Neues Deutschland, 22 November 1960, S. 7: Frauen aus fünf Ländern in der DDR
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Text
Rzeszow hebt kostbare Schätze
Südpolen beginnt mit der Förderung von Milliarden cbm Erdgas
Förderzentrum Lubaczow
Eine große Perspektive liegt für Rzes zow in den neu erforschten reichen Bodenschätzen, deren Abbau bereits be gonnen hat. Das sind im Nordwesten der Wojewodschaft das Schwefelbecken bei Tarnobrzeg — mit 110 Millionen
Schwefel verraten eines der reichsten
Lager der Welt —. dann im südlichen Gebiet von Krosno die mittleren Erdöl vorkommen mit einer Jahresförderung von zunächst 175 000 t, und im Osten, nahe der sowjetischen Grenze, erst kürz lich endeckt, schließlich 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas, eine enorme Energie quelle. Über Nacht war das Grenzstädchten Lubaczow, das wir besuchten, überall bekannt geworden. Es ist in zwischen zum Zentrum der Erdgas förderung geworden.
Der hohe Grad der Mechanisierung und Automatisierung der Arbeitsprozesse er fordert hier einen geringen Aufwand an Arbeitskräften. An zwölf Absorptions säulen und Kesselbaaren über ebensoviel Bohrlöchern leiten und überwachen Weni ger als ein halbes Dutzend Fachleute die Förderuns und Raffinieruns des Erdgases, das aus tausend Meter Tiefe aufwärts drängt, Nach Erhitzung auf 250 Grad wird es entwässert und entschwetelt und setzt, wieder abgekühlt, pro Kubikmeter sechs Gramm Gasolin ab.
Reichtum noch gedrosselt
Um 100 atü pendelt das Manometer am Hauptmeßstand, wo Ingenieur Marian
Nowakowski, Leiter einer Forschuntfsabteilung. und Tadeusz Kande. Assistent der Grubenleitung, über den Milliarden» rund und seine Nutzbarmachung spra* dien. Wie in anderen Gegenden hatte man auch in Lubaczow nach Erdöl ge« sucht und stieß auf das reiche Gasvorkommen. Mit der schnellen Errichtung der Förderanlagen konnte jedoch der Leitungsbau für den Abtransport der rie sigen Gasmehgen unmöglich Schritt hal ten. Deshalb muß die Förderung aunachst noch gedrosselt und auf nur zwei Bohr löcher beschränkt bleiben.
Jedes von ihnen liefert pro Minute 100 cbm Gas;
die gleiche Menge wird auch Jedes zu sätzlich in Betrieb genommene Bohrlodi fördern.
Um die Förderung schnellstens zu er weitern, läuft der Bau von Rohrleitun gen auf Hochtouren. Inzwischen ruht das Förderkollektiv in Lubaezöw htcht.
Unter Leitung des Genossen Kande hat es durch Anwendung von kaustischem Soda ein erheblich verbessertes Rafflmerungsverfahren eingeführt, das siebzigprozentige Einsparungen brachte.
Außerdem werden auf dem Förderplatz bereits größere Absorptionssäulen mon tiert, um zum Zeitpunkt des ungehemm ten Gastransports die reichen Quellen Voll erschließen zu können. Ab 1903 werden von hier jährlich eine Milliarde cbm Erdgas geliefert.
Ingenieur Antonl Jahocha beziffert die Erzeugerkosten für ein cbm Erdgas aul knapp fünf polnische Gröszy, weniger als 1,5 Pfennig. Damit sind nach einjähri ger Förderung auch die gesamten Investltiohskosteh schon akkumuliert. Für die volkswirtschaftliche Überlegenheit des Erdgases über die Kohle beruft er sich auf zwei Beispiele: Während eine Koh lengrube bei den- weit höheren Investi tionskosten mindestens eine dreijährige Bauzeit bis zum Förderbeginn benötist, beträgt diese Zeit für Bohrlöcher nur einen Monat! bei beiderseits Voller För derung würden dann bei der Erdgasgewihnung 130 Beschäftigte gleiche Werte schaffeh wie 3000 Kumpel unter Tage.
