Neues Deutschland, 10 Januar 1965, S. 5: Licht und Schatten (Indonesienreportage von Lieselotte Thoms, IV)
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Text
Nationale und internationale Politik
/ 10. Januar 1965 / ND / Seite 5.
Licht und
Schatten
Indonesienreportage von Lieselotte Thoms (IV)
„Unser Dorf ist seit August 1963 frei von Analphabetismus." Solche und ähn liche Worte lasen wir auf großen Schil dern In vielen indonesischen Ortschaften.
durch die unser Weg führte. 93 Prozent der Bevölkerung Analphabeten — das war die Hinterlassenschaft des Kolonialregimes. Daß in weniger als zwei Jahrzehn ten fast das ganze Hundert-Millionen- Volk lesen und schreiben lernte, ist eine der größten Errungenschaften Indone siens. Vor dem zweiten Weltkrieg hatte das Land 2 Millionen Schulkinder, heute meldet die Statistik mehr als 10 Millionen Kinder, die in der seit einiger Zeit sechsklassigen Grundschule lernen* Indone sische Studenten gab es 1940 nur 585, und auch sie kamen fast ausschließlich aus den feudalen Familien. Heute studieren fast 220 000 junge. Indonesier an den zum größten Teil jungen Universitäten.
Bildungshunger
Das wurde erreicht, obwohl das Budget für das Bildungswesen nicht sehr hoch ist: zuviel verschlingen die Kämpfe gegen die äußeren und innneren Feinde des Landes. Doch was an Mitteln fehlt, er setzt der Bildungshunger des Volkes durch vielfältige eigene Initiative. Noch oft begegneten wir auf unserer Reise die sem brennenden Interesse, mehr zu ler nen, mehr zu wissen. In Makassar las der Volkskammerabgeordnete Prof. Boto Martin vor den Studenten der Staatlichen Hasanuddin-Universität eine Lektion über die Entwicklung der Wissenschaft in der DDR. Er ging von sich selbst aus und schilderte seinen Weg vom Sohn eines kleinen Bauern zum Dekan der Landwirtschaftswissenschaftlichen Fakul tät an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Mit gespannter Aufmerksamkeit folg ten die Zuhörer. Danach gab es viele Fragen. Eine davon: Wie werden in der DDR die Studenten nicht nur zu guten Wissenschaftlern, sondern gleichzeitig zu guten Sozialisten herangebildet? Auch in Indonesien bemüht man sich erfolgreich, das Fachstudium mit der gesellschaft lichen Erziehung zu vereinen. Besonde res Interesse zeigten Dozenten wie Stu denten für die landwirtschaftliche Ent wicklung in der DDR, von der Boden reform bis zum sozialistischen'Agrarrecht.
Sie baten, ihnen recht bald Literatur dar über zu schicken.
Vorlesung im Sultanspalast
In der Staatlichen Gadjamahda-Univer-. ität Djokjakarta, im alten Sultanspalast, Ldelt der Abgeordnete Heinrich Meier «ine Vorlesung über die Förderung der Jugend in der DDR. Er sagte nachher, er hätte selten ein so lebendiges und inter essiertes Auditorium gehabt wie hier.
Oft wurde applaudiert, noch bevor die Dolmetscherin seine Worte übersetzt hatte. Mit Beifall Quittiert wurden alle Ausführungen über die Errungenschaften der DDR, vor allem auch über die ökono mische Politik unserer Republik und ihre Erfolge
„Auch wir kämpfen um unsere ökono mische Selbständigkeit", erklärte der Rektor der Gadiamahda-Universität, Prof.
Johannes. „Wir müssen und wollen unser Land industrialisieren, um uns verteidi gen zu können gegen den imperialisti schen Einfluß sowohl von außen wie auch in unserer eigenen Wirtschaft"
Geldsorgen
Einer der Professoren wollte im per sönlichen Gespräch wissen, wie in der DDR nach dem zweiten Weltkrieg eine Inflation verhindert worden sei. Das Thema Inflation beschäftigt in i Indone sien viele, und es ist sehr kompliziert.
Noch vor wenigen Jahren stand der offi zielle Dollarkurs bei 45, heute beträgt er über 500 Rupiah.
Bei unserer Ankunft in Djakarta tauschte das Hotel „Indonesia" seinen Gästen den Dollar zu einem Sonderkurs von 1: 1000 Rupiah; als wir nach acht tägiger Reise durch das Land in die Hauptstadt zurückkehrten, war der Ge genwert auf 3000 Rupiah erhöht worden.
Die Löhne kommen mit den Lebenshal tungskosten nicht mehr mit
Licht und Schatten. Ein großes und rei ches Land hat den antiimperialistischen Weg beschritten. Die weltpolitische Be deutung dieser Tatsache ruft natürlich auch die Gegner verstärkt auf den Plan.
Während die Entwicklung z. B. im Bil dungswesen stetig aufwärtsgeht, verläuft sie auf dem Gebiet der Wirtschaft noch sehr ungleichmäßig und* mit vielen Wi dersprüchen. Der „imperialistische Ein fluß sowohl von außen wie in der eigenen Wirtschaft", von dem der Rektor der Uni versität in Djokjakarta sprach, geht bis zum Zusammenspiel der inneren Reak tion mit gewissen Gruppen ausländischer Monopole. Die Auseinandersetzung „wer— wen" ist ökonomisch und sozial noch nicht entschieden.
