Neues Deutschland, 10 März 1965, S. 7: Frauen der Welt begingen 8. März
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Text
Nationale und internationale Politik
M. Märe 1965 7 NDZ Seite 7
Amerikaner sind über
Johnsons Kurs bestürzt
ND-Korrespond«nz aus Washington
Die Unruhe der amerikanischen Öffent lichkeit über die vom Weißen Haus be triebene aggressive Politik in Vietnam ist hier für jedermann spürbar. Die Umfra gen der renommierten Institute für Mei nungsforschung wie Gallupp und Harris verdeutlichen, daß sich Präsident Johnson bei den Luftüberfällen auf die Demokra tische Republik Vietnam keineswegs auf eine Zustimmung der amerikanischen Wähler stützen kann. Zwischen drei Vier tel und vier Fünftel der Befragten spra chen sich eindeutig für die Aufnahme von- Verhandlungen aus. Nur eine unbedeu tende Minderheit erklärte sich für den offenen Krieg in Südostasien. Gerade darauf aber, und das ist hier die Meinung der meisten Beobachter, steuert die jetzige Po litik Johnsons hin.
Auch im redaktionellen Teil bedeuten der Zeitungen,
. die unlängst noch die
Johnson-Politik begrüßten, mehren sich* kritische
Stimmen. Der Nestor der ameri kanischen
Kolumnisten,
Walter Lipp mann, bezeichnete in der -New York Herald
Tribüne" ein Engagement in einem Krieg in Asien*als „Akt höchsten Wahn sinns".
-Die Kriegshetzer würden sich vielleicht beim solchen
Beginn eines
Krieges freuen, aber das Volk würde zu weinen beginnen, bevor er zu Ende ist", schrieb er. „Es gibt für uns keine annehm bare-
Alternative außer..Waffenstillstand und
Verhandlungen." Die angesehene s,New
York Times", is< zum Wortführer einer
Gruppe geworden, die sich für einen radikalen
Kurswechsel in Richtung auf Verhandlungen einsetzt,
In den letzten Februartagen war sogar schon im Kongreß deutlich der Beginn einer Spaltung sichtbar. Neben den Sena toren Morse (Oregon) und Gruening (Alaska), die schon seit langem gegen die verfehlte Asien-Politik Washingtons Sturm laufen, erhoben die Senatoren Church, McGovern und der Führer der demokratischen Senatsfraktion, Mansfield, ihre Stimmen, um die Regierung zu einer Änderung ihrer Politik zu veranlassen.
ND-Gespräch mit Witwe des ermordeten kongolesischen Premiers
Frauen der Welt begingen 8. März
Shastri besucht die Sowjetunion
Neu Delhi (ADN). Wie der indische Mi nisterpräsident Lal Bahadur Shastri am Dienstag im Parlament bekanntgab, wird er der Sowjetunion hoch vor seiner Reise nach Washington einen offiziellen Besuch abstatten.
Shastri erneuerte außerdem in seiner Parlamentsrede die Forderung nach un verzüglicher Beendigung der militärischen Abenteuer in Vietnam und nach Einberu fung einer Konferenz zur friedlichen Lö sung des Vietnam-Problems.
Befreiungsbewegung
Kongos berät in Kairo
Kairo (ADN):" Führer der kongolesi schen Befreiungsbewegung wollen in Kairo eine Beratung über einen weiten Kreis politischer und organisatorischer Fragen abhalten, die den Freiheitskampf des kongolesischen Volkes betreffen. Das wurde ' am Montagabend auf einer
Pressekonferenz in Kairo mitgeteilt, an der Gaston Soumialot, Nicolas Olenga, Bocheley-Davidson und Martin Kasongo teilnahmen. Durch die gemeinsame Bera tung solle eine bessere militärische und politische Koordination erreicht werden.
Olenga teilte mit, daß die Befreiungs armee gegenwärtig die ganze Provinz Orientale sowie 75 Prozent der Provinz Equateur kontrolliert. Einheiten seien auf dem Marsch nach Süden, um die Provinz Kasai zu befreien:
Ausschreitungen vor UdSSR-Botschaft
Moskau (ADN).
Zu. Ausschreitungen einer Gruppe von Rowdys, aus Kuba ge flüchteter konterrevolutionärer Elemente, ist es am Sonntag vor der sowjetischen Botschaft in Washington gekommen. Die Rowdys warfen einige mit Farbe gefüllte Flaschen gegen das Gebäude.