Schon netzt erhält Warschau Erdgas aus Lubaczow. Es strömt vom Förderzentrum bis zur rund 30 Kilometer entfernten Stadt Jaroslaw durch heuerböute und von dort bis in die polnische Hauptstadt zunächst durch alte Rohrleitungen. Aber im Frühjahr 1061 werden auch die Ein wohner und Industriebetriebe der Stadt Rzeszow sowie in der Wojewodschaft Krakow die Stadt Tarnow und das Chemiekombinat Oswiecim durch direkte Verbindungen mit Erdgas aus Lubaczow beliefert. Das sind die nächsten größeren Schritte, um die geplante Jahresförderung von einer Milliarde Kubikmeter zwanzig Jahre lang in den Dienst der Beschleuni gung.Uhd Vollendung des sozialistischen Aufbaus zu stellen.
heute Aktivposten
Die rückständig gehaltenen Gebiete des früheren Galizien waren vom kapitalisti schen Regime eihst als „Polen B" deklas siert. Durch die schöpferische Initiative der Volksmacht ist Rzeszow heute zu einem wichtigen Aktivposten des Landes geworden. Dabei ist Erdgas nicht einmal der größte der neuen
Schätze der
Wojewodschaft. Tarhobrzeg mit seinem reichen Schwefelbecken am mittleren Lauf der Weichsel wird den großen Auf schwung in diesem Teil Polens noch deut licher machen;
Polen und DDR bauen gemeinsam
Warschau (ADN). Ein Plan für die Zusammenarbeit Polens und der DDR öüf dem Gebiet des Bauwesens für 1961 ist von Delegationen der Ministerien für Bauwesen der beiden Länder in Warschau ausgearbeitet worden. Dieser Plan sieht vor, daß durch die Zusammenarbeit im nächsten Jahr vor allem eine weitere Senkung der Baukosten, eine noch breitere Einführung der modernen Tech nik und eine Ausdehnung und Moderni sierung der Produktion von Großplatten erreicht werden soll.
Große Wirtschaftserfolge Albaniens
Pressekonferenz mit Botschafter Paze zum 16. Jahrestag der Befreiung
Berlin (ADN'ND). Interessante Einzel heiten über den sozialistischen Aufbau seines Landes gab der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Volksrepublik Albanien In der DDR, Gaqo Paze, am Montag auf einer Presse konferenz anläßlich des bevorstehenden 16. Jahrestages der Befreiung Albaniens vom Faschismus bekannt. Er betonte, daß die albanische Volkswirtschaft mit Riesen schritten voranschreitet. „So betrug das durchschnittliche Wachstum der Industrie produktion jährlich 21 Prozent, In Italien und Griechenland dagegen nur acht Pro zent und in der Türkei 6.5 Prozent. In der Chromerzeugung steht die Volksrepublik Albanien sowohl in der Gesamtproduk tion als auch In der Pro-Kopf-Produktion an erster Stelle in Europa." Die Mecha nisierung der Landwirtschaft hat sich seit 1955 verfünffacht. Während die Zahl der Studenten im Jahre 1955 insgesamt 208 000 betrug, beläuft sie sich in die sem Jahre auf 300 000.
Botschafter Gaqo Paze würdigte die uneigennützige Unterstützung, die die DDR der Volksrepublik Albanien seit Jahren angedeihen läßt Er hob hervor,
daß die Regierung seines Landes und dar über hinaus die gesamte Bevölkerung mit großer Sympathie den konsequenten
Kampf der Werktätigen der DDR gegen die Bonner Militaristen verfolgen. „Die Regierung der Volksrepublik Albanien unterstützt die berechtigten Vorschläge der DDR für den Abschluß eines Friedens vertrages mit Deutschland, für die totale Abrüstung in beiden deutschen Staaten und für die Normalisierung der Lage in Westberlin", betonte der Botschafter.
Weltraumkandidaten der USA erschauerten
Interesse für die DDR in Kuba
Mit großem Interesse folgten die kuba nischen Gäste einem Vortrag über die Entwicklung Deutschlands nach dem
Kriege und die gegenwärtige Politik der beiden deutschen Staaten. In den an schließenden Gesoräehen brachten die Gäste immer wieder deh Wunsch nach Ausbau der Beziehungen zur DDR zum Ausdruck.
Dr. Cltfa bei Otto Winaer
An der Unterredung nahmen der Stell vertreter des Ministers für Auswärtige Angelegenheiten Johannes König, der Chef des Protokolls, Klaus Willerdihg, und der Leiter der 3. Europäischen Ab teilung des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten, Otto Becker, teil.