Weiße Pionierhemden und rote HalsV tücher, blaue Blusen der Jugendorganisa tion, farbenfrohe Sarongs junger Mäd chen, rot-weiße Fahnen und schwarz-rot goldene mit dem DDR-Emblem — eine Sinfonie von Farben und jungen Stimmen erfüllte die Straße: „Hallo - hallo Ban dung!" Das Lied, das um die ganze Welt gegangen ist, begleitete hier an seinem Ursprungsort jubelnd unseren Weg zum Haus des Provisorischen Obersten Volks kongresses, dem historischen Tagungs gebäude der ersten Bandung-Konferenz.
29 freie Staaten nahmen an dieser er sten Konferenz 1955 teil. Heute, knapp. zehn Jahre später, gibt es in Asien, Afrika und Lateinamerika schon mehr als
60 Staaten, die ihre Unabhängigkeit er rungen haben und verteidigen. Weder feindselige Komplotte noch imperiali stische Aggressionen konnten und kön nen diesen gewaltigen Vormarsch auf halten.
Genosse Aidit. der uns In seiner Eigen schaft als Stellvertretender Vorsitzender des Volkskongresses im Tagungsgebäude
herzlich empfing, hob hervor: „Die Er höhung der Beziehungen zwischen Indo nesien und der DDR bedeutet eine Festi gung der Einheit der neuaufsteigenden Kräfte, eine sehr wichtige Frage in un serer Zeit"
Frauenprobleme
Das freundschaftliche Gespräch, zu dem sie uns im Amtssitz des 'Außenministers empfing, drehte sich selbstverständlich vor allem um die Rechte der Frauen.
„Wieviel weibliche Minister gibt es in der DDR?" wollte Frau Dr. Subandrio wissen, die selbst stellvertretender Ge sundheitsminister ist
Doch nicht nur in Djakarta wurden so neue, freundschaftliche Bande geschlos sen. Die indonesische Frauenbewegung ist von außerordentlicher politischer Ak tivität. Die einzelnen Organisationen haben sich nach Parteien, Religionen, Be rufen und anderen Gesichtspunkten zu sammengefunden. Allein In Bandung, so erfuhren wir, gibt es etwa 80 Frauen verbände. So stand fast auf jeder Sta tion unserer Reise ein Treffen mit den -Frauen auf dem Programm. Und jedes Mal fanden Gastgeberinnen und Gäste, die Zeit dafür sei eigentlich viel zu kurz bemessen.
Wir hatten uns tatsächlich viel zu er zählen. Es fanden sich auch hier Gemein samkeiten, wie selbstverständlich die in der Verfassung garantierte Gleichberech tigung, die Wandlung der Frau zur selbst bewußten Persönlichkeit. Aber wir ent deckten auch manchen durch die Entwick lung bedingten Unterschied.
Zwei Hauptaufgaben hat der Indone sische Frauenkongreß allen Frauen im Lande gestellt: die Unterstützung des Kampfes gegen den Neokolonialismus viele Frauen und Mädchen meldeten sich freiwillig, ihre Heimat mit der Waffe in der Hand zu verteidigen — und das tat kräftige Wirken für die Landreform.
Ehe und Gleichberechtigung
Eine der ersten Fragen, die man uns stellte, war die nach der Gleichberech tigung der Frau Im Beruf und in der Ehe Noch ist es den Frauenorganisationen nicht gelungen, ein einheitliches Eherecht durchzusetzen. Auf Bali z. B. ist es Sitte, daß der Mann die Mitgift stellt und alles, auch die Ausstattung der Frau, mit in die Ehe bringt. In Zentraljava obliegt diese Pflicht der jungen Ehefrau, in Westjava gibt es wieder andere Unterschiede.
Traditionen und Religionen, z. B. der Islam, gestatten in Indonesien den Män nern, mehrere Frauen zu haben. Die fortschrittlichen FrauenorganisaUonen er streben seit langem die Monogamie. Doch es gibt dabei Widerstände nicht nur von männlicher Seite, sondern auch von man chen Frauen. Sie zu überwinden, erfordert seine Zeit
Uneingeschränkte Bewunderung regte überall der hohe Prozentsatz der weiblichen Hochschulabsolventen in der DDR, der Mutterschutz und die Fürsorge unseres Staates für die Kinder, die Maß nahmen zur Qualifizierung der Frauen.
„So weit wie ihr sind wir noch nicht".
sagten uns die Vertreterinnen der kom munistischen Fraiienorganisation GER- WANI, mit der unser DFD seit Jahren Freundschaft hält. „Aber auch wir wer den dahin kommen.
Zum erstenmal nach 1945 haben die Kommunisten und die Sozialisten In Paris und Umgebung gemeinsame Wahllisten aufgestellt, um die Reaktion zu schlagen
Erfer:.Haiti Schlechte Beispiele verderben unsere guten Sitten! Zeichnung: Schrad«
Lombardi kritisiert Moro
Regierungsprogramm „zu schwach"
Koalition mit den Kommunisien?
