion der Landwirt schaft sind in unserer Republik alle Voraussetzungen vorhanden. In jeder LPG, in jedem Volksgut und in jedem bäuerlichen Betrieb ist es möglich, die Erträge mittels neuer Methoden, vor allem einer besseren Arbeitsorganisation, und mit Hilfe der bewußten, begeisterten Arbeit der Werktätigen zu steigern.
Die
Aufgaben der Landwirtschaft sind umfangreich. Ohne Zweifel muß man den Schwerpunkt der Arbeit in die MTS verlagern, damit sie zur Basis der allseitigen Entwicklung der LPG, der ständigen Arbeits gemeinschaften der VdgB (BHG)
und der Erhöhung der Erträge bei den Einzelbauern werden. ' Die 25. Tagung des ZK stellt den Mit arbeitern der MTS die Aufgabe:
„Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Arbeit der Mitarbei ter der MTS muß so gestaltet wer den, daß sie dazu beiträgt, die werktätigen Bauern für die genos senschaftliche Arbeit zu gewinnen.
iDie MTS müssen vor allem die Genossenschaften allseitig aktiv unterstützen und ihre Arbeit so organisieren, daß gleichfalls die ständigen Arbeitsgemeinschaften der VdgB (BHG) sowie die werk tätigen Einzelbauern die notwendige Hilfe zu den günstigsten agrotechnischen Terminen erhalten."
In der Mehrzahl unserer MTS werden die Maschinen nicht voll ausgenutzt, weil das Schichtsystem ungenügend durchgesetzt wird. Die
Beschlüsse der ersten Zentralen Konferenz der MTS in Schwerin haben nach wie vor volle Gültigkeit, und es gilt, sie in allen MTS kon sequent zu verwirklichen.
Der Staat stützt sich bei der Pla nung auf die staatlichen Kenn ziffern für. die Ablieferung und für den freien Aufkauf und auf die Initiative der Bauern, Landarbei ter und Traktoristen, die diese Kennziffern erfüllen und über.:
erfüllen. Diese Methode entspricht dem Charakter unseres Staates, der den Interessen der Werktätigen dient.
Die Grundlage für die Produk tion wird künftig also der Ab lieferungsbescheid und die abzu schließenden Verträge für den freien Aufkauf sein. Eine solche Methode bezieht die Werktätigen besser in die staatliche Planung mit ein und wird ihre Verantwor tung für die Einhaltung der ge setzlichen Pflichten erhöhen.
kann also keine Rede davon sein, daß das ein Schritt zu der als „freie Wirtschaft" offerierten Dik tatur der Monopole, wie sie gegen wärtig noch in Westdeutschland wütet, sei. In der Deutschen De mokratischen Republik ist es bei spielsweise undenkbar, daß die Schweinepreise wie in
West deutschland von
Frühjahr bis
Herbst um 30 Prozent sinken, wo bei die westdeutschen Bauern die Leidtragenden sind.
fjurch die neuen Maßnahmen neuen Maßnahmen
*-' wird die Verantwortung der staatlichen Organe noch größer.
Sie verlangen eine grundlegende Verbesserung des Arbeitsstils der staatlichen Organe, damit sich solche Mängel, wie sie zum Beispiel bei der diesjährigen Ernte auf getreten sind, nicht wiederholen.
Verbesserung der
Arbeit der
Staatsfunktionäre, insbesondere der Volksvertreter, heißt engere Ver bindung zwischen ihnen und den Werktätigen, genaue Kenntnis der Produktionsmöglichkeiten jedes landwirtschaftlichen Betriebes, Be ratung der werktätigen Bauern, wie sie ihre Produktion weiter stei gern können. Der Burgermeister und die Gemeindevertreter werden sich vor allem mit den Bauern, deren Wirtschaften mit der allge meinen Entwicklung der Landwirt schaft nicht Schritt gehalten haben, zusammensetzen und gemeinsam mit der VdgB (BHG) beraten müs sen, mit welchen Maßnahmen ihr
(Fortsetzung auf Seite 2)
ZU NEUEN ERFOLGEN IM WILHELM-PIECK-AUFGEBOT
Preitinitzer Kraftwerker hielten Wort
Mit vorbildlichen Produktionsverpflichtungen ehren die Werktätigen ihren Präsidenten
Berlin (ADN/Eig. Ber.). Der Liebe und Verehrung für unseren Präsidenten Wilhelm Pieck geben die Werktätigen der DDR anläß lich seines 80. Geburtstages durch besondere Leistungen in der Pro duktion Ausdruck. Sich am Wilhelm-Pieck-Aufgebot zu beteiligen, ist zur Ehrensache geworden. Wie die Arbeiter in Fabriken und Schächten, setzen Angehörige der schaffenden Intelligenz in Be trieben, Laboratorien und Forschungsstätten, Genossenschafts- und
So hat die Kraftwerksbeleeschaft vom Kunstseidenwerk „Friedrich Engels" in Premnitz ihre
Verpflichtung, den
Jahresplan der
Stromerzeugung einen Monat frü her zu erfüllen, am 28. November eingelöst und es sich nun zur Auf gabe gemacht, bis Jahresende wei tere 9.5 Millionen Kilowattstunden Energie zu erzeugen.