Gerhard Weiß bei Ministern der VAR
Er führte eine weitere Beratung mit dem Minister für Stadt- ühd Landangelegenheiten der ägyptischen Region, Abu Nosseir, über die Teilnahme def DDR an den Industrialisierüngspläneh dieses Ministeriums. An beiden Besprechungen nahm der Leiter der Handelsvertretung der DDR in der VAR. Handelsrat Wal fried Lange, teil.
Frauen aus fünf Landern in der DDR
Berlin (ADN). 60 Vertreterinnen der demokratischen Frauenorganisationen aus Österreich, Finnland, SchWedem Italien Und Indonesien trafen am Montag auf dem Flugplatz Schönefeld ein, um am be vorstehenden VII. Buhdeskongreß des
DFD teilzunehmen. Sie wurden von der stellvertretenden Vorsitzenden des DFD Wilhelmine Schirmer-Pröscher. herzlich begrüßt.
„Washington Post":
Grenze vernünftig
Washington (ADN). Den Gedanken, die Oder-Neiße-Linie als ständige deutsch polnische Grenze anzuerkennen, bezeich net die „Washington Post" am Montag in einem Leitartikel als »vernünftig". In dem Artikel beschäftigt sich die Zeitung mit dem Verhältnis der USA zu den Ländern Osteuropas.
Aus dem KZ entflohen
SällSDUrv (ADN). 30 Afrikanern ist es gelungen, aus dem südrhodesischen KZ Ntabazindua auszubrechen.
wo sie seit einigen Wochen zusammen mit mehreren hundert Patrioten von der Kolonialregierung eingekerkert waren. Sie waren seinerzeit Verhaftet worden, als die
Kolonialisten mit Waffengewalt eine
Reihe Von Protestaktionen unterdrück ten, mit denen die Unabhängigkeit des Landes gefordert wurde.
Finnlands Präsident in Moskau
Urho Kekkonen von L. Breshnew und N. S. Chruschtschow herzlich begrüßt
Mosk&a (ADN). Der finnische Staats präsident Kekkonen ist am Montag zu einem offiziellen Besuch der Sowjetunion in Moskau eingetroffen. Zu seiner Be grüßung hatten sich auf dem Leningrader Bahnhof Leonid Breshnew, Nikita Chru schtschow, Jekaterina Furzewa, Nikolai Ignatow, Frol Koslow, Anastas Miköjan und andere offizielle Persönlichkeiten eingefunden.
Die Sowjetregierung gab am Montag ein Essen SU Ehren von Staatspräsident Kekkonen und seiner Begleitung. Leonid Breshnew, Mitglieder der
Sowietregierung sowie Vertreter des Obersten Sowjets der UdSSR begrüßten die finni schen Gäste.
„Unsere Zusammenkünfte bringen uns einander immer näher und dienen der* weiteren Entwicklung der gutnachbarlichen sowietisch-fihnisehen Beziehungen", erklärte der sowjetische Minister präsident Chruschtschow. Er äußerte die Überzeugung, ¦ daß die bevorstehenden
Unterredungen und Verhandlungen über wichtige praktische Fragen der sowjetisch-finnischeh Zusammenarbeit frucht bar sein und einen weiteren Schritt vor wärts auf dem Wege der Entwicklung der
Freundschaft «Wischen den beiden Län dern bedeuten werden. Er hoffe, sagte er, daß dieses günstige politische Klima auch auf die Beziehungen der Sowjetunion mit Schweden, Norwegen, Dänemark und Island übergreifen werde.
Chruschtschow stellte fest, daß zwi schen der Sowjetunion und den skandi navischen Ländern keine unüberbrück baren Gegensätze bestehen und daß gegenwärtig alle Voraussetzungen ge geben «ind, um diesen Teil der Welt aua der Sphäre der internationalen Spannun gen herauszuhalten. Unter Hinweis auf die Kriegsvorbereitungen der
NATO sprach der sowjetische Ministerpräsident die Überzeugung aus, daß die nordischen Länder politischen Intrigen und Provoka tionen fernbleiben werden. Jetzt wie nie zuvor sollten alle Politiker, sowohl der großen als auch der kleinen Staaten, ihre Bemühungen darauf richten, die Völker freundschaft zu festigen und den Frieden zu erhalten.