Rom (ND). Die Krise in der Christlich- Demokratischen Partei und ihren Koali tionspartnern schwelt nach der langwieri gen Präsidentenwahl weiter. Jetzt hat auch Riccardo Lombardi, Führer des Anti-Nenni-Flügels in der Sozialistischen Partei, die in der Koalition den Vizepre mier stellte, dem „zu schwachen" Regie rungsprogramm den Kampf angesagt und zugleich auf die aktive nationale Politik der KP Italiens hingewiesen. Die ameri kanische Agentur AP interpretiert dies mit den Worten: „Beobachter deuten die sen Hin weis als Forderung nach einem Rücktritt Moros und der Bildung einer Regierungskoalition unter Einschluß der Kommunisten.
Linke Einheitsfront für Kerala-W ahlen
Neu Delhi (ADN-Korr.). Eine Einheits front aller Linksparteien für die Wahlen Im Februar ist im indischen Unionsstaat Kerala von Vertretern der KP Indiens, der Revolutionären Sozialistischen Partei, der Vereinigten Sozialistischen Partei und jener Partei gegründet worden, die alle aus der KP Indiens ausgetretenen „un ken* vereinigt. Die Einheitsfront wird mit einem gemeinsamen Programm in den Wahlkampf gehen und eine einheitliche Kandidatenliste aufstellen.
Kossygin empfing
Minister Peyrefitte
USA-Bombenangriff auf Laos
Hanoi (ADN). Amerikanische Flugzeuge haben dieser Tage ¦, mehrfach laotisches Gebiet bombardiert und unter Beschüß genommen. Weiter wurden von den USA- Maschinen Giftchemikalien abgeworfen.
Dies meldet am Freitag VNA unter Be rufung auf den Sender „Stimme der Pathet-Lao". Bei den Luftüberfällen wur den zahlreiche Personen getötet oder ver letzt, Wohnhäuser und Pagoden zerstört
Regierungschefs der Araberstaaten beraten in Kairo
Bonn über Rückschläge im Nahen Osten besorgt
Von unserem Korrespondenten Andreas Kabul
Kairo. Am Sonnabend wurde in der VAR-Hauptstadt die erste Konferenz ara bischer Regierungschefs eröffnet An der Spitze der Delegationen der VAR und Al geriens stehen Vizepräsidenten. Die mei sten Länder sind auch durch Außen minister und Armeestabschefs vertreten.
Aufgabe des viertägigen Treffens ist es, im Kairoer Hauptquartier der Arabischen Liga (Mitgliedstaaten: Algerien, Irak, Je men, Jordanien, Kuweit, Libanon, Libyen, Marokko, Saudiarabien, Sudan* Syrien, Tunesien. VAR) die nächsten Schritte zur Verwirklichung der Beschlüsse der arabischen Gipfelkonferenzen von Januar und September 1964 zu beraten.
Von den Teilnehmern sind — wie hier verlautet — bisher 90 Prozent der Mittel aufgebracht worden, die für die erste Etappe der arabischen Jordanwasserpläne, den Aufbau des gemeinsamen Oberkommandos und die Finanzierung der zivilen und militärischen Institutionen der. Palästina-Araber benötigt werden.
Jedoch wird sich die Konferenz auch mit der Haltung der libanesischen Regierung beschäftigen, die bis jetzt dem Beginn wasserbaulicher Vorhaben an den. Jor dannebenflüssen auf dem Territorium Libanons nicht zugestimmt hat.
In Kreisen der Arabischen Liga wird betont daß der antiimperialistische Cha rakter der Konferenz gute Ergebnisse im Interesse der arabischen Völker erwar ten läßt Geist und Gegenstand der Be ratungen wird zweifellos durch die revo lutionäre Entwicklung der letzten Mo nate, den USA-Erpressungsversuch gegen über der VAR und die Aufdeckung des atomaren und militärischen Komplotts
Bonn— Tel Aviv mitbestimmt Der Er nennung des Staatssekretärs im israeli schen Verteidigungsministerium, Asher Ben Nathan, zum Leiter der israelischen Mission in Westdeutschland eilt in die sem Zusammenhang besondere Aufmerk samkeit
Während Westdeutschland sich In der gesamten« arabischen Welt wachsenden Schwierigkeiten gegenübersieht befürch ten Bonner Diplomaten, daß der mehr wöchige Besuch des ehemaligen sischen Premiers Edgar Faure in der VAK 4er Beginn einer neuen Ära der Zusammenarbeit Paris— Kairo werden könnte. Im Gegensatz zum abenteuer lichen Kurs der 'Bonner Ultras genießt die flexiblere Außenpolitik de Gaulies Im arabischen Raum eine gewisse Populär!-' tat. Das kann nach Ansicht der Bonner Diplomaten nicht ohne Auswirkung auf die wirtschaftlichen und politischen Posi tionen Westdeutschlands östlich und westlich des Nils bleiben. So verspreche z. B. der Versuch, Kreditangebote mit politischen Forderungen im Sinne der Hallstein-Doktrin zu verbinden, künftig wenig Erfolg.
