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Neues Deutschland, 7 Juli 1955, S. 5: Frieden und Glück für die Kinder aller Mütter

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Text

Frieden und Glück für die Kinder aller Mütter iiiiiiiiimiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiitiu Zum Weltkongreß der Mütter in Lausanne miiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Am heutigen Donnerstag beginnt In der Schweizer Stadt Lausanne der I. Weltkongreß der Mütter. Heute werden 1200 Frauen und Mütter aus 78 Ländern aller Erd teile Beratungen mit dem Ziel be ginnen, die Frauen der ganzen Welt für die Verteidigung ihrer Kinder gegen den Krieg, für Abrüstung und Völkerfreundschaft zu ver bunden. Zum erstenmal in der Geschichte werden die Mütter in so welt weitem Ausmaß dafür kämpfen, daß nicht noch einmal das Leben, das sie geboren haben, den töd lichen Gefahren eines Krieges preis gegeben wird. Der Vorschlag zu diesem Welt kongreß wurde am 3. November 1P54 vom Büro der Internationalen Demokratischen Frauenföderation gemacht. Auf der Ratstagung der IDFF im Februar 1955 in Gpnf wurde von den Leiterinnen natio naler Frauenorganisationen aus 45 Ländern ein Appell an die Müt ter der Welt gerichtet, diesen Welt kongreß in allen Ländern vorzu bereiten. Der eindringliche Ruf hat bei den Frauen in der ganzen Welt, bei bedeutenden internationalen Organisationen und vielen hervor ragenden Persönlichkeiten großen Widerhall hervorgerufen. In dreißig Sprachen fand der Appell seinen Weg zu den Herzen der Hunderte Millionen Frauen. Aus 78 Ländern kamen freudig zustimmende Antworten. Von Nor wegen bis Trinidad, von der Mon golei bis zur Elfenbeinküste nah men die Frauen diesen Ruf auf. In der ganzen Welt wurden vor bereitende Komitees gebildet, ins besondere in der Schweiz, in r-in der DDR, in Westdeutschland, Holland, Brasilien, Chile, Israel, Irak, Indo nesien, Syrien und Tunesien. In unendlicher Kleinarbeit, durch zahllose Aktionen wurde der Kon greß auch in jenen Ländern vor bereitet, in denen die Frauen heute noch rechtlos und unterdrückt sind. Mit erschütternden Worten gaben die Mütter aus Kenya. Iran. Ko lumbien, Südafrika, Trinidad, Ka merun, Ekuador, Israel und Alge rien ihre Zustimmung zu dem Appell. In Costa Rica entwickelte sich die Sammlung ' von Unterschriften gegen die Atomwaffe gleichzeitig zu einer großen Kampagne für den Weltkongreß, deren Höhepunkt eine nationale Mütterversammlung am 25. Juni war. In Chile fanden in vielen Städten Versammlungen statt. Die Rund funkstationen von Valparaiso und Santiago brachten täglich Fünf- Minuten-Senduneen über die Vor bereitungen zum Weltkongreß. In Kanada gab der Kongreß kanadischer Frauen Propaganda material heraus, das an Hunderte von Organisationen versandt wurde. In Italien wurde der 8. Mai als der „Nationaltag der Mütter für den Frieden" gefeiert. An 2500 Frauen, die sich bei der Unter schriftensammlung für den Wiener Appell besonders ausgezeichnet hatten, wurden Ehrenurkunden überreicht. Mit zu Herzen gehenden Worten wenden sich die einfachen Frauen der Völker an den Kongreß. Sie schildern, welche schweren Verluste' ihnen der zweite Weltkrieg zu gefügt hat, und fordern, alles zu tun, damit ein solches Leid nicht noch einmal die Menschheit trifft. So schreibt Frau Augusta Giovanni aus Gorla in Italien: „Der letzte Krieg hat mir meinen kleinen Wiliam auf die furchtbarste Weise entrissen. Er war sieben Jahre alt und saß gerade beim Unterricht, als die Schule von Gorla bombardiert wurde. Mehr als 200 Kinder fanden den Tod. Ich rufe alle Mütter Italiens auf. den Weltkongreß zu unterstützen." Eine alte griechische Mutter, Frau Marie Foscolos, schreibt; „Ich bin 92 Jahre* alt. Meinen Mann verlor ich im ersten Welt krieg. Es war schwer, meine drei Kinder allein großzuziehen. Der Krieg in Kleinasien nahm mir meinen Sohn und meinen Schwie gersohn, die mir sechs Waisen kinder hinterließen. Dann kam der zweite Weltkrieg und nahm mir zwei Enkel und einen Urenkel. Soll das niemals ein Ende nehmen? Ich richte einen dringenden Ap pell an die Würdenträger der Kir chen und an die Politiker aller Län der. Aber vor allem wende ich mich an die Mütter und sage ihnen: Laßt uns unsere Stimme erheben! Laßt uns aus ganzer Kraft kämpfen, um unsere Kinder vor einem neuen Blutbad zu retten, um mit dorn Krieg für immer Schluß zu machen. Ich bin schon sehr alt, aber ich mochte nicht sterben, bevor ich nicht weiß, daß unsere Kinder glücklich -und in Frieden leben können. Das ist alles, was ich noch aus tiefstem Herzen ersehne: Frieden und Glück für die Kinder aller Mütter der Welt." Die Frauen und Mütter der Welt, Tragerinnen des Lebens und der Zukunft der Völker, sind eine ge waltige Kraft in den Entscheidun gen zwischen Krieg und Frieden. Es ist gewiß, daß von den Be ratungen und Beschlüssen