Kekkonen! Stolz auf Freundschaft mit der UdSSR
In seiher Erwiderung erklärte Staats präsident Kekkonen, die fihnisch-sowietischen Beziehungen seien über alle Spe kulationen erhaben und könhten durch keinerlei äußere Ereignisse beeinflußt
werden. »Wir können mit Vertrauen alle aktuellen Fragen erörtern, deren Ent scheidung von den Ereignissen gefordert wird, und dabei Ergebnisse anstreben, die den Interessen beider Länder entspre chen", sagte er. „Wir Finnen sind stolz darauf, daß dank den gemeinsamen Be mühungen in den Beziehungen zwischen unseren Ländern so vieles Gute erreicht worden ist", fuhr Kekkonen fort. „Unsere länge gemeinsame Grenze, an der jahr hundertelang Mißtrauen und Unruhe herrschten, ist zu einer Grenze geworden* ah der der Frieden herrscht,"
Mobuto überfällt Botschaft Ghanas
Unerhörter Übergriff der Putschisten / Sieben Ghanesen ermordet
Nach Berichten Westlicher Agentüren ist es zu heftigen Kämpfen um die ghanesische Botschaft gekommen, als die tunesischen und ghanesischen ÜNO-Truppen, die das Gebäude beschützen, das
Feuer der Mobuto-Söldner erwiderten.
Agfenturvertretern in Leopöldville gab ein Angehöriger der Botschaft folgende telefonische Mitteilung durch:
„Um die
Botschaft herrscht eine regelrechte eine
Schlacht. Es gibt bereits sieben Tote und sieben Verletzte.
Bis zum späten Montagabend War es den Mobuto-Truppen nicht gelungen, den schützenden Sperrgürtel der tunesischen und ghanesischen UNÖ-Truppen zu durch brechen, obwohl sie in einer Stärke Von 300 Mann anrückten und Lastkraftwagen mit aufmontierten Maschinengewehren sowie vier gepanzerte Fahrzeuge vor dem Botschaftsgebäude auffuhren. Mit Leuchtsignalen haben die UNO-Truppen Ver stärkung angefordert.
Wahlen in Japan: Stimmengewinn für Sozialisten und Kommunisten
Tokio (ADN), Das endgültige Ergeb nis def Am Sonntag in Japan abgehalte nen Wahlen zum Unterhaus des Reichs tages zeigt, daß es der Liberal-Demokra tischen Partei des Ministerpräsidenten
Ikeda trotz des bisher größten Wahlerkaufs nicht gelungen ist, die angestrebte Zweidrittelmehrheit zu efrlngen.
Dagegen haben die Sozialistische Partei und die Kommunistische Partei beachtliche Stimmengewinne zu Verzeichnen. Die mit ikeda paktierenden Sozialdemokraten er litten eine schwere Niederlage.
Die Liberal-Demokratische Partei er hielt im Unterhaus 297 statt bisher 283 Sitze, die Sozialistische Partei 145 statt bisher 122. die
Kommunistische
Partei 3 statt bisher 1. die Demokratisch-
Der Abteilungsleiter für Wahlfragen im ZK der Kommunistischen Partei, Kameyama. bezeichnete den Stimmen gewinn der Kommunisten und Sozia listen als einen großen Sieg, der trotz der Verleumdungen und Repressalien errungen wurde.
Belgier einig gegen Bon ner Denkmalsschänder
Im Verlauf der Demonstration Wurde das Monument mit Hunderten von Blu mensträußen und Kränren bedeckt. Dia ahwesenden Familienangehörigen der Er mordeten dankten gerührt für dieses ein drucksvolle Zeichen der Solidarität aller Kriegsgegner, die aus Antwerpen, Gent Brüssel und Charleroi nach Arendonck gekommen Waren.
Kongolesische Tragödie
„Iswestija" erläutert Hintergründe der Ereignisse in Kongo
.Was sich In der Republik Kongo abspielt, ist eine wahre Tragödie. Aber bei all ihrer Schwere ist sie überaus lehrreich: Die Vor gänge in Kongo vollenden die Erziehung Afrikas, di« Erziehung Asiens, die Erziehung all derer, die gegen den Kolonialismus kämpfen.
Zahlreiche Illusionen verfliegen - die Völker erkennen klar das Wesen und die Handlungsweise des modernen Kolonia lismus, begreifen es nicht an Hähd Von Büchern, sondern durch die Wirklichkeit der antikolonlalistischen Revolution, die sich in diesem vielgeprüften Land unter Leiden voll zieht.
Der Kolonialismus ist dadurch Stärk, däB in einigen Gebieten die Gegner des Kolo nialismus entzweit, einige von ihnen noch unentschlossen, vertrauensselig und einem.Kompromiß' mit den Henkern geneigt sind. Der Kolonialismus ist dadurch Stark, daß den Stämmen. Völkern und mitunter so gar den Staaten, die gegen den gemein samen Feind •- den Kolonialismus - kämp fen, die nötige Organfsiertheit, politische Er fahrung Und Geschlossenheit fehlt.