In der Montagehalle des volks eigenen Meßgeräte- und Armatu renwerkes „Karl Marx" in Magde burg verließ am 29. November der 50 000. Fahrradanbaumotor das Band. Die Arbeiter und Arbeir terinnen, die damit ihre erste Ver pflichtung erfüllten, nahmen sich nun vor, im Wilhelm-Pieck-Auf gebot bis zum Jahresende noch weitere 800 Fahrradanbaumotoren zu produzieren.
Im Revier 13 des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Suhl hatte sich die Brigade Wagner vorgenom men, den Holzeinschlagplan für dieses Jahr am 15. Dezember zu er füllen. Bereits am 25. November konnte sie mitteilen, daß sie ¦ ihre Verpflichtung einhielt.. Jetzt wol-j len die Mitglieder der Brigade Wag ner den übrigen 24 Brigaden, die sich ebenfalls am Wilhelm-Pieck- Aufgebot beteiligen, beim Holzein schlag helfen, damit der gesamte
Betrieb sein Produktionsziel ter mingerecht erreicht
Zwei rote leuchtende Sterne auf den Dächern des volkseigenen Otto- Buchwitz-Werkes in Dresden ver kündeten am Abend des letzten Novembertages, daß die Arbeiter, Meister, Techniker und Ingenieure ihren Betriebsplan für 1955 in allen seinen Teilen 26 Tage vorfristig er erfüllt haben.
Dieses hohe Ziel hatten sie sich Ende Oktober im Wilheim-Pieck-Aufgebot gesteckt.
Die vorgesehene
Selbstkosten-
Senkung wurde noch um 197 000 DM übertroffen.
Von der Belegschaft des Stahlt und Walzwerkes Gröditz stehen 80 Prozent im Wilhelm-Pieck-* Aufgebot und konnten bisher große Erfolge erringen.
Die Ver pflichtung der Ofenmaurer der Bauabteilung, bis Jahresende 200 000 DM bei Ofenreparaturen einzusparen, wurde bereits am Ende des III. Quartals mit 273 000 DM übererfüllt.
¦ Die Traktoristen der MTS Greu- ßen beispielsweise erfüllten schon am 23. November ihre im Wilhelm^ Pieck-Aufgebot übernommene Ver pflichtung, das Fünfjahrplanziel der Station vorfristig zu erreichen:
werktätige Einzelbauern, Traktoristen und Arbeiter der volks eigenen Güter alles daran, ihren Arbeiter-und-Bauern-Staat zu festigen und zu stärken. Ein Monat ist noch Zeit bis zum 3. Januar, dem Geburtstag unseres Arbeiterpräsidenten. Aber schon jetzt er füllten zahlreiche Brigaden und viele Arbeiter ihre Aufgebotsver pflichtung, und die meisten von ihnen haben sich im Wilhelm- Pieck-Aufgebot neue Ziele gesteckt.
