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Reichtum des Lebens, Reichtum der Literatur (V. Deutscher Schriftstellerkongress; photo caption naming Rukiah Kertapati), Berliner Zeitung, 23 Juni 1961

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Member named: Rukiah Kertapati 23. Juni 1961 Seite LITERATUR UND LEBEN Reichtum des Lebens Reichtum der Literatur Nicolas Guillen, der große kuba nische Dichter, hat vor wenigen Jah ren an dem IV. Deutschen Schriftstellerkongreß teilgenommen. Er war Emigrant, seine Heimat von einer Diktatur im Auftrag der USA be herrscht. Dem V. Kongreß, der Ende Mai stattfand, überbrachte ein Ver treter des freien Kuba Grüße von dem Vorsitzenden des Verbandes der Schriftsteller und Künstler — Nico las Guillen. ren wie Helmut Baierl, Paul Wiens, Dieter Noll und schreibende Arbei ter zu Problemen der sozialistischen Literatur sprachen, wenn von der breiten Wirkung der Werke von Hans Marchwitza, Bruno Apitz und Kuba die Rede war, dann wurde deutlich spürbar, in welch starkem Maße unsere Literatur eine Litera tur des Volkes ist. Die Verbreitung wertvoller richtungweisender Bücher, dazu die ständig wachsende künstle rische Betätigung der "werktätigen Menschen zeugen vom Werden der Literatureesellschaft. einem Merk mal der sozialistisch gebildeten Na tion. Die Reihe der Beispiele muß unvoll ständig bleiben. Aber es ist Gesetz, die vorandrän gende gesellschaftliche Entwicklung stellt auch die Literatur ständig vor neue Aufgaben. Und so kann man mit dem Erreichten niemals zufrie den sein. Dringendes Anliegen, und daher auch eines der Hauptthemen auf dem Kongreß, war die künstle rische Vertiefung der literarischen Aussage. Seit Jahren sprach man von dem Streben nach künstlerischer Mei sterschaft, aber es gab keine rechte Verständigung, was darunter eigent lich zu verstehen sei. Die Tagung brachte keine völlige Klarheit. Aber über sehr wesentliche Aspekte spra chen sowohl Anna Seghers in ihrem Referat als auch einige Diskussions teilnehmer. Das Leben in seiner Vielfalt und Widersprüchlichkeit voll zu erfassen und darzustellen, darum geht es in erster Linie. Eine Litera tur, die die Konflikte in unserer so bedeutungsvollen Zeit bis zu ihren tiefsten Ursachen und Zusammen hängen verfolgt, spricht aus dem Herzen des Volkes und zu dem Her zen des Volkes. Sie hat auch die Kraft, für ganz Deutschland zu sprechen. vorzuhaben — selbst beachtenswerte Vorschläge zur Zusammenarbeit machte. Er will sich dafür einsetzen, daß zum Beispiel Werke von unseren Autoren in Westdeutschland erschei nen können, dementsprechend sollten dann Bücher westdeutscher Schrift steller bei uns herausgebracht werden. Literatur des Volkes Dieses Bewußtsein wird jedoch vor allem durch die sozialistische Entwicklung unserer Republik ge stärkt. Das beweisen Erfolge auf politischem und ökonomischem Ge biet, im kulturellen Bereich findet es seinen Ausdruck in den immer enger und vielfältiger werdenden Beziehungen zwischen unseren in der Produktion arbeitenden und den künstlerisch tätigen Menschen. Wenn auf dem Kongreß von vielen so ge liebte und verehrte Schriftsteller wie Anna Seghers, Arnold Zweig, Willi Bredel, daneben junge Auto- Die Perspektive entscheidet Das ist gleichzeitig ein wesent licher Faktor, wenn wir sagen können, daß die Literatur der Deut schen Demokratischen Republik im wesentlichen die deutsche National literatur repräsentiert. Hinzu kom men andere Gründe. Die kapitalisti sche Gesellschaft vermag dem Men schen keine Perspektive zu geben und so auch nicht der Dichtung. Es ist an der Literatur aller Zeiten nachzuweisen, ohne echte Perspektive für das Leben kann keine große Literatur entstehen. So sind z. B. die Schriftsteller in West deutschland bestenfalls zur Kritik an den dort bestehenden Verhält nissen imstande, einen