Im 'Mal soll in Tunis bereits die zweite Konferenz arabischer Premiers stattfin den. Bonn hofft — wie aus informierten Kreisen verlautet — bis dahin den Rah men seiner Nahostpolitik neu gesteckt und den größten Teil der arabischen Kri tiken an der Zusammenarbeit mit Israel zum Schweigen gebracht zu haben. Dieser Optimismus wird Indessen, wie es hier in Kairo heißt, selbst vom westdeutschen Botschafter Federer belächelt
VAR feierte fünf Jahre Dammbau / UdSSR-Delegation anwesend
Assuan (ADN/ND). Das festlich ge schmückte Assuan feierte am Sonnabend den fünften Jahrestag des Baubeginns am Assuanhochdamm. Mit der Errich tung der ersten beiden Masten wurde an diesem Tage auch der Bau der Überland leitungen für den Strom des am Damm entstehenden Kraftwerks in Angriff ge nommen. Höhepunkt der Feierlichkelten, die mit einem großen Volksfest ausklan gen, war eine Großkundgebung: an ihr nahmen Hochdamm-Minister Sedky-Soliman und weitere Minister sowie eine UdSSR-Regierungsdelegation unter Lei tung von Minister Neporoshni teil.
Minister Soliman würdigte in einer Rede den raschen Fortgang der Arbeiten (Damm und Kraftwerk werden nach jüngsten Festlegungen ein Jahr früher als geplant fertig sein) und dankte ins besondere der Sowjetunion für ihre auf richtige Hilfe bei diesem Riesenprojekt der VAR.
„Schon jetzt großer Nutzen"
Minister Soliman hat in einem Inter view mit unserem Korrespondenten er klärt: „Wir haben bereits jetzt einen sehr großen praktischen Nutzen erreicht. Wäh rend des letzten Hochwassers konnten zusätzlich 4,5 Mrd.- Kubikmeter Nilwasser aufgestaut werden, die im Sommer für
die Bewässerung verwendet werden.
Darüber hinaus haben wir die Strom erzeugung des alten Assuankraftwerkes in diesem Jahr um 400 Millionen KWh erhöhen können. Das bedeutet auch eine''""
Steigerung der Düngemittelerzeugung In Assuan um 105 000 Tonnen." Soliman hob auch in dem Interview die gute Zusam menarbeit mit den sowjetischen Fach leuten hervor.
' Was sonst noch passierte
Im grauen Alltag zerstieben alle Neujahrsillusionen
Reallohne der Danen schrumpfen
Von Ulla Jessina, Kopenhagen
Aber nicht nur das Wetter dämpft die Neujahrsstimmung: Das Finanzamt tut ebenfalls alles, um die Bürger wieder aus ihren Illusionen zu reißen. Überall im
Lande müssen im Januar die Steuer erklärungen geschrieben werden, nach denen die Werktätigen In diesem Jahre „eingestuft" werden. Die Formulare sind diesmal noch umfassender und kompli zierter geworden. Außerdem wechseln sie ständig die Farbe wie ein Chamäleon. In diesem Jahr sind sie rosa, was allerdings niemand dazu verleiten kann, sie als Frühlingsboten zu betrachten. Denn:
Künftig wird die Lohnsteuer noch höher sein als bisher. Und noch schlimmer ist die Ankündigung der Regierung, daß die bisherige Warenbesteüerung durch ein neues Umsatzsteuersystem abgelöst wer den solL
Dieses System wird alle Waren erfassen von Lebensmitteln, Büchern und Kin derwindeln bis zu Personenwagen und anderen Luxusartikeln. Hat die -gegen wärtige Besteuerung dem Staat bereits zusätzliche Einnahmen in. Höhe von 1.5 Milliarden Kronen erbracht, so soll das neue System nicht weniger als vier Mil liarden herauswirtschaften.
' Die bürgerliche Abendzeitung „Ekstrabladed" hat eine vorläufige Berechnung vorgenommen, wie sich diese Indirekten Steuern auf das Einkommen der däni schen Lohnempfänger auswirken werden.
Daraus ergibt sich, daß die Familie Jensen (12 000 Kronen' Jahreseinkommen)
56,2 Prozent für die wichtigsten Ge brauchsgüter benötigen wird, während die
Familie Nielsen (32 000 Kronen) nur 41,5 Prozent aufwenden muß. Nach den bisherigen Berechnungen wird sich damit der Reallohn der Familie Jensen um 5,6 Prozent, der Reallohn der Familie Niel sen indessen nur um 4,2 Prozent verrin-
Zalchnuno: Weoenet
gern. Familien mit noch größerem Ein kommen werden sogar begünstigt
Als Trost hat die Regierung Erleich terungen bei der direkten Besteuerung angekündigt Aber auch da entlarvt „Ekstrabladed" die soziale „Schlagseite"
der Reform: Während Familien mit klei nem Einkommen nur mit einer Steuer ermäßigung von 210 Kronen rechnen kön nen, kann die Familie Nielsen künftig 1000 Kronen zurückbehalten. Selbst bei Einkommen • von 100 000 Kronen (!) soll noch eine „Ermäßigung" von 200 Kronen gewährt werden.
Das alles wird von der Regierung ge plant, während die Verhandlungen über die neuen Tarifverträge für 800 000 Lohn empfänger unterbrochen werden mußten, da die Unternehmer ihre Zustimmung zu annehmbaren Lohnvorschlägen verwei gern. Im Höchstfalle ziehen sie eine Lohnerhöhung von fünf Prozent in Be tracht. Wenn aber die Indirekten Steuern erhöht, werden, so würde der Reallohn der dänischen Arbeiterfamilien unter die sen Umständen nicht steigen, sondern so gar um 1,5 Prozent sinken.