Mitglieder der Delegation des Ober* sten Sowjets der UdSSR besuchten die
Porzellan - Manufaktur
Meißen. N. S. Patolitschew im Ge sprach mit Werkleiter Waldemar Wustemann (rechts)
Am Siemens-Martin-Ofen 5 im VEB Stahl- und Walzwerk Gröditz ver- Vflichteten sich die Arbeiter und Meister im Wilhelm-Pieck-Aufgebot, die Betriebsdauer des Ofens von 260 auf 340 Chargen zu erhöhen. Betriebs leiter Kiemann berät mit Ingenieur Schroter, den Schmelzern Krämer, Schenkrich, Ketzler, Schmelzmeister Diecke und Ingenieur Dietrich (v.l.n.r.), wie dieses Ziel am besten zu erreichen ist
Fotos: Zentralbild
Wettbewerb
Magdeburg — Stalingrad
Größere Erfolge nur mit neuen Arbeitsmethoden
21. Tagung des FDGB-Bundesvorstandes / Auswertung des 25. Plenums des ZK
Der 1. Vorsitzende des FDGB, Herbert Warnke, erläuterte 6einem Referat die große Verant wortung der Gewerkschaften in der DDR, die den Werktätigen die Poli tik der Regierung und der Soziali stischen Einheitspartei Deutsch lands eingehend erklären und auf alle rückständigen und falschen Auffassungen überzeugend ant worten müssen. Die ideologische Arbeit der Gewerkschaften unter den Massen, ihr Kampf für ein neues Verhältnis zur Arbeit, für eine sozialistische Arbeitsmoral sei
Neue Arbeitsordnung des Ministerrats
Walter Ulbricht Erster Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates
Rechte der Frauen unantastbar
10. Jahrestag der IDFF festlich begangen / Zahlreiche ausländische Gäste
7000 Betondaehsteine in einer Schicht
Unser erster Dachsteinautomat arbeitet / Von Werkleiter Leo Wanzke, VEB Betonwerk ~ Frankfurt (Oder)
Es ist schon ein großer Unter schied, ob in einer Schicht 1200 oder 7000 Betondachsteine her gestellt werden. Besonders dann, wenn die geringere Anzahl schwer und mühselig von vielen Hand arbeitern gefertigt und die größere Anzahl fast ohne Handarbeit dur;h eine Maschine geformt wird.
Das merken die Arbeiter des VEB Betonwerkes Frankfurt (Oder)
erst jetzt richtig, denn am 1. De zember nahmen sie den ersten Dachsteinautomaten in Betrieb.
Alte, rückständige Fertigungstech nik mußte der automatisierten Produktion Platz machen.
Zum erstenmal erschien der
Dachsteinautomat schon auf der Leipziger Messe 1951. Der VEB Betonsteinmaschinen und Ziegeleigeräte Guben hatte den Auftrag zum Bau der Maschine bekommen, damit der große Bedarf an Dach steinen in unserer Bauindustrie fie deckt werden konnte. Es stellten sich jedoch technische Mängel her
aus, die dazu führten, daß der Automat 1952 abgestellt wurde und ¦ sogar verschrottet werden sollte.
Ingenieur Sokoll beispielhaft
Nach vielem Hin und Her holte jedoch die Werkleitung des VEB Betonwerk das Aggregat nach Frankfurt, um * es produktionsreif zu machen. Diese Arbeit ist ihm innerhalb von elf Monaten gelun gen, wobei der wesentlichste An teil bei der Entwicklung und bei Versuchen auf das Konto des In genieurs Stephan Sokoll kommt.
Das Werk mußte große Schwie rigkeiten überwinden, ehe es so weit war. 10 000 Unterlagebleche wurden benotigt, und der Stahl dazu war nicht leicht zu beschaf fen. Besonders standen bürokra tische Hemmnisse im Wege. Die Handelszentrale Metallurgie Ber lin — um nur ein Beispiel zu nennen — brauchte 21 Tage dazu.
dem Eisenhüttenwerk Thale die Bezugsberechtigung für den Stahl zu übersenden.
Das Ziel wurde endlich doch er reicht. Die letzten Versuchsreihen bewiesen, daß sich der VEB Beton werk Frankfurt auf dem richtigen Wege befindet. Das Materialprüf amt Berlin erhärtete diese Feststel lung. Nach Überprüfung der gefor derten Normen teilte es mit, daß diese zu 100 Prozent erreicht wer den. Es besteht auch die berech tigte Aussicht, nach Mitteilung des Institutsleiters, daß auf Grund der guten Qualität der Dachsteine das Gütezeichen erteilt wird. Bei der früheren manuellen Produktion wäre das niemals erreicht worden.
Die Vollmechanisierung wird vorbereitet
Der neue Automat ist ein prak tischer Beweis für die Wichtigkeit der Beschlüsse des 25. Plenums des ZK der SED. Die
Forderung
„Modernisieren, Mechanisieren, Automatisieren" ist den Arbeitern des Werkes in ihrer ganzen Bedeu tung verständlich geworden. Sie
produzieren mehr und besser, und doch ist die harte körperliche Ar beit verbannt. Ihre Freude und Tatkraft, gleichzeitig ihr Dank, drückt sich darin aus, daß sie sich verpflichteten, ihren Plan im I. Quartal des zweiten Fünfjahr planes mit 110 Prozent zu erfüllen.