Ausweg ver mögen sie nicht zu weisen. Zudem sind sie außerstande, das literarische Werk vor dem formalen Zerfall zu bewahren. Demgegenüber kann die sozialisti sche Literatur als Literatur einer hu manistischen Gesellschaft an dem humanistischen Erbe aller Zeiten an knüpfen Diese unerschöpflich reichen Quellen und die Tatsache, daß in un serem sozialistischen Leben ständig neue Inhalte und dementsprechend neue Formen geboren werden, er möglichen es, vom Roman bis zum Gedicht, vom Drama bis zum Fern sehspiel immer größere inhaltliche und formale Reife und Tiefe zu er reichen. Viele beweiskräftige Arbei ten älterer und jüngerer Autoren wurden während der dreitägigen Be ratungen angeführt. Anna Seghers' „Entscheidung", Kubas Störtebecker- Ballade, Helmut Baierls „Frau Flinz", Helmut Sakowskis Fernsehspiel „Steine am Weg", der Film „Fünf Pa tronenhülsen" von Walter Gornsh. Zahlreiche ausländische Delegierte, unter ihnen Rukiah Kertapati aus Indo nesien, nahmen an den Beratungen teil. Sie kamen und diskutierten Dieses nationale Anliegen der so zialistischen Literatur unterstreicht gleichzeitig die Bedeutung des Kon gresses für ganz Deutschland. 20, dar unter sehr bekannte, Schriftsteller aus Westdeutschland.- wie Tralow. Wal ser, Grass, Reinfrank, Hamm. Weismantel, waren gekommen. Nach den sehr klugen, grundlegenden Ausfüh rungen von Hermann, Kant zu einigen Problemen der westdeutschen Litera tur diskutierten sie eifrig mit. Dabei ging es nicht ohne Mißverständnisse und Kontroversen ab. Aber so wie in der DDR marxistisch-leninistische und christliche Autoren in selbstverständ licher Gemeinsamkeit zusammen stehen, begrüßen sie auch jede Mög lichkeit zu Gesprächen mit allen ehr lich um Verständigung bemühten westdeutschen Schriftstellern. Gerade in dieser Hinsicht hat der Kongreß große Hoffnungen erweckt. Zeigte es sich doch daß zum Beispiel Günter Grass nach seinem sehr heftigen Dis kussionsbeitrag, auf Grund des fein fühligen Eingehens auf seine Äuße rungen — hier sind besonders Stefan Hermlin und Alexander Abusch her- Nachteile" Im Hinblick auf diese Fragen und den Weg, der sich für unsere Litera tur aus dem Stand der gesellschaft lichen Entwicklung ergibt, hat die Konferenz einen wertvollen Beitrag geleistet. Dagegen haben Probleme, wie sie mit der Bitterfelder Tagung im Zu sammenhang stehen, eine zu geringe Rolle gespielt. Zweifellos hat es nach Bitterfeld mancherorts sektiererische Einengungen gegeben. Auf dem Schriftstellerkongreß war von Redak tionen die Rede, die nur noch Bei träge schreibender Arbeiter gedruckt haben und Arbeiten von Schriftstel lern unbeachtet ließen; von Bestre bungen, ausnahmslos jeden Schrift steller zu verpflichten, eine ständige Verbindung zu einem Betrieb oder einer LPG aufrecht zu halten. Oft wurde die gesellschaftliche Arbeit eines Schriftstellers an der Produktionsstätte höher gewertet als sein literarisches Schaffen. Diese Entstel lungen sind überwunden. Aber das echte Anliegen des Bitterfelder We ges, daß ein Schriftsteller mit dem Leben unserer werktätigen Men schen, in welcher Form auch immer, eng verbunden sein muß, war m zu geringem Maße Gegenstand der Be ratungen. Erinnerungen an Maxim Gorki Über persönliche Begegnungen mit Maxim Gorki sprachen Prof. Alfred Kurella und Gustav von Wangen heim am Mittwochabend im Berli ner Club der Kulturschaffenden. Beide waren im April 1935 gemein sam mit Joris Ivens bei Gorki, um von ihm ihr Drehbuch für „Kämp fer", einen Film über den Leipziger Reichstagsbrandprozeß, beurteilen zu lassen. Von einem Zusammentreffen mit dem Dichter im Spatsommer 1932 berichtete Professor Kurella. Gorki habe damals im Gespräch gesagt: Der Mensch soll sich als Herr der Erde und Erbe aller ihrer Güter füh len, soll stolz sein auf die Schätze der Kultur, die „märchenhaften