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Neues Deutschland, 18 Februar 1964, S. 5: Erfolgreicher Besuch in Indonesien

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Text

Erfolgreicher Besuch in Indonesien Eine Presseschau zum jüngsten Aufenthalt der DDR-Delegation Von unserem Korrespondenten in Djakarta, Eberhard Pett Trotz dieser Häufung verschiedenster für Indonesien wichtiger Ereignisse wid mete die Presse des Landes dem Besuch aus der DDR sehr große Aufmerksamkeit. So berichteten die Zeitungen der großen Parteien wie „Harian Rakjat", „Suluh Indonesia", „Duta Masjarakat" sowie die anderen bedeutenden Tageszeitungen, wie i-Semesta", „Sinar Harapan" und »Merdeka", auf den Titelseiten über die Re präsentanten des sozialistischen Deutsch lands. Mehr als eine Geste Noch deutlicher wurde -Harlan Rak jat", das Zentralorgan der KP Indone siens, mit der Bermerkung: „Die Beziehun gen zwischen der Republik Indonesien und der Bundesrepublik mögen ökono misch gut sein, politisch sind sie es nicht. Wenn Westdeutschland nicht von der DDR Im Hinblick auf das Echo, das beide in Indonesien haben, völlig geschlagen werden wilL dann ist es an der Zeit, daß Westdeutschland seine Politik einer gründlichen Überprüfung unterzieht." Bei spiele solcher Angriffe auf die ¦ west deutsche Politik fanden sich auch in an deren Zeitungen. Dagegen hob die indo nesische Presse während des Besuchs Bruno Leuschners die prinzipielle Über einstimmung Indonesiens und der DDR in den wichtigsten Fragen der Weltpolitik hervor. Bis zum letzten Platz besetzt Gegen Ende des Aufenthaltes in Dja karta kam es zu einer direkten Begeg nung zwischen Bruno Leuschner, der von ihm geleiteten Delegation und der indo nesischen Presse. Der Generalkonsul der DDR in Indonesien, Gustav Hertzfeld, hatte aus Anlaß des Besuches zu einer Pressekonferenz eingeladen. Der im Hotel „Indonesia" zur Verfugung ste hende Raum war bis zum letzten Platz gefüllt. Unter den Journalisten befanden sich drei Chefredakteure und acht Leiter außenpolitischer Redaktionen, die prak tisch alle bedeutenden Zeitungen der in donesischen Hauptstadt repräsentierten. Die nationale Nachrichtenagentur AN TARA hatte vier Berichterstatter zu die ser Pressekonferenz entsandt. Auch hier muß man sich unwillkürlich einer Presse konferenz der westdeutschen Botschaft anläßlich des Lübke-Besuchs erinnern. Zu dieser Pressekonferenz waren nur so viel indonesische Journalisten erschienen, wie man an den Fingern einer Hand abzäh len konnte, und die Fragen waren fast nur von den zum Konvoi Lübkes gehö renden zwanzig Bonner' Pressevertretern gestellt worden. Das Erfreuliche auf der Pressekonfe renz der DDR war das große Interesse an den Problemen In Deutschland und an der weiteren Zusammenarbeit zwischen Indonesien und der DDR. Der dem indo nesischen Außenministerium naheste hende „Indonesian Herald" berichtete mit der Überschrift „Beziehungen DDR— Indo nesien gefestigt" von dieser Pressekonfe renz. Sämtliche Zeitungen hoben die posi tive Haltung der DDR zur indonesischen Politik gegenüber der neokolonialisti schen Malaysia-Föderation hervor. AN TARA ging ausführlich auf die Erklärun gen Bruno Leuschners zur wirtschaft lichen Zusammenarbeit beider. Länder ein. Ein "Interview, das der Leiter der DDR-Delegation zum Abschluß seines Be suches ANTARA gewährte, wurde von den führenden Zeitungen in seinen we sentlichen Passagen wiedergegeben. Vertiefung der Freundschaft Wie Bruno Leuschner Präsident Sukarno versicherte, war der Besuch viel zu kurz, um die ganze Schönheit Indonesiens voll aufnehmen zu können. Die Reso nanz in der indonesischen Presse beweist, daß der Besuch sein wichtigstes Anliegen, die Vertiefung der Freundschaft, erfüllt hat Als ein Zeichen dafür muß man das verstärkte Interesse der indonesischen Zeitungen und ihrer Leser an der DDR ansehen. Innerhalb weniger Tage, kurz nachdem die Delegation Djakarta verlas sen hatte, brachten mehrere Zeitungen und Wochenschriften Beiträge über die DDR. Die Frauenzeitschrift „Api Kartini" druckte einen Artikel zum Thema „Frauen der DDR". „Generas Baru, ein Jugendmagazin veröffentlichte einen Reisebericht einer jungen Indonesierin über die DDR, die Illustrierte „Varia" widmete dem Fernsehen der DDR einen Beitrag. Die Wochenzeitung „Djaia" brachte auf mehr als drei Seiten in ihrer Reihe -Wir stellen vor": Zahlen und Fak ten über die DDR, von denen sie in einem Vorwort erhoffte, -daß sie für alle von uns von Nutzen sind. Viele gemeinsame Interessen „New Age": DDR ist eine Realität Indische Zeitung würdigt Besuch unserer Regierungsdelegation in diesem Raum als eine Realität betrach tet wird, die nicht länger übersehen wer den kann." Makarios warnt Aggressoren Zypern zur Verteidigung entschlossen / Debatte im Sicherheitsrat vertagt Fest entschlossen, für ihre legitimen Rechte zu kämpfen, glaubten die Zyprio ten daran, daß die im' Sicherheitsrat ver tretenen Großmächte keine Aggression gegen die junge Republik dulden und den Frieden auf der Insel sichern werden. „Wir bitten um die Unterstützung der internationalen Organisation zur Vertei digung und Erhaltung der territorialen Integrität und Unantastbarkeit unseres Landes, das von einer ausländischen Aggression bedroht ist", erklärte Makarios abschließend. Bei seinem Eintreffen in New York be kräftigte Außenminister Kyprianou in der Nacht zum Montag erneut den Stand punkt seiner Regierung, daß die An wesenheit von NATO-Truppen auf der Mittelmeerinsel unannehmbar sei. Kypri anou nimmt an der Sitzung des UNO- Sicherheitsrates teil. Er