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Berliner Zeitung, 17 December 1964, S. 2: Bedeutsame Erklärung der Repräsentanten beider Parlamente (DDR–Indonesien)

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Text

Berliner Zeitung, Donnerstag, 17. Dezember 1964, Seite 2 [Unreadable] (Fortsetzung von Seite 1) [...]lands; Anton Plenikowski, Vorsitzender der Gruppe der Deutschen Demokratischen Republik, Kandidat des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands; Dr. Heinrich Meier, Abteilungsleiter in der Staatlichen Plankommission beim Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik, Mitglied des Parteivorstandes der NDPD; Günther Grewe, Mitglied des Präsidiums des Nationalrates der Nationalen Front des demokratischen Deutschland, Mitglied des Präsidiums des Hauptvorstandes der CDU; Harald Werthmann, Mitglied des Sekretariats des Zentralvorstandes der DBD [sic: NDPD/DBD, Unreadable]; Prof. Dr. agr. habil. Boto Märtin, Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Mitglied des Parteivorstandes der DBD; Lieselotte Thoms-Heinrich, Mitglied des Redaktionskollegiums „Neues Deutschland", Mitglied des DFD; Hans-Joachim Semler, Sekretär der Delegation, Bereichsleiter in der Kanzlei des Staatsrates. Während ihres Aufenthaltes in der Republik Indonesien hatte die Volkskammerdelegation der DDR Begegnungen und Gespräche mit Präsident Dr. Sukarno, dem zweiten stellvertretenden Ministerpräsidenten und amtierenden Minister für Auswärtige Angelegenheiten, Leimena, dem Vorsitzenden des Provisorischen Konsultativen Volkskongresses und dritten stellvertretenden Ministerpräsidenten, Minister-Koordinator Dr. Chairul Saleh, dem Vorsitzenden des Parlaments, Minister-Koordinator Arudji Kartawinata, den Leitungen des Volkskongresses und des Parlaments, den drei großen politischen Parteien, mit der Nationalen Front und anderen führenden Politikern in Djakarta und allen anderen besuchten Orten. Generalleutnant Kessler hatte Zusammenkünfte mit Minister-Koordinator General Nasution, mit Minister und Chef der [Unreadable] Omar Dani und anderen leitenden Militärs in Djakarta und Bandung. Weiterhin fanden herzliche Begegnungen mit Wissenschaftlern und Vertretern der indonesischen Frauenbewegung statt. Beim Verlassen der Republik Indonesien bringt die Delegation der Volkskammer der DDR ihren aufrichtigen Dank für die überwältigende Freundschaft und Gastfreundschaft zum Ausdruck, mit der sie von führenden Persönlichkeiten des Staates, mit denen sie wichtige Gespräche in der Hauptstadt, in Sulawesi, Bali und Java führen konnte, sowie überall von der Bevölkerung empfangen wurde. In diesen Gesprächen und während ihrer ganzen Reise konnten beide Seiten mit großer Befriedigung feststellen, daß die Freundschaft zwischen der DDR und der Republik Indonesien eine feste Grundlage hat. Sie beruht auf dem festen Boden der Übereinstimmung in allen politischen Grundsatzfragen der beiden Staaten: in ihrem gemeinsamen Kampf gegen Imperialismus, Kolonialismus und Neokolonialismus, der gegenwärtig sein wahres Gesicht in dem imperialistischen Gebilde Malaysia sowie in Kongo und in Vietnam zeigt; in ihrem gemeinsamen Willen, die Achtung der Souveränität und die Freiheit ihrer Staaten bis zum äußersten gegen alle Feinde zu verteidigen, in ihrer gemeinsamen [Unreadable], keinen Widerstand von ihrem revolutionären Weg abzugehen; in ihrer gemeinsamen Überzeugung, daß die Gemeinschaft der neuen aufstrebenden Kräfte in der ganzen Welt siegen wird über die Politik der Unterdrückung der Völker, die zum Untergang verurteilt ist, über die Mißachtung