Ob diese wenig rosige Perspektive ab gewendet werden kann, wird ganz von dem einheitlichen Willen und Handeln sowie der Stärke der dänischen Arbeiter klasse abhängen. Der Kampf in diesem Jahr wird auf jeden Fall schwer werden.
Zweimal Kongo
Nur durch den mächtigen Kongo getrennt liegen sich die Hauptstädte zweier gleich namiger afrikanischer Staaten gegenüber, die oft genannt und noch öfter verwechselt 'V/erden, obwohl sie politisch und geografisch grundverschieden sind.
Leopoldville auf dem Ostufer des Stromes Ist die Hauptstadt der „Demokratischen
Republik Kongo", die durch den Hexentanz der Monopole, die Ermordung ihres ersten Premiers Lumumba und die Grausamkeit ihrer gegenwärtigen
Regierung unter
Tshombe traurige Berühmtheit erlangte. Sie umfaßt ein Riesenterritorium von 2,3 Mil lionen km' mit 15 Millionen Einwohnein (99 Prozent Afrikaner, vorwiegend Bantus)
und gehört mit ihren gewaltigen vorkom men an Uran, Kupfer, Diamanten, Kobalt, Zink. Kadmium und Vanadium zu den roh stoffreichsten Ländern der Erde. Der bel gisch-englische Mammutkonzern Union Mi niere du Haut Katanga gehört zu den größten Kapitalistischen Bergbaugesell schaften der Welt.
Am 30. Juni 1960 wurde Kongo nach 75jähriger belgischer Kolonialherrschaft un abhängig. Doch schon kurz darauf wurde die Regierung Lumumba durch ein Komplott gestürzt, der Ministerpräsident ermordet.
Seitdem wird das gequälte Volk von den Monopolen und Ihren Marionetten nicht mehr In Ruhe gelassen.
In Nordostkongo hat inzwischen eine revo lutionäre Volksbewegung Gebiete in acht Provinzen befreit und eine Volksregierung unter Christophe Gbenye gebildet, die auch die brutale amerikanisch-belgische Invasion im Dezember 1964 überstanden hat
Auf dem Weitufer des Flusses liegt Brazzaville, die. Hauptstadt der wesentlich kleineren.Republik Kongo".
Sie umfaßt
392000 km' und eine Bevölkerung von 800 000 Afrikanern und rund 10 000 Franzo sen. Das bisher noch wenig erschlossene Land war seit 1888 Teil des französischen Kolonialreichs und wurde am 13. August 1960 unabhängig.
„Wenn unsere Völker und Staaten ihre Beziehungen auf eine höhere Ebene heben, dann wollen die Frauen erst recht noch enger zusammenarbeiten", sagte kurze Zeit später in Djakarta Frau Dr.
Subandrio. Die Gattin des Außenministers ist Vorsitzende des Indonesischen Frauenkongresses, der Dachorganisation der zahlreichen Frauenverbände Indone siens.
Als sie erfuhr, wir haben eine Frau als Stellvertreter des Vorsitzenden des Mini sterrates und zwei als Minister, blitzten ihre Augen auf: „Wir haben nur einen Minister und zwei Stellvertreter, die Frauen sind, und keine Frau ist Stellver treter des Ministerpräsidenten. Was wir von Ihnen hörten, wird uns helfen, wei tere führende Funktionen zu erobern!"
Die Einladung, unsere Republik zu besu chen und sich selbst zu überzeugen, nahm unsere charmante und weltgewandte Gastgeberin gern entgegen.
Millionen. Gewerkschafter drangen die Wilson-Regierung, Gesetze gegen den Preiswucher anzunehmen. Wenn sich die Labourführer auch von vornherein nur dazu verpflichteten, den britischen Kapi talismus zu reformieren, meinen die Ar beiter doch mit Recht, man könne den Aktionsradius der Monopole zumindest einschränken. Dazu wäre allerdings not wendig, sich auf die linken Kräfte in der Labourbewegung zu orientieren und sich die aktive Unterstützung der Masse der Werktätigen, vor allem der Gewerk schafter, die unter dem Regime der Kon zerne besonders zu leiden haben, zu sichern. Weitere Untätigkeit jedenfalls würde nur den Torys den Weg. zurück zur Macht erleichtern.
An eben diese Kreise, die Monopol verbände, hat sich nun der britische Wirtschaftsminister Brown mit der Bitte gewandt, Ihm doch zu erläutern, warum die Preiserhöhungen notwendig seien.
Entschiedene Maßnahmen hat er nicht ergriffen, weil es ja das erklärte Ziel der Labourregierung ist, den Konzernen nidit wehe zu tun. Und diese haben das nur zu gut begriffen. Erst vor wenigen Wo chen konnten die Unternehmer unbe sehen einer Einkommensdeklaration mit den Gewerkschaftsführern zustimmen, die zwar den Arbeitern Maßhalten in Lohn forderungen auferlegte, die Profite da gegen nicht beschnitt. Und an die Preis disziplin, zu der sie aufgerufen wurden, halten sie sich einfach nicht.