Lei stungen" vergangener Generationen, sie lieben und sie gegen die herauf ziehende Barbarei verteidigen. *&h«&Mk ROMAN VON HANS VON OETTINGEN Illustrationen von Gerhard Rappus 31. Fortsetzung ..Leider können Sie die Konse quenzen ear nicht tragen", sagte Brinkmann...denn was auch immer mit Ihnen geschehen würde, es wurde die Sachp nur noch schlimmer machen. Auch wenn wir Sie opfern, wäre die aufeeputschte Öffentlich keit wahrscheinlich nicht einmal mit Ihrem Kopf zufrieden. Im Gegen teil", der Leutnant lächelte dünn, „vielleicht würde man Sie als Martvrer. als Sündenbock bemitleiden, hinter dem sich die ganze militaristi sche Führung verschanzt. Das wäre wohl auch nicht ganz der richtige Effekt, wie?" Jago wußte daß er nichts mehr zu verlieren hatte. Er haßte plötzlich diesen fischäueigen MAD-Offizier, den massig hinter seinem Schreiotisch hockenden, aufgeschwemmten Kommandeur und das Ohrfeigenaesicht des Ordonnanzoffiziers, der immer noch an der Wand lehnte und überlegen auf den Hauptmann her absah. „Meine Herren", sagte Jago kühl, „bleiben wir doch einmal bei den Tatsachen. Es ist richtig — ich haoe dem Soldaten im Interesse des Manövererfolges der ganzen Ab teilung nahegelegt, den kürzesten Weg zur Übermittlung seiner wich tigen Meldung zu wählen. Aber ich habe ihm niemals einen Befehl geeeben. den Fluß zu überschreiten. Der Soldat Vetter ist bei der von* ihm absolut freiwilligen Durchquerung des Flusses ertrunken. Ich kann allen falls wegen Verletzung meiner Dienstaufsichtspflicht belangt werden, das ist aber auch alles." Brinkmann schüttelte erstaunt den Kopf: „Herr Hauptmann, Sie saieinen immer noch nicht begriffen zu haben. Es geht hier weder um Sie, noch um den toten Soldat Vetter es geht hier um einen Vorfall, der sich zu einem politisch denkbar un günstigsten Zeitpunkt ereignet hat, der dem politischen Gegner scharfe Munition liefert und dadurch zu einem Politikum geworden ist. Die ses Politikum schleunigst aus der Welt zu schaffen, ist unsere gemein same Aufgabe." Der Hauptmann lehnte sich in sei nem Stuhl zurück. Ihm wurde lang. sam bewußt, daß er hier nicht als Angeklagter saß, sondern daß man ihn brauchte. Man machte ihn zum Mitwisser einer vertraulichen Aktion. und man würde auch nach Abschluß dieser Aktion nie mehr etwas gegen ihn unternehmen können; im Gegen teil, er durfte vielleicht sogar Dank barkeit erwarten. Diese Wendung der Dinge schien ihm so günstig, daß er etwas überheblich fragte: „Wenn ich Sie recht verstehe, so wäre Ihnen nichts unangenehmer, als daß ich die Schuld an diesem bedauerlichen Un fall zugebe und ein entsprechendes Verfahren gegen mich einleiten lasse?" Brinkmann sah Jago kalt an: „Herr Hauptmann, ich bedaure außer ordentlich, feststellen zu müssen, daß Sie immer noch nicht ganz begriffen haben. Was glauben Sie eigentlich, warum ich hier bin? Ich habe ver sucht, Ihnen klarzumachen, daß es sich hier um ein Politikum handelt. Bilden Sie sich etwa ein, daß wir Ihnen auch nur die geringste Eigen initiative in dieser Angelegenheit überlassen? Sie werden meinen An ordnungen unbedingte Folge leisten. Tun Sie das nicht, so sehe ich in Ihrem Verhalten eine Staatsgefähr dung. Haben Sie mich jetzt endlich verstanden?" Jago fror unter dem Blick des MAD-Offlziers. „Der juristische Wert der Meldung steht und fällt natürlich mit der Aussage dieses Feldwebels Meyer' fuhr Brinkmann fort Jago legte die Akte zur Seite und überwand seine Neugier, sofort hin einzusehen. „Bleiben noch die Soldaten, die zu letzt mit Vetter sprachen, Leutnant Hartmann und Dr. Osterloh. Wegen der Soldaten und Hartmann", der „Bleibt noch dieser Dr. Osterloh", meinte Brinkmann nachdenklich. „Er ist zweifellos die intelligenteste und gefährlichste Figur in diesem Spiel. Er ist Zivilist, wir können nicht direkt an ihn heran. „Aber