In Kongo ist dies bedauerlicherweise sehr eindringlich In Erscheinung getreten. Um der Gerechtigkeit Gehüge zu tun, wollen wif feststellen, daß die Imperialisten ihr ver brecherisches Spiel in Kongo nicht hätten anzetteln können, wenn Im Lager der un* abhängigen Staaten Afrikas stets der nötige Grad der Aktionseinheit bei der Verteidi gung der souveränen Rechte und der Un abhängigkeit der Republik Kongo gewahrt worden wäre. Man braucht nicht zu verheim lichen, daB es den Kolonialmächten leider gelang, hie und da zwischen die unabhän gigen Länder Afrikas (auch Asiens) Keile zu treiben und so deren Einheitsfront «I spalten. Darin eben besteht<»der teuflische Plan der Kolonialisten: die junge Republik mit den Händen ihrer afrikanischen Bruder 2u erdrosseln.
Wenn die Führer einiger afrikanischer und asiatischer Staaten in der Kongofrage wei terhin schwanken und In Ihrem Vorgehen inkonsequent sein werden, wird der Kampf in Kongo äußerst schwer sein, und die Un schuldigen Menscheh wird ein neues Un glück treffen.
Nicht nur Diems Palast hat tiefe Risse
Ein Mann mit Erfahrungen
Der Ausgangspunkt für die jüngsten Ereignisse ist leicht gesetzt: Er fällt mit dem Beginn der Diem-Dlktatur zusam men. 1954 schicken sich die USA an, in Südvietnam das französische Kolonialerbe zu Übernehmen; man sucht einen „starken Mann", der den französischen Kaiser Bao Dal ablösen könnte; um ganz
von unserem Korrespondenten Manfred Stuhtmann, Neu Delhi
man nur, daß die amerikanischen Gelder von einem Bruder des Diktators verwal tet werden
Auch die Armee, des Diktators stärkste Stütze, bleibt nicht von der Angst ver schont: In den vergangenen zwei Jahren flohen rund 1500 Offiziere, teils nach Frankreich, teils hach Thailand. Die Poli zei meldet 500 Desertionen von führenden Beamten. Diem. von Mißtrauen Bepackt.
warf in den Vergangenen acht Wochen nicht weniger als Vier Minister aus dem Kabinett — ih zwei Fällen übernahm er deren Posten selbst — acht Provinzgouverneure iagte er davon und in einigen Distrikten, darunter in Saigon, setzte er die Präfekten ab. durchweg Leute, die ihm einst zur Macht verholten hatten.
Doppelspiel Washingtons
Verrat ließ den BÜdvletnameslschen Diktator noch einmal davonkommen.
Doch vergeblich würde mah heute nach einer amerikanischen Versicherungs gesellschaft suchen, um sie — selbst für die höchste Prämie — hoch für einen Kontrakt mit Ngo dlnh Diem zu gewin nen, wie nach den dramatischen Stunden In Saigon eine Zeitung schrieb.
Das Volk murrt
Diems amerikanische Ratgeber flüstern dem Diktator zu: Das sind Kommunisten, behandele sie auch so. So baut Diem Konzentrationslager. Nach ¦ fünf Jahren sind 230 000 Menschen aus Ihren Dörfern verschwunden. Bald sind die Dörfer der Bauern Im Wege; die Amerikaner brau chen Platz für Ihre strategischen Straßen.
Siedle sie um. raunen sie dem Diktator
zu, stecke sie in Lager und nenne die Lager „Agrostädte"; so entsteht neben den Konzentrationslagern wie Phu Loi.
wo 195B tausend Menschen barbarisch Vergiftet wurden, eine Vielzahl weiterer Zwangslagen Die Empörung gegen dieses Regime organisierten Massenmordes schwillt an; Diem antwortet mit Stand gerichten, die von Dorf zu Dorf: von Pro vinz zu ProVlhz ziehen und nur zwei Ur teile kennen: lebenslänglich Zuchthaus und Todesstrafe.
Bald ist das Maß Im Polizeistaat Süd vietnam voll. Die Bauern greifen zur Selbsthilfe, Demonstrationen häufen sich.
es kommt im Dschungel zu ersten Kämp fen zwischen Söldnern und Partisanen einheiten, die sich meist aus geflohenen Insassen der Zwangsarbeitslaaer rekru tieren. Diems mörderische Schöpfungen werden zum Bumerang.