des Willens des Volkes und die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und der Nation durch die Nation. Die DDR unterstützt alle Schritte, die der weiteren Festigung und Solidarität der neuen aufstrebenden Kräfte dienen, und schenkt dem Gedanken der Einberufung einer Konferenz dieser Kräfte große Aufmerksamkeit und großes Interesse. Diese Gemeinsamkeit des Kampfes und der politischen Prinzipien unserer beiden Staaten wurden sehr wirksam unterstützt durch die Erklärung des Präsidenten der Republik Indonesien, Dr. Sukarno, zum deutschen Problem, die vollkommen übereinstimmt mit der Politik der DDR und in der er den bekannten indonesischen Standpunkt bekräftigte, daß, ausgehend von der Tatsache der Existenz zweier deutscher Staaten, das Problem der Wiedervereinigung Deutschlands eine Frage ist, die ausschließlich von den Deutschen selbst zu lösen ist. Die Volkskammerdelegation der DDR hat mit tiefer Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß hervorragende Vertreter der Republik Indonesien, die Leitung des Volkskongresses und des Parlamentes, die Leitungen der großen Parteien und anderen Organisationen sowie auch die breite Öffentlichkeit wiederholt festgestellt haben, daß es an der Zeit ist, die staatlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern, die bisher auf der Ebene Generalkonsulat bestanden haben, auf die höhere Ebene zu heben, d. h. Austausch von Botschaftern. Die Erhöhung des diplomatischen Status der beiden Staaten entspricht ihrer politischen Grundhaltung im Hinblick auf eine reale und gleiche Partnerschaft befreundeter Staaten, die nach der Festigung der Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem, kulturellem und politischem Gebiet sowie nach einer dauerhaften Freundschaft streben. [fragment from adjacent column:] Gegen Reste des „Manko" Berlin (EB). Mit der straf- und arbeitsrechtlichen Rechtsprechung im Binnenhandel befaßte sich nach einer vorliegenden Analyse Mittwoch das 4. Plenum des Obersten Gerichts der DDR. An der Tagung nahmen u. a. Mitarbeiter des Staatsapparates, der HO und des Konsums teil. Der Präsident des Obersten Gerichts, Dr. Toeplitz, wies in seinen einleitenden Worten darauf hin, daß die Mehrzahl aller im Handel Beschäftigten ehrlich arbeitet. Es komme jetzt darauf an, gegen die Reste der Kriminalität im Handel anzugehen. Oberrichter Schlegel empfahl den Gerichten, künftig mehr die Verkaufsstellenausschüsse und HO-Beiräte in die Hauptverhandlungen miteinzubeziehen. Das Augenmerk der gesellschaftlichen Kräfte sei auch mit auf den Weg der Verurteilten zu lenken. [fragment from adjacent column:] Arm in Arm mit Tshombe. Lübke offeriert Kongo-Henker 10 Millionen / Gegenleistung: Mordfeldzug Bonn (ADN/BZ). Der westdeutsche Präsident Lübke empfing gestern in seinem Amtssitz den Kongo-Regierungschef Tshombe, der in einem UNO-Bericht als mitverantwortlich für die Ermordung des rechtmäßigen Ministerpräsidenten Patrice Lumumba genannt wird, mit allen Ehren. Aus Furcht vor neuen Protestaktionen gegen den Kongo-Henker war die Bonner Polizei durch Beamte aus Köln und Umgebung verstärkt worden. Auch Polizeihunde und Wasserwerfer sorgten laut „Bonner Rundschau" gestern „für die Sicherheit des Gastes". Die Unterredung Lübke–Tshombe dauerte fast [Unreadable]. Thema der Besprechungen war, wie gut unterrichtete Kreise erklärten, weitere [Unterstützung] Bonns für das neokolonialistische Regime Tshombe. Bonn will mit ihm u. a. Einzelheiten über eine Kapitalspritze in Höhe von 10 Millionen DM erörtern, um die Einflußgebiete der westdeutschen Monopole in Kongo auszubauen. Diesem