Die Ingenieure befassen sich jetzt damit, den gesamten Arbeitsablauf voll zu mechanisieren. Handarbeit wird an der Maschine nur noch dort geleistet, wo die Unterlagebleche mit den Steinen in den Ofen ge hoben und wo die fertigen Steine von den Blechen abgenommen wer den. Auch diese Arbeitsgänge sollen in Zukunft mechanisiert werden.
Leider kann der Automat z. Z.
nur eine Schicht arbeiten, weil noch die Hälfte der angeforderten Bleche fehlen. Durch einen zweischichtigen Betrieb, der sofort begonnen wird, wenn die Bleche eingetroffen sind, kann die Kapazität bedeutend bes ser genutzt werden,
Oberster Sowjet zum
23. Dezember einberufen
Tschou En-lai empfing
Botschafter.Gyptner
Peking (ADN-Korr.). Der Außer ordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Deutschen Demo kratischen Republik in der Volks republik China, Richard Gyptner, wurde am Freitag im Zusammen hang mit der bevorstehenden
Überreichung seines Beglaubi gungsschreibens an den Vorsitzen den der Volksrepublik China, Mao Tse-tung, vom chinesischen Mini sterpräsidenten und Außenminister Tschou En-lai empfangen. Tschou En-lai bekundete in der mit dem neuen Botschafter geführten Unterhaltung lebhaftes Interesse für die Lage und Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Re publik«
Post- und Paketverkehr mit Korea
2. Hochschulkonferenz der SED
Colombo (ADN). Ceylon hat den Vereinigten Staaten für den Ab schluß eines geplanten Vertrages über Freundschaft, Handel und Schiffahrt zwischen den beiden Ländern eigene Bedingungen unter breitet. Die ceylonesische Regie rung will diesen Vertrag nur auf der Grundlage der allgemeingül tigen Prinzipien des Handels und der Seeschiffahrt abschließen. Dar über hinaus weigert sie sich, den auf Ceylon lebenden Amerikanern entsprechend einem amerikanischen Vorschlag den gleichen Status wie den Ceylonesen zu gewähren.
Zentralrat der Juden gegen Faschisierung
Düsseldorf (ADN). Der Zentralrat der Juden in Deutschland pro testierte am Donnerstag gegen die wachsende Refaschisierung West deutschlands. In der Bundesrepublik seien gegenwärtig Erscheinungen zu verzeichnen, die an die Zeiten er innerten, die der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus vor ausgingen, heißt es in einer Ent schließung. Besonders müsse in die sem Zusammenhang auf die Glorifizieruna von ehemaligen Nazis in Westdeutschland hingewiesen wer den, die für den Mord von Millionen Juden unmittelbar oder mittelbar die Verantwortung tragen.
Albanische Botschaft dankt
Berlin. Die Botschaft der Volks republik Albanien in der Deutschen Demokratischen Republik dankt herzlich für die Glückwünsche, die ihr die Belegschaften der Betriebe, die Staatsorgane und die gesell schaftlichen Organisationen sowie einzelne Bürger in der DDR anläß lich des XI. Jahrestages der Befrei ung der Volksrepublik Albanien übermittelt haben.
Moskau (ADN). Das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR hat beschlossen den Obersten
Sowjet zu seiner vierten Tagung der vierten Legislaturperiode zum 23. Dezember dieses Jahres einzu berufen.
A uswertung des 25. Plenums des **• Zentralkomitees heißt darum in erster Linie: Beseitigung dieser Schwächen.
Mit der Information über die Beschlüsse der Partei ist es also nicht getan. Man wird die Arbeit der Grundorganisationen so wie der Kreisleitungen bei der Aus wertung des 25. Plenums nicht daran messen, wieviel Referate ge halten wurden, sondern daran, wie viel, Traktoren im Schichtsystem arbeiten, wie der Plan erfüllt wird, wie die Selbstkosten gesenkt wer den und wieviel Kilogramm Milch, Fleisch, Getreide, Ölfrüchte, Kar toffeln usw. je Hektar landwirt schaftlicher Nutzfläche im MTS- Bereich erzeugt werden.