in Lau sanne neue große Impulse, Ver stärkungen für die Macht des Frie dens ausgehen werden. E. T. Nie wieder ein Hiroshima Glüddiche Kindheit im Frieden DDR-Delegation im Knlturnalast Einen herzlichen Empfang be reitete die Belegschaft des großen, neu errichteten Warschauer Kasprzak-Werkes für Radio- und Fern meldetechnik der Regierungsdelega tion mit Ministerpräsident Otto Grotewohl am Mittwochvormittae. In den Abteilungen des Werkes, die mit Bildern von Wilhelm Pieck und Plakaten zum Jahrestag der Mar kierung der deutsch - polnischen Staatsgrenze reich geschmückt waren, wurden die Vertreter des friedliebenden demokratischen Deutschlands mit Beifall, Blumen und Hochrufen empfangen. An ihren Maschinen hatten die Arbei terinnen und Arbeiter Fähnchen der DDR als Zeichen ihrer Freund schaft angebracht. Ministerpräsident Otto Grote wohl unterhielt sich mit mehreren Arbeitern des Betriebes, über brachte ihnen die brüderlichen Grüße aer deutschen Arbeiter und wünschte ihnen viel Erfolg in ihrem Auf bauwerk. „Wir sind sehr froh", sagte Otto Grotewohl zu den pol nischen Arbeitern, „daß Wir in die sen Tagen unsere Freundschaft weiter vertiefen können." Nach dem Besuch des Kasprzak- Werkes besichtigte die Regierungs delegation — ¦ von den sowjetischen Erbauern herzlich begrüßt — den fast fertiggestellten gewaltigen Komplex des Kulturpalastes. Die märchenhafte Pracht der künstleri schen Innenausstattung und das kostbare Material aus Stein, Holz und Metall hinterließen bei allen Besuchern einen äußerst tiefen Ein druck. Im Kindertheater wohnte Otto Grotewohl einer kurzen Probe bei. Der repräsentative Kongreßsaal für 3700 Personen, das mar morne Schwimmbad die Sport halle, die Theater und der Winter garten, alles das bezeichneten die Deutschen Gäste als so schön, daß es kaum Worte dafür gäbe. An schließend begab sich die Regie rungsdelegation mit dem Schnell fahrstuhl zu dem Rundgang in der Höhe des 30. Stockwerkes des 227 Meter hohen Baues und genoß den prachtvollen Weitblick auf die wachsende polnische Hauptstadt. Am Nachmittag besichtigten Mini sterpräsident Otto Grotewohl und die Regierungsdelegation das War schauer National-Museum, China verdoppelt Industrieproduktion Gewaltige Perspektiven des 1. Fünfjahrplans / 694 Großbauten / Bereits 600/000 1PG gegründet Das ebenfalte dem Parlament ¦vor* liegende neue Muitärdienstgesetr, schreibt die „Volkszeitong", wird die nationale Verteidigung Chinas wesentlich festigen, um den listischen Aufhau zu schützen. An gesichts der internationalen Span nungen müsse eine starke geschaffen werden, um im Falle eines Angriffs in kurzer Zeit «ne mächtige Armee aufstellen xu können. Delegationen nach Gen! UdSSR hinterlegte Ratifizierungsurkunde Neue Regierung in Italien Rom (ADN). Der christlich-demo kratische Politiker Segni legte am Mittwoch Staatspräsident Gronchi die neue Ministerliste vor. An der Regierung beteiligen sich außer den Christlith-Demokraten die Sozial demokraten und Liberalen Die Republikanische Partei — ohne SchVüsselministerium — will das Kabinett nur parlamentarisch unter stützen. Der liberale Politiker Martino wird wieder Außen minister. Der Sozialdemokrat Saragat bleibt stellvertretender Mini sterpräsident. Das Innenministe rium erhielt der christliche Demo krat TambronJ. Festabend in Prag Prag (ADN). Zu Ehren der im Ausland lebenden Tschechen und Slowaken, die aus allen Erdteilen anläßlich der Spartakiade zur Zeit in Prag weilen, fand am Dienstag im Prager Kongreßpalast ein Fest abend statt. Anwesend waren der Präsident der Tschechoslowakischen Republik, Antonin Zäpotocky, der Vorsitzende der Nationalversamm lung, Zdenek Fierlinger, Mitglieder der Regierung, führende Vertreter der Partelen, Gewerkschaften und der Jugend und andere Persönlich keiten. Peron bietet Einigung an Chinesisch -sowjetische Zusammenarbeit Pekinir (ADN). Ein Protokoll über gegenseitige wissenschaftliche und technische Hilfe ist von der chmesisch-ßowjeüschen Kommission lür wissenschaftlich-technische Zusam menarbeit unterzeichnet worden. Die Volksrepublik China wird der Sowjetunion unentgeltlich tech nische Informationen über die Her stellung von Seidenearnen, Papier, Eisenbetonrohren, Lebensmitteln, chemischen Produkten, ölen und über Pflanzen, die ätherische öle enthalten, zur Verfügung stellen. Die Sowjetunion liefert China unentgeltlich technische Informa tionen über den Bau von bergwerken. Erzaufberei ken, Energieanlagen, die Herstel lung von Lokomotiven und rollen dem Material den Bau von 01fabriken, Glaswerken, Reparatur werkstätten für Lokomotiven und rollendes Material und anderer Werke, ferner Pläne für die Her stellung von hydraulischen Tur binen, Werkzeugmaschinen, Pum pen und anderen Maschinen sowie technologische Angaben über die Herstellung hochwertigen Stahls, Walzstahls, von Farben, Färbemit