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Neues Deutschland, 4. Februar 1965, S. 2: Beziehungen zu Indonesien vertieft

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Nachrichten B Seite 2 / ND 7 4. Februar 1965 Beiirkstage beschlossen Volkswlrtsehaftsplän* Alle Gemeinden am Straßennetz Von ND-Korrespondenl Michael Chu,dzinsku Schwerin. Dem Bezirk stehen in diesem Jahr 311 Millionen Mark an Investitionen zur- Verfügung. Davon erhält die Land wirtschaft X40 Millionen Mark. Sie wer den, wie Michael Grieb, Vorsitzender, des Rates des Bezirkes, auf der Bezirkstags sitzung erklärte, ¦ vorwiegend verwandt, um die Fruchtbarkeit und Ertragsfahlgkeit der Böden zu erhöhen sowie 'für die weitere Intensivierung der Landwirt schaft. In Städten und Dörfern des Agrarbezirkes werden 2144 neue Wohnungen gebaut'— davon 1144 auf - dem Lande: • 24,2 Millionen Mark werden für den, wei teren Ausbau der kommunalen Straßen -ausgegeben. 80 km Straßen werden, neu - gebaut und dadurch weitere 26 Gemeinden iund fünf Ortstelle an das befestigte Stra ßennetz angeschlossen. Damit sind im ¦Bezirk alle Gemeinden durch das be festigte Straßennetz verbunden. Die wichtigsten 'Vorhaben auf indu striellem Gebiet sind der weitere Ausbau der Eisenbahnmagistrale Rostock-Berlin, der Bau großer „Minor-Tanklager und eines Großsilos In Schwerin. Die Milch produktion. soll auf 104 Prozent und die Schweinefleischproduktion auf 112- Pro zent gegenüber 1064 steigen. 1500 Kühe - sollen 1965 mehr gehalten werden. Vakuumstahl aus Freital Von N D-Korrespondent Horst- Richter Kritisch setzten sich die Abgeordneten 'mit der Berufsausbildung, in wichtigen Betrieben auseinander. So erfüllte das Edelstahlwerk Freital 1964 den Plan der 'Berufsausbildung nicht. Ein richtiger Weg wird dagegen in Dresden beschritten. Die •Erweiterte Martin-Andersen-Nexö-Oberschule wurde zur' Spezialschule für die Ausbildung von Kadern der Elektronik umgebildet, das" ' Funkwerk übernimmt Jetzt die gesamte Fachausbildung. Karlsruhe produziert Plutoniumfür A-Bomben serem Staut wiederholt ehrend gewürdigt, weil sie dem Frieden dient, die Wirtschafts kraft der DDR und ihr politisches Ansehen erhöht. In dieser Sicht ist die Verantwortung des Wissenschaftlers um den Frieden und die Gesellschaft besonders interessant. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung — inzwischen hat der Vizepräsident der Volkskammer Hermann Matern die Verhandlungsführung übernommen — er stattet Prof. Dr. Johannes Dieckmann seinen ausführlichen Bericht über die.Reise ¦ unserer Volkskammerdelegation..vom. 28; November.' bis 14. Dezember 1964 ¦nach Indonesien. um sich danach in Begleitung von Gene ralkonsul Hertzfeld und Handelsrat Gab ler zur Audienz bei Präsident Dr. Sukarno zu begeben. An diesem großen Empfang nahmen von indonesischer Seite u. a. teil: der stellvertretende Ministerpräsident Leimena, Parlamentspräsident Kartawi- -nata, den.l..Stellvertreter des Außenmini sters, Suwito Kusomowidagdo, und andere führende Persönlichkeiten." Präsident Sukarnos Bemerkungen aufi diesem Empfang seien übrigens von west deutschen und amerikanischen Agenturen böswillig.verdreht worden» bemerkt Prof. Dr. Dieckmann und stellt klar: „Präsi dent Sukarno hat diese — so seine Worte Lügen' Bonner und amerikanischer Presseagenturen über seine Auffassungen in der deutschen Frage in unserem Ge spräch mit ihm empört zurückgewiesen^ als Voraussetzung für eine. Vereinigung der beiden deutschen Staaten die Aner kennung ihrer Existenz festgestellt und jede Einmischung dritter Staaten in die von ihnen allein zu führenden Verhand lungen zurückgewiesen. Er autorisierte uns ausdrücklich, das zu veröffentlichen.'' Im übrigen habe der Pariamen tsprasident Kartawinata schon bei der Begrü ßung zum Verhältnis DDR— Indone sien festgestellt, „daß es für beide Sei ten nur nützlich sein könne, wenn die zwischenstaatlichen Beziehungen beider Staaten auf eine höhere Ebene gehoben werden würden, was ich in meiner Ant wortrede begrüßte und unterstrich". In diesem Zusammenhang ergänzt Prof. Dr. Dieckmann: „Auch überall sonst, wo die Delegation auftrat, stellten die Repräsen tanten Indonesiens mit größter Genug tuung das allgemeine Anwachsen der öko nomischen, kulturellen und politischen Beziehungen zur DDR fest und erklar ten ihren dringenden Wunsch, diese Be ziehungen, baldigst auf höherer Ebene weiterzuentwickeln. Daran ließ vor allem auch Präsident Sukarno selbst nicht den mindesten Zweifel." Der Volkskammerpräsident fährt in seinem Bericht über- den vorletzten Tag in Indonesien fort: „Dem schloß sich eine Pressekonferenz mit etwa 30 Journalisten an. Ferner ¦ wurden Ge spräche mit dem Vorsitzenden der indo nesischen Freundschaftsgesellschaft, mit dem Vorsitzenden der indonesischen interparlamentarischen Gruppe der Inter parlamentarischen Union und mit der Lei tung der Gerwani, der Frauenorganisation der Kommunistischen Partei Indonesiens, geführt. Abends schließlich gab der Gene ralkonsul der DDR zu Ehren der Dele gation einen Empfang, an dem Parlaments-; Präsident Kartawinata mit seinen Stellver tretern, der Vorsitzende der Kommunisti schen Partei Indonesiens, Aidit, und wei tere 500 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Hauptstadt teilnahmen. Das war einer der am stärksten besuchten < Empfänge der letzten Jahre, wie uns die indonesischen Teilnehmer erklärten. Den Abschluß des Freundschaftsbesuchs der DDR in Indonesien bildete die Unter- Zeichnung einer gemeinsamen Presseierklärung, die indonesischerseits vom Parlamentspräsidenten Kartawinata und seinem Stellvertreter, deutscherseits von mir, als dem Präsidenten der Volkskam mer, unterzeichnet wurde." Bonner „Endlösung" Der Abgeordnete Agsten skizziert mit ¦wenigen Fakten die Rechtslage in den beiden deutschen Staaten: In der DDR wurden von Mal 1948 bis Dezember 1964 12 807 Personen wegen Nazi- und Kriegs verbrechen verurteilt. Nach Angaben des Bonner Justizministeriums sind bis zum 1.' Januar 1964 von westdeutschen Ge richten lediglich 5234 Personen wegen gleicher Delikte rechtskräftig verurteilt