betonte, daß jede Streitmacht, die den Frieden in Zypern Dringender Appell U Thants UNO-Generalsekretär U Thant hat in gleichlautenden Telegrammen den Außen ministern der Türkei, Griechenlands und Zyperns seine „ernste Besorgnis" gesichts der jüngsten Entwicklung im Zypernkorrflikt ausgesprochen. Er for derte alle beteiligten Länder auf, „sich jeder Schritte zu enthalten, die zu wei terem Blutvergießen führen könnten". Berichte aus Ankara besagen, daß die am Freitagabend ausgelaufenen türki schen Kriegsschiffe mit Armee-Einheiten seit ihrer Rückkehr am Sonnabend nach wie vor in Alarmbereitschaft seien. Staatspräsident Gürsel und Ministerprä sident Inönü konferierten am Sonntag in Geheimberatungen mit Ministem und Militärs. DDR-Journalisten solidarisch Shrwkow in Moskau Noch am gleichen Tag stattete die bul garische Partei- und Regierungsdele gation unter Leitung von Todor Shiwkow Nikita Chruschtschow im Kreml einen Besuch ab. An der Zusammenkunft nahm der sowjetische Außenminister Andrej Gromyko teil. Eaton bei Chraschtscho"W Für Gewaltverzicht Moskau (ADN). Die Regierung Jamaicas unterstützt den Vorschlag des sowjeti schen Ministerpräsidenten Chruschtschow, auf die Anwendung von Gewalt oder die Drohung mit Gewalt bei der Lösung territorialer Streitigkeiten zu verzichten. Dies teilte der Premierminister Jamaicas, Sir Alexander Bustamente, in seiner Ant wort auf die Neuiahrsbotschaft des Vor sitzenden des Ministerrates der UdSSR an die Staats- und Regierungschefs aller Länder mit. Das Antwortschreiben ist am Sonnabend in Moskau veröffentlicht worden. Auf der Heimreise Streik bei RTF Protest unter Tage Griechenlands Reaktion geschlagen Mit EDA-Unterstützung errang Union des Zentrums absolute Mehrheit Nach einem vom griechischen Innen ministerium veröffentlichten vorläufigen Ergebnis wurden bei 5,66 Millionen Wahlberechtigten 4 490 293 gültige Sum men abgegeben. Die Union des Zentrums erhielt 2369 658 (52,7 Prozent), das Wahl bündnis » ERE/Fortschrittspartei 1 572 043 (35 Prozent) und die Demokratische Linkskoalition (EDA) 538743 (11,99 Pro zent) der Stimmen. 9 829 (0,21 Prozent) Stimmen wurden für Parteilose abgege ben. Von den 300 Parlamentssitzen soll die Union des Zentrums 174, das Wahl bündnis ERE/Fortschrittspartei 104 und die EDA 22 Sitze erhalten. Die EDA hatte In 24 der 55 Wahlkreise des Landes auf die Aufstellung eigener Kandidaten verzichtet und ihre Anhänger aufgerufen, demokratisch gesinnte Kan didaten der Union des Zentrums zu wäh len, um die Reaktion zu schlagen. Appell an den Nordischen Rat KP Schwedens fordert kernwaffenfreies Nordeuropa Stockholm (ADN-Korr.). Die Schaffung einer kernwaffenfreien Zone in Nord europa, den Verzicht auf eine schwedische Atombewaffnung sowie Maßnahmen zur stufenweisen Abrüstung forderten am Wochenende in einer Entschließung an die schwedische Regierung die Teilneh mer einer Versammlung der KP Schwe dens. Sie forderten, daß sich der Nor dische Rat, der gegenwärtig in Stockholm tagt, ernsthaft mit der. Schaffung einer kernwaffenfreien Zone in Nordeuropa befaßt Die Versammlung fand Im Anschluß an ein Plenum statt, auf dem sich der Parteivorstand der KP Schwedens mit der Vorbereitung der Reichstagswahlen im September beschäftigte. „Die Mehr heit des schwedischen Volkes fordert eine radikale Verfassungsreform, eine konse quente demokratische Verfassung, in der die bisher erzielten Errungenschaften im Kampf für die Demokratie anerkannt, geschützt und gestärkt werden und gleichzeitig die Weiterentwicklung der Demokratie erleichtert wird", heißt es im Kommunique der Beratung. Das Plenum wählte einen aus elf Mitgliedern be stehenden Arbeitsausschuß des auf dem XX. Parteitag neugewählten Parteivor stands und einen erweiterten Arbeitsaus schuß. Es wurde beschlossen, die Funk tion des stellvertretenden Parteivorsitzen den abzuschaffen. Gemeinsames Programm gefordert Montanunion erhöhte Stahlzölle Neuer Schritt im Wirtschaftskrieg de? EWG / Repressalien möglich Die Erhöhung der Stahlzölle wurde auf Grund der nachdrücklichen Forderungen der großen Stahlproduzenten Frankreich und Westdeutschland gegen den erbitter ten Widerstand Italiens und der Nieder lande, die an billigen Stahleinfuhren inter essiert sind, angeordnet. Sie dient dazu, ausländische Stahlproduzenten vom EWG- Markt fernzuhalten, um dadurch die Ab satzchancen der EWG-Stahlproduzenten zu vergrößern. Als die Erhöhung der Stahlzölle be kannt wurde, haben die USA, Schweden, Osterreich und andere westliche Länder heftig dagegen protestiert und Repressa lien angedroht. Politische Beobachter kommentieren diese neue Zollerhöbung als eine Maßnahme, mit deren Hilfe die europäischen Stahlkonzerne ihren Markt absichern und ihre bedrohten Gewinne retten wollen. Besorgnis unter USA-Stahlarbeitern USA müssen Kurswechsel in Bonn erzwingen Gewerkschaftsführer Harry Bridges warnt vor neuem Hitlerstaat Der Vorsitzende der amerikanischen »inter er Vorsitzende der amerikanischen „Internationalen Hafen- und Lagerärbeitergewerkschaft der Pazifikküste", Harry Bridgesj hat die gegenwärtige Bonner Politik einer ernsthaften Kritik unterzogen. In einem Leit artikel des Organs seiner Gewerkschaft, der Zeitschrift „Dispatcher", geht er auf den jüng sten Besuch Erhards bei Johnson ein und schreibt dann: Es ist jetzt notwendig, daß man.das deutsche Problem" einer Überprüfung unterzieht. Es ist notwendig, die gegenwärtige unrealistische und gefährliche Politik der Westdeutschen zu ändern. Westdeutschland verlangt, daß die USA die Deutsche Demokratische Republik nicht als