Erhard bietet Eshkol diplomatische
Beziehungen an
Sonderbeauftragter des 'Bonner Kanzlers in Israel Strauß und Barze! als Scharfmacher gegen Araber.
AP: Baldiges Treffen möglich
„Der Israelischen Regierung naheste hende, gut unterrichtete Kreise hielten am Dienstag in Jerusalem ein baldiges Treffen zwischen dem israelischen' Mini sterpräsidenten Eshkol und Bundeskanz ler Erhard für möglich", berichtet AP.
Es wird darauf verwiesen, daß Eshkol am 25. März eine Reise nach Großbritannien antritt, die er für das Treffen mit Erhard ausnutzen könne.
Nasser: Schuld ist der
Bonner Imperialismus
VAR-Präsident entlarvt neokolonialistische Politik
Kairo (ADN-KorrTND). Auf einer Massenkundgebung in Asstnt ' hat VAR- Pr&sident Nasser Westdeutschland als.einen der schlimmsten Imperialistischen Staaten" angeprangert In seiner Rede, über die wir bereits kurz berichteten.
sagte President Nassen, zu den Jüngsten Beschlüssen des Bonner Kabinett«:
-Nie zuvor habe Ich in der ganzen Welt Leute mit einer solchen Impertinenz ge sehen... Ich erkläre, daß die Westdeut schen sich als die größten Imperialisten entlarvt haben. Sie verbargen ihr tatsäch-> liches Gesicht und waren nicht zu erken nen. Sie versuchten, das Volk zu täuschen.
men: Sie enthält verschiedene Punkte, von denen der erste besagt, daß als Antwort auf die Einladung Ulbrichts in die Ver einigte Arabische Republik und seinen Empfang dort d'c Bundesrepublik Deutschland ihre Wirtschaftshilfe an die VAR einstellen werde. Das bedeutet daß die Bundesrepublik Deutschland, das heißt Westdeutschland, 6ich nicht am zweiten Fünfjahrplan der Vereinigten Arabischen ¦ Republik-, -beteiligen -wird.
Presseagenturen verbreiteten die Nach richt daß Westdeutschland Ägypten durch den Entzug seiner Wirtschaftshilfe be strafe.
Wir sagten ihnen bereits, daß. wir kei nerlei Wirtschaftshilfe empfangen, son dern Anleihen aufnehmen, für die wir -sechs bis sieben- Prozent Zinsen zahlen.
Hören Sie auf« uns zu sagen, wir empfan gen Hilfe!
kurzdokumentati on
Was sonst noch passierte
Studentendemonstrationen zeigen die klaffenden Risse in Francos Regime
In Spanien reift eine
Entscheidung
Von Jochen General
Man muß, was heute in Spanien ge schieht, vor dem Hintergrund der Streiks von Mai/Juni 1982 sehen. Julian Grimau, am 20. April 1963 im Madrider Carabanchel-Gefängnis ermordet,, sagte damals nach der Aktion der Hunderttausende:
„Unser größter Sieg besteht darin, daß wir die Furcht besiegt haben." Die Macht jener Bewegung wirkt bis heute fort. Der Ffanquismus ist in einem Zustand der Zersetzung; die revolutionären und de mokratischen Kräfte- Spaniens «konsti tuieren sich.
Francos Regime — als Machtinstrument der Monopole, des Großgrundbesitzes und des politischen Katholizismus gegen die Republik von 1936 geschaffen — ist heute auch seinen. damaligen Auf traggebern im Wege. Die 25 Jahre Franco-Herrschaft haben die sozialen Gegensätze verschärft, die" wirtschaftliche Entwicklung verzögert, eine tiefe Kluft zwischen Spanien und.
: den anderen. - kapitalistischen Ländern Westeuropas aufgerissen und das Land politisch- von seiner Umwelt isoliert
Ähnliche Ansichten äußern heute viele Politiker des Regimes. Man. kann ihr poli tisches Programm unter dem Begriff der „Liberalisierung" zusammenfassen: Ihnen schwebt ein parlamentarisches Spiel zwi schen einer Christdemokuatie und einer rechten Sozialdemokratie vor, das eine Vertiefung der heranreifenden Revolution verhindern soll.