worden. Dazu komme noch die schreckend niedrige Höhe der Strafmaße, die der Mannheimer Staatsanwältin Bar bara Just-Dahlmann zur Gleichung An laß gaben: „Ein Toter ist gleich zehn Mi nuten Gefängnis oder eine Mark Geld strafe." Es seien in Westdeutschland noch viele Tausende von Mördern und Mord gehilfen zur Strecke zu bringen — wenn man nur wolle. Es ginge Immer wieder um die gleiche Frage: Die Bonner Re gierung sei die einzige, die territoriale Forderungen erhebe, ihre Armee werde vom Kriegsverbrecher Trettner geleitet, der mit seinem Atomminengürtel zum „verdeckten Krieg" rüstet.. Der Zusam menhang sei deutlich: „Wo Kriegs- und Naziverbrechen verjähren sollen, da wer den neue Kriegsverbrechen vorbereitet." Grauenhafte Erinnerungen Die Abgeordnete Emmy Handke, selbst einst Häftling in Ravensbrück und Auschwitz gewesen, beschwor noch ein mal die düsteren Bilder der nazistischen Todesfabriken herauf. Da war der SS- Arzt, der, eine Operettenmelodie pfeifend, sein „Behandlungszimmer" verließ, in dem er zuvor einigen unglücklichen Frauen die Todesspritze verabreichte. Da war der Briefwechsel zwischen der Firma Baer und der Leitung des KZ Auschwitz über die Überlassung von Frauen zu un menschlichen Experimenten. Man sieht die Kinder, die schon vom 8. Lebensjahr an in Ravensbrück Experimentierobjekte der SS waren, viele junge Frauen, die furchtbar verstümmelt wurden. Furcht bare Erinnerungen werden wach. Abgeordneter Hans Jendretzky weist mit großer Eindringlichkeit die Erfüllung der Ziele der Antihitlerkoalition — zugleich Vermächtnisse der antifaschistischen Kämpfer — in der Deutschen Demokrati schen Republik nach. Es gehe nicht nur um die Vergangenheit. Es gehe um die Zukunft Deutschlands. Deshalb hätte die Arbeiterklasse Westdeutschlands,, insbe sondere die Gewerkschaften, eine beson ders große Verantwortung für wirksame Aktionen gegen die geplante Verjährung. Moralisches Antlitz der DDR Als letzter Redner, als Sprecher der Christen, kommt Dr. theol. Herbert Trebs zu Wort. Mit wenigen knappen Strichen zeichnet er das moralische Antlitz der DDR, die hervorgegangen ist aus dem antifaschlstisch^demokratischen Wider standskampf und dem Nationalkomitee Freies Deutschland. Er zeichnet auch die Verkommenheit der westdeutschen CDU/ CSU, deren Führung unter Verletzung ihrer Grundsätze "von 1945 heute die Verjährung plant, nach Atomwaffen greift und einen neuen Krieg vorbereitet. Die Verhinderung der Verjährung ver ringere zugleich die Gefahr, daß die Kräfte der Menschenverachtung und der Massenvernichtung „die Möglichkeit er halten, eine atomare Katastrophe auszu lösen" Angesichts der Dringlichkeit und Be deutung des Anliegens bittet Volkskam merpräsident Prof. Dr. Dieckmann, die Zustimmung zu dieser Erklärung durch das Erheben von den Plätzen kundzutun. Wie ein Mann erheben sich die Abgeord neten von den Plätzen — die Erklärung der Volkskammer an die Parlamente der Welt ist einstimmig angenommen. Besuch am Äquator Es war eine weite Reise über 10 000 km und mehr, und es war der erste Besuch einer offiziellen DDR-Parlamentsdelega tion in einem Lande am Äauator. Wie In einem Kaleidoskop erleben die Abgeord neten, die diplomatischen Gäste und die Pressevertreter diese Reise noch ein mal mit. Sie spüren, wie herzlich die In donesier die DDR-Gäste aufgenommen haben,. mit denen sie viele Gemeinsam keiten verbinden — vor allem das Be kenntnis zu Freiheit, Frieden und Fort schritt und die Feindschaft gegen Impe rialismus und Kolonialismus. „Wir erhiel ten viele Beweise", sagte Prof. Dr. Dieck mann, „daß es vor allem die geradlinige Friedenspolitik unserer Republik ist, ihr konseauenter Kampf gegen Imperialis mus, Kolonialismus und Neokolonialis mus, ihre eindeutige Stellungnahme für den Kampf der Völker um Freiheit, Un abhängigkeit, Souveränität und sozialen Fortschritt, die ihr Ansehen und Achtung verschaffen. Das kam u. a. auch in den vielen Plakaten zum Ausdruck, die die Inschrift trugen:,Es leben die Präsiden ten Sukarno und Walter Ulbricht!'" Sukarnos Worte Von der Ankunft in Djakarta über Rei sen nach Sulawesi, Bali. Jawa, über Ge spräche mit Abgeordneten, Ministern, Parteiführern, bis zu dem großen Empfang bei Präsident Sukarno spannte sich der Bogen. Rauchende Vulkane, liebliche Tempeltänzerinnen, prachtvolle Emp fänge in der.Hauptstadt und auf den Reisestationen im weitläufigen Inselreich - eine unendliche Vielfalt, überglänzt von großer Herzlichkeit und politischer Auf geschlossenheit.' Spontan wogt Beifall durch die Kongreßhalle, als mitgeteilt wird, daß die Delegation die hohe Aus zeichnung der Ehrenmitgliedschaft des indonesischen Parlamentes erhalten hat. Doch lassen wir den. Berichterstatter selbst zu Wort kommen: „Am vorletzten Tag ihrer Indonesienreise wurde die De legation zunächst vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Leimena empfangen^ Es lebe die Freundschaft! Der Berichterstatter faßt zusammen: „Es war, verehrte Abgeordnete, das Anliegen der Delegation, nach ihrem Ver mögen die bereits zwischen der DDR und der Republik Indonesien bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu festi gen, zu vertiefen und zu erweitern. Als Leiter der Delegation darf ich feststellen, daß die Delegationsmitglieder diesen Auf trag unserer Bevölkerung und ihrer Ober sten Volksvertretung, der Volkskammer, in Ehren erfüllt haben," Und er beendet seinen mit großem Beifall aufgenomme nen Bericht: „Ich schließe mit den Wor ten, die uns aus Hunderten und aber Hunderten Grußschriften in Indonesien immer und immer wieder entgegen leuchteten: Im Nachbarland CSSR zu Gast Nach einer kurzen, Mittagspause nimmt die Volkskammer um 15.00 Uhr ihre Be ratung ^wieder auf. Ihr Vizepräsident Hermahn Matern, Mitglied des Politbüros des ZK, erstattet den Bericht über die Reise einer Parlamehtsabordnung in." die brüderliche CSSR. Die Abordnung weilte dort vom 23. November bis 1. Dezember vorigen Jahres und war die dritte offi zielle Volkskammerdelegation seit Be stehen der beiden Staaten. Wie der Be richterstatter betont, waren die Besucher eingeladen, „sich