selbständigen deutschen Staat anerken nen und nicht mit ihr verhandeln. Sie fordern die volle Unterstützung unseres Staates für ihre Pläne der Wiedervereinigung Deutsch« lands. Täuschen wir uns nicht über das, was die Führer Westdeutschlands meinen, wenn sie.Wiedervereinigung Deutschlands sagen. Sie wollen ein Deutschland nach dem Musterj wie es unter Hitler existierte. Sie bekunden natürlich vor der Welt, daß sie das.auf friedlichem Wege erreichen wollen. Das sagte Hitler allerdings auch immer, als er in ein Land nach dem anderen einmarschierte und seine Herrschaft errich tete. Er meinte damit, die Eroberung würde friedlich vonstatten gehen, wenn das Opfer sich unterwirft. Wenn die westdeutschen Führer von der Wiedervereinigung sprechen, meinen sie noch weit mehr. Sie wollen auch einen Teil von Polen, ein Stück von der Tschechoslowakei und sowjetisches Territorium' haben. Das ist ein offenes Kriegsprogramm. 1963 überholte Westdeutschland Großbri tannien und wurde die entscheidende Macht in Westeuropa. Alles, was es letzt braucht; sind Atomwaffen. Es hofft, sie mit Hilfe der NATO zu erreichen. Wenn es das erst einmal erreicht hat, rückt der Marsch nach dem Osten näher. Bonn sichert sich französische Bombe Bonn (ADN). Der Bonner Kanzler Erhard hat sich bei seinen Besprechungen mit dem französischen Staatspräsidenten de Gaulle erneut die Zusicherung einge holt, daß Bonn auf die französische Atom bombe zurückgreifen kann. Wie Staats sekretär von Hase am Montag auf einer Pressekonferenz in Bonn mitteilte, hat de Gaulle wissen lasseh, daß die ange strebte französische Atommacht -mit all ihren Möglichkeiten an der Seite der Bun desrepublik" stehen werde. Durch Erhards Vorstoß in dieser Richtung wird ein wei teres Mal bestätigt, daß die westdeutsche Nazigeneralität sowohl über die Beteili gung an einer multilateralen NATO- Atomstreitmacht als auch über die Achse Bonn— Paris nach Verfügungsgewalt über Kernwaffen strebt. Erhards Reise zu de Gaulle Bonner Besorgnisse Zu den politischen Gegensätzen, die in Paris deutlich wurden, gehören an erster Stelle die Befürchtungen, die Erhard über die Auswirkungen der Anerkennung Volkschinas durch Frankreich geäußert hat. Die bürgerliche Wirtschafts- und Finanzzeitung „Les Echos" schreibt unter der Überschrift „Schatten auf dem Bild" dazu: „Bonn befürchtet, der.Realismus', der zur Anerkennung Pekings führte, könnte de Gaulle früher oder später ver anlassen, Ostdeutschland als eine Realität zu betrachten. Obwohl de Gaulle mehrmals bekräftigte, daß diese Bonner Befürchtungen grund los seien, konnte er Bonn nicht völlig zu friedenstellen. Mußte de Gaulle, so er klärte man in Kreisen der westdeutschen Delegation, nicht schon öfter dem Tribut zollen, was er selbst als „Wind der Ge schichte" bezeichnet — man denke an Al gerien, man denke auch an die Anerken nung Volkschinas selbst? In diesem Zu sammenhang wurde von der Bonner Dele gation in Paris auch der jüngste Besuch Von unserem Pariser Korrespondenten Pierre D u r a n sammenarbeit - besonders dte Atomrustung — wird forciert. Bimdeswehreinheiten sollen weiterhin In Frankreich sta tioniert werden und dort Kriegsübungen abhalten. Die militärischen Probleme, so betonen einflußreiche bürgerliche Kom mentatoren, haben in den Gesprächen zwischen de Gaulle und Erhard eine wich tige Rolle gespielt, zumal die italienische Regierung bei Erhards jüngstem Rom- Besuch in bezug auf die multilaterale Atomstreitmacht der NATO Zurückhal tung gezeigt hat Um Verfügungsgewalt über Kernwaffen zu erhalten, setzt Er hard das Doppelspiel gegenüber de Gaulle und USA-Präsident Johnson fort Front der Völker stärken Deshalb ist es auch kein Zufall, daß die Bonner Emissäre am Rande der Gen fer Abrüstungskonferenz die gleichen ent spannungsfeindlichen Thesen entwickeln wie die Regierung de Gaulle, die die Genfer Beratungen seit langem boykot tiert Und ebensowenig ist es zufällig, daß die Bonner Ultras die volle Unterstützung des gaullistischen Regimes finden, wenn es darum geht, neue Abkommen zwischen der Regierung der DDR und dem Senat von Westberlin zu verhindern. Diese Politik beruht auf dem Anti sowjetismus und dem Haß gegen den So ziallsmus, der Im Regime de Gaulle eben so groß ist wie Im Bonner Regime. Eben diese Politik macht es notwendig, wach sam zu bleiben und die gemeinsame Front des französischen und des deutschen Vol kes für Frieden, Entspannung und Ab rüstung weiter zu stärken. maßgeblicher französischer Parlamenta rier verschiedener Fraktionen in der DDR noch einmal vorgebracht,. der ebenfalls nicht gerade dazu beitrug, die westdeut schen Befürchtungen zu zerstreuen. Kroch in NATO und EWG Nicht minder tiefe Meinungsverschie denheiten bestehen auch im Hinblick auf die NATO, besonders auf das westdeutsch amerikanische Verhältnis. De Gaulle hat erklärt, Frankreich stehe auf der Seite des Nordatlantikpakts, habe aber über seine Gestaltung und seine Funktionen andere Auffassungen als die übrigen NATO- Partner. Der Erhard begleitende Bonner Kriegsminister von Hassel soll daraufhin offen „tiefe Besorgnis" über die Schwä chung des Nordatlantikpaktes ausgespro chen haben. In dieser. Frage verhehlt man in Paris kaum noch Seine große Unzufrie denheit über das Bonner Doppelspiel mit den USA und Frankreich. Man ist be sorgt über die zunehmende Annäherung Bonns an Washington, die sich zwangs läufig auf die Beziehungen zwischen West deutschland und Frankreich auswirken muß. künftiges „Kleineuropa" gibt es weiter ernsthafte Divergenzen. Die französische Regierung hat wissen lassen, daß sie den