teln, Emaille- und anderen Industrieprodukten. Enger Kontakt der Atomexperten der Welt Atomenergiekonferenz in Moskau beendet / 70 Referate behandelten bedeutsame Probleme Moskau (ADN/Eig. Ber.). Die Atomenergiekonferenz der Akade mie der Wissenschaften der UdSSR in Moskau ist am Dienstag beendet worden. Im Verlauf der Tagung wurden mehr als 70 Referate über wissenschaftliche und technische Probleme bei der friedlichen Ver wendung der Atomenergie gehal ten. Die Referate gaben einen tie fen Einblick in die nahezu un begrenzten Verwendungsmöglich keiten der Atomenergie und zeig ten den hohen Stand der For schungsarbeiten in der Sowjet union. Physiker, ' Chemiker, Indu- Die sowjetischen Gelehrten hoben In ihren Reden hervor, daß die An wesenheit vieler ausländischer Wissenschaftler der Beginn einer internationalen Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie im Interesse der gan zen Menschheit sein könne. Sie sprachen sich für eine weitere Ent wicklung des wissenschaftlichen Kontaktes aus, der seine wirk samste Form im gegenseitigen Be such wissenschaftlicher Einrichtun gen und in gemeinsamen Sitzungen finden soll. Die Teilnehmer der Konferenz besuchen im Anschluß an die Tagung die einzelnen Institute der Akademie der Wissenschaften der UdSSR und machen sich mit deren Arbeit und technischer Ausrüstung vertraut 700000 Bergarbeiter verlangen Abrüstung Englische Massenforderung für Atomwaffenverbot / Jugendorganisationen an Genfer Treffen Das Exekutivkomitee der Ge werkschaft stellt in seiner Resolu tion „mit tiefem Bedauern die Herstellung von Wasserstoffbomben und anderen schrecklichen Massen vernichtungswaffen" fest und appel liert an die britische Regierung, die Initiative zu Verhandlungen zwi schen den Großmächten zu ergrei fen, um die Spannung zu mindern und die Massenvernichtungswaffen zu verbieten. Um die Lage im Fer nen Osten zu entspannen, sei es not wendig, der Volksrepublik China ihren rechtmäßigen Platz in den UN einzuräumen und Tschiangkaischek von Taiwan zu entfernen. Die Bergarbeiter von Süd-Wales fordern in ihrem Antrag vom Exe kutivkomitee, „sofort Besprechun gen mit Vertretern der russischen Bergarbeitergewerkschaft zu begin nen, um ein gemeinsames Konsulta-i tivorgan zu schaffen. Vertreter der verschiedensten britischen Jugendorganisationen richteten von einer Konferenz in Coventry an alle Jugendlichen Großbritanniens den Appell, für das Verbot der Atom- und Wasserstoff bomben zu kämpfen. Der Appell wird den britischen Parlamentsabgeordneten und der bevorstehenden Konferenz der vier Regierungschefs in Genf zugeleitet werden. USA-Kupferindustrie zu 60 Prozent stillgelegt 60 000 Berg- und Hüttenarbeiter im Ausstand / Streikwelle in Südamerika Santiago de Chile (Elg. Ber.). Der Streik der 80 000 chilenischen Eisen bahner, Hafenarbeiter und Fahrer der staatlichen Verkehrsgesellschaf ten hält unvermindert an. Soldaten der von 8000 auf 15 000 Mann ver stärkten Garnison eröffneten bei einem Zusammenstoß das Feuer auf die Streikenden, die zurück schössen. Vor den Regierungsgebäu den der chilenischen Hauptstadt wurden Panzer stationiert, während die Polizei aus den Provinzen Ver stärkungen erhielt. Rio de Janeiro (ADN). Die brasi lianische Regierung erklärte den Streik der 30 000 Hafenarbeiter von Santos für eine 30prozentige Lohn erhöhung als gesetzwidrig und ließ die Führer der beiden am Streik beteiligten Gewerkschaften ab setzen. Einer Regierungsverfügung zufolge unterliegen alle Streiken den der gerichtlichen Verfolgung. Sieg m Singapur Singapur (ADN). Der Streik der 1300 Angestellten des Hafens von Singapur endete nach 68 Tagen mit einem vollständigen Sieg. Die von den Streikenden gestellten Bedin gungen einer 20prozentigen Lohn erhöhung, der 44-Stunden-Woche, eines höheren Überstundenzuschla ges und der Verlängerung der Urlaubszelt mußten von den Be hörden restlos anerkannt werden. Tn eine Zeit, wo die Sowjetunion •*- solche neuen Schritte zur Ent spannung der internationalen Lage und zur Beseitigung des Mißtrauens und der Furcht in den Beziehungen zwischen den Staaten unternom men hat, wie den Abschluß des Staatsvertrages mit Österreich, die Vorschläge Ober die Einschrän kung der Rüstungen und das Verbot der Atomwaffen, die Normalisie rung der Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Jugoslawien, den Vorschlag über die Herstellung von diplomatischen Beziehungen und Handelsbeziehungen mit der Deut schen Bundesrepublik, die sowje tisch-japanischen Verhandlungen und andere, fiel der Besuch des in dischen Ministerpräsidenten Nehru in der Sowjetunion und anderen europäischen Ländern. Die Tatsache, daß das 365 Mil lionen Menschen umfassende in dische Volk bei der Erhaltung des Friedens in Asien und Afrika aber auch in Europa — eine ver antwortliche Rolle übernommen hat, läßt die Bedeutung der Reise Nehrus