den sozialistischen Auf bau in der CSSR und die Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens anzusehen und darüber einen Erfahrungsaustausch zu führen". Nationales Anliegen Fülle der Eindrücke Damit sind Probleme unseres nationa len Anliegens, die zugleich mit der Sicher heit in Europa verbunden sind, dem Rei sebericht vorangestellt, der kaum die Fülle der Eindrücke, Gespräche, Beratun gen umfassen kann. Da waren Veranstaltungen und Besuche Im „goldenen Prag", einst Stadt mittel alterlicher Kaiser, heute pulsierende Me tropole der sozialistischen Tschechoslowa kei. Da folgten Besichtigungen in Mladä Boleslav. der Stadt mit dem neuen Skoda- Werk. Im südmährischen 'Bezirk Brno besich tigten unsere Abgeordneten die' Werk zeugmaschinenfabrik TOS in Kurim. Mit Vergnügen bemerkt Hermann Matern: i,Sowohl in diesem Betrieb als auch in den anderen von der Delegation besuchten Betrieben und Instituten stellte die Dele gation fest, daß ein ständiger Austausch von Erfahrungen mit entsprechenden Be trieben der DDR erfolgt und sich eine wirksame sozialistische Zusammenarbeit entwickelt" Erfahrungsaustausch Die Delegation konnte sich vom schnel len Aufbau des Sozialismus in der Slo wakei überzeugen. Geradezu auf Schritt und Tritt stieß die Delegation während ihrer Fahrt durch die slowakischen Be zirke auf Bauobjekte in den Städten und Dörfern. Zu den Höhepunkten der Reise im gast lichen Nachbarland gehörte der Empfang beim Staatspräsidenten, Genossen Anto nin Novotny. Es war ein herzliches brü derliches Gespräch von zwei Stunden Dauer, in dem Genosse Novotny unsere Delegation ausführlich über die Diskus sion informierte, in der damals die neuen Grundsätze der Planung und Leitung der Auf allen Stationen ihrer Reise wurde unsere Delegation herzlich begrüßt und empfangen. In allen Gesprächen und Zu sammenkünften offizieller wie auch In offizieller Art wurden die Mitglieder un serer Delegation als Sendboten eines neuen Deutschlands begrüßt, eines Deutschlands des Friedens, der Demo kratie und des Sozialismus eines Deutschlands, das danach strebt, alles zu beseitigen, womit in der Vergangenheit die Beziehungen zwischen dem deutschen Volk und den Völkern der CSSR belastet waren. Die freundschaftliche Atmosphäre, die uns überall umgab, beweist, daß die Freundschaft zwischen unseren Völkern unverbrüchlich ist. Brüderliche Bande 96 Übersiedler Berlin (ADN). 06 Rückkehrer und Über siedler sind In den ersten Februartagen über die fünf größten Aufnahmeheime in der DDR eingetroffen. Sie kamen aus allen zehn westdeutschen Bundesländern und aus Westberlin. 55.von ihnen sind Rückkehrer, 32 haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. Atomminenlager in Unterlüß Der Bonner Kriegsminister von Hassel hatte bereits am 18. Dezember zugegeben, daß sich solche atomaren Sprengkörper auf westdeutschem Gebiet befinden. Der Sender rief die Einwohner der Städte Lüneburg. Celle, Verden und Soltau zum Widerstand gegen diese Wahnsinnspläne auf. Hufe für Operation abgelehnt Karlsruhe (ADN). Die Karlsruher Be hörden haben es abgelehnt; die Opera tion eines schwerkranken zweijährigen Mädchens finanziell zu unterstützen. Da die für eine Operation erforderlichen 8000 DM von den Eltern nicht, aufge bracht werden können, kann das Kind von einem schweren Nervenleiden nicht befreit werden. Jetzt hat die Presse die Öffentlichkeit zu einer Spendenaktion aufgerufen. Polizist beraubt Rentner Hamburg (ADN).. Einem hllfsbedürftigen 89jährigen Rentner raubte eln Hamburger Polizeiwachtmeister 310 DM. Der Polizist war nach einem Unglück In die Wohnung des verletzten Eentners gerufen worden. "Bei der Feststellung der Personalten entdeckte er das Geld und steckte es in die eigene Brieftasche. USA-Munition gefährdet wieder die Bevölkerung Dieses Beispiel beweist erneut, mit wel cher verbrecherischen Nachlässigkeit ame rikanische Truppen Waffen und hoch explosive Sprengkörper nach ihren Manö vern herumliegen lassen. Durch das fahr lässige Verhalten der US-Armee sind be reits mehrere Kinder in den Gebieten Frankfurt (Main). Karlsruhe und Hanau verletzt worden. Auch sie hatten Spreng körper gefunden. Sicherung gegen Nazis und Kriegsverbrecher Belgrad (ADN). Das Bündessekretariat für Justiz Jugoslawiens hat eine Gesetzes vorlage abgefaßt, nach der durch Verfü gung ein Passus über die Unverjährbarkeit von Massenmord und Kriegsverbre chen in das Strafgesetzbuch eingefügt werden soll. Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen internationales Recht, heißt es in einer Erläuterung zur Vorlage, - können auf keinen Fall wie an dere Verbrechen behandelt werden. Skandalöse Urteile Faschisten beherrschen Polizei des Landes Der CDU-Abgeordnete Heinrich Wolff hat den Vorsitz des Untersuchungsaus schusses niedergelegt, weil er zu den an geführten Zuständen Stellung nehmen sollte. Er wich damit auch der Frage aus, wie viele schwerbelastete Nazis in Schles- ' wig-HoIstein eingestellt wurden, deren Bewerbungen zuvor von anderen Bundes ländern abgelehnt worden waren. i.mm'i.ij>r»JM.uj.' Konferenz auf der Krim 4. Februar 1945. In Jalta treffen sldi Stalin; Roosevelt und Churchill zu einer Konferenz, die bis turn 11. Februar 1945 dauert. Die Alliier ten koordinieren Ihre militärischen Ope rationen zur endgültigen Vernichtung der deutschen und Japanischen Aggressoren und beschließen Maßnahmen, die sichern sollen, daß der deutsche Militarismus und Faschismus niemals wieder den Welt frieden bedroht. Amerikanische Truppen vertreiben die Japaner aus Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Die Nazipresse fordert die.Betriebs führer" in der Rüstungsproduktion auf, den Erlaß, daß 30 Prozent der Verwal tungsangestellten In diesen Betrieben einzusparen und für den Arbeitseinsatz' bzw. für die Front zur Verfügung zu stellen sind, ohne Verzug zu verwirklichen. Begegnungen - Depeschen - Ehrungen Glückwunsch zum Feiertag Ceylons Telegramm Willi Stophs 'an Frau Bandaranaike Aus dem gleichen Anlaß übermittelte Volkskamcnerpräsident Prof. Dr. Johannes Dieckmann dem Präsidenten des Senats von Ceylon ein herzliches Glückwunsch schreiben. Botschafter Kubas in Berlin eingetroffen Geschenk an Burma VDJ protestierte gegen Willkür des Tshombe-Regimei In einem Telegramm an die kongolesi sche Regierung (Leopoldville) protestierte der Vorsitzende des Verbandes der Deut schen Journalisten, Dr. Georg Kraujz, ge gen ' die rechtswidrige Verhaftung des.Iswestiiü"-Korrespondenten Chochlow ifi Leopoldville. Im Namen aller Mitglieder des Verbandes wird dieser Willkürakt entschieden verurteilt und die Freilassung des sowjetischen Kollegen gefordert. Im Anschluß an die Aufführung hatten die Diplomaten Gelegenheit, sich mit dem Regisseur Joachim Kunert und den anderen anwesenden Künstlern Cber den beeindruckenden Film zu unterhalten. Gluckwunsche für Genossin Emma Oelßner Das Zentralkomitee übersandte dei Parteiveteranin Genossin Emma Oelßnei zu ihrem heutigen 70. Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche. In der Gruß adresse heißt es u. a.: Zentralkomitee gratuliert Genossen Richard Hilgert NEUES DEUTSCHLAND DAS REDAKTIONSKOLLEGIUM Hermann Axen. Chefredakteur; Eberhard Heinrieh.- Hajo Herbell..Dr. Günter Kertzscher, stellv. Chefredakteure: Armin Grelm. Redaktionssekretär; Horst Bitschkowski, Harri Czepucfc, "Walter- Florath, Dr. Rolf Gutermuth, Georg Hansen, Klaus Höpcke. Karl-Ernst Reuter, Lieselotte Thoms. Dr. Harald Wessel Dresden. Noch 1S65 sollen die ersten Ausbaustufen des Rohrwerkes 3 in Zeithain und des ersten Vakuumstahlwerkes.der DDR in Freltal teilweise produktions wirksam werden. Der in Freital zu erzeu gende Vakuumstahl wird von unseren Maschinenbaubetrieben ebenso dringend gebraucht wie Erzeugnisse der Elektro nik und Elektrotechnik, eines Industrie zweiges, der im oberen Elbtal konzentriert wird. Vorsitzender des Rates des Bezirkes, Manfred Scheler. erläuterte die große Ver antwortung des Bezirkes an einem Bei spiel: 60 Prozent der Teile, die für mo dernste weltmarktfähige Werkzeugma schinen benötigt werden, sind Zulieferun gen aus Betrieben der Elektrotechnik/ Elektronik. Atomminen sind im wesentlichen Atombomben, welche in Häusern ver steckt oder In Behältern vergraben werden, um sie zur gegebener Zeit ¦zu zünden. Ihre Wirkung ist ähnlich der Wirkung der Bomben, welche 1945 über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen -wurden. Jedoch die radioaktive Verseu chung, welche durch diese Minen hervor gerufen wird, ist um ein Vielfaches größer als bei den in großer Höhe ge zündeten Bomben von Hiroshima und Nagasaki. Prof. Fuchs In der DDR gibt es kei nerlei Anlagen, die in der Lage waren, spaltbares Material für kriegerische Zwecke herzustellen. Wir sind der Mei nung, daß eine weitere Verbreitung von Kernwaffen nicht zugelassen werden darf, und wissen uns einig mit unserer Regierung, daß die Kernenergie in der DDR nur friedlichen Zwecken dienen soll. Die Starke der UdSSR und des War schauer Vertrages gibt die Gewähr, daß die Bäume der Atombesessenen in West deutschland nicht in den Himmel wachsen. Karlstadt (Main) (ADN/ND). Drei Ju gendliche irrt. Alter von 16, 17 und 19 Jah ren konnten, bei Manövern amerikani scher Truppen in Unterfranken ein gan.-: zes Depot liegengelassener Waffen, Uni formen und Ausrüstungen zusammentra gen. Neben einem Maschinengewehr mo dernster Bauart gehörten dazu 12 Hand feuerwaffen — von der Pistole bis zum Karabiner — und Berge von Munition aller Kaliber. Die' Polizei mußte, mit meh reren Lastkraftwagen die Waffen und die Munition aus den elterlichen Wohnungen abtransportieren. Und da war die Slowakei mit ihrer Hauptstadt Bratislava. „Während ihres Aufenthaltes in der slowakischen Haupt stadt", fährt Genosse Matern in seinem Bericht fort „besichtigte die Delegation unter anderem die slowakische Technische Hochschule. Sie ist die größte Hochschule in der Slowakei. Heute lernen an ihr be reits über 11000 Studenten und Fern studenten. Sie hat bisher über 10 000 Ab solventen erzogen. Auf ihrer Reise durch die Slowakei hatte die Delegation auch Gelegenheit, die neuerrichtete landwirtschaftliche Hoch schule in Nitra- zu besuchen. An dieser Hochschule studieren gegenwärtig 3300 Studenten, davon 30 Prozent Mädchen und Frauen. 35 Prozent der Studenten arbeiten nach dem Abschluß ihres Stu diums in landwirtschaftlichen Produk tionsgenossenschaften. Diese Hochschule wurde nach modernsten Gesichtspunkten gebaut. Zu ihr gehören ein großes Stu dentenwohnheim und eine großzügige Sportanlage. bauen land als die Bundeswehr Juristen tätig, auf, mehr Nazigenerale als 250 SS- und, SD-Führer seien im westdeut schen Polizeiapparat in leitenden Funk tionen tätig. „Und die Krönung dieser Tatsachen: An der Spitze des westdeut schen Staates steht als Präsident ein Mörder von Antifaschisten, Lübke!" (Be wegung unter den Abgeordneten, laute ¦Pfui-Rufe). ¦ K \,\j £V1 ¦ O\^/ Q£± RJ ¥\£im V^ JL JL\^M.L S» 1/ C* Ct-C? JL I Ti JLJ.UH-FJ.J.^'OAVyJ.J. fl Der Abgeordnete Rudolf Agsten schil dert, daß die amerikanische Zeitung »The Los Angeles Times", vor kurzem folgende Zeichnung veröffentlichte: „Ein Verbren nungsofen; wie; ef in den.faschistischen Konzentrationslagern bestand. Auf der 'weitgeöffneten Tür" Stehen.die^ Worte: Drinnen- fällt die von einer Knochenhand ¦noch mühsam gehaltene Waage der Justitia nieder auf die schwelende Glut. Die Bildunterschrift lautet:.Westdeutsch lands • Endlösung'." - So grauenhaft deut lich diese Zeichnung auch sei, enthalte sie nicht die: volle Wahrheit. Wenn -es den Revanchisten und Militaristen gelange, ihre Politik durchzusetzen, dann wäre die Wüste. Es seien auch andere Fragen beraten worden, die beide Staaten und Völker interessleren. Hermann Matern sagt: unserer Zeit ist der gemeinsame Kampf gegen die Revanchepolitik Westdeutsch lands zum erstrangigen Problem gewor den; denn die Politik des deutschen Mili tarismus hat das deutsche und das tsche choslowakische Volk bereits zweimal in verheerende Katastrophen gestürzt. Un sere Völker haben unsagbares Leid er fahren und mit Gut und Blut den Wahn witz zweier Weltkriege bezahlt. In den Aussprachen und Diskussionen wurden deshalb die Anstrengungen