Zweck dienten auch Besprechungen mit Bundestagspräsident Gerstenmaier, der mit Tshombe im Anschluß an den Lübke-Empfang [Unreadable]. Morgen ist ein Abstecher nach Westberlin vorgesehen. Noch am Dienstag hatte Kanzler [Erhard] [Unreadable]. Auf eine entsprechende Frage nach Zweck und Ziel des „Privatbesuches" reagierte der Bonner Regierungschef sichtlich verärgert. Vom Bundespräsidialamt wurde [später erklärt], die Gespräche hätten „inoffiziellen Charakter" gehabt. [Unreadable] Aus seiner Funktion als Vorsitzender der westdeutschen Afrikagesellschaft [Unreadable] handelt. Staatssekretär Lahr (Auswärtiges Amt) [sagte] vor dem Bundestag an, die Regierung werde Tshombe auffordern, seinen Terrorfeldzug gegen die Befreiungsbewegung unverzüglich fortzusetzen. Die Bundesregierung würde „alles in ihrer Macht Stehende" tun, um Tshombe dabei zu helfen. Als „Begründung" gab Lahr an, in Kongo seien „schätzungsweise" [Unreadable] Westdeutsche „von den Aufständischen [bedroht]". [fragment from adjacent column:] Berlin (EB). Die Brandstatistik der DDR zeigt eine rückläufige Tendenz. Dennoch richten Tausende Brände jährlich einen Schaden von rund 50 Millionen Mark an. Das teilte gestern auf einer Pressekonferenz der 1. Stellvertreter des Ministers des Innern, Generalleutnant Grünstein, mit. Als besonders alarmierend bezeichnete er die Tatsache, daß im vergangenen Jahr bei Wohnungsbränden dreiunddreißig Kinder den Tod fanden, und appellierte an alle Bürger, die Brandschutzorgane vor allem in der vorbeugenden Arbeit zu unterstützen. [fragment from adjacent column:] Verjährung dient Revanche Berlin (ADN/BZ). Gegen den Plan der westdeutschen Regierung, Nazi-Kriegsverbrecher durch die Verjährung ihrer Untaten der gerechten Bestrafung zu entziehen, hat der Hauptausschuß der NDPD energischen Protest erhoben. Das Vorhaben der herrschenden Kreise Westdeutschlands wird als Versuch gewertet, die Ergebnisse des zweiten Weltkrieges zu revidieren. Die NDPD fühlt sich zu ihrem Protest um so mehr berechtigt, „weil durch unser [Unreadable] Staaten wurden, die heute ihr Wort und ihre Tat in den Dienst unserer gerechten nationalen Sache stellen". [fragment from adjacent column:] Gewerkschafter fordern Anti-Notstandsaktion Stuttgart (ADN/BZ). Die Delegierten der Jahreshauptversammlung der Stuttgarter IG Druck und Papier haben im Namen ihrer 5600 Mitglieder gegen die geplante Notstandsgesetzgebung protestiert und den DGB-Bundesvorstand zu „erneuter Aktivität gegen die drohende Gefahr" aufgefordert. In einer Resolution heißt es unter anderem, die Notstandsgesetze gingen „in Einzelheiten noch über die Ermächtigungsgesetze hinaus, die einst Hitler brauchte, um seiner Diktatur den Schein der Legalität zu geben". [fragment from adjacent column:] Sechster Sinn Westberlin (BZ). Höcherls SS-Verfassungsschützer wollen es genau wissen: Kurt Behnke, Nazi-Jurist, Bonner Starrichter und Liebes-Spielgefährte in einer Person, hatte [Unreadable] einem östlichen Geheimdienst" („Bildzeitung"). Aus welchem kühlen Grunde er sich erhängte. Beweis? Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft legte bei direkten Fragen [Unreadable] der „Bild"-Schreiber schweigend die Stirn in dicke Dackelfalten. Woraus man bei Springer messerscharf schlußfolgerte, denn die Herren verfügen über eine Novität, den sechsten Sinn. Und das ist der Blödsinn! [fragment from adjacent column:] Wahlmanöver Bonn (ADN/BZ). Die Erhard-Regierung hat gestern die „Absicht" der Bundesbahn mißbilligt, eine Reihe von Eisenbahnstrecken stillzulegen und eine größere Zahl Betriebsstellen aufzulösen. Politische