Die MTS tragen eine hohe Ver antwortung vor allem dafür, daß sich die Produktionsgenossenschaf ten schneller und beispielhafter für die Einzelbauern entwickeln, denn „Der allmähliche Übergang der Bauern von der Einzelwirtschaft zur genossenschaftlichen Arbeit im landwirtschaftlichen Großbetrieb (LPG) ist notwendig, um die Rück ständigkeit des Dorfes zu über winden, den Gegensatz von Stadt und Land zunächst zu vermindern und später ganz zu beseitigen, die Arbeit der Bauern zu erleichtern, ihre materiellen und kulturellen Lebens bedingungen zu erhöhen und die Grundlagen für eine glückliche Zu kunft der Jugend zu schaffen." (Aus dem Beschluß des 25. Plenums des Aber noch gibt es in einer Anzahl LPG Mängel und. Schwierigkeiten.
Wie das Mitglied des Politbüros der SED Genosse Hermann Matern auf dem 25. Plenum sagte, haben die Genossenschaftsbauern in vielen Fällen kein richtiges Verhältnis zum genossenschaftlichen Eigentum und zum Boden überhaupt. Darüber dürfen die Grundorganisationen in Den LPG bei der Auswertung des 25. Plenums nicht hinweggehen.
Darum muß man bei der Auswer tung des Plenums in den LPG über alle Fragen des genossenschaftlichen Lebens sprechen, zum Beispiel über die Entwicklung des Bewußtseins der Genossenschaftsbauern, die Stei gerung der Erträge, die Perspektiv pläne der LPG. die Arbeit der Tier zucht- und Feldbaubrigaden, die Er fahrungen bei der Fließarbeit in der Ernte, die Mechanisierung der Land wirtschaft, die Anwendung des Lei stungsprinzips usw.
TP|ie Landwirtschaft in <Jer Deut- ¦*-' sehen Demokratischen Repu blik hat sich seit 1945 schnell ent wickelt. Die Hektarerträge einer Reihe von Kulturen und die Vieh bestände sind über den
Vor kriegsstand hinausgewachsen.
Die
Schweinebestände haben z.um Bei spiel im ersten Halbjahr 1955 die Neun-Mülionen-Grenze überschrit ten. Die MTS. ausgerüstet mit mo dernen Maschinen, übernehmen einen immer größeren Teil der schweren, zeitraubenden Arbeit und tragen zur weiteren Steigerung der Erträge bei. Immer mehr Bauern schließen sich zu Landwirtschaftlichen Produktionsgenos.
sen6chaften zusammen, weil sie erkennen, daß der sozialistischen Großlandwirtschaft die
Zukunft gehört. Waren es im Jahre 1952 1335 LPG, so sind es heute bereits über
6000 Genossenschaften, die vom neuen Leben auf dem Lande künden.
Wohin dagegen die Großgrund besitzerund
Junkerherrschaft fuhrt, können wir am Beispiel
Westdeutschlands sehen. Don be sitzen die Großgrundbesitzer und Junker noch über 27 Prozent des Grund und Bodens. Während die Arbeiter-und-Bauern-Macht in un serer Republik den Bauern Land gab, für die schnelle Entwicklung der- Landwirtschaft sorgte und den Bauern eine glückliche Zukunft sichert, bringt die Diktatur der Junker und Monopolisten den westdeutschen Klein- und Mittel bauern täglich neues Elend. Als Folge der wachsenden Ausbeutung der werktätigen Bauern durch die Monopolherren und Junker haben von 1949 bis 1955 über 850 000 Bauern und deren Söhne und Töchter in Westdeutschland' die Landwirtschaft verlassen. Während die Großgrundbesitzer Maximal profite einstreichen, wachsen die Schulden der westdeutschen Bauern standig und haben heute bereits über 8,5 Milliarden D-Mark er reicht.
r)as Tempo der Entwicklung un- ¦*-' serer Landwirtschaft, die Pro duktion von Lebensmitteln, halten jedoch noch nicht Schritt mit den ständig wachsenden Bedürfnissen der Bevölkerung. Deshalb beschäf tigte sich die 25. Tagung des Zen tralkomitees der SED eingehend mit den Fragen der weiteren Steigerung der landwirtschaftlichen
Produktion und deshalb heiCt es auch in ihrem Beschluß, daß die Hauptaufgabe der Landwirtschaft in der nächsten Zeit die weitere Ertragssteigerung der landwirt schaftlichen Kulturen und eine höhere Produktivität der Viehwirt schaft ist, damit die Bevölkerung mit Lebensmitteln, die Industrie mit Rohstoffen aus eigener Pro duktion besser versorgt werden können. Dazu ist es notwendig, daß alle Betriebe der Landwirtschaft schneller ihre Produktion steigern,
¦*-' Reihe weiterer Maßnahmen Tjas Zentralkomitee schlug eine vor, um die Marktproduktion an Fleisch, Milch, Eiern usw. je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche weiter zu steigern. Das Zentral komitee hält es für richtig, beim gegenwartigen Stand der Entwick lung unserer Landwirtschaft ab 1. Januar 1956 den Viehhalteplan abzuschaffen und empfiehlt, die Möglichkeiten zu überprüfen, auch den Anbauplan ab Herbst 1956, mit Ausnahme für die technischen Kul turen, aufzuheben. Das Vertrags system, dessen Vorteile die Bauern bereits beim Zuckerrübenanbau kennenlernten, soll auf Anbau- und Ablieferungsverträge erweitert werden.