Die Presselords tun das ihre. Sie alarmieren die Bevölkerung gegen die Regierung und decken die wahren Schuldigen. Ihre Blätter suggerieren, die vom ' Wilson- Kabinett eingeführten ZoDerhöhungen seien für die Lage verant wortlich, sie lamentieren über höhere Steuern und Löhne. Von den unangeta steten Profiten Ist In den Gazetten nichts zu lesen.
Eines ist sicher: Die britischen Mono pole denken gar nicht daran, mit der Labourregierung freiwillig zu kooperie ren, wie diese sich das vorstellt. Sie wol len sie vielmehr in der Bevölkerung gründlich diskreditieren, ihr den Schwar zen Peter für die Preiserhöhungen zu schieben, um bei der ersten besten Ge legenheit selbst wieder die Geschäfte übernehmen zu können.
Das ganze internationale Finanzkapi tal sieht händereibend zu, wie sich der Druck seiner britischen Bundesgenossen auf das Wilson-Kabinett verstärkt. MI« ihren Stützungsmillionen für das Pfund Sterling hatten sie ja schließlich hinrei chend vorexerziert, wie es gemacht wer den muß.
m. k. Eine Flut der Teuerung ergießt sich über die Bevölkerung Großbritan niens. Seitdem die Labourregierung Mitte Oktober des vergangenen Jahres die Amtsgeschäfte übernommen hat, haben die britischen Monopole die Preise für über 2500 Warengattungen systema tisch In die Höhe getrieben. Nach der amerikanischen Agentur UPI gibt es bei Lebensmitteln und Haushaltsgütern kaum noch ein Erzeugnis, das zum alten Preis zu haben ist.
Labour und die Preise
Moskau (ADN/ND). Der sowjetische Ministerpräsident Alexe) Kossygin emp fing am Sonnabend in Moskau den Infor mationsminister Frankreichs, Alain Peyre fitte, zu einer freundschaftlichen Unter redung. Zwischen Kossygin und Peyre fitte wurden Fragen der sowjetischfranzösischen Beziehungen besprochen. An dem Gespräch nahm auch der französische Botschafter in der Sowjetunion, Philippe BaudetrWll.
Bau der Überlandleitung für Assuanstrom begann
Das Gefängnis von Andorra beher bergt zur Zeit nur einen einzigen In sassen. Dieser hat jetzt um „bessere Sicherheitsmaßnahmen" gebeten: Man möge ein Sicherheitsschloß an der Zel lentür anbringen und die Gitterstäbe am Fenster verstärken. Als Begrün dung gab der Häftling an, daß er sich so allem fürchte.
Mit guten Wünschen für die Zukunft ¦"¦* begann auch für das dänische Volk das neue Jahr. Doch nun sind die offi ziellen Neujahrsreden verklungen, der
Alltag ist wieder ins Land gezogen.
Zunächst einmal hat das Wetter viel dazu beigetragen, die Menschen wieder zu ernüchtern. Wie Immer merkt man hier sehr wenig von den bekannten Win terfreuden. Schnee war auch diesmal nur auf den Glückwunschkarten zu bewun-
Bis zum August 1964 wurde die Republik von dem Abbe-Diktator Fulbert Youlou be herrscht, gegen dessen imperialistenhörige Brutalität sich zwischen dem 13. und 15. Au gust 1964 die Bevölkerung erhob und die fortschrittliche
Regierung von Präsident
Massemba-Debat und Premier Pascal Lissouba an die Macht brachte. Sie Ist seither bestrebt, die wirtschaftliche Rückständigkeit, die die französische Kolonialherrschaft dem Land als Erbe hinterlassen hat, zu beseiti gen, und bemüht sich um wirtschaftliche und politische Kontakte ru den sozialistischen Ländern.
English translation
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--- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) ---
Licht und Schatten
Indonesienreportage von Lieselotte Thoms (IV)
„Unser Dorf ist seit August 1963 frei von Analphabetismus.“ Solche und ähnliche Worte lasen wir auf großen Schildern in vielen indonesischen Ortschaften, durch die unser Weg führte. 93 Prozent der Bevölkerung Analphabeten – das war die Hinterlassenschaft des Kolonialregimes. Daß in weniger als zwei Jahrzehnten fast das ganze Hundert-Millionen-Volk lesen und schreiben lernte, ist eine der größten Errungenschaften Indonesiens. Vor dem zweiten Weltkrieg hatte das Land 2 Millionen Schulkinder, heute meldet die Statistik mehr als 10 Millionen Kinder, die in der seit einiger Zeit sechsklassigen Grundschule lernen. Indonesische Studenten gab es 1940 nur 585, und auch sie kamen fast ausschließlich aus den feudalen Familien. Heute studieren fast 220 000 junge Indonesier an den zum größten Teil jungen Universitäten.