unserer Staaten zur Verhinderung der atomaren Aufrüstung Westdeutschlands und der Schaffung der multilateralen NATO- Atomstreitmacht in den Mittelpunkt ge stellt. Unsere Delegation nahm auch Ge legenheit, unsere Bemühungen zur Her beiführung der deutschen Friedensrege lung durch den Abschluß eines Friedens vertrages mit beiden deutschen Staaten und die Regelung der Westberlinfrage auf seiner Grundlage sowie die deutsche Friedensdoktrin darzulegen." Dazu war sicherlich auch die Tätigkeit unserer Delegation ein Beitrag. In viel fältigen Gesprächen mit Abgeordneten, mit Funktionären der Parteien und des Staates und mit Werktätigen In Betrieben sowie -in Presseinterviews hatten wir Ge legenheit, die Politik der DDR zu erläu tern. Überall kamen unsere gemeinsamen Standpunkte und unsere gemeinsame Verantwortung für die Sicherung des Friedens, für den entschlossenen Kampf gegen den westdeutschen Revanchismus und Militarismus und für die Errichtung der sozialistischen Gesellschaftsordnung in unseren beiden sozialistischen Ländern zum Ausdruck. Die Delegation ist der Auffassung, daß sie ihre Aufgaben erfüllt hat und mit Ihrem Auftreten einen Beitrag zur wei teren Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen der DDR und der CSSR leisten konnte." Die Abgeordneten bestätigen auch die sen Bericht. (Über den weiteren Verlauf der Tagung berichten wir auf Seite 3) Volkswirtschaft ih der CSSR vorbereitet wurden. (Sie würden vor wenigen Tagen v,pm Plenum des ZK der KPC angenom men.) Andererseits habe unsere Delegation mehrmals über unsere Erfahrungen mit dem neuen' Ökonomischen' System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft In der DDR berichtet. So kann Hermann Matern das Besuchs ergebnis zusammenfassen: „Die Reise der Delegation der Volks kammer war ein neuer bedeutender Höhepunkt in der Entwicklung sozialisti scher Beziehungen zwischen dei" DDR und der CSSR. Kiel (ADN). Der Polizeiapparat Schles wig-Holsteins wird von ehemaligen Nazi beamten beherrscht, darunter von zahlreidien Kriegsverbrechern. Diese Tatsachen sind durch einen SPD-Antrag im Untersuchungsausschuß des Kieler Land tages zur Aufklärung der Situation im schleswig-holsteinischen Polizeiwesen auf gedeckt worden. Daraus geht hervor, daß gegen 36 der. 274^ Oberbeamten ein Ver fahren wegen Straftaten in der Nazizeit stattgefunden hat oder noch aussteht, Mehrere der Polizeibeamten stehen un ter • dem > Verdacht falscher: Namensfüh rung zur Verschleierung ihrer verbreche rischen Vergangenheit. Frankfurt (Main) (ADN/ND). Das Frankfurter Schwurgericht fällte am Mitt woch skandalöse Urteile gegen die des Massenmordes überführten Eichmann- Stellvertreter Hunsche und Krumey. Der ehemalige SS-Hauptsturmführer Hunsche wurde freigesprochen, während sein Kom plice, der ehemalige SS-Obersturmbann führer Krumey> nur fünf Jahre Zucht haus erhielt. Berlin (ND). Die Bundeswehr hat in nerhalb des' geplanten atomaren Minen-. Sperrgürtels an der Grenze zur DDR be reits ein geheimes Waffenlager angelegt. Diese aufsehenerregende Tatsache enthüllte der Deutsche Freiheitssender 904.am Donnerstag. Das geheime Waffenlager befindet sich •In Unterlüß bei Fallingbostel in dem .Dreieck, das durch die Städte Lüneburg,.Verden und Celle begrenzt Ist Die Bun deswehr läßt dieses Lager durch eine .achtfache Postenkette absichern. Wie der Freiheltssender berichtet, haben Soldaten der Bundeswehr ihm mitgeteilt, daß hin ter dieser achtlachen Postenkette atomare Minen gelagert sind. Der Außerordentliche und Bevollmäch tigte Botschafter der Republik Kuba In der DDR, Häctor Rodrlguez, traf am Mitt woch in der DDR-Hauptstadt ein. wurde vom Chef des Protokolls; Manfred.Schmidt, vom Leiter der Lateinamerika' Abteilung im Außenministerium, Joachim Noumarfn, dem Geschäftsträger o. i. der Republik Kuba, Armando Bayo, und wei teren Vertretern der kubanischen Bot schaft begrüßt. Di» DDR-Volksbildungsausstellung In Rangun wurde am Mittwoch nach zehn» tägiger Dauer geschlossen und die Ex ponate offiziell der burmesischen Regie n/hg als Geschenk übergeben. Aus die sem Anlaß begrüßte Hans-Joafchlm Radde den burmesischen Staatssekretär Ye Htton, den stellvertretenden Staatssekre tär U Khin Maung Gyi und andere Per sönlichkeiten des burmesischen Erzie hungswesens in der Ausstellung. Die Gäste wurden von Radde sowie Studien rat Ernst Pilz und- Hans Buckelberg vom Deutschen Pädagogischen Zentralinstitut durch die Ausstellung geführt. Auf Einladung der 'Proiokollobteilung' des Ministeriums fuH Auswärtige -Arfge' des Ministeriums Kt Auswärtige Arfge' legenheilen sahen am Dienstag die Mit? glieder des In der DDR akkreditierten Diplomatischen Korps gemeinsam mit lei tenden Mlfarbeltern • des Außenministeriums den neuen DEFA-Film.Die Abenteuer des Werner' Holt". Genosse Richard Hilgert, Regisseur beim Deutschen Demokratischen Rund funk, feiert heute seinen 60. Geburtstag. Das Zentralkomitee übermittelte ihm aus diesem Anlaß ein In herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschschreiben, in dem es die Verdienste des Genossen Hilgert im antifaschistischen Widerstandskampf und für die deutsche Arbeiterbewegung würdigt. Besonders hervorgehoben wird sein maßgeblicher Anteil.am Wachsen und Werden, an der Festigung der Ein heit und Geschlossenheit der Portelorgonlsotion unseres Rundfunks", .Wir danken Dir. liebe Genossin Emma Oelßner, für Deine der Partei der An beiterklasse bewiesene Treue und wün schen Dir noch viele Jahre beste Gesund heit und persönliches Wohlergehen. Diplomaten sahen .Die Abenteuer des Werner Holt Zum 17.. Jahrestag der Unobhängiglceit Ceylons übermittelte der Vorsitzende des Ministerrates, Willi Stoph, dem Minister präsidenten Ceylons, Frau Sirimavo Bandaranaike, ein herzliches Glückwunsdite leg ramm. Es heißt darin Beitrag zur Erhaltung des Friedens, zur Minderung der internationalen Spannun gen und die. Initiative, die, Ceylon für die, Schaffung atomwaffenfreier Zonen und die Minderung der Atomlcriegsgefanr er griffen hat, haben in der Deutschen De mokratischen Republik. uneingeschränkte Sympathie und