Der Diktator hat indessen Leuten wie Motrico im Vorjahr (auf dem Höhepunkt.der Diskussionen um seine Nachfolge) in einem Interview mit der westdeutschen Zeitung „Christ und Welt" unmißver ständlich zu verstehen gegeben: „Es wäre glatter Wahnsinn, wenn Spanien zu den Formen politisch-parlamentarischen Lei bens zurückkehren wollte." Andere Poli?
tiker, unter ihnen der Falange-Sekretär, Minister Solis, streben eher eine „Reorga nisation", eine „Modernisierung der „Bei wegung" an. Nun ist an der Falange nichts mehr zu „reorganisieren":-' Die Jugend kehrt "ihr massenweise den Rücken, und auch ihr Kernstück,- die sogenannten „ver-i tikalen Gewerkschaften" (der „NS-Ar-J beitsfront" vergleichbare Organisation, die Unternehmer und Arbeiter vereinte ist in Bewegung.
gegen die spanischen Kommunisten noch brutaler erscheinen. Ein Widerspruch?
Durchaus nicht. Der Mord an Julian Gri mau, die unmenschlichen Kerkerstrafen für die Genossen Ormazabal (28 Jahre), Sandoval (28 Jahre) und Lopez (23 Jahre)
sollen eine Trennlinie ziehen zwischen der halblegalen Opposition und den Korn» munisten. sollen abschrecken von der Zu sammenarbeit mit ihnen. Der Antikommunismus soll jede tiefgreifende Verände rung von vornherein vereiteln.
„Die Begegnung von Kommunisten als Angeklagte — und von so exponierten Vertretern der anderen Oppositionskräfte — als Verteidiger — In ein und demselben Prozeß ist ein Zeichen für die tiefen Ver änderungen, die in Spanien vor sidi gehen.
Sie ist ein Versprechen für die Zukunft", schrieb Santiago Carrillo, Generalsekretär der KP Spaniens. „Dieser Prozeß war wie ein Fenster,- an dem sich schön das Spa nien von morgen zeigte."
Hife für
Salazars Terror
Zur gleichen Zelt, do Erhard scheinheilig erklarte, seina Regierung werde künftig keine Waffen In Spannungsgebiete liefern, wurd« bekannt, daß Westdeutschland dem faschistischen Portugal 60 modern« Jagd flugzeuge iur Verfügung, stellen wird. Damit setzte. Bonn dl« allseitig« Unterstützung für dl« portugiesische Schr«ck«nsherrschaft In den Kolonien Angola und Mocamblque fort.
Seit 1963 befinden sich westdeutsch« Offi ziere als Ausbilder von Salazars Kolonialsoldateska In Angola. Der Geschäftsträger der revolutionären cngolesischen Exil-Regie rung in der VAR, Florentino Duart«, gab be-' kannt, daß.dem AuSenminlsterium der Exil- Regierung Angaben über dt« Anwesenheit von Soldaten der Bundeswehr In Angola vor liegen. Ihre Ankunft wurde streng geheim gehalten*., Eine Gruppe westdeutscher Söld ner wurde als.Bergarbeiter" getarnt nach Angola eingeschleust.
¦"Viele herzliche Begegnungen hatte die Gattin des ermordeten kongolesischen Premiers, Pauline Lumumba. bei Ihrem Besuch in Karl-Marx-Stadt. Gemeinsam mit Frau M'Bariga (links) war sie* zu Gast bei Familie Butze, deren Sohn Jürgen von Frau Lumumba 'ein Spielzeugboot ges chenkt bekam
Foto: ZB
E50Q,*Ledernacken^ fi&BfcÖ: in Südvietnäni in Gil^clltsstellunff
# USA wollen die AggTessiori Weiter vorantreiben f>';Netiö Provokation durch 7. Flotte?
• Botschaftern Asien sollen Hilfestellung geben
Die USA -haben in den4etzten 24 Stun den -mit- neuen ¦• Provokationen.-die Situa tion In,Südpsta$iep weiter verschärft. Am Dienstag ist die 9,£xpeditionsbrigade der USA-Marine-Infanterle- vollzählig.. an Land.; gegangen. •.Die: Insgesamt, 3500 -Ledernajcken" haben im, Gebiet von, Da Nang, -dem..amerikanischen Hauptluft stutzpunkt ¦ in Sudvietnam, Gefechtsstel lung bezogen. Sie sollen, laut Reuter „aus-> gedehnte-' Streifzüge" - unternehmen, wps unvermeidlich zu Zusammenstößen mit den patriotischen Kräften führen müsse.