Bildungshunger
Das wurde erreicht, obwohl das Budget für das Bildungswesen nicht sehr hoch ist: zuviel verschlingen die Kämpfe gegen die äußeren und inneren Feinde des Landes. Doch was an Mitteln fehlt, ersetzt der Bildungshunger des Volkes durch vielfältige eigene Initiative. [...] In Makassar las der Volkskammerabgeordnete Prof. Boto Martin vor den Studenten der Staatlichen Hasanuddin-Universität eine Lektion über die Entwicklung der Wissenschaft in der DDR. [...] In der Staatlichen Gadjah-Mada-Universität Djokjakarta, im alten Sultanspalast, hielt der Abgeordnete Heinrich Meier eine Vorlesung über die Förderung der Jugend in der DDR. [...] „Auch wir kämpfen um unsere ökonomische Selbständigkeit“, erklärte der Rektor der Gadjah-Mada-Universität, Prof. Johannes. „Wir müssen und wollen unser Land industrialisieren, um uns verteidigen zu können gegen den imperialistischen Einfluß sowohl von außen wie auch in unserer eigenen Wirtschaft.“
Geldsorgen
[...] Noch vor wenigen Jahren stand der offizielle Dollarkurs bei 45, heute beträgt er über 500 Rupiah. [...] Die Löhne kommen mit den Lebenshaltungskosten nicht mehr mit.
Licht und Schatten. Ein großes und reiches Land hat den antiimperialistischen Weg beschritten. Die weltpolitische Bedeutung dieser Tatsache ruft natürlich auch die Gegner verstärkt auf den Plan. Während die Entwicklung z. B. im Bildungswesen stetig aufwärtsgeht, verläuft sie auf dem Gebiet der Wirtschaft noch sehr ungleichmäßig und mit vielen Widersprüchen. [...]
„Hallo – Bandung!“
[...] Genosse Aidit, der uns in seiner Eigenschaft als Stellvertretender Vorsitzender des Volkskongresses im Tagungsgebäude herzlich empfing, hob hervor: „Die Erhöhung der Beziehungen zwischen Indonesien und der DDR bedeutet eine Festigung der Einheit der neuaufsteigenden Kräfte, eine sehr wichtige Frage in unserer Zeit.“
Frauenprobleme
Das freundschaftliche Gespräch, zu dem sie uns im Amtssitz des Außenministers empfing, drehte sich selbstverständlich vor allem um die Rechte der Frauen. „Wieviel weibliche Minister gibt es in der DDR?“ wollte Frau Dr. Subandrio wissen, die selbst stellvertretender Gesundheitsminister ist. „Wenn unsere Völker und Staaten ihre Beziehungen auf eine höhere Ebene heben, dann wollen die Frauen erst recht noch enger zusammenarbeiten“, sagte kurze Zeit später in Djakarta Frau Dr. Subandrio. Die Gattin des Außenministers ist Vorsitzende des Indonesischen Frauenkongresses, der Dachorganisation der zahlreichen Frauenverbände Indonesiens. Als sie erfuhr, wir haben eine Frau als Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates und zwei als Minister, blitzten ihre Augen auf: „Wir haben nur einen Minister und zwei Stellvertreter, die Frauen sind, und keine Frau ist Stellvertreter des Ministerpräsidenten. Was wir von Ihnen hörten, wird uns helfen, weitere führende Funktionen zu erobern!“ Die Einladung, unsere Republik zu besuchen und sich selbst zu überzeugen, nahm unsere charmante und weltgewandte Gastgeberin gern entgegen.
Doch nicht nur in Djakarta wurden so neue, freundschaftliche Bande geschlossen. Die indonesische Frauenbewegung ist von außerordentlicher politischer Aktivität. Die einzelnen Organisationen haben sich nach Parteien, Religionen, Berufen und anderen Gesichtspunkten zusammengefunden. Allein in Bandung, so erfuhren wir, gibt es etwa 80 Frauenverbände. So stand fast auf jeder Station unserer Reise ein Treffen mit den Frauen auf dem Programm. Und jedes Mal fanden Gastgeberinnen und Gäste, die Zeit dafür sei eigentlich viel zu kurz bemessen.
Wir hatten uns tatsächlich viel zu erzählen. Es fanden sich auch hier Gemeinsamkeiten, wie selbstverständlich die in der Verfassung garantierte Gleichberechtigung, die Wandlung der Frau zur selbstbewußten Persönlichkeit. Aber wir entdeckten auch manchen durch die Entwicklung bedingten Unterschied. Zwei Hauptaufgaben hat der Indonesische Frauenkongreß allen Frauen im Lande gestellt: die Unterstützung des Kampfes gegen den Neokolonialismus – viele Frauen und Mädchen meldeten sich freiwillig, ihre Heimat mit der Waffe in der Hand zu verteidigen – und das tatkräftige Wirken für die Landreform.
Ehe und Gleichberechtigung
Eine der ersten Fragen, die man uns stellte, war die nach der Gleichberechtigung der Frau im Beruf und in der Ehe. Noch ist es den Frauenorganisationen nicht gelungen, ein einheitliches Eherecht durchzusetzen. Auf Bali z. B. ist es Sitte, daß der Mann die Mitgift stellt und alles, auch die Ausstattung der Frau, mit in die Ehe bringt. In Zentraljava obliegt diese Pflicht der jungen Ehefrau, in Westjava gibt es wieder andere Unterschiede. Traditionen und Religionen, z. B. der Islam, gestatten in Indonesien den Männern, mehrere Frauen zu haben. Die fortschrittlichen Frauenorganisationen erstreben seit langem die Monogamie. Doch es gibt dabei Widerstände nicht nur von männlicher Seite, sondern auch von manchen Frauen. Sie zu überwinden, erfordert seine Zeit.