höchst« Anerkennung ge funden ." Willi Stoph gibKseiner Ober zeugung Ausdruck, daß sich die freund-' schaftlichen Beziehungen beider Länder weiterhin zum Wohle des gemeinsamen Strebens nach Frieden,- Glück und Wohl stand festigen' werden. Doch das gefährlichste: Wer könnte nach Beginn der kriegerischen Ausein- •andersetzung noch feststellen, daß es wirklich ein Zufall war und nicht die beabsichtigte Auslösung eines atomaren • Konflikts? Es ist allgemein bekannt: Kindern und Wahnsinnigen darf man Explosivstoffe nicht In die Hand geben. Um wieviel mehr gilt das für Kernwaffen! Hidup persahabatan antara Republik Demokrasi Djerman dan Republik Indonesia! Es lebe die Freundschaft zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Republik Indonesien!" (Leb hafte Ovationen) Aus dem umfassenden Bericht besonders im Gedächtnis lene Erklärung des Präsidenten des provisorischen Volkskongresses und stellvertretenden Mini sterpräsidenten Indonesiens, Dr. Chairul Saleh, die er am zweiten Tage des DDR- Besuchs im Verlauf eines Freundschafts gesprächs abgab: „Indonesien geht davon aus, daß heute auf deutschem Boden zwei verschiedene Staaten bestehen, deren Wiedervereini gung Sache der Deutschen selbst ist. Die Entwicklungstendenz in Westdeutschland enthält gefahrliche Aspekte. Die DDR- Delegation wird in Indonesien ein Volk antreffen, das den Kampf der DDR-Be völkerung aus vollstem Herzen unter stützt." === CORRECTED KEY PASSAGES (proof-read by Claude, Oct 2026) === --- [page ] --- Dr. Dieckmann und stellt klar: „Präsident Sukarno hat diese — so seine Worte — ‚Lügen' Bonner und amerikanischer Presseagenturen über seine Auffassungen in der deutschen Frage in unserem Gespräch mit ihm empört zurückgewiesen, als Voraussetzung für eine Vereinigung der beiden deutschen Staaten die Anerkennung ihrer Existenz festgestellt und jede Einmischung dritter Staaten in die von ihnen allein zu führenden Verhandlungen zurückgewiesen. Er autorisierte uns ausdrücklich, das zu veröffentlichen." Im übrigen habe der Parlamentspräsident Kartawinata schon bei der Begrüßung zum Verhältnis DDR—Indonesien festgestellt, „daß es für beide Seiten nur nützlich sein könne, wenn die zwischenstaatlichen Beziehungen beider Staaten auf eine höhere Ebene gehoben werden würden, was ich in meiner Antwortrede begrüßte und unterstrich". In diesem Zusammenhang ergänzt Prof. Dr. Dieckmann: „Auch überall sonst, wo die Delegation auftrat, stellten die Repräsentanten Indonesiens mit größter Genugtuung das allgemeine Anwachsen der ökonomischen, kulturellen und politischen Beziehungen zur DDR fest und erklärten ihren dringenden Wunsch, diese Beziehungen baldigst auf höherer Ebene weiterzuentwickeln. Daran ließ vor allem auch Präsident Sukarno selbst nicht den mindesten Zweifel." Der Volkskammerpräsident fährt in seinem Bericht über den vorletzten Tag in Indonesien fort: „Dem schloß sich eine Pressekonferenz mit etwa 30 Journalisten an. Ferner wurden Gespräche mit dem Vorsitzenden der indonesischen Freundschaftsgesellschaft, mit dem Vorsitzenden der indonesischen interparlamentarischen Gruppe der Interparlamentarischen Union und mit der Leitung der Gerwani, der Frauenorganisation der Kommunistischen Partei Indonesiens, geführt. Abends schließlich gab der Generalkonsul der DDR zu Ehren der Delegation einen Empfang, an dem Parlamentspräsident Kartawinata mit seinen Stellvertretern, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Indonesiens, Aidit, und weitere 500 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Hauptstadt teilnahmen. Das war einer der am stärksten besuchten Empfänge der letzten Jahre, wie uns die indonesischen Teilnehmer erklärten. Den Abschluß des Freundschaftsbesuchs der DDR in Indonesien bildete die Unterzeichnung einer gemeinsamen Presseerklärung, die indonesischerseits vom Parlamentspräsidenten Kartawinata und seinem Stellvertreter, deutscherseits von mir, als dem Präsidenten der Volkskammer, unterzeichnet wurde." Bonner „Endlösung" Der Abgeordnete Agsten skizziert mit wenigen Fakten die Rechtslage in den beiden deutschen Staaten: In der DDR wurden von Mai 1948 bis Dezember 1964 12 807 Personen wegen Nazi- und Kriegsverbrechen verurteilt. Nach Angaben des Bonner Justizministeriums sind bis zum 1. Januar 1964 von westdeutschen Gerichten lediglich 5234 Personen wegen gleicher Delikte rechtskräftig verurteilt worden. Dazu komme noch die erschreckend niedrige Höhe der Strafmaße, die der Mannheimer Staatsanwältin Barbara Just-Dahlmann zur Gleichung Anlaß gaben: „Ein Toter ist gleich zehn Minuten Gefängnis oder eine Mark Geldstrafe." Es seien in Westdeutschland noch viele Tausende von Mördern und Mordgehilfen zur Strecke zu bringen — wenn man nur wolle. Es ginge immer wieder um die gleiche Frage: Die Bonner Regierung sei die einzige, die territoriale Forderungen erhebe, ihre Armee werde vom Kriegsverbrecher Trettner geleitet, der mit seinem Atomminengürtel zum „verdeckten Krieg" rüstet. Der Zusammenhang sei deutlich: „Wo Kriegs- und Naziverbrechen verjähren sollen, da werden neue Kriegsverbrechen vorbereitet."

English translation

=== [Page 1] === --- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) --- [Aus dem Bericht über die Tagung der Volkskammer] Zum zweiten Punkt der Tagesordnung – inzwischen hat der Vizepräsident der Volkskammer Hermann Matern die Verhandlungsführung übernommen – erstattet Prof. Dr. Johannes Dieckmann seinen ausführlichen Bericht über die Reise unserer Volkskammerdelegation vom 28. November bis 14. Dezember 1964 nach Indonesien. Besuch am Äquator Es war eine weite Reise über 10 000 km und mehr, und es war der erste Besuch einer offiziellen DDR-Parlamentsdelegation in einem Lande am Äquator. Wie in einem Kaleidoskop erleben die Abgeordneten, die diplomatischen Gäste und die Pressevertreter diese Reise noch einmal mit. Sie spüren, wie herzlich die Indonesier die DDR-Gäste aufgenommen haben, mit denen sie viele Gemeinsamkeiten verbinden – vor allem das Bekenntnis zu Freiheit, Frieden und Fortschritt und die Feindschaft gegen Imperialismus und Kolonialismus. „Wir