Wunsch Erhards, auch Großbritannien in eine solche Staatengruppierung einzubeziehen, weiter strikt ablehnt Ein heftiger Streit entwickelt sich um die Koordinierung der neokolonialisti schen Wirtschaftspolitik beider Staaten gegenüber den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Die schon zitierte Zeitung „Les Echos" schreibt dazu: »Auf wirtschaftlichem Gebiet lassen die neuen Beziehungen zwischen Peking und Paris die Öffnung eines größeren Marktes für die französischen Produkte erkennen, während die Industriellen der Bundes republik ihrerseits ihre Ausfuhren in den Fernen Osten ebenfalls steigern möchten. Die kürzlichen Gespräche des Herrn Giscard d Estaing (des französischen Finanz ministers) in Moskau wecken in den (west)deutsehen Industriellen die Be fürchtung, Frankreich könnte auf den östlichen Märkten einen wertvollen Vor teil erringen.*? Kriegsachse bleibt gefährlich All diese Widersprüche dürfen indessen die Hauptsache nicht vergessen lassen: Die Ultras In Bonn und In Paris sind sich weiterhin einig In dem Bestreben, eine wirkliche Entspannung zu verhindern und den kalten Krieg, der den Frieden in Eu ropa bedroht, fortzusetzen. Die Kriegs achse bleibt, auch wenn sie Risse bekom men hat, die Grundlage der Beziehungen beider Regierungen. Die militärische Zu- 18. Febr. 1964 L ND / Nr. 49, Seite 5 VON FRAU LAKSHMI MENON, Staatsminist er für Auswärtige Angelegenheiten, wurde Bruno Leuschner bei seiner Ankunft auf dem Flugplatz in Neu Delhi herzlich willkommen geheißen Foto:,ZB Funkbild -*-^ Vorsitzenden des Ministerrates der Tjer Besuch der vom stellvertretenden DDR Bruno Leuschner geleiteten DDR- Delegation in Indonesien fiel in eine Zeit großer politischer und diplomatischer Aktivität in Djakarta. Die indonesische Presse berichtete ausführlich über die Auslandsreise Präsident Sukamos, die ihn Im Zusammenhang mit der Malaysiatrage nach Manila, Pnom Penh und Tokio ge führt hatte. Außerdem erschienen Berichte über Forderungen und Aktionen der in donesischen Arbeiterklasse nach Verstaat lichung ausländischen Besitzes. Schließlich wellten weitere Gäste, das Staatsober haupt Kambodschas, Prinz Norodom Sihanouk, und USA-Justizminister Robert Kennedy in der indonesischen Hauptstadt. Daß diese Worte keine Geste purer Höflichkeit für die Gäste aus der DDR waren, läßt sich durch einen Blick in die Zeitungen Indonesiens während des Lübke-Besuchs im November vergange nen Jahres feststellen. Das Sprachrohr der führenden Partei der nationalen Bourgeoisie Indonesiens, der Nationalpartei, „Suluh Indonesia", erklarte damals, daß es von Westdeutschland die Respektierung der indonesischen Politik erwarte. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, die „Haltung des indonesischen Volkes zu Ostdeutschland, zur Deutschen Demokratischen Republik hervorzuheben. Deren Standpunkt unterscheidet sich tat sächlich sehr von der Haltung und dei Politik der deutschen Bundesrepublik." Nikosia 7 Athen 7 New York (ADN/ND). Das Volk Zyperns« sei fest entschlossen, jedem ausländischen An schlag gegen die Mlttelmeerlnsel ener gisch entgegenzutreten. Diese eindring liche Warnung äußerte erneut der zyprio tische Präsident Erzbischof Makarios angesichts der akuten Bedrohung durch die Türkei in einer RnndfnnkansDrache am Sonntagabend. Unter Hinweis auf die am Montagabend begonnene Sitzung des UNO-Sicherheitsrates über Zypern sagte Makarios, daß der Konflikt um Zypern jetzt in neues Stadium getreten sei. nen. Aber sie ist groß genug, für ihren Glauben und für ihre Grundsätze, zu kämpfen. Der Präsident betonte: „Ich bin zu liefst überzeugt, daß keine militärische Kraft unsere inneren Probleme lösen kann, solange den griechischen und türkischen Zyprioten nicht die Möglich keit gewährt wird, ihren guten Willen und Wunsch zu bekunden, in Frieden auf einer Insel zu leben." Bekanntlich seien die terroristischen Handlungen, die Schießereien und militärischen Zusam menstöße das Ergebnis von Aktionen einer kleinen nationalistischen Organisa tion türkischer Extremisten, die von der anglo-amerikanischen „Aktivität ange stachelt und ermuntert würden. bewahren soll, dem Sicherheitsrat unter stellt sein müsse. Energisch wandte er sich gegen die Aggressionspläne der Türkei. Der UNO-Sicherheitsrat trat am Mon tagabend zur Erörterung des Zypern- Konflikts zusammen, vertagte sich aber nach wenigen Minuten auf Dienstag, um weitere Konsultationen zu ermöglichen. Berlin (ADN). Der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Journalisten in der DDR, Dr. Georg Krausz, hat in einem Schreiben an den Präsidenten der Repu blik, Erzbischof Makarios, die Solidarität aller Journalisten der DDR mit dem um seine Freiheit und Unabhängigkeit kämp fenden zypriotischen Volk zum Ausdruck gebracht. Moskau (ADN). Eine Partei- und Regie rungsdelegation der Volksrepublik Bulga rien ist am Montag zu einem Freund schaftsbesuch in Moskau eingetroffen. Die Delegation, die vom Ersten Sekretär der Bulgarischen Kommunistischen Partei und Vorsitzenden des Ministerrates der Volksrepublik Bulgarien, Todor Shiwkow, geleitet wird, folgt einer Einladung des Zentralkomitees der KPdSU und der So wjetregierung. Die Gäste wurden auf dem Kiewer Bahnhof von Nikita Chru schtschow sowie weiteren führenden Per sönlichkeiten und Vertretern des Diplo matischen Korps begrüßt Moskau (ADN). Zu Ehren des amerika nischen Industriellen und Lenin-Frie denspreisträgers Cyrus Eaton gab der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow am Montag im Kleinen Bankettsaal des Kreml-Kongreßpalastes wo gewöhnlich