Gleichzeitig berichtet AP, daß im Penta gon »ernsthaft der aktive Einsatz von Einheiten der in ostasiatischen Gewäs sern stehenden 7. USA-Flotte" "beraten wird. Per Marine-Oberbefehlshaber Im Pazifik sei beauftragt, dieses Problem i,zu prüfen" und „Empfehlungen vorzu bereiten". Die 7.: USA-Flotte soll durch einen weiteren; Flugzeugträger — die i,Midway" — verstärkt werden.
körea, Japan, Hongkong, Taiwan, Austrat lien und Neuseeland. ' Das 'gleiche Thema • wurde auf einer Konferenz südvietname- Bischer Botschafter in Saigon erörtert.
Diese gefährliche Aktivität der amerikanischen Aggressoren. steht in kras sem Gegensatz zu der noch immer an-« wachsenden. weltweiten. Protestwelle:
Mehrere tausend malinesische" Arbeiter demonstrierten am Dienstag gegen die im perialistischen Aggressionen gegenüber der demokratischen Republik Vietnam, Kongo und Uganda. Nach einer Protest kundgebung der malinesischen Gewerk schaft zogen die Demonstranten vor die USA-Botschaft in Bamako. Auf Transpa renten und in Sprechchören forderten si« die sofortige Einstellung des kolonialen Terrors der imperialistischen Kräfte in Afrika und Südostasien.
Auch die Bevölkerung der DDR fordert immer wieder kategorisch die Beendigung des schmutzigen Krieges der USA -Imperia listen in Süd Vietnam.' -Mit Schmerz und Zorn erfüllen uns die Nachrichten aus Vietnam über neue und sich ständig wiederholende Bombardements nordviet namesischer Ortschaften durch Kriegs flugzeuge der USA", heißt es in einer Protestresolution der Medizinischen Schule der Greifswalder Ernst-Moritz-Arndt-Uni versität. „Wir sind empört, weil die USA hiermit Verbrechen gegen die Mensch lichkeit begehen, die unschuldigen Män nern, Frauen und Kindern das Leben kosten"
Aul einer Botschafterkonferenz in Baguio City auf den Philippinen erteilten der Unterstaatssekretär für fernöstliche Angelegenheiten im USA-Außenministe rium, William Bundy. und der Sonderbot schafter,:Präsident Johnsons, Averell Harriman, den amerikanischen Botschaf tern in. Asien- Anweisungen über die.
Forcierung der Aggression In Südost asien. Teilnehmer der Konferenz waren die Botschafter In den
Philippinen,
Burma, Südvietnam, Indonesien, Malay sia, Thailand, Kambodscha, Laos, Süd-
„Obgleich die meisten Zeitungen und
Kundfunkund" Fernsehstationen hier wenig tun. um die Bevölkerung wirklich über alle
Konsequenzen der Politik
Washingtons aufzuklären, ist die Bestür zung angesichts der jüngsten Überfälle auf die DRV doch unverkennbar. Sie wurde nicht nur sichtbar In den zahlrei chen
Demonstrationen von der Atlantikbis zur PazifikkUste im Februar. Fast taglieh • veröffentlichen auch Universitäts professoren,
Geistliche, führende Persön lichkeiten des öffentlichen Lebens Anzei gen in den
Tageszeitungen, in denen sie vor einer
Fortsetzung des jetzigen Kurses warnen und an die Öffentlichkeit appel lieren, der
Regierung in die Arme zu fal len.
Politik kritisiert hatten, zu vertraulichen Gesprächen ins Weiße Haus, um sie um zustimmen.
Gleichzeitig setzte er alles daran, um die sich gegen ihn bildende Fronde in der demokratischen Senatsfraktion aufzu brechen. Einen seiner schärfsten Kritiker im Senat fragte er bei einem Empfang, mit wem er denn vor seinen heftigen An griffen gegen die Vietnam-Politik der Re gierung gesprochen habe. Der Senator er klärte, er habe sich mit Walter Lippmann unterhalten.- Darauf hin- Johnson: "itW«nir Sie in Ihrem Wahlkreis wieder einmal eine Brücke brauchen, dann sprechen Sie doch auch mit Lippmann und kommen Sie nicht zu mir." Mit diesen Methoden gelang es ihm. zumindest im Kongreß die Stimmen der Kritiker weitgehend zum Schweigen zu bringen.
Dennoch bleibt es nur eine kleine
Gruppe, die auf eine Ausweitung - des Krieges drängt. Die „New York Times bezeichnete sie als „amerikanische Kriegs hetzer, die die Nachschubmöglichkeften und die vermutlichen Todesopfer bagatel lisieren, die mit einem Krieg an einer Dschungelfront verbunden sind, 7000 Mei len von der Küste Kaliforniens entfernt".