erhielten viele Beweise", sagte Prof. Dr. Dieckmann, „daß es vor allem die geradlinige Friedenspolitik unserer Republik ist, ihr konsequenter Kampf gegen Imperialismus, Kolonialismus und Neokolonialismus, ihre eindeutige Stellungnahme für den Kampf der Völker um Freiheit, Unabhängigkeit, Souveränität und sozialen Fortschritt, die ihr Ansehen und Achtung verschaffen. Das kam u. a. auch in den vielen Plakaten zum Ausdruck, die die Inschrift trugen: ‚Es leben die Präsidenten Sukarno und Walter Ulbricht!'" Sukarnos Worte Von der Ankunft in Djakarta über Reisen nach Sulawesi, Bali, Jawa, über Gespräche mit Abgeordneten, Ministern, Parteiführern, bis zu dem großen Empfang bei Präsident Sukarno spannte sich der Bogen. Rauchende Vulkane, liebliche Tempeltänzerinnen, prachtvolle Empfänge in der Hauptstadt und auf den Reisestationen im weitläufigen Inselreich – eine unendliche Vielfalt, überglänzt von großer Herzlichkeit und politischer Aufgeschlossenheit. Spontan wogt Beifall durch die Kongreßhalle, als mitgeteilt wird, daß die Delegation die hohe Auszeichnung der Ehrenmitgliedschaft des indonesischen Parlamentes erhalten hat. Doch lassen wir den Berichterstatter selbst zu Wort kommen: „Am vorletzten Tag ihrer Indonesienreise wurde die Delegation zunächst vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Leimena empfangen, um sich danach in Begleitung von Generalkonsul Hertzfeld und Handelsrat Gabler zur Audienz bei Präsident Dr. Sukarno zu begeben. An diesem großen Empfang nahmen von indonesischer Seite u. a. teil: der stellvertretende Ministerpräsident Leimena, Parlamentspräsident Kartawinata, der 1. Stellvertreter des Außenministers, Suwito Kusumowidagdo, und andere führende Persönlichkeiten." Präsident Sukarnos Bemerkungen auf diesem Empfang seien übrigens von westdeutschen und amerikanischen Agenturen böswillig verdreht worden, bemerkt Prof. Dr. Dieckmann und stellt klar: „Präsident Sukarno hat diese – so seine Worte – ‚Lügen' Bonner und amerikanischer Presseagenturen über seine Auffassungen in der deutschen Frage in unserem Gespräch mit ihm empört zurückgewiesen, als Voraussetzung für eine Vereinigung der beiden deutschen Staaten die Anerkennung ihrer Existenz festgestellt und jede Einmischung dritter Staaten in die von ihnen allein zu führenden Verhandlungen zurückgewiesen. Er autorisierte uns ausdrücklich, das zu veröffentlichen." Im übrigen habe der Parlamentspräsident Kartawinata schon bei der Begrüßung zum Verhältnis DDR–Indonesien festgestellt, „daß es für beide Seiten nur nützlich sein könne, wenn die zwischenstaatlichen Beziehungen beider Staaten auf eine höhere Ebene gehoben werden würden, was ich in meiner Antwortrede begrüßte und unterstrich". In diesem Zusammenhang ergänzt Prof. Dr. Dieckmann: „Auch überall sonst, wo die Delegation auftrat, stellten die Repräsentanten Indonesiens mit größter Genugtuung das allgemeine Anwachsen der ökonomischen, kulturellen und politischen Beziehungen zur DDR fest und erklärten ihren dringenden Wunsch, diese Beziehungen baldigst auf höherer Ebene weiterzuentwickeln. Daran ließ vor allem auch Präsident Sukarno selbst nicht den mindesten Zweifel." Der Volkskammerpräsident fährt in seinem Bericht über den vorletzten Tag in Indonesien fort: „Dem schloß sich eine Pressekonferenz mit etwa 30 Journalisten an. Ferner wurden Gespräche mit dem Vorsitzenden der indonesischen Freundschaftsgesellschaft, mit dem Vorsitzenden der indonesischen interparlamentarischen Gruppe der Interparlamentarischen Union und mit der Leitung der Gerwani, der Frauenorganisation der Kommunistischen Partei Indonesiens, geführt. Abends schließlich gab der Generalkonsul der DDR zu Ehren der Delegation einen Empfang, an dem Parlamentspräsident Kartawinata mit seinen Stellvertretern, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Indonesiens, Aidit, und weitere 500 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Hauptstadt teilnahmen. Das war einer der am stärksten besuchten Empfänge der letzten Jahre, wie uns die indonesischen Teilnehmer erklärten. Den Abschluß des Freundschaftsbesuchs der DDR in Indonesien bildete die Unterzeichnung einer gemeinsamen Presseerklärung, die indonesischerseits vom Parlamentspräsidenten Kartawinata und seinem Stellvertreter, deutscherseits von mir, als dem Präsidenten der Volkskammer, unterzeichnet wurde." Es lebe die Freundschaft! Der Berichterstatter faßt zusammen: „Es war, verehrte Abgeordnete, das Anliegen der Delegation, nach ihrem Vermögen die bereits zwischen der DDR und der Republik Indonesien bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu festigen, zu vertiefen und zu erweitern. Als Leiter der Delegation darf ich feststellen, daß die Delegationsmitglieder diesen Auftrag unserer Bevölkerung und ihrer Obersten Volksvertretung, der Volkskammer, in Ehren erfüllt haben." Und er beendet seinen mit großem Beifall aufgenommenen Bericht: „Ich schließe mit den Worten, die uns aus Hunderten und aber Hunderten Grußschriften in Indonesien immer und immer wieder entgegenleuchteten: [Unreadable] Hidup persahabatan antara Republik Demokrasi Djerman dan Republik Indonesia! Es lebe die Freundschaft zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Republik Indonesien!" (Lebhafte Ovationen) Aus dem umfassenden Bericht [Unreadable] besonders im Gedächtnis [Unreadable] Erklärung des Präsidenten des provisorischen Volkskongresses und stellvertretenden Ministerpräsidenten Indonesiens, Dr. Chairul Saleh, die er am zweiten Tage des DDR-Besuchs im Verlauf eines Freundschaftsgesprächs abgab: „Indonesien geht davon aus, daß heute auf deutschem Boden zwei verschiedene Staaten bestehen, deren Wiedervereinigung Sache der Deutschen selbst ist. Die Entwicklungstendenz in Westdeutschland enthält gefährliche Aspekte. Die DDR-Delegation wird in Indonesien ein Volk antreffen, das den Kampf der DDR-Bevölkerung aus vollstem Herzen unterstützt." --- English translation --- [From the report on the session of the Volkskammer] On the second item of the agenda – Volkskammer vice-president Hermann Matern has meanwhile taken over the chair – Prof. Dr. Johannes Dieckmann gives his detailed report on the trip of our Volkskammer delegation to Indonesia from 28 November to 14 December 1964. Visit at the equator It was a long journey of 10,000 km and more, and it was the first visit of an official GDR parliamentary delegation to a country on the equator. As in a kaleidoscope the deputies, the diplomatic guests and the press representatives relive this journey. They sense how warmly the Indonesians received the GDR guests, with whom they are linked by many things in common – above all the commitment to freedom, peace and progress and enmity towards imperialism and colonialism. 