in die UdSSR weit über die Festigung der indisch-sowjetischen Beziehungen hinausgehen, Gemeinsame Ziele Mit den friedliebenden Völkern der Welt werten auch die Bevöl kerung der Deutschen Demokrati schen Republik sowie alle fried liebenden Deutschen den Besuch Nehrus in der Sowjetunion als einen großen Beitrag zur weiteren Entspannung in dei internationalen Lage. Sie glauben, daß durch die Ergebnisse dieses Besuchs die Ge danken der friedlichen Koexistenz und Zusammenarbeit, der kollek tiven Sicherheit ganzer Erdteile und einer wirklichen Abrüstung weiter gestärkt worden sind. Das hat für Deutschland um so mehr Bedeutung, als sich jede Entspan nung in den internationalen Be ziehungen positiv auf die friedliche und demokratische Lösung der Deutschlandfrage auswirken muß, .Neben der Sowjetunion war es Indien, das zwei Kriegsherde, in Korea und in Indochina. zum Er löschen brachte. Indien war einer der Initiatoren der Bandung-Kon ferenz. In den UN und in anderen internationalen Organisationen ver fechten die indischen Vertreter das Prinzip der friedlichen Lösung strittiger Fragen durch Verhand lungen. Der indische UN-Chef delegierte Krishna Menon gab am 6. Oktober 1954 in den Vereinten Nationen eine Erklärung zur Deutschlandfrage ab, die zutiefst den Lebensinteressen des deutschen Volkes entspricht. Das deutsche Volk weiß auch um die Erklärun gen Nehrus und anderer indischer Regierungsvertreter für die Ein schränkung der Rüstungen, für das Verbot der Atom- und Wasser stoffbomben und für die Wieder herstellung der legitimen Rechte der Volksrepublik China auf Tai wan und in den UN. Alle friedliebenden Deutschen be grüßen Indiens Haltung zu solchen aggressiven Militärpakten wie die SEATO, den Mittelost-Kriegspakt und die NATO. Wie die jüngsten Ereignisse be weisen, baut der NATO-Mitglieds- Staat Portugal seine Kolonie Goa in Indien zum Kriegsstützpunkt gegen die nationale Befreiungsbewegung des indischen Volkes aus. Dabei findet Portugal die uneinge schränkte Unterstützung der angloamenkanischen Imperialisten. Das friedliebende Deutschland verfolgt den gerechten nationalen Befreiungskampf des indischen Indien und Deutschland Volkes, den es um das uralte in dische Territorium Goa führt, mit großer Sympathie. Es verurteilt auf das entschiedenste den Kolonial terror, die Deportationen indischer Freiheitskämpfer sowie die Um wandlung Goas In einen NATO- Stützpunkt zur Unterjochung des freiheits- und friedensliebenden in dischen Volkes. Mit ebenso großer Beschämung wie mit Zorn erfüllt deshalb jeden Deutschen die Tatsache, daß es einem deutschen Politiker, Aden auer, vorbehalten war, sich Anfang dieses Jahres in die inneren An gelegenheiten Indiens einzumischen und sich durch ein öffentliches Kabeltelegramm an den portugie sischen Regierungschef Salazar in der Goa-Frage ausdrücklich mit Portugal solidarisch zu erklären. Bonner Intrigen Es nimmt deshalb nicht weiter wunder, wenn im Gegensatz zur Deutschen Demokratischen Repu blik und allen friedliebenden Deut schen die Adenauer-Regierung die Reise Nehrus nach Moskau mit sehr gemischten Gefühlen auigenommen hat und den indischen Ministerpräsidenten zu verun glimpfen suchte. Der Grund dafür, daß Nehrus Reise trotz bestehen der diplomatischer Beziehungen zwischen Indien und Westdeutsch land nicht über Bonn führte, dürfte nicht zuletzt darin zu suchen sein, daß das Bonner NATO-Kriegsgeschrei auch bis nach Indien ge drungen ist. Sehr kleinlaut müssen solche westdeutschen und west berliner Blätter wie die „Frank* furter Allgemeine", der „Tages* Spiegel" und andere zugeben, daß Bonns Bindung an die aggressive NATO Nehru nicht gerade ermun tern konnte, Bonn zu besuchen. klärte, daß bei Verhandlungen über die Lösung dieser Frage beide Teile Deutschlands gehört werden müßten. Diese Stellungnahme ent spricht den nationalen Lebensinter essen des deutschen Volkes und stimmt überein mit dem, was die Deutsche Demokratische Republik in fast 60 Vorschlägen an Bonn immer wiederholt hat. Die wachsende internationale Autorität der Deutschen Demokra tischen Republik findet in letzter Zeit auch in Indien einen Wider hall. So schrieb der Londoner Korrespondent der indischen Tages .Die Deutsche Demokratische Re publik sieht nach wie vor die 'Wie dervereinigung Deutschlands auf friedlicher und demokratischer Grundlage als ihre und des ganzen deutschen Volkes Hauptaufgabe an und wird alles tun, um die Wieder vereinigung zu beschleunigen.' Adenauer dagegen verschachert mit der Unterzeichnung der Pariser Ver träge das Recht des deutschen Vol kes, für dieses Ziel zu arbeiten. Im Artikel 2 dieses Vertrages heißt es nämlich: ,In Anbetracht der internatio nalen Situation... behalten die drei Mächte (USA, England, Frank reich — d.V.) die bisher von ihnen ausgeübten, und innegehabten Rechte und Verantwortlichkeiten in bezug auf