Beobachter sehen darin eine wahltaktische Maßnahme Erhards, der sich nach scharfen Protesten der Öffentlichkeit nun veranlaßt sieht, die unpopuläre Einschränkungsorder vorläufig aufzuschieben. [fragment from adjacent column:] [Unreadable] berufen sich heute auch die Auschwitz-Mörder. Alle beide aber handelten damals aus eigenem Antrieb, kannten keine Skrupel und dienten mit scheußlichem Eifer einer verbrecherischen Sache! Leute dieses Schlages erdienten sich jede Beförderung und Gehaltserhöhung durch eine neue Untat! Anstelle der westdeutschen Jugend, anstelle der westdeutschen Soldaten würde ich mir diesen Wehrbeauftragten, der innerhalb weniger Minuten am 24. April 1944 fünf Kindern den Vater nahm, nicht gefallen lassen. Der Name Hoogen ist ein Programm. Es ist das Programm der die westdeutsche Politik bestimmenden Kreise. Ihr Auftrag an Hoogen lautet: Über die Verschärfung der Nazi-Methoden in der Bundeswehr wird der Mantel des Schweigens gedeckt. Der Mißbrauch der Bundeswehrsoldaten für die verbrecherische Revanche-Politik und für die Unterdrückung jeder oppositionellen Regung im Innern wird gegen jegliche Kritik, „und sei es die [Unreadable]", abgeschirmt. Die Vorbereitung der westdeutschen Wehrmacht auf die Atomkriegsführung wird auf volle Touren gebracht. Weil diese Politik eine tödliche Gefahr darstellt, müssen die Hoogen und Trettner mitsamt dieser Politik verschwinden. Der Westberliner „Telegraf" riet Hoogen vorgestern: „Treten Sie ab, bevor eventuell andere sich noch anderer Dinge erinnern!" Das ist ein kluger Ratschlag. Er gilt nicht nur für Hoogen. Bis zum 8. Mai 1965 kann man sich noch an manches erinnern. [fragment from adjacent column:] Mordfabrik Auschwitz. Besichtigung durch Frankfurter Gericht abgeschlossen Oswiecim (ADN/BZ). Die Bevollmächtigten des Frankfurter Gerichts unter Leitung von Amtsgerichtsrat Dr. Walter Hotz haben Mittwoch die Besichtigung des Massenvernichtungslagers Auschwitz abgeschlossen. Sie erklärten der Presse, daß zahlreiche Feststellungen am Tatort getroffen werden konnten, die für den weiteren Verlauf des Verfahrens gegen eine Reihe von Angeklagten von wesentlicher Bedeutung sind. Dr. Hotz dankte den polnischen Justizbehörden für die [Unterstützung] der Arbeit des [Gerichts]. Am Mittwochvormittag hatten die [Unreadable] eine [Besichtigung] der Räume in dem Block durchgeführt, in dem sich das Krankenrevier der SS und die Lagerapotheke befanden, deren Leiter der Angeklagte Viktor Capesius war. Aus dieser Apotheke wurde u. a. Phenol für den Block 20 geliefert, in dem der Angeklagte Klehr die Mordspritzen verabreichte. Capesius verwaltete auch den Lagerraum für das Gas „Zyklon B", das von der IG-Farben geliefert wurde. Weiter wurden Fragen geklärt, die mit der Errichtung und der [Unreadable] des Lagers [zusammenhängen]. 70.000 Häftlinge wurden hier [Unreadable]. Weitere [Krematorien] zur Massenvernichtung bauten die Nazis im Lager Birkenau, der Hauptmordstätte. [fragment from adjacent column:] Mörder freigelassen Düsseldorf (ADN/BZ). Die SS-Verbrecher Theodor Gröver, Walter Helfsgott und Walter Pohl sind [Unreadable] vorzeitig aus westdeutscher [Haft entlassen] worden. Sie waren im August 1963 im Wuppertaler SD-Einsatzkommando-Prozeß wegen Massenmordes an Juden und Sowjetbürgern zu vier bis fünf Jahren Zuchthaus verurteilt worden. [Unreadable] Kaution vor Ablauf seiner achtjährigen Zuchthausstrafe freigelassen. [fragment from adjacent column:] [Unreadable] Gemüseanbau empfahl Direktor Djukarew vom sowjetischen Sowchos „Kiewer Gemüsefabrik" Wissenschaftlern und Praktikern des Gemüsebaus der DDR bei einem Erfahrungsaustausch in Erfurt. [...] Tod fanden am Dienstag zwei Bundeswehrsoldaten, als sie mit ihrem Panzer in der Nähe von Koblenz in die Mosel stürzten. Eine jugendliche Diebesbande, die vor allem Zigarettenautomaten ausraubte, konnte in Nürnberg dingfest gemacht werden. Den Rücktritt des neuen Wehrbeauftragten Hoogen hat das Direktorium der Deu[tschen] [Unreadable] gefordert. [fragment from adjacent column:] Vertraute Aussprache mit Berliner Arbeitern Bericht unseres Chefreporters Dr. K.