Unruhe in den eigenen Reihen
Doch nicht nur von dieser Seite droht Gefahr. Zuerst sind es nur zaghafte Stim men aus den eigenen Reihen: Ist dieser Kurs nicht schon zu wahnsinnig gewor den? Dann stürzen Menderes in der Tür kei und Li Syng Man In Südkorea, und die zaghaften Zweifel weichen offener Ahgst. Wer rettet uns? Die Amerikaner?
Konnten sie LI Syng Man retten? In Sai gon bildet sich ein Komitee, das eine „Liberalisierung" der offiziellen Politik fordert; unter den Mitgliedern sind pro minente Persönlichkeiten, die man schlecht in ein Konzentrationslager stek ken kann. Diem wird nervös. Tran Chanh Tangh. ein Minister, hat plötzlich die Stirn, den Diktator nach dem Verbleib der 350 Millionen Dollar zu fragen, die jährlich ins Land fließen. Natürlich der größte Teil in die Rüstung, aber der Rest? Sollte man nicht doch lieber einiges sagen wir in die Landwirtschaft 6tecken um das Volk zu besänftigen? Bisher weiß
22. November 1960 / ND / Nr. 323, S. 7
Die Bevölkerung Dresdens t^Su&*21ti$*w£ schaffenes Reiterdenkmal des polnischen Freiheitshelden Tadeusz Kosciuszko. das in der Burg von Krakow festlich eingeweiht wurde Das Stündbild ist die Nachbildung eines während der faschistischen Besetzung Polens zerstörten und eingeschmolzenen Monuments Foto: CAf
Das heutige Wojewodschaftszentrum Rzeszow war vor dem Kriege mit nur 18 000 Einwohnern ein wenig bedeutungs volles
Stadtchen. Jetzt hat
Rzeszow
60 000 Bewohner, von denen alleih 7000 im Motorenwerk für Verkehrsflugzeuge arbeiteh. Bis 1965 aber soll die Stadt die 100 000-Grenze erreichen.
Berlin (ADN). Im Zusammennähe mit der bevorstehenden Überreichung des Beglaubigungsschreibens stattete am 21. November 1960 der heuernannte Außerordentliche und Bevollmächtigte
Botschafter der Rumänischen Volksrepu blik in der Deutschen Demokratischen Republik, Dr. Stefan Cleja, begleitet von Botschaftsrat Dr. Petre Josif. dem amtie renden Minister für Auswärtige An gelegenheiten, Staatssekretär Otto Winzer, einen Besuch ab.
Havanna (ADN/ND). Zu einem Ge spräch über die Politik der beiden deut schen Staaten kam es in Havanna. Die Vertretung der DDR In Kuba hatte die Mitglieder des Staatlichen Instituts für Beziehungen mit dem befreundeten Aus land diesem Gespräch
Can Canaveral (ADN). Ein Versuch der USA, eint unbemannte Raumkapsel zu starten, ist am Montag auf dem Ver suchsgelände von Cap Canaveral ge scheitert. Die „Redstone-Rakete mit der Kapsel blieb am Boden, während der Startturm mit hoher Geschwindigkeit in die Luft schoß, in den niedrig hängenden Wolken verschwand und wenige Sekun den später auf dem Erdboden wieder aufschlug. Bei dem Versuch sollte die Kapsel etwa 200 Kilometer hoch in den Raum getragen werden und nach sech zehn Minuten im Atlantik niedergehen, wo sie von Flugzeugen oder Schiffen auf gefischt werden sollte. Sieben von den USA auf einen künftigen Weltraumfluß vorbereitete Männer beobachteten das mißglückte Unternehmen, bei dem zu gleich ein Notgerät für die Rettung von Weltraumfahrern erprobt werden sollte.
über den Zeitpunkt eines heuen Ver suchs wurde nichts bekannt.
Kairo (ADN-Korr.). Der Stellvertreter des Ministers für Außenhandel Und in nerdeutschen Handel Gerhard Weiß, der eine gegehwärtig in der VAR weilende Regierungsdelegation der DDR leitet, stattete dem Exekutivminister für öffent liche Arbeiten der Ägyptischen Region der VAR, Arafa, einen Besuch ab,
Chruschtschow: Ganz Nordeuropa könnt« Friedenszone werden
des kongolesischen Putschistenführers Mobuto haben am Montagabend das Feuer auf die ghanesische Botschaft in Leopöldville eröffnet. Mobuto hatte den Überfall auf die Botschaft angeordnet, nachdem sich dir ghanesische Geschäfts träger Nathaniel Welbeck einem Auswei sungsbefehl Mbbutös mit dem Hinweis widersetzt hatte, et sei bei der recht mäßigen Regierung Lutnumba akkredi tiert und erkenne das Mobuto-fteeime nicht an.