Berlin und auf Deutsch land als Ganzes einschließlich der ¦Wiedervereinigung und einer friedensvertraglichen Regelung.'" Große Möglichkeiten Das deutsche Volk, das sich mit Indien durch alte wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen verbun den fühlt, ist dem indischen Volk dankbar für solche Stellungnahmen seiner Repräsentanten, da sie mit helfen, die Deutschlandfrage auf friedlicher und demokratischer Grundlage zu lösen. Die demokratischen Kräfte in Deutschland, die sich in der Deut schen Demokratischen Republik den ersten demokratischen und fried liebenden Staat auf deutschem Ter ritorium schufen, werden sich be mühen, ihrerseits Indien bei der Industrialisierung seines Landes, der Entwicklung seiner Volkswirtschaft und der Hebung seines Lebens standards zu helfen. Mit dem Ab schluß eines Handels- und Zahlungs abkommens zwischen der DDR und Indien wurden am 16. Oktober 1954 die ersten staatlichen Beziehungen bereits hergestellt. Durch die Er richtung einer Handelsvertretung der Deutschen Demokratischen Re publik in Bombay und einer Agen tur in Kalkutta sind die Voraus setzungen geschaffen, um den Han del zwischen unseren beiden Län dern auf der Basis der Gleich berechtigung und des gegenseitigen Vorteils zu entwickeln und auszu weiten. Beispiel für die sich ent wickelnden Handelsbeziehungen ist auch die Teilnahme Indiens an den Leipziger Messen 1954 und 1955. Die DDR wird ihrerseits an der inter nationalen Industriemesse in Neu Delhi von Oktober bis Dezember 1955 teilnehmen. Aber auch auf anderen Gebieten entwickeln sich die gegenseitigen Beziehungen. Mit dem indischen Nationalballett „Hindi Kala Kandra" weilt das zweite indlscha Musik- und Tanzensemble in un serer Republik, und in Kürze wer den die ersten indischen Filme ia der DDR zu sehen sein. Auf allen diesen Gebieten müssen die Möglichkeiten gegenseitigen Näherkommens, die bei weitem noch nicht erschöpft sind, verstärkt genutzt werden. Solche Beziehungen dienen der Freundschaft und Völ kerverständigung, der internatio nalen Sicherheit und der Erhaltung des Friedens. Sie liegen damit so wohl im Interesse des indischen als auch des deutschen Volkes. S. B. 7, Juli 1955,2 NEUES DEUTSCHLAND Z Nr, 156, Seite (|||Kurz gemeldet Mit „Herzlich willkommen" empfingen Moskauer Pioniere den indischen Ministerpräsidenten Nehru in der sowjetischen Hauptstadt -Fotot o«on/o* Peking (ADN/Eig. Ber.). Auf der am Dienstag eröffneten zwei ten Tagung des Nationalen Volkskongresses der Volksrepublik China gab, wie bereits kurz berichtet, der stellvertretende Vorsitzende des Staatsrats und Vorsitzende der Staatlichen Plan kommission, Ii Fu-tschun, den Bericht der Regierung über den ersten Fünfjahrplan von 1953 bis 1957. Danach werden die staatJ lichen Aufwendungen für den wirtschaftlichen Aufbau ¦und die.Entwicklung der Kultur und des Unterrichtswesens 76,64 Miniarden Jüan betragen. Die Industrieproduktion wird in diesen Jahren um 104,1 Prozent gesteigert werden. Forderung der sowjetischen Wissenschaftler: striefachleute, Mediziner und Agrarwissenschaftler sprachen un ter anderem darüber, wie durch die Atomenergie Geheimnisse der Natur und Bodenschätze auf gedeckt, der industrielle Arbeits ablauf vervollkommnet und land wirtschaftliche Erträge erhöht werden können. Paris (ADN). Die französischen Werktätigen werden durch die Ent sendung von Delegationen zu der bevorstehenden Viermächtekonfe renz in Genf, ähnlich wie zur Genier Konferenz im vergangenen Jahre, ihre Forderung nach fried licher Lösung aller strittigen inter nationalen Fragen zum Ausdruck bringen. Das Exekutivkomitee der französischen Gewerkschaft der Metall- und Hüttenarbeiter hat die Mitglieder seiner Organisation auf gerufen, auf Kundgebungen und Versammlungen Delegationen wählen. Beim Internationalen Vorberei tenden Komitee, dessen Vorsitz Eugenie Cotton, Präsidentin der Internationalen Demokratischen Frauenföderation übernommen hatte, liefen täglich Tausende von Telegrammen und Briefen ein. Sie beweisen, welch großes Interesse dieser Kongreß In allen Schichten der Völker hervorgerufen hat. Nam hafte Persönlichkeiten übersandten dem Kongreß Grußbotschaften, wie beispielsweise die NobelpreisträJenn Irene Joliot-Curie, Frau Olga Borissowna Lepeschinskaia, Mit glied der Akademie der Medizini schen Wissenschaften der UdSSR und Trägerin des Stalinpreise.s Anna Seghers, die mit dem Inter nationalen Stalin-Friedenspreis aus gezeichnete Präsidentin des Deut schen Schriftstellerverbandes, Köni gin Elisabeth von Belgien und Frau Rajmukari Amrit Kaur, Minister für Gesundheitswesen in Indien. London (ADN/Eig. Ber.). Sieben Resolutionen zu Fräsen der inter nationalen Lage, der Abrüstung und des Verbots der Atombombe sowie zahlreiche Anträge der Ortsorgani sationen Hegen der Jahreskonferenz der britischen Bergarbeitergewerk schaft vor. Die Konferenz tagt gegenwärtig in Schottland. Die 180 Delegierten vertreten mehr als 700 000 Mitglieder. Die Gewerkechaftsvertrauens-' leute der britischen Maschinenbau betriebe faßten eine Entschließung, in der die Regierung aufgefordert wird, auf der Genfer Konferenz für das Verbot der Atomwaffen und die Unterzeichnung eines kol lektiven Sicherheitssystem« Europa einzutreten. Herzlicher Empfang durch die Arbeiter des Warschauer Kasprzak- Werkes Von unserem Warschauer Korrespondenten Dietma r Rehschuh Rom (ADN). 