-H. Gerstner Die Moskauer Parteidelegation setzte am Mittwoch ihren Berliner Erfahrungsaustausch über das neue ökonomische System mit einem Besuch im VEB Herrenbekleidung Fortschritt fort. Werkleiter Günter Witte erläuterte den raschen Aufstieg des [Unreadable] größten Konfektionsbetriebes [Unreadable], der täglich 3500 Herrenanzüge herstellt. Bei der technischen Rekonstruktion des Betriebes hat sich die technische Direktorin, Emmi Swora, die als Held der Arbeit ausgezeichnet wurde, große Verdienste erworben. Die modisch und qualitativ hochwertige Herrenbekleidung von Fortschritt ist auch in der Sowjetunion und Westdeutschland sehr gefragt. Beim Rundgang durch den Betrieb kam es zu überaus herzlichen Begegnungen zwischen den sowjetischen Gästen und den Arbeiterinnen. Die [Unreadable] zeigten bereits beachtliche Ergebnisse bei der Durchsetzung des neuen ökonomischen Systems. In der anschließenden Aussprache beim Werkleiter spielte die Prämienpolitik des Betriebes eine große Rolle. Für Vorschläge, durch die es gelingt, die Fertigungszeiten um eine Minute zu senken, wird eine Prämie von 1000 Mark bezahlt, da bei den großen Stückzahlen dieser Produktion jede Minute Einsparung den Gewinn bedeutend erhöht. Nikolai Jegorytschew, 1. Sekretär der Moskauer Parteiorganisation, erkundigte sich fürsorglich nach der Betreuung der Kinder der Arbeiterinnen. Er schlug vor, beide Städte sollten künftig auch auf diesem Gebiet ihre Erfahrungen und Arbeitsergebnisse vergleichen. Dieser Vorschlag wurde mit großer Zustimmung aufgenommen. Paul Verner begleitete sowjetische Parteidelegation bei Bergmann-Borsig. Zu einem sehr interessanten Erlebnis wurde der Besuch des größten Energiemaschinenwerks der DDR, Bergmann-Borsig, bei dem der 1. Sekretär der Bezirksleitung Berlin der SED, Paul Verner, die Gäste begleitete. In den riesigen Werkhallen kam es immer wieder zu [Begegnungen]. Lange unterhielt sich der sowjetische Delegationsleiter mit dem Arbeiterforscher Walter Nusse. Nikolai Jegorytschew erkundigte sich, wie Neuererleistungen möglichst rasch zum Allgemeingut des Betriebes gemacht würden. Brigadier Walter Nusse, der an der Einführung des Zweidrahtschweißens im Kesselbau wesentlichen Anteil hat, hielt eine enge Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren und Arbeitern zur Erreichung dieses Ziels für besonders wichtig. Im [Prüffeld] sahen die Gäste einen für das Kraftwerk Vetschau bestimmten 100-MW-Generator auf dem Prüffeld. Bergmann-Borsig baut zur Zeit Turbinen zwischen 25 und 100 MW, wird aber mit sowjetischer Hilfe zum Bau noch größerer Einheiten übergehen. In der anschließenden Auswertung des eindrucksvollen Rundgangs sprach Paul Verner dem Betriebskollektiv von Bergmann-Borsig seine Anerkennung für die erfolgreichen Anstrengungen aus. Im letzten halben Jahr sei der Betrieb ein ganzes Stück vorwärtsgekommen. Ein Umschwung in der Stimmung der Arbeiter sei festzustellen. Diese Fortschritte seien ein erstes Resultat der beginnenden Durchsetzung des neuen ökonomischen Systems. Dieser Weg müsse konsequent weitergegangen werden; es sei noch