Die -Eskalation", das stufenweise Hin einstolpern in unübersehbare Abenteuer im Fernen Osten war es jedenfalls nicht, was die amerikanischen Wähler wollten, als sie dem Ultra-Kandidaten Goldwater eine vernichtende Niederlage bereiteten.
-Das amerikanische Volk hatte bei den Wahlen mit eindeutiger Klarheit gesagt, daß es sich nicht unbesonnen auf einen solchen Weg begeben will", warnte die „New York Times
. Angesichts der Tat sache, daß Johnson das Mandat der Wäh ler täglich stärker in den Wind schlägt.
bleibt abzuwarten, welche Mittel die ame rikanische Öffentlichkeit findet, um ihren Protest nachhaltiger zu Gehör zu bringen.
' ' Von beträchtlichem Gewicht Ist auch der außenpolitische Druck, der auf Wa shington ausgeübt wird. Von Frankreichs Präsident de Gaulle bis zu Japans Pre mier Sato, von UNO-Generalsekretär Thant bis zu den Führern der nichtpakt gebundenen Staaten wie Nasser, Tito, Shastn, Sihanouk und andere reicht die Skala jener Regierungen, die Johnsons aggressiven Kurs, in Vietnam mit. Sorge und Unruhe verfolgen.
Präsident Johnson scheint Indessen un ter dem Einfluß der Ultras zu stehen. Die Befürworter einer Ausweitung des Krie ges haben besonders im Pentagon und Im Kongreß starke Positionen. Der Führer der Republikaner im Senat, Dirksen, läßt kaum einen Tag verstreichen, ohne hyste rische Appelle an die Regierung zu rich ten. Jetzt sind die Republikaner im Kon greß sogar schon dazu übergegangen, jede Idee einer Koexistenz mit sozialistischen Staaten überhaupt als illusorisch zu be zeichnen. Sie deuteten an, daß sie gegen die Ratifizierung des Konsularvertrages mit der Sowjetunion stimmen würden.
Es dürfe; keine Abkommen mehr mit den sozialistischen Ländern, geben.
Johnson hat in den letzten Tagen viel Zeit dafür aufgewandt, um seine schmale Position ~z\i verbreitern. Wie die „Time berichtet, lud er Journalisten, die seine
Frau Lumumba:
Wir wissen uns bei Freunden
Frau Pauline Lumumba, die Witwe des unvergessenen kongolesischen Pre miers, und Frau M Barlga, Präsidentin der Frauenorganisation Kongos, die an läßlich: des Internationalen Frauentages in der DDR weilen, gewährten unserer Karlra Lietzmann ein Gespräch,
ND: Können Sie uns bitte sagen, wel ches Hauptanliegen Sie mit Ihrer Reise in die DDR verknüpften?
Frau Lumumba: Ich bin sehr glücklich, daß ich die Möglichkeit habe, die DDR zu besuchen und ihre Menschen, besonders viele Frauen, kennenzulernen. Wir wissen, daß wir zu Freunden gekommen sind, die den Freiheitskampf des kongolesischen Volkes unterstützen. Unser sehnlichster Wunsch war es deshalb, die Kontakte noch enger zu gestalten.
Frau M'Banga: wir haben schon viel von Ihrem Land gehört, für dessen Hilf« unser Volk große Dqnkbarkelt empfindet.
Uns Frauen und Mütter interessiert beson ders, wie die Frauen, die Familien in der DDR leben und arbeiten, welche Bildungs möglichkeiten sie haben und welche so ziale Unterstützung sie genießen.
ND: Während Ihres viertägigen Aufent* haltes im Bezirk Karl -Marx-Stadt hatten Sie zahlreiche. Begegnungen. Welche Ein druck« haben Sie
Frau Lumumba: Der nachhaltigste Ein druck ist wohl die große Herzlichkeit, mit der wir überall aufgenommen wurden, die große Anteilnahme am Schicksal unseres Volkes. Unvergeßlich werden mir als Frau die Feierlichkeiten anläßlich des Interna tionalen Frauentages in Erinnerung blei ben — die festliche Atmosphäre, die Ehrung tüchtiger Frauen.
Aber ebenso werden wir auch an jene Stunden im Kreit der Karl-Marx-Städter Familie Butze zu.
rückdenken. Ich bin selbst Mutter von vier Kindern und konnte mich dort eingehend über Erziehungsprobleme unterhalten.