80 000 Landwirt schaftsarbeiter der Provinz Perugia sind in den Ausstand getreten. Der Verband der Halbpächter und der Landarbeiterverband richteten an die Regierung ein Schreiben, in dem eine Politik im Interesse der Halb pächter und Landarbeiter gefordert wird. 30 000 Halbpächter der Pro vinz Pisa stellten am Dienstag sämtliche Arbeiten ein. Die Groß grundbesitzer der Provinz Viterbo sahen sich bereits gezwungen, den Forderungen der Halbpächter nach zukommen. Ein schweres Erdbeben hat am Dienstag Nordost- Afghanistan heim- Resucht. Zahlreiche Personen sollen getötet und Hunderte verletzt wor den sein. Ein britischer Düsenjäger «türzte über den Niederlanden ab. Der Pilot fand den Tod. 20 000 Kronen für die Erdbeben opfer in Griechenland spendete das tschechoslowakische Hote Kreuz dem griechischen Roten Kreuz. Der dritte Martin-Ofen ist im Eisen hüttenkombinat _W. 1. Lenin" in Nowa Huta in Betrieb genommen worden. Eine Inaische Mediziner-Delegation ist zu einem offiziellen Besuch in die Sowjetunion abgereist. New York (ADN). An dem bereits sieben Tage andauernden Lohnstreik in der amerikanischen Kupferindustrie beteiligen sich über 60 000 Berg- und Hüttenarbeiter. Die Kupferverhüttung in den USA ist — wie da6 Börsenblatt „Wall street Journal" mitteilt — durch den Streik um 60 Prozent zurück gegangen. In verschiedenen Staaten haben die Kupferminen und Kupferhütten ihre Produktion ein gestellt. Selbstverständlich bedauern alle friedliebenden Deutschen, daß Nehru, einer der größten Staats manner unserer Zeit, dem gespal tenen Deutschland keinen Besuch abstatten konnte. Mit großer Ge nugtuung ist aber die Tatsache auf genommen worden, daß Nehru be reits auf der ersten Station seiner Reise, in Prag, zur friedlichen Lösung der Deutschlandfrage Stel lung genommen hat. Nehru er zeitung „National Herald" am 19. Juni 1955: „Nach der kürzlichen Unterzeich nung des Warschauer Vertrages zwi schen der Sowjetunion und den ost europäischen Demokratien erklärte Ministerpräsident Grotewohl aus der Deutschen Demokratischen Republik: Moskau (ADN). Das Außenmini sterium der UdSSR teilte den Bot schaften der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Österreichs am Dienstag in einer Note mit, daß die sowjetische Ratifizierungsurkunde für den Staatsvertraß über die Wie derherstellung des unabhängigen und demokratischen Österreichs dem Archiv der Regierung der UdSSR übergeben worden ist. Buenos Aires (ADN). Der argen tinische Staatspräsident Peron wandte sich in einer Rundfunk ansprache an seine politischen Freunde und an die Oppositions-, Parteien mit der Aufforderung, einen „politischen WailensVmstand" abzuschließen und ßich zu einigen. Wie Reuter meldet, sagte Peron, er spreche die Parteien der Opposition von jeder Schuld an dem kürz lichen Putsch frei. Der Aufbau der Industrie, der ¦L* den Schwerpunkt des ersten Fünfjahrplanes bildet, umfaßt 694 Großbauten. Das Kernstück bilden 156 Projekte, bei deren Anlage China von der Sowjetunion unter stützt wird. Der Wert der Produktion In « den staatlichen Industriebetrie ben wird bis 1957 um über 130 Pro zent steigen. Die Produktion von Produktionsmitteln wird sich um 126,5 Prozent und die Produktion von Konsumgütern um 19,1 Prozent erhohen. 3 * Bis 1951 wird die StahlpToduktion aut 4.12 Millionen Tonnen anwachsen und sich somit gegenüber 1952 verdreifachen. 4 Die Kohlenförderung wird sich • mit 113 Millionen Tonnen fast verdoppeln. 5 • Die erste Automobilfabrik, die im Laufe des Fünfjahrplans fertiggestellt wird, wird jährlich 30 000 Lastkraftwagen produzieren. Bis 1957 wird noch mit dem Bau einer zweiten Automobillabrik be gonnen werden. 6 Ein Traktorenwerk, dessen Traktorenwerk, dessen * Bau im ersten Fünfjahrplan begonnen und im zweiten abge schlossen werden soll, wird jährlich 15 000 Traktoren liefern, Fabrikgebäude, Arbeiterwoh nungen, Schulen und Kranken häuser entstehen in den tunt Jah ren auf einer Fläche von insgesamt etwa 150 Millionen Quadratmeter, Die zweite Tagung des Naticn nalen Volkskongresses, schreibt die Pekinger „Volkszeitung", ist ein großes Ereignis im gegenwar tigen politischen Leben des chine sischen Volkes. Seit der ersten Tagung im September 1954, auf der der Aufbau des Sozialismus in der Verfassung verankert wurde, sind die Industrieproduktion in raschem Tempo erhöht, die Arbeitsproduk tivität gesteigert und die Selbst kosten gesenkt worden. Die Zahl der Landwirtschaftlichen Produk tionsgenossenschaften hat sich im letzten Winter und in diesem Früh jahr in äußerst schnellem Tempo auf über 600 000 erhöht. In In dustrie und Handel schlagen immer mehr kapitalistische Unternehmen in verschiedenen Formen nach und nach den Weg zum Staatskapitalis-i mus ein. Der Fünfjahrplan, schreibt die „Volkszeitung", hat bereits in den ersten zweieinhalb Jahren große "Veränderungen in der Wirtschaft Chinas hervorgerufen. Der Gesamt wert der Industrie- und Agrar produktion sei im Jahre 1953 gegen über 1952 um 14.4 Prozent und im Jahre 1954 um '9,4 Prozent gegen über 1953 angestiegen.