viel zu tun, um 1965 diesen Betrieb rentabel zu gestalten. Dazu sei es auch [notwendig], die Grundfonds des Betriebes noch besser auszunutzen, wie es vom 7. Plenum gefordert wurde. Nikolai Jegorytschew sagte zum Schluß der Aussprache, die technische Ausrüstung dieses Betriebes sei gut, aber der größte Reichtum dieses Betriebes seien seine hervorragenden Arbeiter. Er sei in der kurzen Zeit seines Berliner Besuches schon mit vielen Menschen zusammengekommen und sei von den vielen Freundschaftsbeweisen und dem tiefen Bewußtsein der Gemeinsamkeit unserer Aufgaben und unseres Kampfes stark beeindruckt. Die Werktätigen Berlins stünden auf einem Vorposten des sozialistischen Lagers, und die politische Arbeit mit allen Menschen spiele eine überaus wichtige Rolle. In den Nachmittagsstunden hatten die Mitglieder der Delegation Anna Lawrentjewa und Dr. Tatjana Frunse das Deutsche Modeinstitut besucht, wo sie von der Direktorin Elli Schmidt und der künstlerischen Leiterin Katja Selbmann in die Arbeit des Instituts eingeführt wurden. Die Kollektion für das zweite Halbjahr fand den Beifall der sowjetischen Gäste. Anschließend besuchten die beiden weiblichen Mitglieder der sowjetischen Delegation den VEB Kali-Chemie, wo sie von der Werkleiterin, Renate Credo, Mitglied des Zentralkomitees der SED, empfangen wurden. [fragment from adjacent column:] Akademie hat große Pläne Berlin (ADN/BZ). Über die Veranstaltungen der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin zu ihrem 15. Jahrestag und über weitere Vorhaben im kommenden Jahr berichtete Akademie-Direktor Dr. Hossinger Mittwoch in Berlin vor Pressevertretern. Zum 15. Jahrestag der Akademie am 24. März wird eine repräsentative Ausstellung des künstlerischen Laienschaffens der verschiedenen Genres gestaltet, die auch ihre Beziehungen zur [Unreadable] in Verbindung [Unreadable] deutlich werden lassen soll. Eine weitere repräsentative Ausstellung ist dem Werk von Max Liebermann gewidmet. [fragment from adjacent column:] Wieder 100 Übersiedler Berlin (ADN/BZ). Seit Beginn dieser Vorweihnachtswoche sind in den Aufnahmeheimen der DDR über 100 Übersiedler und Rückkehrer eingetroffen, die nach sorgfältiger Überlegung den Entschluß faßten, künftig in der DDR zu leben und zu arbeiten. Über die Hälfte von ihnen sind Rückkehrer. Seit Anfang dieses Jahres kamen allein aus Nordrhein-Westfalen rund 3000 Übersiedler und Rückkehrer, darunter viele Bergarbeiter. [fragment from adjacent column:] Olympioniken im Rathaus Berlin (ADN/BZ). Die erfolgreichsten Berliner Sportler bei den Olympischen Spielen in Tokio waren Mittwoch zu Gast im Berliner Rathaus. Der Stadtrat für Kultur, Körperkultur und Sport, Ernst Hoffmann, begrüßte sie im Namen des Magistrats und übermittelte ihnen die besten Wünsche des Oberbürgermeisters Friedrich Ebert. Der Einladung waren u. a. gefolgt die Silbermedaillen-Gewinner Birgit Radochla und Achim Hill sowie die mit der Bronzemedaille ausgezeichneten Sportler Heinz Schulz, Dieter Weber, Gerhard Schulz und Karl-Heinz Fuhrmann. Berliner Zeitung Das Redaktionskollegium: Joachim Herrmann (Chefredakteur); Rolf Lehnert, Gerhard Härth (Stellv. Chefredakteure); Paul Platen (Redaktionssekretär); Dr. Karl-Heinz Arnold, Werner Micke, Susanne Statkowa, Klaus Wilczynski, Jochen Zimmermann. Chefreporter Dr. Karl-Heinz Gerstner. Verlagsdirektor: Hermann Leupold

English translation