Frau M'Bariga: wir sind tief beeindruckt von der hervorragenden sozialer Fürsorge, die den Werktätigen in der DDR zuteil wird. Wir hatten Gelegenheit, dq« große Bergarbeiterkrankenhaus in Erlabrunn zu besichtigen und mit Ärzten und Schwestern zu sprechen. Aus eigener Anschauung können wir sagen, daß hier alles getan wird, damit die Säuglingsund Kindersterblichkeit immer mehr sinkt und gesunde, lebensfrohe Kinder heran wachsen.
Kurz: Hier in der DDR ist oll das Wirklichkeit, was wir kongolesischen Frauen und Mütter erträumen, wofür wir kämpfen,
Berlin (ADN/ND).
Millionen • Frauen aller Kontinente begingen am Sonntag und Montag den Internationalen Frauen tag mit Kundgebungen, Mahnwachen, Kultur- und Festveranstaltungen. In Mos kau.
Prag, Peking und Hanoi wurden Empfänge zu Ehren der Frauen gegeben.
In Wien fand eine glanzvolle Festveran staltung unter Mitwirkung der Wiener Staatsoper statt. Für die Frauen Helsinkis wurde wieder der traditionelle Frümahrsmarkt organisiert Algier stand im Zei chen der größten Demonstration seiner Geschichte, auf der die Frauen ihre Sym pathie für die Regierung ausdrückten. In Frankreich, Japan und Indonesien orga nisierten die Frauen Mahnwachen und setzten sich auf Kundgebungen für. den Weltfrieden, besonders für die Beendi gung des Krieges In Vietnam ein.
Jerusalem (ADN/ND). Der nach Israel geeilte Sonderbeauftragte des Bonner Bundeskanzlers, der
CDU-Bundestags abgeordnete Dr. Kurt Birrenbach, hat dem israelischen Regierungschef Eshkol am Dienstag ein persönliches Schreiben von.Erhard überbraeht. Wie* das israelische Außenministerium, inzwischen -bekannt gab, hat Birrenbach der Regierung Eshkol im Auftrag Erhards offiziell die Auf nahme diplomatischer Beziehungen und eine umfangreiche Wirtschaftshilfe ange boten. Politische Beobachter in Jerusalem fügen hinzu, daß sich hinter der Formu lierung -Wirtschaftshilfe* auch die Frage der weiteren Bonner Waffenlieferungen verbirgt.
Die amerikanische Agentur UPI be richtet, Eshkol habe „seine Genugtuung
über den jüngsten Schritt
Bundes» regierung in der Nahost-Krise" geäußert Auch der stellvertretende israelische Mi nisterpräsident Eban und Ex-Minister präsident Ben Gurion sollen ihre. Befrie digung zum Ausdruck gebracht haben.
Sie behaupten, es sei der Besuch Ulbrichts in der VAR, der die deutsch arabische Freundschaft in Gefahr brächte.
Ich sage, daß es die verräterischen und betrügerischen Handlungen Westdeutsch lands gegen die ganze arabische Nation sind, die Lieferung von Waffen, Flug-, zeugen und Panzern zum Töten von Ara bern, die die Freundschaft beeinträchtigt haben. Ich sage, daß es die von westdeut schen Staatsmännern betriebene Politik der Lügen und der Heuchelei ist, die die"
Freundschaft beeinträchtigt hat Das hat uns dazu gebracht: nichts von dem zu glauben, was sie. sagen, denn für sie gibt es kein Ehremvort..Es.ist uns unmöglich, ihren Worten zu trauen. Sie verfolgen die Politik des Neokolonialismus. Ihre Politik ist es, sich In Afrika einzuschleichen, An leihen und Hilfe anzubieten und dann,, vermittels solcher Anleihen und Hilfe,!
Bedingungen aufzuerlegen. In der ver-t gangenen Woche widerfuhren Tansania ähnliche Dinge. Sie forderten dieses Land.
auf, entweder ihre Bedingungen zu akzep-.
Heren, oder sie würden ihre Hilfe ein» stellen. Mit der hohen Würde und Ehre, eines freien afrikanischen Landes wies Tansania diese Worte zurück und er klärte, es werde keinem Außenstehenden gestatten, ihm Befehle zu erteilen. Darauf entzogen; die neokolonialistischen. West deutschen Tansania ihre Militärhilfe.