Regierungsempfänge statt finden — ein Frühstück. Der Gast aus den USA und seine Frau wurden dort von Chruschtschow, dessen Erstem Stellvertre ter Anastas Mikojan und der Vorsitzenden des Verbandes der sowjetischen Freund schaftsgesellschaften, Nina Popowa, emp fangen. Pnom Fenh (ADN-Korr.). Die FDJ- Delegation, die zum Abschluß ihrer Süd ostasienreise auf Einladung der Königlich- Kambodschanischen Sozialistischen Ju gend in Kambodscha weilte, hat am Mon tag die Heimreise angetreten. Die unter Leitung von Werner Rümpel stehende Abordnung wurde von leitenden Funk tionären des kambodschanischen Jugend verbandes verabschiedet. Zuvor gab der Generalkonsul der DDR in Kambodscha, Max Kleineberg, zum Abschluß des Aufenthaltes der Delegation in Kam bodscha ein Essen, an dem der General kommissar des kambodschanischen Ju gendverbandes, Yim Dith, und andere leitende Funktionäre der Organisation teilnahmen. Pari« (ADN). Sämtliche Arbeiter und Angestellten des französischen Rundfunks und Fernsehens (RTF) sind am Sonntag 24.00 Uhr in einen 24-Stundenstreik ge treten. Der Ausstand richtete sich gegen eine Willkürmaßnahme der Verwaltung des RTF. Am Montag begannen 45 000 Ange stellte des franzosischen Erziehungswe sens einen 48-Stunden-Streik. Brüssel (ADN). 23 Kumpel der belgischen Kohlengrube Bois du Gazier in Marcmelle die seit Freitag vergangener Woche unter Tage einen Sitzstreik durchführen, blieben auch am Montag vor Ort. Die Kumpel pro testieren mit ihrem Streik gegen die von der Montanunion angeordnete Schließung der Grube. Athen (ADN). Die reaktionären Parteien Griechenlands, die von den Militaristen, dem Großkapital und dem Königshof offen unterstützt wurden, haben bei den Parlamentswahlen am Sonntag eine ein deutige Niederlage erlitten. Die National- Radikale Union (ERE) und die Fort schrittspartei, die sich bei diesen Wahlen zur Interessenvertretung der Reaktion zu sammengeschlossen hatten, verloren im Vergleich zu den Parlamentswahlen vom November vergangenen Jahres acht Pro zent der Stimmen. Besonders stark war der Stimmenrückgang in den ländlichen Gebieten. Luxemburg (ADN/ND). Die von der Hohen Behörde der Montanunion am 16. Januar angekündigte Zollerhöhung für Stahleinfuhren aus Drittländern ist am Wochenende in Kraft getreten. Da nach werden alle Stahllieferungen in den EWG-Raum mit einem neunprozentigen Einfuhrzoll (vorher durchschnittlich fünf Prozent) belegt. In Paris gibt es offiziell über den Be such des Bonner Kanzlers Erhard nur spärliche Informationen. Über den Ab schluß der Gespräche zwischen Erhard und de Gaulle wurde nicht einmal ein Kommunique veröffentlicht Dennoch wurde über Verlauf und Inhalt der Unterredungen einiges bekannt. Dar aus wird ersichtlich, daß die Achse Bonn Paris unter dem Einfluß der scharfen Widersprüche in der NATO, infolge der wirtschaftlichen und politischen Konkur renz beider Staaten in der EWG und nicht zuletzt durch den Widerstand der Völker einige Risse erhalten hat. Noch schärfer scheinen gegenwärtig die Gegensätze zwischen Westdeutschland und Frankreich in der EWG zu sein, obwohl darüber Im Zusammenhang mit dem Er hard-Besuch offiziell kaum etwas bekannt wurde. Aber allein der jüngste Konflikt auf diesem Gebiet, der sogenannte Eierkrieg, macht das auch ohne zusätzliche In formationen deutlich. Auch im Hinblick auf die Pläne für ein New York (ADN). Der Präsident der amerikanischen Stahlarbeitergewerk schaft. McDonald, hat die USA-Regierung aufgefordert, die Stahlzollerhöhung der Montanunion mit Gegenmaßnahmen zu beantworten. Die Stahlarbeitergewerk schaft befürchtet, daß durch die Zoll erhöhung der Montanunion die amerika nischen Stahlexporte gedrosselt werden, was die Arbeitslosigkeit unter den Stahl arbeitern verstärken würde. Bereits gegen Ende des vergangenen Jahres war die amerikanische Stahlindustrie nur zu 80 Prozent ausgelastet Die Zeitung schildert die politische Vergangenheit der Mitglieder der DDR- Delegation, die im Gegensatz zu vielen westdeutschen Besuchern aktive Kämp fer gegen den Faschismus gewesen seien. Daraus resultiere auch die unterschied liche Politik der beiden deutschen Staa ten gegenüber den jungen Nationalstaa ten. Jm schreienden Widerspruch zu Westdeutschland, dessen Außenpolitik mit Aggression und Neokolonialismus verbunden ist, hat die von der DDR ver folgte Politik viele Gemeinsamkeiten mit Indiens Außenpolitik der friedlichen Ko existenz und Nichtpaktgebundenheit" In diesem Zusammenhang führt.New Age" zahlreiche Beispiele für die Unter stützung des Kampfes der nationalen Be freiungsbewegungen durch die DDR an und betont, daß Westdeutschland in die ser Beziehung einen entgegengesetzten Kurs steuert. New Delhi (ADN). Unter der Über schrift „Neue deutsche Abgesandte des Friedens und der Freundschaft" veröf fentlichte die indische Zeitung -New Age" am Sonntag einen ausführlichen Artikel zur gegenwärtigen Südostasien- Reise der DDR-Regierungsdelegation un ter Leitung von Bruno Leuschner, Stell vertreter des Vorsitzenden des Minister rates. „Die Ankunft der Delegation In Indien stellt einen Höhepunkt der wach senden wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen unseres Landes mit dem sozialistischen Deutschland, dem ersten deutschen Friedensstaat in der Geschichte, dar", schreibt die Zeltung. Zu den von der DDR-Regierungsdelegation in den südostasiatischen Ländern bereits erfolg reich geführten Verhandlungen, die teil weise mit dem Abschluß von Wirtschafts und Kulturabkommen endeten, schreibt „New Age": „Die den Abgesandten des Friedens aus dem sozialistischen