'We received many proofs,' said Prof. Dr. Dieckmann, 'that it is above all our republic's straightforward peace policy, its consistent struggle against imperialism, colonialism and neocolonialism, its unambiguous stand for the peoples' struggle for freedom, independence, sovereignty and social progress that earn it prestige and respect. This was expressed, among other things, in the many posters bearing the inscription: "Long live Presidents Sukarno and Walter Ulbricht!"' Sukarno's words From the arrival in Jakarta, via journeys to Sulawesi, Bali and Java, via talks with deputies, ministers and party leaders, to the great reception by President Sukarno, the arc stretched. Smoking volcanoes, lovely temple dancers, magnificent receptions in the capital and at the stations of the journey in the sprawling island realm – an infinite variety, outshone by great warmth and political openness. Applause spontaneously surges through the congress hall when it is announced that the delegation has received the high distinction of honorary membership of the Indonesian parliament. But let us let the rapporteur speak for himself: 'On the penultimate day of its Indonesia trip the delegation was first received by Deputy Prime Minister Leimena, and then went, accompanied by Consul General Hertzfeld and Trade Counsellor Gabler, to an audience with President Dr. Sukarno. Taking part in this great reception on the Indonesian side were, among others: Deputy Prime Minister Leimena, Parliament President Kartawinata, the 1st Deputy Foreign Minister, Suwito Kusumowidagdo, and other leading personalities.' President Sukarno's remarks at this reception had incidentally been maliciously distorted by West German and American agencies, Prof. Dr. Dieckmann remarks, and he clarifies: 'President Sukarno indignantly rejected these – in his words – "lies" of Bonn and American press agencies about his views on the German question in our conversation with him, stated recognition of their existence as a precondition for a union of the two German states, and rejected any interference by third states in the negotiations to be conducted by them alone. He expressly authorised us to publish this.' Moreover, Parliament President Kartawinata had already stated at the welcome, regarding GDR–Indonesia relations, 'that it could only be useful for both sides if the interstate relations of the two states were raised to a higher level, which I welcomed and underlined in my reply speech'. In this connection Prof. Dr. Dieckmann adds: 'Everywhere else where the delegation appeared, too, the representatives of Indonesia noted with the greatest satisfaction the general growth of economic, cultural and political relations with the GDR and declared their urgent wish to develop these relations further at a higher level as soon as possible. President Sukarno himself left not the slightest doubt about this.' The Volkskammer president continues in his report on the penultimate day in Indonesia: 'This was followed by a press conference with about 30 journalists. Further, talks were held with the chairman of the Indonesian friendship society, with the chairman of the Indonesian interparliamentary group of the Inter-Parliamentary Union and with the leadership of Gerwani, the women's organisation of the Communist Party of Indonesia. In the evening the GDR consul general finally gave a reception in honour of the delegation, attended by Parliament President Kartawinata with his deputies, the chairman of the Communist Party of Indonesia, Aidit, and a further 500 personalities of public life in the capital. This was one of the best-attended receptions of recent years, as the Indonesian participants told us. The conclusion of the GDR's friendship visit to Indonesia was the signing of a joint press declaration, signed on the Indonesian side by Parliament President Kartawinata and his deputy, and on the German side by me, as President of the Volkskammer.' Long live friendship! The rapporteur sums up: 'It was, honoured deputies, the delegation's concern to consolidate, deepen and broaden, to the best of its ability, the friendly relations already existing between the GDR and the Republic of Indonesia. As head of the delegation I may state that the members of the delegation have honourably fulfilled this mandate of our population and its supreme representative body, the Volkskammer.' And he ends his report, received with great applause: 'I close with the words that shone out at us again and again from hundreds upon hundreds of greetings in Indonesia: [unreadable] Hidup persahabatan antara Republik Demokrasi Djerman dan Republik Indonesia! Long live the friendship between the German Democratic Republic and the Republic of Indonesia!' (Lively ovations) From the comprehensive report [unreadable] especially in memory [unreadable] statement by the President of the Provisional People's Congress and Deputy Prime Minister of Indonesia, Dr. Chairul Saleh, which he made on the second day of the GDR visit in the course of a friendly conversation: 'Indonesia proceeds from the fact that today two different states exist on German soil, whose reunification is a matter for the Germans themselves. The development trend in West Germany contains dangerous aspects. The GDR delegation will find in Indonesia a people that supports the struggle of the GDR population with its whole heart.'