Um noch einmal auf die gestrige Ver lautbarung (Bonns, d..Red.) zurückzukom
Dann behaupteten sie in ihrer gestrigen Verlautbarung. die
Bundesregierung leiste einen bedeutenden Beitrag zur Her ausbildung einer klaren Nahost-Politik durch Ihre Entscheidung, künftig keine Waffen In Spannungsgebiete zu liefern Gewiß sagten sie, daß sie die Waffenliefe rungen eingestellt hätten. Aber sie erklä ren, sie würden Israel den Gegenwert der Waffen geben, damit es Waffen anderswo kaufen könnte. Selbstverständlich können wir das nicht hinnehmen, und wir lassen uns durch wicht Redereien nicht ttiü 6Chen. Deün: wenn dies Irgend etwas be weist, dann Westdeutschland» imperia listische Politik. Es ist dlei nicht allein eine Imperialistische. Politik, denn West deutschland Ist kein unabhängiges Land.
Es ist ein von den Engländern, Franzosen und Amerikanern besetzter Staat und sie versuchen zu demonstrieren, daß sie ein unabhängiges Land seien.
Es Ist dergestalt ein Staat, der als ein Werkzeug In den Händen des Imperialis mus betrachtet werden kann."
In einem britischen Hotel Rann man folgenden Hinweis lesen; -Amerikaner werden gebeten, vor' Zwei Uhr früh' nach Hause. zu kommen. — Deutsche werden gebeten, nicht "vor sechs Uhr morgens aufzustehen. —. Italiener wer den ersucht, nach zehn Uhr abends keine Gespräche zu führen."
Bereits 1963 bewilligt« dl« westdeutsch« Regierung Salazar eine
Anleihe von 120 Mil lionen Mark, Im vergangenen Jahr griff sie dem faschistischen Regime mit 400 Millionen Mark unter die Arme. Die Salazar-Reglerung verwandt« das Geld dazu, Kriegsflugzeuge - darunter 30 Mehrzweckflugzeuge aus den Domierwerken
In Frledrlchshofen/Bodensee -, Bomben, Militärlastwogen sowie über 10 000 Maschinenpistolen und Gewehre in Westdeutschland «Inzukaufen.
Wie der Diktator Salazar in einem Inter view mit der neofaschistischen westdeutschen.Soldaten-Zeltung" erklärte, erfolgen die Waffenlieferungen „im Rahmen der Ab machungen mit der Bundeswehr". Diese Abrnadiungen beinhalten auch den Bau von Kasernen,
Flugplätzen, Ausbildungslagern und anderen militärischen Objekten der por tugiesischen Armee mit Hilfe westdeutscher Spezialisten und unter Aufsicht von Offlzieren der Bundeswehr.
Die Hintergründe dieser massiven Unter stützung' der blutigen Kolonlaifeldzüge Solazars enthüllte die angolesische Studenten zeitschrift.The Angolan Student", indem sie darauf hinwies, daß die westdeutschen Mo nopole.besondere Profitinteressen In diesen Gebieten haben. Allein an der Ausbeutung Angolas sind Ober 200 westdeutsche Unter.
nehmen beteiligt.' Besonders Krupp, DEMAG und Rheinstahl-Konzern sind dort und In Mogambique eingedrungen.' Gemeinsam mit, dem Kolonialregime Salazars erzielen sie rie sige Profite. So konnte der Präsident der Deutschen Bank, Hermann 'Josef Abs, befrie digt feststellen,.daß sich Portugal der (west-)
deutschen Interessen mit besonderer Wärm«"
angenommen habe.
(ADN/ND)
Der Student vom Knüppel eines.-der - Hünen aus der „Policla Armada" getrofr fen, stürzt »in den Schnee der Avenida; Calvo Sotelo. Ein Priester in der Soutane - stützt den Verletzten und führt ihn zum Bürgersteig. Die Kommilitonen —. das Wort «Mitstreiter" gewinnt hier neue Bedeutung - ziehen weiter: -„Mörder!";
»Freiheit!", „Nieder mit der Diktatur!", „Amnestie!" rufen sie:
Wie tief die Krise des Franqulsmus }#,;
beweist die Tatsache, daß heute in.Spa-, nien > in aller Öffentlichkeit über die Nachfolge des 73jährigen Diktators disku tiert wird — - In der Presse und im Rundfunk, ja selbst bei den Ministem. Ein.