English translation

=== [Page 1] === --- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) --- Frieden und Glück für die Kinder aller Mütter Zum Weltkongreß der Mütter in Lausanne Am heutigen Donnerstag beginnt in der Schweizer Stadt Lausanne der I. Weltkongreß der Mütter. Heute werden 1200 Frauen und Mütter aus 78 Ländern aller Erdteile Beratungen mit dem Ziel beginnen, die Frauen der ganzen Welt für die Verteidigung ihrer Kinder gegen den Krieg, für Abrüstung und Völkerfreundschaft zu verbinden. Zum erstenmal in der Geschichte werden die Mütter in so weltweitem Ausmaß dafür kämpfen, daß nicht noch einmal das Leben, das sie geboren haben, den tödlichen Gefahren eines Krieges preisgegeben wird. Der Vorschlag zu diesem Weltkongreß wurde am 3. November 1954 vom Büro der Internationalen Demokratischen Frauenföderation gemacht. Auf der Ratstagung der IDFF im Februar 1955 in Genf wurde von den Leiterinnen nationaler Frauenorganisationen aus 45 Ländern ein Appell an die Mütter der Welt gerichtet, diesen Weltkongreß in allen Ländern vorzubereiten. Der eindringliche Ruf hat bei den Frauen in der ganzen Welt, bei bedeutenden internationalen Organisationen und vielen hervorragenden Persönlichkeiten großen Widerhall hervorgerufen. In dreißig Sprachen fand der Appell seinen Weg zu den Herzen der Hunderte Millionen Frauen. Aus 78 Ländern kamen freudig zustimmende Antworten. Von Norwegen bis Trinidad, von der Mongolei bis zur Elfenbeinküste nahmen die Frauen diesen Ruf auf. In der ganzen Welt wurden vorbereitende Komitees gebildet, insbesondere in der Schweiz, in [Unreadable], in der DDR, in Westdeutschland, Holland, Brasilien, Chile, Israel, Irak, Indonesien, Syrien und Tunesien. In unendlicher Kleinarbeit, durch zahllose Aktionen wurde der Kongreß auch in jenen Ländern vorbereitet, in denen die Frauen heute noch rechtlos und unterdrückt sind. Mit erschütternden Worten gaben die Mütter aus Kenya, Iran, Kolumbien, Südafrika, Trinidad, Kamerun, Ekuador, Israel und Algerien ihre Zustimmung zu dem Appell. In Costa Rica entwickelte sich die Sammlung von Unterschriften gegen die Atomwaffe gleichzeitig zu einer großen Kampagne für den Weltkongreß, deren Höhepunkt eine nationale Mütterversammlung am 25. Juni war. In Chile fanden in vielen Städten Versammlungen statt. Die Rundfunkstationen von Valparaiso und Santiago brachten täglich Fünf-Minuten-Sendungen über die Vorbereitungen zum Weltkongreß. In Kanada gab der Kongreß kanadischer Frauen Propagandamaterial heraus, das an Hunderte von Organisationen versandt wurde. In Italien wurde der 8. Mai als der „Nationaltag der Mütter für den Frieden" gefeiert. An 2500 Frauen, die sich bei der Unterschriftensammlung für den Wiener Appell besonders ausgezeichnet hatten, wurden Ehrenurkunden überreicht. Mit zu Herzen gehenden Worten wenden sich die einfachen Frauen der Völker an den Kongreß. Sie schildern, welche schweren Verluste ihnen der zweite Weltkrieg zugefügt hat, und fordern, alles zu tun, damit ein solches Leid nicht noch einmal die Menschheit trifft. So schreibt Frau Augusta Giovanni aus Gorla in Italien: „Der letzte Krieg hat mir meinen kleinen William auf die furchtbarste Weise entrissen. Er war sieben Jahre alt und saß gerade beim Unterricht, als die Schule von Gorla bombardiert wurde. Mehr als 200 Kinder fanden den Tod. Ich rufe alle Mütter Italiens auf, den Weltkongreß zu unterstützen." Eine alte griechische Mutter, Frau Marie Foscolos, schreibt: „Ich bin 92 Jahre alt. Meinen Mann verlor ich im ersten Weltkrieg. Es war schwer, meine drei Kinder allein großzuziehen. Der Krieg in Kleinasien nahm mir meinen Sohn und meinen Schwiegersohn, die mir sechs Waisenkinder hinterließen. Dann kam der zweite Weltkrieg und nahm mir zwei Enkel und einen Urenkel. Soll das niemals ein Ende nehmen? Ich richte einen dringenden Appell an die Würdenträger der Kirchen und an die Politiker aller Länder. Aber vor allem wende ich mich an die Mütter und sage ihnen: Laßt uns unsere Stimme erheben! Laßt uns aus ganzer Kraft kämpfen, um unsere Kinder vor einem neuen Blutbad zu retten, um mit dem Krieg für immer Schluß zu