Deutsch land in diesen Ländern erwiesenen Ehren beweisen, daß der deutsche Friedensstaat Präsident Johnson hat zum Jahreswechsel appelliert, den Weltfrieden zu sichern. Er ist ein neuer Präsident, er kann eine neue Prü fung der.deutschen Frage" herbeiführen. Das Ist von größter Wichtigkeit, wenn der Weltfrieden wirklich Bedeutung haben und Deutschland.in der Gemeinschaft der Natio nen einen Platz einnehmen soll. Wem diese Einschätzung unfair erscheint. der sollte sich an die 'Jaka-Erklärung von 1945 erinnern, die von Churchill. Stalin und Roosevell unterzeichnet wurde. Es heißt darin:.Es Ist nicht unser Ziel, das deutsche Volk zu vernichten. Doch nur, werrn Faschis mus und Militarismus ausgerottet sind, gibt es die Hoffnung auf ein anständiges Leben für dfe Deutschen und auf einen Platz für sie in der Gemeinschaft der Nationen. Ein nach diesem Muster wiedervereinigtes und wieder aufgerüstetes Deutschland birgt die Gefahr in sich, daß es die ganze Welt in einen Atomkrieg stürzen würde. Gegenwärtig wird die ganze jüngste Ge schichte umgeschrieben und verzerrt, um den Zfelen der deutschen Generale und Industriegewaltigen zu entsprechen. Man vergißt jetzt geflissentlich, daß es Roosevelt und Churchill in Teheran waren, die den Vorschlag i mach ten. Deutschland zu teilen und seine militä rische Macht zu vernichten. Stalin hatte pro testiert und die Spaltung blockiert. Tatsächlich wurde der ostdeutsche Staat erst geschaffen, als die Alliierten die Bundesrepublik schon gegründet hatten. Die Führer Westdeutschlands planen auch nicht, sechs Millionen Juden zu ermorden oder alle Gewerkschaftsführer oder Kommu nisten in Konzentrationslager zu bringen. Das ist gar nicht notwendig. Es gibt nur noch wenige Juden In. Westdeutschland, die Ge werkschaften werden zum Teil vor» den Be triebsführungen kontrolliert, und die Kom munistische Partei tst verboten. Es ist auch nicht notwendig, Hitlers Nazipartei wieder aufzubauen. Ein großer Teil des alten Pro gramms kann von der Bundesrepublik — und einem wiedervereinigten Deutschland — mit beinah denselben Losungen, denselben Führern und Anhängern und denselben Mit gliedern des deutschen Generalstabes ver folgt werden. Paris (ADN-Korr.). Die Einigung aller demokratischen Kräfte auf der Grundlage eines gemeinsamen Programms forderte Jacques Duclos, Sekretär des ZK der Kommunistischen Partei Frankreichs, am Wochenende auf einer Kundgebung in Saint Claude. Die Einigung müsse das Ziel haben, das gegenwärtige Regime der per sönlichen Macht durch eine echte Demo kratie abzulösen. Unter der Überschrift „Beziehungen zur DDR" schrieb die linksbürgerliche Zeitung -Bintang Timur" am Tage vor der An kunft der Delegation: „Für uns ist die Ankunft eines Vertreters aus einem Land der sich neu entwickelnden Kräfte ein bedeutendes, Ereignis. Zwischen uns und ihnen gibt es viele gleiche Interessen, und wir haben vieles gemeinsam, pjimiirfi den Kampf gegen den Imperialismus, für den Aufbau unserer nationalen Wirtschaft, frei von jeder Form der Abhängigkeit von fremden Mächten. Wir als eine Nation, die gegen die Bedrohung imperialistischer Interventen und Subversion kämpft, haben gemeinsame Interessen mit der DDR, deren Land das Opfer imperialisti scher Intervention und Subversion gewe sen ist. Der Imperialismus ist der geistige Hintermann der Nichtanerkennung der tatsächlichen Existenz zweier deutscher Staaten. Der Imperialismus schuf den Neonazismus und den Revanchismus und den Traum der.Stärke' in Westdeutsch land, damit ständig den Frieden Europas bedrohend." „Wir werden vor Drohungen, Druck oder Erpressungen nicht kapitulieren* betonte er. „Wir werden mutig und ent schlossen jeder Aggression gegen unsere Insel begegnen. Unsere Insel ist zu klein, um jemanden bedrohen zu kön

English translation

=== [Page 1] === --- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) --- Erfolgreicher Besuch in Indonesien Eine Presseschau zum jüngsten Aufenthalt der DDR-Delegation Von unserem Korrespondenten in Djakarta, Eberhard Pett [Hinweis: Die Spalten sind im OCR durcheinandergeraten; Reihenfolge rekonstruiert.] Der Besuch der vom stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrates der DDR Bruno Leuschner geleiteten DDR-Delegation in Indonesien fiel in eine Zeit großer politischer und diplomatischer Aktivität in Djakarta. Die indonesische Presse berichtete ausführlich über die Auslandsreise Präsident Sukarnos, die ihn im Zusammenhang mit der Malaysiafrage nach Manila, Pnom Penh und Tokio geführt hatte. Außerdem erschienen Berichte über Forderungen und Aktionen der indonesischen Arbeiterklasse nach Verstaatlichung ausländischen Besitzes. Schließlich weilten weitere Gäste, das Staatsoberhaupt Kambodschas, Prinz Norodom Sihanouk, und USA-Justizminister Robert Kennedy in der indonesischen Hauptstadt. Trotz dieser Häufung verschiedenster für Indonesien wichtiger Ereignisse widmete die Presse des Landes dem Besuch aus der DDR sehr große Aufmerksamkeit. So berichteten die Zeitungen der großen Parteien wie „Harian Rakjat“, „Suluh Indonesia“, „Duta Masjarakat“ sowie die anderen bedeutenden Tageszeitungen, wie „Semesta“, „Sinar Harapan“ und „Merdeka“, auf den Titelseiten über die Repräsentanten des sozialistischen Deutschlands. Mehr als eine Geste Unter der Überschrift „Beziehungen zur DDR“ schrieb die linksbürgerliche Zeitung „Bintang Timur“ am Tage vor der Ankunft der Delegation: „Für uns ist die Ankunft eines Vertreters aus einem Land der sich neu entwickelnden Kräfte ein bedeutendes Ereignis. Zwischen uns und ihnen gibt es viele gleiche Interessen, und wir haben vieles gemeinsam, nämlich den Kampf gegen den Imperialismus, für den Aufbau unserer nationalen Wirtschaft, frei von jeder Form der Abhängigkeit von fremden Mächten. Wir als eine Nation, die gegen die Bedrohung imperialistischer Interventen und Subversion kämpft, haben gemeinsame Interessen mit der DDR, deren Land das Opfer imperialistischer Intervention und Subversion gewesen ist. Der Imperialismus ist der geistige Hintermann der Nichtanerkennung der tatsächlichen Existenz zweier deutscher Staaten. Der Imperialismus schuf den Neonazismus und den Revanchismus und den Traum der ‚Stärke‘ in Westdeutschland, damit ständig den Frieden Europas bedrohend.