so wie die Dinge liegen, kann er uns doch sar nicht mehr gefähr lich werden", sagte der Major. „Er reitet gegen Windmühlenflügel." Als Hauptmann von Jago zwei Stunden später mit dem dünnen Aktendeckel unter dem Arm das Kompaniegebäude betrat, prallte er fast mit Leutnant Hartmann zu sammen. MAD - Offizier wandte sich an den Kommandeur, „haben wir ja bereits gesprochen. Das erledigen Sie inner halb der Abteilung." Literarisches kurz und knapp Gäste zur 300-Jahr-Feier Zahlreiche ausländische Biblio thekswissenschaftler und Kultur schaffende werden an der 300-Jahr- Feier der Deutschen Staatsbibliothek im Herbst dieses Jahres in Berlin teilnehmen. Obwohl der westdeut sche Verband der Bibliothekare sei nen Mitgliedern die Teilnahme am Jubiläum der Deutschen Staatsbiblio thek verboten hat. erklärten sich bereits zahlreiche Kulturschaffende aus Westdeutschland zur Teilnahme an dem festlichen Ereignis bereit. Für 400 Millionen Bücher im Werte von fast 400 Mil lionen DM setzt der Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel (LKG) um. Vor einigen Tagen konnte er auf ein 15jähriges erfolgreiches Wir ken zurückblicken Der Betrieb be gann seine Arbeit mit sieben Mit arbeitern. Heute ist dem LKG die Gesamtauslieferung der Produktion aller 115 Verlage der DDR sowie der des Auslandes an den Buchhandel der DDR übertragen. DER SOWJETISCHE Enzyklopädie- Verlag bereitet gegenwärtig die Her ausgabe eines chemischen Speziallexikons vor. Das vierbändige Werk ist Bestandteil einer ganzerr Serie von Nachschlagewerken, die für Spe zialisten. Wissenschaftler und Leh rer gedacht sind. DIE EINBERUFUNG des Dritten Nationalen Kongresses hat der Ver band der Schriftsteller und bilden den Künstler Vietnams für Ende 1961 bzw. Anfang 1962 beschlossen. IN DEN STÄDTEN der SU finden zur Zeit überall Feierlichkeiten zu Ehren des 150. Geburtstages des gro ßen russischen Literaturkritikers Wissanon Belinski statt. „DIE VÄTER", der 1. Band dei Rntnantiilogie von Willi Biodel i?1.n einer neuen Ausübe in 100 DOC Exemplaren soeben in Moskau etschienen. Die Bände..Sohne" und..Enkel" werden in gleicher Ausstat tung demnächst erscheinen. Im Präsidium des V. Deutschen Schriftstellerkongresses hatten u. a. Platz genommen: Alexander Abusch, Anna Seghers. Arnold Zweig, Erwin Stritt matter, Kurt Hager, Stefan Hermlin (von links nach rechts). Vor wenigen Tagen, während der Arbeiterfestspiele in Magdeburg, zeigte sich in Programmen, bei Be gegnungen und auf der Konferenz der schreibenden Arbeiter die Viel zahl und Vielfalt der Beziehungen von Autoren zu den Werktätigen, wie sie sich in den letzten Jahren ent wickelt haben. Diese Fülle von Er fahrungen, die sichtbar wurde, gilt auszuwerten, müssen unsere Schriftsteller für ihre weitere Arbeit nutzen. „Große Vorzüge und einige mitt lere Nachteile" habe der Kongreß ge habt, sagte Anna Seghers, als sie, zur Vorsitzenden des Vorstandes im Deutschen Schriftstellerverband wie dergewählt, die Beratung schloß. Alles sind Probleme in der Entwick lung, heute beraten, morgen verwirk licht und weiter beraten. Überzeu gend wurde deutlich, was in der Grußadresse des ZK an den V. Deut schen Schriftstellerkongreß zum Aus druck kam „Wenn für die Mehrheit unserer Menschen die Ideen unserer Zeit, die Ideen des Sozialismus, des Friedens, der Völkerverständigung zum lebendigen Geistesgut geworden sind, dann haben unsere Schriftsteller bedeutenden Anteil daran". Isa Für man ski FERNSEH VORSCHAU Sonnabend, 24. Juni 10.00 Uhr (Spätarbeiterprogramm): Die Aktuelle Kamera — Die Wendel treppe (ungarischer Film P 14), Der Augenzeuge 14.00—19.00 Rendezvous am Wo chenende mit Fridolin: Kennen Sie den? Internationaler Leichtathletik- Treffpunkt beim Rosicki-Memorial; Meister Nadelöhr erzählt Märchen. Vom Feld in den Kochtopf: Der Fernsehkoch