Magdeburg (ADN/Eiß. Ber.). Am Donnerstag war das Reiseziel einer Gruppe der sowjetischen Delegation das Karl-Liebknecht-Werk Magde burg. Bei einem regen Erfahrungs austausch mit über 100 Arbeitern schlug der Direktor des Stalingrader Traktorenwerkes, I.-, F;
Sinizyn, einen Wettbewerb zwi schen' dem zweitgrößten Schwer maschinenbaubetrieb unserer Repu blik und dem Stalingrader Trakto renwerk vor.
Die
Magdeburger
Kumpel stimmte» -dem- Vorschlag zu. Es wurde vereinbart, sofort in beiden Betrieben über den Wett bewerb und die Bedingungen mit dem gesamten Werkkollektiv zu diskutieren. In einem Wettbewerbs vertrag wird das Ergebnis dieser Aussprachen niedergelegt, der da nach in Stalingrad bzw. Magdeburg unterzeichnet werden soll.
Der
Wettbewerb soll dem Karl-Lieb knecht-Werk helfen, den Produk tionsablauf zu verbessern.
Berlin (Eig. Ber.). Die 21. Tagung des FDGB-Bundesvorstandes des FDGB — die erste Sitzung des FDGB-Bundesvorstandes nach dem 4. FDGB-Kongreß — wurde gestern im Haus der Gewerkschaften zu Berlin eröffnet.
Zur Beratung stehen die Aufgaben der Gewerk schaften bei der Entwicklung des wissenschaftlich-technischen Forl schritts und zur Erhöhung der Ar beitsproduktivität in der Industrie sowie die Erfahrungen bei der Durchführung der Betriebskollek tivverträge und Betriebsverein barungen im Jahre 1955 und ihr Abschluß für das Jahr 1956. Im engen Zusammenhang damit wer den die sich aus dem Beschluß des 25. Plenums des ZK der SED für die Gewerkschaften ergebenden Aufgaben erörtert.
absolut ungenügend und habe sich auch nach dem 4. FDGB-Kongre3 nicht gebessert.
Herbert
Warnke forderte, nie
Förderung der Technik als eine der wichtigsten Aufgaben zu betrachten, weil davon abhängt, wie schnell sich die Lebenshaltung der Werk tätigen verbessert. Das bedingt aber, daß die Gewerkschaften end lich ihre Arbeitsmethoden ändern.
Die Mitglieder und Funktionäre der Gewerkschaften müßten mit verr - söhnlerischem Verhalten gegenüber"
schlechter
Arbeitsmoral, i Schund arbeit, ungenügender Ausnutzung der Technik, schlechter Arbeits organisation, ungenügender Mate
rialbeschaffung und mangelhafter Verbreitung von Neuerermethoden Schluß machen.
In seinem Referat über den Abschluß der Betriebskollektiwerträge 1956 erklärte der Sekretär des FDGB-Bundesvorstandes Otto Leh mann, daß die Hauptlehren aus der Erfüllung der Betriebskollektivver träge 1955 vor allern darin be stehen, die vorhandene
Selbst zufriedenheit und Schönfärberei zu überwinden. In der gesamten Gewerkschaftsbewegung muß eine wirkliche Atmosphäre des Kampfes für die Erfüllung der Betriebskol lektivverträge geschaffen werden.
Berlin (ADN). Abkommen über den Post- und Paketverkehr und den
Fernmeldeverkehr zwischen der Deutschen Demokratischen Re publik und der Koreanischen
Volksdemokratischen Republik sind in Berlin abgeschlossen worden.