“ Daß diese Worte keine Geste purer Höflichkeit für die Gäste aus der DDR waren, läßt sich durch einen Blick in die Zeitungen Indonesiens während des Lübke-Besuchs im November vergangenen Jahres feststellen. Das Sprachrohr der führenden Partei der nationalen Bourgeoisie Indonesiens, der Nationalpartei, „Suluh Indonesia“, erklärte damals, daß es von Westdeutschland die Respektierung der indonesischen Politik erwarte. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, die „Haltung des indonesischen Volkes zu Ostdeutschland, zur Deutschen Demokratischen Republik hervorzuheben. Deren Standpunkt unterscheidet sich tatsächlich sehr von der Haltung und der Politik der deutschen Bundesrepublik.“ Noch deutlicher wurde „Harian Rakjat“, das Zentralorgan der KP Indonesiens, mit der Bemerkung: „Die Beziehungen zwischen der Republik Indonesien und der Bundesrepublik mögen ökonomisch gut sein, politisch sind sie es nicht. Wenn Westdeutschland nicht von der DDR im Hinblick auf das Echo, das beide in Indonesien haben, völlig geschlagen werden will, dann ist es an der Zeit, daß Westdeutschland seine Politik einer gründlichen Überprüfung unterzieht.“ Beispiele solcher Angriffe auf die westdeutsche Politik fanden sich auch in anderen Zeitungen. Dagegen hob die indonesische Presse während des Besuchs Bruno Leuschners die prinzipielle Übereinstimmung Indonesiens und der DDR in den wichtigsten Fragen der Weltpolitik hervor. Bis zum letzten Platz besetzt Gegen Ende des Aufenthaltes in Djakarta kam es zu einer direkten Begegnung zwischen Bruno Leuschner, der von ihm geleiteten Delegation und der indonesischen Presse. Der Generalkonsul der DDR in Indonesien, Gustav Hertzfeld, hatte aus Anlaß des Besuches zu einer Pressekonferenz eingeladen. Der im Hotel „Indonesia“ zur Verfügung stehende Raum war bis zum letzten Platz gefüllt. Unter den Journalisten befanden sich drei Chefredakteure und acht Leiter außenpolitischer Redaktionen, die praktisch alle bedeutenden Zeitungen der indonesischen Hauptstadt repräsentierten. Die nationale Nachrichtenagentur ANTARA hatte vier Berichterstatter zu dieser Pressekonferenz entsandt. Auch hier muß man sich unwillkürlich einer Pressekonferenz der westdeutschen Botschaft anläßlich des Lübke-Besuchs erinnern. Zu dieser Pressekonferenz waren nur so viel indonesische Journalisten erschienen, wie man an den Fingern einer Hand abzählen konnte, und die Fragen waren fast nur von den zum Konvoi Lübkes gehörenden zwanzig Bonner Pressevertretern gestellt worden. Das Erfreuliche auf der Pressekonferenz der DDR war das große Interesse an den Problemen in Deutschland und an der weiteren Zusammenarbeit zwischen Indonesien und der DDR. Der dem indonesischen Außenministerium nahestehende „Indonesian Herald“ berichtete mit der Überschrift „Beziehungen DDR–Indonesien gefestigt“ von dieser Pressekonferenz. Sämtliche Zeitungen hoben die positive Haltung der DDR zur indonesischen Politik gegenüber der neokolonialistischen Malaysia-Föderation hervor. ANTARA ging ausführlich auf die Erklärungen Bruno Leuschners zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder ein. Ein Interview, das der Leiter der DDR-Delegation zum Abschluß seines Besuches ANTARA gewährte, wurde von den führenden Zeitungen in seinen wesentlichen Passagen wiedergegeben. Vertiefung der Freundschaft Wie Bruno Leuschner Präsident Sukarno versicherte, war der Besuch viel zu kurz, um die ganze Schönheit Indonesiens voll aufnehmen zu können. Die Resonanz in der indonesischen Presse beweist, daß der Besuch sein wichtigstes Anliegen, die Vertiefung der Freundschaft, erfüllt hat. Als ein Zeichen dafür muß man das verstärkte Interesse der indonesischen Zeitungen und ihrer Leser an der DDR ansehen. Innerhalb weniger Tage, kurz nachdem die Delegation Djakarta verlassen hatte, brachten mehrere Zeitungen und Wochenschriften Beiträge über die DDR. Die Frauenzeitschrift „Api Kartini“ druckte einen Artikel zum Thema „Frauen der DDR“. „Generasi Baru“, ein Jugendmagazin, veröffentlichte einen Reisebericht einer jungen Indonesierin über die DDR, die Illustrierte „Varia“ widmete dem Fernsehen der DDR einen Beitrag. Die Wochenzeitung „Djaja“ brachte auf mehr als drei Seiten in ihrer Reihe „Wir stellen vor“ Zahlen und Fakten über die DDR, von denen sie in einem Vorwort erhoffte, „daß sie für alle von uns von Nutzen sind“. --- English translation --- Successful Visit to Indonesia A press review of the GDR delegation's recent stay By our correspondent in Djakarta, Eberhard Pett [Note: the columns are jumbled in the OCR; order reconstructed.] The visit to Indonesia of the GDR delegation led by the GDR's Deputy Chairman of the Council of Ministers, Bruno Leuschner, fell in a time of great political and diplomatic activity in Djakarta. The Indonesian press reported extensively on President Sukarno's trip abroad, which had taken him