empfiehlt; Blauer Dunst: „Nikotas" Erlebnisse; Der neue Schlager; Spuk um Mitter nacht; Bummel über die Berliner Spreeinseln; Rund um die Welt; Unser Sandmännchen 19.05 Tele-BZ 19.30 Die Aktuelle Kamera — Be richte aus dem Zeitgeschehen — Das Wetter 20.00 Gut aufgelegt — Annemarie Brodhagen plaudert über Schallplatten 21.00 1000 Jahre Halle 22.00 Heute bei Krügers (8. Folge) anschließend: Die Aktuelle Kamera (Spätausgabe) „Und nun, meine Herren"', Brink mann klappte ein Notizbuch auf, „kommen wir zur Verfahrensweise. Sie, Herr Major, geben die Meldung Hartmanns auf dem Dienstwege wei ter. Wir wollen keine Formfehler machen. Es wäre auch recht zweck mäßig, wenn Leutnant Hartmann von der Weitergabe de;- Meldung er fährt' — er sah Jago an. Jago nickte. „Auf Meyer können wir uns ver lassen", versicherte der Hauptmann. „Das möchte ich nicht so ohne wei teres unterstellen", meinte der MAD- Offizier unbeeindruckt. „Was glauben Sie, soll diesen Meyer dazu bewegen, Ihnen zuliebe einen Meineid zu lei sten? Ich empfehle Ihnen, sich mit dem Feldwebel über die Unterlage" — Brinkmann nahm einen roten Ak tendeckel aus seiner Mappe und reichte ihn Jago — „recht eindring lich zu unterhalten. Das scheint mir erfolgversprechender." „Jawohl", sagte der Major. „Ich werde nachher die Einzelheiten mit Hauptmann Jago durchsprechen." Brinkmann zuckte die mageren Schultern:..Ich habe mich etwas über ihn informiert. Er ist gefährlich. Wir müssen bei ihm mit Über raschungen rechnen. Meine Herren es ist sehr wichtig, daß sich alles rechtlich korrekt abspielt. Es darf keine Pannen mehr geben." DER ZWEITE BAND der „Ge schichte des Großen Vaterländischen Krieges der Sowjetunion in den Jah ren 1941 — 1945" ist jetzt in Moskau erschienen. 170 WISSENSCHAFTLICHE BÜ CHER aus den Gebieten Biologie, Zoologie, Botanik, Geographie, Aquarien- und Terrarienkunde ha ben 18 Verlage der DDR für die Neueinrichtung der Bibliothek der Universität Concepcion in Chile zur Verfügung gestellt. Folos:f2)ZB „Entschuldigen Sie — ". Hartmann grüßte. Fortsetzung folgt Es nahm diesmal auch ein Schrift steller aus Ghana das Wort. Zur Zeit des IV. Kongresses 1956 gab es den Staat, aus dem er zu uns kam, noch nicht. Er sprach für einen ganzen Erdteil, von dem riesige Gebiete sich in den letzten Jahren befreit haben oder im Kampf um ihre Befreiung stehen. Nur zwei Beispiele von vie len. Delegierte aus 24 Ländern nah men jetzt an den Beratungen teil, sprachen über ihre Länder und ihre kulturelle Entwicklung, waren leben diger Beweis für die entscheidenden Entwicklungen, die sich im inter nationalen Maßstab vollzogen haben. Und wenn auch nicht ausdrücklich davon gesprochen wurde, diese inter nationale Situation wirkt sich in überaus starkem Maße auch auf un sere Literatur aus. Man muß das Werden unserer Republik und damit auch ihrer Literatur im Zusammen hang mit dem sich immer deutlicher abzeichnendei Ende der imperialisti schen Herrschaft betrachten. Denn aus dem Wachsen der antiimperiali stischen und besonders der sozialisti schen Kräfte holt das künstlerische Schaffen seine Kraft. Das zeigt sich nicht nur in Reportagen oder anderen Werken über das Leben in den ehe mals kolonialunterdrückten Län dern, sondern auch in dem Bewußt sein der Unbesiegbarkeit, als einen Grundzug der Literatur unserer Re publik.

English translation

=== [Page 1] === Photo caption: 'Numerous foreign delegates, among them Rukiah Kertapati from Indonesia, took part in the deliberations.' Related passage: 'Delegates from 24 countries took part in the deliberations this time, spoke about their countries and their cultural development, and were living proof of the decisive changes that have taken place on the international scale.' (The rest of the page covers the congress, Anna Seghers's re-election and unrelated items.)