Die Abkommen wurden für die DDR vom Minister für Post und Fernmeldewesen,
Friedrich Burmeister, und für die Koreanische Volksdemokratische Republik vom Außerordentlichen und
Bevollmächtigten Botschafter der Korea nischen Volksdemokratischen Re publik in der DDR, Pak Kil Jon, unterzeichnet.
Leipzig (Eig. Ber.). Im Haus Auen see in Leipzig beraten am 2. und 3. Dezember 550 Genossen Wissen schaftler, Dozenten und Studenten, wie der Beschluß des 25. ZK- Plenums in den Universitäten und Hochschulen verwirklicht wird. An der Tagung nehmen der Sekretär des ZK der SED Prof. Kurt Hager* der Staatssekretär für Hochschul wesen, Prof. Harig, und zahlreiche in unserer Republik tätige sowje tische Gastprofessoren teil. Genosse Hager stellte die Aufgabe, darüber zu diskutieren, wie der Einfluß feindlicher Ideologien an unseren Hochschulen überwunden, die Er ziehung verbessert und die Verbin dung mit der Praxis enger gestaltet wird.
tretung des Vorsitzenden des Mini sterrates.
Erster Stellvertreter des Vorsit zenden des Ministerrates wurde durch Beschluß des Präsidiums Walter Ulbricht.
Der Vorsitzende der Staatlichen Plankommission. Bruno Leuschner, wurde unter Beibehaltung seiner Funktion mit Wirkung vom 1. De zember 1955 zum Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates be rufen.
Berlin (Eig. Ber.). Das Presseamt beim Ministerpräsidenten teilt mit:
Das Präsidium des Ministerrates beschloß in seiner Sitzung am 24. November 1955, in der Maßnah men zur Verbesserung der Arbeit des Staatsapparates getroffen wur den, auch eine neue Arbeitsordnung des Ministerrates. Diese Arbeitsord nung legt die Rechte und Pflichten aer Mitglieder des Ministerrates, seines Präsidiums und dessen Mit glieder fest. Sie regelt die Ver
Berlin (ADN). Eine Festveranstal tung zum 10. Jahrestag der Grün dung der. IDFF, der weltumspan nenden Organisation aller fried liebenden Frauen, fand am Frei tagabend in der Deutschen Sport halle an der Stalinallee statt. 3000 Frauen aus ganz Berlin begrüßten auf der Kundgebung stürmisch die Präsidentin der IDFF, Eugenie Cotton, und Rosa Thälmann, die zusammen mit. weiteren Vertrete rinnen der IDFF, u. a. aus der So wjetunion, der
Volksrepublik
China, den anderen Ländern der Volksdemokratie sowie aus den USA, Großbritannien, Indien, Schweden, dem Irak, Iran und Indonesien, an der Kundgebung teilnahmen. Im Präsidium hatten Frauen des öffentlichen Lebens;
Frauen, unantastbar sind und daß das einheitliche Deutschland ein demokratisches und friedliebendes Deutschland sein wird. Ein der artiges Deutschland entspreche den Wünschen aller friedliebenden Frauen und Mütter in der Welt.
Eugenie Cottori, die Präsidentin der IDFF, stellte fest, daß heute keine Frau mehr den Schwierig keiten des Lebens allein gegen überstehen müsse, sondern in der weltumspannenden Organisation der IDFF, deren Einfluß sich über 80 Lander erstreckt, den wirksamen Beistand von mehr als 200 Mil lionen Frauen " finde. Die stellver tretende Generalsekretärin der IDFF,.Soja Iwanowa, übermittelte eine Grußbotschaft des antifaschi stischen Komitees der
Sowjettrauen.
der deutschen Hauptstadt und der Sekretär des ZK der SED Dr. h. cj Paul Wandel Platz genommen;
Die Vorsitzende des DFD, Ilse Thiele, hob in einer Ansprache hervpr, daß die IDFF seit Jähren ihren Sitz in Berlin hat und von hier aus ihre fruchtbringende und erfolg reiche Arbeit in die ganze Welt trägt. „Hierin sehen wir eine' An erkennung und zugleich eine dop pelte Verpflichtung: "immer das zu tun, was die Frauen der. Welt von uns erwarten, und das Vertrauen unserer Freunde nie zu^ ent täuschen."