to Manila, Phnom Penh and Tokyo in connection with the Malaysia question. There were also reports on demands and actions of the Indonesian working class for nationalisation of foreign property. Finally, further guests, the head of state of Cambodia, Prince Norodom Sihanouk, and US Attorney General Robert Kennedy, were in the Indonesian capital. Despite this accumulation of events important to Indonesia, the country's press devoted very great attention to the visit from the GDR. The newspapers of the big parties such as 'Harian Rakjat', 'Suluh Indonesia' and 'Duta Masjarakat', as well as other important dailies such as 'Semesta', 'Sinar Harapan' and 'Merdeka', reported on their front pages on the representatives of socialist Germany. More than a gesture Under the heading 'Relations with the GDR', the left-bourgeois newspaper 'Bintang Timur' wrote on the day before the delegation's arrival: 'For us the arrival of a representative from a country of the newly developing forces is an important event. Between us and them there are many identical interests, and we have much in common, namely the struggle against imperialism, for the building of our national economy free of any form of dependence on foreign powers. We, as a nation fighting against the threat of imperialist interventionists and subversion, have common interests with the GDR, whose country has been the victim of imperialist intervention and subversion. Imperialism is the intellectual instigator of the non-recognition of the actual existence of two German states. Imperialism created neo-Nazism and revanchism and the dream of 'strength' in West Germany, thereby constantly threatening the peace of Europe.' That these words were no gesture of pure politeness toward the guests from the GDR can be established by a look at Indonesia's newspapers during Lübke's visit last November. The mouthpiece of the leading party of Indonesia's national bourgeoisie, the Nationalist Party, 'Suluh Indonesia', declared then that it expected West Germany to respect Indonesian policy. In this context it was important to emphasise 'the attitude of the Indonesian people to East Germany, to the German Democratic Republic. Its standpoint actually differs greatly from the attitude and policy of the German Federal Republic.' Even clearer was 'Harian Rakjat', the central organ of the Communist Party of Indonesia, with the remark: 'Relations between the Republic of Indonesia and the Federal Republic may be good economically, but politically they are not. If West Germany does not want to be completely beaten by the GDR with regard to the echo each has in Indonesia, then it is time for West Germany to subject its policy to a thorough review.' Examples of such attacks on West German policy were also found in other newspapers. By contrast, during Bruno Leuschner's visit the Indonesian press stressed the fundamental agreement between Indonesia and the GDR on the most important questions of world politics. Filled to the last seat Towards the end of the stay in Djakarta there was a direct encounter between Bruno Leuschner, the delegation he led and the Indonesian press. The GDR Consul General in Indonesia, Gustav Hertzfeld, had invited to a press conference on the occasion of the visit. The room available in the Hotel 'Indonesia' was filled to the last seat. Among the journalists were three editors-in-chief and eight heads of foreign-policy desks, representing practically all the important newspapers of the Indonesian capital. The national news agency ANTARA had sent four reporters. Here one cannot help recalling a press conference of the West German embassy on the occasion of Lübke's visit. Only as many Indonesian journalists had turned up to that as could be counted on the fingers of one hand, and the questions had been asked almost exclusively by the twenty Bonn press representatives belonging to Lübke's convoy. The pleasing thing about the GDR press conference was the great interest in the problems in Germany and in further cooperation between Indonesia and the GDR. The 'Indonesian Herald', close to the Indonesian foreign ministry, reported on this press conference under the headline 'GDR–Indonesia relations consolidated'. All newspapers stressed the GDR's positive attitude to Indonesian policy towards the neocolonialist Malaysia Federation. ANTARA went into detail on Bruno Leuschner's statements on economic cooperation between the two countries. An interview that the head of the GDR delegation gave ANTARA at the end of his visit was reproduced in its essential passages by the leading newspapers. Deepening of friendship As Bruno Leuschner assured President Sukarno, the visit was far too short to take in the whole beauty of Indonesia. The response in the Indonesian press proves that the visit fulfilled its most important aim, the deepening of friendship. As a sign of this one must regard the increased interest of Indonesian newspapers and their readers in the GDR. Within a few days, shortly after the delegation had left Djakarta, several newspapers and weeklies carried contributions about the GDR. The women's magazine 'Api Kartini' printed an article on the theme 'Women of the GDR'. 'Generasi Baru', a youth magazine, published a travel report by a young Indonesian woman about the GDR, the illustrated 'Varia' devoted a piece to GDR television. The weekly 'Djaja' carried, over more than three pages in its series 'We introduce', figures and facts about the GDR, which it hoped in a foreword 'will be useful to all of us'.