machen. Ich bin schon sehr alt, aber ich möchte nicht sterben, bevor ich nicht weiß, daß unsere Kinder glücklich und in Frieden leben können. Das ist alles, was ich noch aus tiefstem Herzen ersehne: Frieden und Glück für die Kinder aller Mütter der Welt." Die Frauen und Mütter der Welt, Trägerinnen des Lebens und der Zukunft der Völker, sind eine gewaltige Kraft in den Entscheidungen zwischen Krieg und Frieden. Es ist gewiß, daß von den Beratungen und Beschlüssen in Lausanne neue große Impulse, Verstärkungen für die Macht des Friedens ausgehen werden. E. T. --- English translation --- Peace and happiness for the children of all mothers On the World Congress of Mothers in Lausanne Today, Thursday, the 1st World Congress of Mothers opens in the Swiss city of Lausanne. Today 1,200 women and mothers from 78 countries on all continents will begin deliberations with the aim of uniting the women of the whole world for the defence of their children against war, for disarmament and friendship among peoples. For the first time in history mothers are fighting on such a worldwide scale to ensure that the life they have borne is not once again exposed to the deadly dangers of a war. The proposal for this World Congress was made on 3 November 1954 by the bureau of the Women's International Democratic Federation. At the WIDF council session in Geneva in February 1955, the leaders of national women's organisations from 45 countries addressed an appeal to the mothers of the world to prepare this World Congress in all countries. The urgent call found a great echo among women throughout the world, among important international organisations and many outstanding personalities. In thirty languages the appeal found its way to the hearts of hundreds of millions of women. Joyful assenting replies came from 78 countries. From Norway to Trinidad, from Mongolia to the Ivory Coast, women took up this call. Preparatory committees were formed throughout the world, especially in Switzerland, in [unreadable], in the GDR, in West Germany, Holland, Brazil, Chile, Israel, Iraq, Indonesia, Syria and Tunisia. Through endless small-scale work and countless actions the Congress was also prepared in those countries where women are still without rights and oppressed. In moving words, mothers from Kenya, Iran, Colombia, South Africa, Trinidad, Cameroon, Ecuador, Israel and Algeria gave their assent to the appeal. In Costa Rica the collection of signatures against the atomic weapon developed at the same time into a great campaign for the World Congress, the high point of which was a national mothers' assembly on 25 June. In Chile meetings took place in many cities. The radio stations of Valparaíso and Santiago broadcast five-minute programmes daily about the preparations for the World Congress. In Canada the Congress of Canadian Women issued propaganda material that was sent to hundreds of organisations. In Italy 8 May was celebrated as the 'National Day of Mothers for Peace'. Certificates of honour were presented to 2,500 women who had distinguished themselves in the signature collection for the Vienna Appeal. In moving words the ordinary women of the peoples address the Congress. They describe what heavy losses the Second World War inflicted on them and demand that everything be done so that such suffering does not strike humanity again. Mrs Augusta Giovanni from Gorla in Italy writes: 'The last war tore my little William from me in the most terrible way. He was seven years old and was sitting in class when the school of Gorla was bombed. More than 200 children met their death. I call on all mothers of Italy to support the World Congress.' An old Greek mother, Mrs Marie Foscolos, writes: 'I am 92 years old. I lost my husband in the First World War. It was hard to bring up my three children alone. The war in Asia Minor took my son and my son-in-law, who left me six orphans. Then came the Second World War and took two grandsons and a great-grandson. Is this never to end? I make an urgent appeal to the dignitaries of the churches and to the politicians of all countries. But above all I turn to the mothers and say to them: let us raise our voices! Let us fight with all our strength to save our children from a new bloodbath, to put an end to war for ever. I am already very old, but I do not wish to die before I know that our children can live happily and in peace. That is all I still long for from the bottom of my heart: peace and happiness for the children of all mothers of the world.' The women and mothers of the world, bearers of life and of the future of the peoples, are a tremendous force in the decisions between war and peace. It is certain that new great impulses, reinforcements for the power of peace, will emerge from the deliberations and decisions in Lausanne. E. T.