Die Regierung der DDR,, fuhr Ilse Thiele fort, habe den Frauen und Müttern ' besonders mit der Feststellung aus dem Herzen ge sprochen, daß die Errungenschaften der DDR.d. h. "auch die Rechte der-
Ceylon lehnt USA-
Bedingungen ab
Ihre Verpflichtung gegenüber dem Präsidenten
English translation
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Rechte der Frauen unantastbar
10. Jahrestag der IDFF festlich begangen / Zahlreiche ausländische Gäste
Berlin (ADN). Eine Festveranstaltung zum 10. Jahrestag der Gründung der IDFF, der weltumspannenden Organisation aller friedliebenden Frauen, fand am Freitagabend in der Deutschen Sporthalle an der Stalinallee statt. 3000 Frauen aus ganz Berlin begrüßten auf der Kundgebung stürmisch die Präsidentin der IDFF, Eugénie Cotton, und Rosa Thälmann, die zusammen mit weiteren Vertreterinnen der IDFF, u. a. aus der Sowjetunion, der Volksrepublik China, den anderen Ländern der Volksdemokratie sowie aus den USA, Großbritannien, Indien, Schweden, dem Irak, Iran und Indonesien, an der Kundgebung teilnahmen. Im Präsidium hatten Frauen des öffentlichen Lebens der deutschen Hauptstadt und der Sekretär des ZK der SED Dr. h. c. Paul Wandel Platz genommen.
Die Vorsitzende des DFD, Ilse Thiele, hob in einer Ansprache hervor, daß die IDFF seit Jahren ihren Sitz in Berlin hat und von hier aus ihre fruchtbringende und erfolgreiche Arbeit in die ganze Welt trägt. „Hierin sehen wir eine Anerkennung und zugleich eine doppelte Verpflichtung: immer das zu tun, was die Frauen der Welt von uns erwarten, und das Vertrauen unserer Freunde nie zu enttäuschen.“
Die Regierung der DDR, fuhr Ilse Thiele fort, habe den Frauen und Müttern besonders mit der Feststellung aus dem Herzen gesprochen, daß die Errungenschaften der DDR, d. h. auch die Rechte der Frauen, unantastbar sind und daß das einheitliche Deutschland ein demokratisches und friedliebendes Deutschland sein wird. Ein derartiges Deutschland entspreche den Wünschen aller friedliebenden Frauen und Mütter in der Welt.
Eugénie Cotton, die Präsidentin der IDFF, stellte fest, daß heute keine Frau mehr den Schwierigkeiten des Lebens allein gegenüberstehen müsse, sondern in der weltumspannenden Organisation der IDFF, deren Einfluß sich über 80 Länder erstreckt, den wirksamen Beistand von mehr als 200 Millionen Frauen finde. Die stellvertretende Generalsekretärin der IDFF, Soja Iwanowa, übermittelte eine Grußbotschaft des antifaschistischen Komitees der Sowjetfrauen. [Ende des OCR-Textes des Artikels; Fortsetzung nicht erkennbar]
--- English translation ---
Women's Rights Inviolable
Tenth anniversary of the IDFF celebrated festively / Numerous foreign guests
Berlin (ADN). A festive event for the 10th anniversary of the founding of the IDFF, the worldwide organisation of all peace-loving women, took place on Friday evening in the Deutsche Sporthalle on Stalinallee. 3,000 women from all over Berlin warmly welcomed at the rally the IDFF president, Eugénie Cotton, and Rosa Thälmann, who together with other IDFF representatives, among others from the Soviet Union, the People's Republic of China, the other people's democracies and from the USA, Great Britain, India, Sweden, Iraq, Iran and Indonesia, took part in the rally. Women from public life in the German capital and the secretary of the SED Central Committee, Dr h.c. Paul Wandel, took seats on the presidium.
The chair of the DFD, Ilse Thiele, stressed in a speech that the IDFF has had its seat in Berlin for years and carries its fruitful and successful work from here into the whole world. 'In this we see recognition and at the same time a double obligation: always to do what the women of the world expect of us and never to disappoint the trust of our friends.'
The GDR government, Ilse Thiele continued, had spoken from the hearts of women and mothers especially with its statement that the achievements of the GDR, i.e. also the rights of women, are inviolable and that the united Germany will be a democratic and peace-loving Germany. Such a Germany corresponds to the wishes of all peace-loving women and mothers in the world.
Eugénie Cotton, the IDFF president, stated that today no woman has to face life's difficulties alone but finds, in the worldwide organisation of the IDFF, whose influence extends over 80 countries, the effective support of more than 200 million women. The deputy general secretary of the IDFF, Soja Ivanova, conveyed a greeting from the Anti-Fascist Committee of Soviet Women. [End of the article's OCR text; continuation not identifiable]