Sozialistische Partei 16 statt bisher 40 und andere Parteien 8 statt bisher 2 Sitze.
Die Ikeda-Regierung Uhd die japani schen Monopole hatten sich angesichts der wachsenden Protestaktionen des Vol kes gegen das Kriegsbündnis mit den USA und die zunehmende Verelendung die Wahlkampagne viel kosten lassen.
Insgesamt wurden über zehn Milliarden Yen für Propagahda und Bestechung aus gegeben.
Jugend im Geiste des Kommunismus, legten am Wochenende zahlreiche Bürger Moskaus an seinem Monument an der KrAmlrhauer Kränz e Uhd Blumen nieder
Foto: ZB/Punfc
Das ist kein Vorwurf, sondern eine Fest stellung der. Tatsachen/ eine objektive
Schlußfolgerung aus den Ereignissen der Vergangenheit
Jedoch werden die Völker den imperia listischen Schergen Schwert und Peitsche aus den Händen schlagen, Hader und Verrat der fremden unä der
Schlage Bünches, Tshombes oder Mobutos)
überwinden. Die eigene Erfahrung wird sie lehren, besser als im Augenblick die Wahr heit Von der Lüge zu unterscheiden, und sie werden dös Gebäude ihrer unabhängiger)
Staaten auf dem feiten Fundament des Friedens und der Freundschaft zwischen Stämmen, Nationen und Völkern aufbauen.
Brüssel (ADN-Korr.).
Ihre Empörung über die geplante Errichtung weiterer Bonner Stützpunkte- in Belgien brachten am Sonntag mehrere hundert Frauen und Männer In Arendonck bei Brüssel zum Ausdruck. Ihre Demonstration war der Beginn einer nationalen- Protest* aktion gegen den Bau Bonner Militär basen. In Arendonck ist die Entrüstung besonders stark, well hier eine Raketen basis an genau jener Stelle errichtet wer den soll, wo am 3. September 1944 acht Einwohner der Gemeinde von SS- Verbrechern ermordet worden waren. Ein ihrem Andenkeh gewidmetes Mahnmal söl den Bauten des
Stützpunktes weichen.
Ngo dinh Diems Prunkpalast in Saigon war Von Westlichen Berichterstattern immer als steinernes Symbol einer un antastbaren Macht beschrieben worden.
Die Pracht der fest gefügten Gemäuer kündete so recht von der kaum faß baren Größe des
Diktators. Vor der alles andere ver blaßte. Und Pracht und Größe von Pa last und Diktator standen natürlich für das ganze Realme.
Nun dürfte mit diesem sorg sam gehegten My thos Vorbei sein
Gewehrkugeln und
GranatWerferaeschosse haben
tiefe Löcher in die ste nerne unantastbarkett gerissen, und 30 Stunden iang war die kaum faßbare Größe nur schlot ternde Angst.
sicher zu geheh, sucht man ihn in Ame rika und findet ihn mit Hilfe des berüch tigten Kardinals Spellmann, der sich an einen getreuen Schüler der katholischen Reaktion erinnert:
einen gewissen Ngo dinh Diem. Diem ist vorbelastet: ehe er nodl Vor fast zehn Jahren aus Vietnam fliehen mußte hatte er schon mit den Franzosen gemeinsame Sache gegen sein Volk gemacht. Später hatte er mit den Japanischen Faschisten kollaboriert. Also ein Mann „mit Erfahrungen". Man schickt ihn Hoch Saigon. Sein Auftrag; Das stra tegisch wichtige. Südvietnam in einen amerikanischen
Kriegsstützpunkt verwandeln. Mittel: jedes Mittel.
Vom Volk darf man keine Unterstüt zung erwarten. So baut er zunächst einen Apparat von über 100 000 Geheim polizisten auf: die Armee wird von allen profranzösischen Offizieren gesäubert und auf 200 000 Mann verstärkt. Das Volk murrt: es verlangt nach Ackerland, wie es seine Brüder im Norden erhalten. Erst Anfang Oktober demonstrierten B000 Bau ern unter Führung Von zehn buddhisti schen Mönchen gegen das Terrorregime.