Teil' der herrschenden Kreise sagt sich von ihm los. Im Oktober 1964 interviewte, der Pariser „Figaro" einen "Mann, der 'als Sprecher ' jener
: Kralse des amtlichen-,
Madrid angesehen werden darf, die nach einer Alternative zu Franco suchen: Graf Motrico, Ex-Botschafter Francos am Hof de Gäulles. einer.der 'ersten Männer im Nationalrat der -faschistischen Falange,.
Aufsichtsratsmitglied von 15 Monopolen.
-Der "Franquismus ist ein'' System, das' einer Ausnahmeetappe unserer Geschichte angepaßt war" (das also überholt ist, J. G.), sagte der Graf.
Dafür sind zwei Tagungen aufschluß reich, die Anfang Februar fast gleichzeitig in Madrid • stattfanden,. Die Falange- Jugend verkündete den „Klassenkampf", den Kampf gegen die '„500 Familien, die unser Land beherrschen". -I>er Ständige Ausschuß der Einheitseewerkschaft bil ligte in Anwesenheit von. Minister Solis ein Programm, das es ablehnt, den Arbei tern die Lasten des „Entwicklungsplans"
aufzubürden und die Unternehmerprofite unangetastet zu lassen; eine solche Poli tik, sei ein -Instrument sozialen Rück schritts". Das sind neue Töne.
Diese Vorboten einer Neuorientierung lassen den gleichzeitig wachsenden Terror
Ob dies auf, die Dauer gelingt, muß bezweifelt werden. Der Prozeß gegen San doval und elf weitere Genossen im De zember 1964 war symptomatisch dafür:
Unter den Verteidigern der Kommunisten waren zwei Männer von Rang und Namen im bürgerlichen Spanien: Prof. Dr. Joaqmm Ruiz-Jimmez und Prof. Tierno Galvan. Rulz-Jlmlnez war Franco-Offizier.
Botschafter beim Vatikan, Bildungsmini ster; er war als einziger spanischer Laien katholik zum II. Vatikanischen Konzil ge laden; er ist Mitglied des Falange-Narionalrates und war bis vor kurzem Abge^ ordneter der.'Cortes, des spanischen
Ständeparlaments; er lehrt Recht an der Madrider Universität und redigiert die „Hefte für den Dialog". Prof. Galvan ar beitet an der Universität Salamanca und gilt als einer der Führer einer sozialisti schen Opposition. Er hat sich in mehreren Interviews offen gegen Franco ausgespro chen und zum Sozialismus bekannt
Im - verschneiten und kalten Madrid haben die Studenten eine neue Runde im Kampf gegen Franco eröffnet Wa» Sich anfangs als Revolte gegen die staatliche Zwangsorganisation der Studenten (SEU)
manifestierte, zeigte sich in -Wirklich keit als studentisches Aufbegehren gegen die Diktatur. Die Stüdentenuhruhen in Madrid — sie haben 'Inzwischen auf an dere Universitätsstädte übergegriffen zeigen die Breite der Front gegen das Franco-Regime.
English translation
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--- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) ---
Frauen der Welt begingen 8. März
Berlin (ADN/ND). Millionen Frauen aller Kontinente begingen am Sonntag und Montag den Internationalen Frauentag mit Kundgebungen, Mahnwachen, Kultur- und Festveranstaltungen. In Moskau, Prag, Peking und Hanoi wurden Empfänge zu Ehren der Frauen gegeben. In Wien fand eine glanzvolle Festveranstaltung unter Mitwirkung der Wiener Staatsoper statt. Für die Frauen Helsinkis wurde wieder der traditionelle Frühjahrsmarkt organisiert. Algier stand im Zeichen der größten Demonstration seiner Geschichte, auf der die Frauen ihre Sympathie für die Regierung ausdrückten. In Frankreich, Japan und Indonesien organisierten die Frauen Mahnwachen und setzten sich auf Kundgebungen für den Weltfrieden, besonders für die Beendigung des Krieges in Vietnam ein.
--- English translation ---
Women of the world observed 8 March
Berlin (ADN/ND). Millions of women on all continents observed International Women's Day on Sunday and Monday with rallies, vigils, and cultural and festive events. In Moscow, Prague, Beijing and Hanoi, receptions were held in honour of women. In Vienna a splendid festive event took place with the participation of the Vienna State Opera. For the women of Helsinki the traditional spring market was organised again. Algiers was marked by the largest demonstration in its history, at which women expressed their sympathy for the government. In France, Japan and Indonesia women organised vigils and, at rallies, campaigned for world peace, especially for an end to the war in Vietnam.