=== [Page 1] === --- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) --- [Fortsetzung von Seite 1] Bedeutsame Erklärung der Repräsentanten beider Parlamente / DDR – Indonesien [Namen der Delegationsmitglieder, u. a.:] [...] Lieselotte Thoms-Heinrich, Mitglied des Redaktionskollegiums „Neues Deutschland“, Mitglied des DFD; Hans-Joachim Semler, Sekretär der Delegation, Bereichsleiter in der Kanzlei des Staatsrates. Während ihres Aufenthaltes in der Republik Indonesien hatte die Volkskammerdelegation der DDR Begegnungen und Gespräche mit Präsident Dr. Sukarno, dem zweiten stellvertretenden Ministerpräsidenten und amtierenden Minister für Auswärtige Angelegenheiten, Leimena, dem Vorsitzenden des Provisorischen Konsultativen Volkskongresses und dritten stellvertretenden Ministerpräsidenten, Minister-Koordinator Dr. Chairul Saleh, dem Vorsitzenden des Parlaments, Minister-Koordinator Arudji Kartawinata, den Leitungen des Volkskongresses und des Parlaments, den drei großen politischen Parteien, mit der Nationalen Front und anderen führenden Politikern in Djakarta und allen anderen besuchten Orten. Generalleutnant Kessler hatte Zusammenkünfte mit Minister-Koordinator General Nasution, mit Minister und Chef der [Luftwaffe] Omar Dani und anderen leitenden Militärs in Djokjakarta und Bandung. Weiterhin fanden herzliche Begegnungen mit Wissenschaftlern und Vertretern der indonesischen Frauenbewegung statt. Bei Verlassen der Republik Indonesien bringt die Delegation der Volkskammer der DDR ihren aufrichtigen Dank für die überwältigende Freundschaft und Gastfreundschaft zum Ausdruck, mit der sie von führenden Persönlichkeiten des Staates, mit denen sie wichtige Gespräche in der Hauptstadt, in Sulawesi, Bali und Java führen konnte, sowie überall von der Bevölkerung empfangen [wurde]. In diesen Gesprächen und während ihrer ganzen Reise konnten beide Seiten mit großer Befriedigung feststellen, daß die Freundschaft zwischen der DDR und der Republik Indonesien eine feste Grundlage hat. Sie beruht auf dem festen Boden der Übereinstimmung in allen politischen Grundsatzfragen der beiden Staaten: ihrem gemeinsamen Kampf gegen Imperialismus, Kolonialismus und Neokolonialismus, der gegenwärtig sein wahres Gesicht in dem imperialistischen Gebilde Malaysia sowie in Kongo und in Vietnam zeigt; in ihrem gemeinsamen Willen, die Achtung der Souveränität und die Freiheit ihrer Staaten bis zum äußersten gegen alle Feinde zu verteidigen; [...] in ihrer gemeinsamen Überzeugung, daß die Gemeinschaft der neuen aufstrebenden Kräfte in der ganzen Welt siegen wird über die Politik der Unterdrückung der Völker, die zum Untergang verurteilt ist, über die Mißachtung des Willens des Volkes und die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und der Nation durch die Nation. Die DDR unterstützt alle Schritte, die der weiteren Festigung und Solidarität der neuen aufstrebenden Kräfte dienen, und schenkt dem Gedanken der Einberufung einer Konferenz dieser Kräfte große Aufmerksamkeit und großes Interesse. [...] Die Volkskammerdelegation der DDR hat mit tiefer Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß hervorragende Vertreter der Republik Indonesien, die Leitung des Volkskongresses und des Parlamentes, die Leitungen der großen Parteien und anderen Organisationen sowie auch die breite Öffentlichkeit wiederholt festgestellt haben, daß es an der Zeit ist, die staatlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern, die bisher auf der Ebene Generalkonsulat bestanden haben, auf die höhere Ebene zu heben, d. h. Austausch von Botschaftern. Die Erhöhung des diplomatischen Status der beiden Staaten entspricht ihrer politischen Grundhaltung im Hinblick auf eine reale und gleiche Partnerschaft befreundeter Staaten, die nach der Festigung der Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem, kulturellem und politischem Gebiet sowie nach einer dauerhaften Freundschaft streben. --- English translation --- [Continued from page 1] Significant declaration by the representatives of both parliaments / GDR – Indonesia [Names of delegation members, among them:] [...] Lieselotte Thoms-Heinrich, member of the editorial board of Neues Deutschland, member of the DFD; Hans-Joachim Semler, secretary of the delegation, head of department in the Chancellery of the Council of State. During its stay in the Republic of Indonesia the GDR Volkskammer delegation had meetings and talks with President Dr. Sukarno; with the second deputy prime minister and acting foreign minister, Leimena; with the chairman of the Provisional People's Consultative Congress and third deputy prime minister, Coordinating Minister Dr. Chairul Saleh; with the chairman of Parliament, Coordinating Minister Arudji Kartawinata; with the leaderships of the Congress and Parliament, the three big political parties, the National Front and other leading politicians in Jakarta and all other places visited. Lieutenant General Kessler held meetings with Coordinating Minister General Nasution, with the minister and chief of the [air force] Omar Dani and other senior military figures in Yogyakarta and Bandung. Furthermore there were cordial encounters with scientists and representatives of the Indonesian women's movement. On leaving the Republic of Indonesia the Volkskammer delegation of the GDR expresses its sincere thanks for the overwhelming friendship and hospitality with which it was received by leading figures of the state, with whom it could hold important talks in the capital, in Sulawesi, Bali and Java, and everywhere by the population. In these talks and throughout their journey both sides were able to establish with great satisfaction that the friendship between the GDR and the Republic of Indonesia rests on a firm foundation. It rests on the firm ground of agreement on all fundamental political questions of the two states: their common struggle against imperialism, colonialism and neocolonialism, which is currently showing its true face in the imperialist construct Malaysia and in the Congo and Vietnam; their common will to defend to the utmost the sovereignty and freedom of their states against all enemies; [...] their common conviction that the community of the new emerging forces throughout the world will triumph over the policy of oppression of peoples, which is doomed to fall, over disregard for the will of the people and the exploitation of man by man and of nation by nation. The GDR supports all steps serving the further consolidation and solidarity of the new emerging forces and pays great attention and takes great interest in the idea of convening a conference of these forces. [...] The Volkskammer delegation of the GDR noted with deep satisfaction that outstanding representatives of the Republic of Indonesia, the leadership of the People's Congress and of Parliament, the leaderships of the big parties and other organisations, and the broad public have repeatedly stated that it is time to raise the state relations between our countries, which have so far been at the level of consulate-general, to a higher level, i.e. an exchange of ambassadors. The upgrading of the diplomatic status of the two states corresponds to their political basic stance towards a real and equal partnership of friendly states which strive for the consolidation of cooperation in the economic, cultural and political fields and for a lasting friendship.