Ein Bataillon regulärer Truppen eröffnete aus Maschinengewehren
Feuer.
Mehrere Bauern fielen unter den Schüs sen, tödlich getroffen, viele wurden ver wundet. Einem der Niedergeschossenen schlitzten die Söldner Diems den Bauch auf. 300 Demonstranten, darunter die zehn Mönche, wurden festgenommen.
Zur Stunde gibt sich der Diktator noch der Hoffnung hin. daß nichts schiefeehen kann, solange er sich noch in der Gunst der Amerikaner weiß. Doch selbst hier ist die Situation bereits heikel eewordeh.
Aufmerksame Beobachter räumen durch aus die Möglichkeit ein. daß Washinston feinem Regierungswechsel In Südvietnam «gar nicht mehr so abgeneigt gegenüber steht wie etwa vor zwei Jahren: denn was nutzt ihnen noch ein Schwach ge wordener, kompromittierter und nun so gar um ein Haar gestürzter Mann? Be zeichnenderweise waren die Forderungen der Fallsehlrmlägeroffiziere 2Uerst aus dem Munde eines amerikanischen Spre chers an die Öffentlichkeit gedrungen.
Dann allerdings war der erste Ansturm auf den Palast ins Stocken geraten, man mußte einer Volkserhebung gewärtig sein.
und da beeilte man sich mit der..Ver mittlung" Hatte man die Verschwörer vielleicht insgeheim schon als die weniger kompromittierte Ablösung gesehen? Oder hatte man sich schon zu der Erkenntnis durchgerungen, daß es selbst dafür be reits zu spät ist?
von unserem Warschauer Korrespondenten Karl Ktohn
„R2es2ow war so,
Ist so und bleibt so"
hieß einst eine dumme
Redewen dung in der südöst lichsten Ecke Polens.
m dem früher bettelarmen Gebiet
Galiziehs. Das War, sagt uns ein Rzeszower Kollege, als sein Heimatkreis
Jaslo ganze zwei
Kraftwagen besaß, den vierten Teil der
Autos, öle es heute allein in seinem kleinen Geburtsort g\bt. als es dort kaum Industrie gab und Petroleumlam
pen selbst in den
Städten noch zum
Komfort zählten.
Überzeugend hat die Volksmacht dies
Geschwätz widerlegt.
Die erst nach dem letzten Weltkrieg neu Rebildete 10 677 qkm große und 1,6
Millionen Bewohner zählende Wojewodschaft zwischen Kra kow und der sowjetischen
Grenze hat sich grundlegend gewandelt.
Davon zeugen die erheblich entwickelten früheren An sätze zur industriellen
Produktion, vor allem jedoch die zahlreichen neu erbauten
Fabriken: das
Hüttenkombinat Stalnwn
Wola mit 13 000
Beschäftigten einr»
Schraubenfabrik für alle Typen
Lancut, ein Werk für Autobusse in
Sanok, eine
Motorenfabrik mit 3000
Arbeitern in Deba, ein Werk für Auto bereifung in Döbica, für Nähmaschinen in Przemysl, die
Glashütte in Krosno mit
2000 Beschaff IglenT
"eine" Zuckerfabrik in
Przeworsk, eine der modernsten des
Landes, und schließlich eine Reihe von
Betneben der Textil-.
Holz- und Lebens mittelindustrie. Gab es Vor dem Kriege nur 30 000
Industriearbeiter, so sind es jetzt 250 000.
Freie Bahn dem Gasstrom
English translation
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Frauen aus fünf Ländern in der DDR
Berlin (ADN). 60 Vertreterinnen der demokratischen Frauenorganisationen aus Österreich, Finnland, Schweden, Italien und Indonesien trafen am Montag auf dem Flugplatz Schönefeld ein, um am bevorstehenden VII. Bundeskongreß des DFD teilzunehmen. Sie wurden von der stellvertretenden Vorsitzenden des DFD, Wilhelmine Schirmer-Pröscher, herzlich begrüßt.
--- English translation ---
Women from five countries in the GDR
Berlin (ADN). 60 representatives of democratic women's organisations from Austria, Finland, Sweden, Italy and Indonesia arrived at Schönefeld airport on Monday to take part in the forthcoming 7th Federal Congress of the DFD. They were warmly welcomed by the DFD's deputy chair, Wilhelmine Schirmer-Pröscher.