Uneingeschränkte Bewunderung erregte überall der hohe Prozentsatz der weiblichen Hochschulabsolventen in der DDR, der Mutterschutz und die Fürsorge unseres Staates für die Kinder, die Maßnahmen zur Qualifizierung der Frauen. „So weit wie ihr sind wir noch nicht“, sagten uns die Vertreterinnen der kommunistischen Frauenorganisation GERWANI, mit der unser DFD seit Jahren Freundschaft hält. „Aber auch wir werden dahin kommen.“
[Hinweis: Die Spalten sind im OCR vermischt; Reihenfolge rekonstruiert, Auslassungen [...] kennzeichnen nicht übernommene Detailabschnitte zu Hochschulen, Währung und Bandung-Konferenz.]
--- English translation ---
Light and Shadow
Indonesia report by Lieselotte Thoms (IV)
'Our village has been free of illiteracy since August 1963.' Such words we read on large signs in many Indonesian places through which our route led. 93 percent of the population illiterate – that was the legacy of the colonial regime. That in less than two decades nearly the whole hundred-million people learned to read and write is one of Indonesia's greatest achievements. Before the Second World War the country had 2 million schoolchildren; today the statistics report more than 10 million children learning in the primary school, which has for some time had six grades. There were only 585 Indonesian students in 1940, and they too came almost exclusively from feudal families. Today almost 220,000 young Indonesians study at the largely new universities.
Hunger for education
This was achieved although the education budget is not very high: too much is swallowed by the struggles against the country's external and internal enemies. But what is lacking in means is replaced by the people's hunger for education through manifold initiative of their own. [...] In Makassar Volkskammer deputy Prof. Boto Martin gave students of the state Hasanuddin University a lecture on the development of science in the GDR. [...] At the state Gadjah Mada University in Djokjakarta, in the old sultan's palace, deputy Heinrich Meier gave a lecture on youth promotion in the GDR. [...] 'We too are fighting for our economic independence,' declared the rector of Gadjah Mada University, Prof. Johannes. 'We must and want to industrialise our country in order to be able to defend ourselves against imperialist influence both from outside and in our own economy.'
Money worries
[...] A few years ago the official dollar rate stood at 45; today it is over 500 rupiah. [...] Wages no longer keep pace with the cost of living.
Light and shadow. A large and rich country has taken the anti-imperialist path. The world-political significance of this fact naturally also calls the opponents more strongly into action. While development in education, for instance, steadily rises, in the economic field it proceeds still very unevenly and with many contradictions. [...]
'Hello – Bandung!'
[...] Comrade Aidit, who received us warmly in his capacity as deputy chair of the People's Congress at the assembly building, stressed: 'The raising of relations between Indonesia and the GDR means a consolidation of the unity of the newly rising forces, a very important question in our time.'
Women's problems
The friendly conversation to which she received us at the foreign minister's official residence naturally centred above all on women's rights. 'How many women ministers are there in the GDR?' Dr Subandrio wanted to know, who is herself a deputy health minister. 'If our peoples and states raise their relations to a higher level, then women want all the more to cooperate even more closely,' Dr Subandrio said shortly afterwards in Djakarta. The foreign minister's wife is chair of the Indonesian Women's Congress, the umbrella organisation of Indonesia's numerous women's associations. When she learned that we have a woman as deputy chair of the Council of Ministers and two as ministers, her eyes lit up: 'We have only one minister and two deputies who are women, and no woman is deputy to the prime minister. What we heard from you will help us to conquer further leading positions!' Our charming and worldly hostess gladly accepted the invitation to visit our republic and convince herself.
But new, friendly ties were made not only in Djakarta. The Indonesian women's movement is of extraordinary political activity. The individual organisations have come together according to parties, religions, professions and other criteria. In Bandung alone, we learned, there are about 80 women's associations. So almost every stop on our journey had a meeting with women on the programme. And each time hostesses and guests found the time actually far too short.
We really had much to tell each other. Here too we found common ground, such as the equality guaranteed in the constitution as a matter of course and the transformation of woman into a self-confident personality. But we also discovered many differences due to development. The Indonesian Women's Congress has set all women in the country two main tasks: support for the struggle against neocolonialism – many women and girls volunteered to defend their homeland with weapons in hand – and energetic work for land reform.
Marriage and equality
One of the first questions put to us was about the equality of women in work and in marriage. The women's organisations have not yet succeeded in enforcing a uniform marriage law. In Bali, for example, it is custom that the man provides the dowry and brings everything, including the wife's trousseau, into the marriage. In Central Java this duty falls to the young wife; in West Java there are again other differences. Traditions and religions, e.g. Islam, permit men in Indonesia to have several wives. The progressive women's organisations have long striven for monogamy. But there is resistance not only from the male side but also from some women. Overcoming it takes time.
Unreserved admiration was aroused everywhere by the high percentage of female university graduates in the GDR, maternity protection and our state's care for children, the measures for women's qualification. 'We are not yet as far as you,' the representatives of the communist women's organisation GERWANI, with which our DFD has maintained friendship for years, told us. 'But we too will get there.'
[Note: the columns are mixed in the OCR; order reconstructed; [...] marks detail sections on universities, currency and the Bandung conference not reproduced.]