Neues Deutschland, 7. Oktober 1965, S. 7: Sukarno leitete Sitzung
Licensed or copyrighted source: rights remain with the author or publisher. OCR transcription for scholarly research.
Cleaned OCR text (Good (ZEFYS ALTO OCR (Staatsbibliothek zu Berlin)); proof-reading: no (script-cleaned only)). Old Indonesian spelling has been converted to modern EYD. [Unreadable] marks text that could not be recovered. English translation below.
Text
Nationale und internationale Politik
7. Oktober 1965 / ND / Seite 7
Westdeutschland darf keine Kernwaffen erhalten
Der bekannt» amerikanische Kommentator Walter Lippmann veröffentlicht» in der neuesten Nummer der.Newsweek*!
einen aufsehenerregenden Artikel.
wohl wir nicht in allen Punkten mit ihm übereinstimmen, drucken wir ihn nach stehend im vollen Wortlaut ab:
Obwohl Dr. Erhard bei den (west-ldeutschen Wahlen einen beachtlichen Sieg er rang, wurde nichts über die zukünftige Außenpolitik beschlossen. Denn »Je war in der Wahlkampagne nicht ernsthaft debattiert worden. Da Kanzler Erhard demnächst Präsident Johnson einen Be such abstatten wird, ist es nicht ver früht, Über die großen Entscheidungen, vor denen Bonn und Washington stehen, nachzudenken.
Gefährliche Versuchung
Die Hauptfrage lautet Im Grunde, ob die westdeutsche Regierung der Versu chung widerstehen wird, sich für eine Politik zu entscheiden, die auf ihre Liie rung mit den Vereinigten Staaten gegen Frankreich und die Sowjetunion abzielt, Diese Versuchung ist sehr groß. Da Groß britannien zur Zeit nicht in der Lage ist, die Rolle einer Großmacht zu spie len, und da die antigaullistischen und antikommunistischen Gefühle in unserem Lande ziemlich stark sind, wird ein be sonderes (west-)deutsch-amerikanUches Verhältnis als Achse des westlichen Bündnisses vielen Amerikanern und vie» len Deutschen vernünftig erscheinen.
Falsch« Alternative
Dadurch würde sich das Ansehen Westdeutschlands für eine gewisse 'Zeit enorm erhöhen, und das Land hätte in bezug auf die europäische Machtpolitik einen Vorsprung gegenüber Großbritan nien und Frankreich. Außerdem würde ein solches besonderes (west-Weutsch-amerikanisches Verhältnis höchstwahrschein lich auf die edne oder andere Welse dazu führen, daß Westdeutschland eine Atommacht wird.
Trotzdem sollte man dieser. Versuchung widerstehen. Denn ein Übereinkommen zwischen Johnson und Erhard, ein "besonderes (west-)deutsch-amerikanisches Ver hältnis zur Achse des westlichen Bünd nisses zu machen, wäre eine Katastrophe.
Unsere beiden Länder würden dadurch in einen unversöhnlichen Konflikt mit Frankreich und der Sowjetunion verwikkelt werden. Johnsons Politik. Brücken nach Osteuropa zu schlagen, würde ernst lichen, ja sogar nicht wiedergutzumachen- - den Schaden nehmen, wenn Bonn Zugang zu Kernwaffen erhält. Die Hoffnung und die Aussicht auf die friedliche Wieder vereinigung Deutschlands würde zu
nichte gemacht werden. Die Annäherung aller europäischen Länder könnte für unsere Generation abgeschrieben wer den. Nur wenige der kleineren west europäischen Länder und kein osteuro päisches Land wird ein „Europa" akzep tieren, in dem (West-)Deutschland, ge stützt auf die militärische Stärke der Vereinigten Staaten, die dominierende Macht ist.
Richtige Entscheidung:
Friedliche Lösung
Die andere große Entscheidung, die Kanzler Erhard und Präsident Johnson offensteht, ist die, die friedliche Einigung Europa« und damit die friedliche Wieder vereinigung Deutschlands zu ihrem Hauptanliegen zu machen. Ein absolut unerläßliches Element einer solchen Politik besteht darin, daß sich West deutschland aus dem
Kernwaffenge schäft heraushält.
Wiedervereinigung nur durch Versöhnung
Einer der zahlreichen Mängel des alten MLF-Vorschlages bestand darin, daß dieses Grundprinzip verwischt wurde. Er sollte dazu dienen, die Deut schen zu beschwichtigen, da sie sonst, wie man (zu Unrecht) fürchtete, wieder in- eine Art Nazismus verfallen würden, wenn sie keinen Finger am atomaren Abzug erhalten. Es wäre weitaus anstän diger, klarer und einfacher, sich für das selbstverständliche Prinzip einzusetzen, daß eine Großmacht, die als Resultat ihrer Niederlage in einem Weltkrieg ge spalten ist, nicht mit den Waffen ausge rüstet werden darf, die in einem neuen Weltkrieg eingesetzt werden könnten.
Ungarn warnt vor Revanchismus
Rede des Außenministers Jänos Peter in der UNO
matischen Beziehungen zwischen Staaten des Westens. Asiens, Afrikas und Latein amerikas und der DDR einen Beitrag zur friedlichen ~ Lösung der deutschen Frage und damit zur Befreiung Europas von einer gefährlichen Entwicklung."
Auch der Außenminister der MVR.
Mangalyn Dugerauren, warnte in der Generaldebatte der UNO-Vollversamm lung vor dem Atomwaffenstreben der westdeutschen Bundesrepublik.
Explosive Lage in Brasilien
In den beiden wichtigsten Staaten, Guanabara und Mlnas Gerais, stehen Kandidaten an der Spitze, dl« von der Sozialdemokratischen Partei des ehemali gen Präsidenten Kubitachek und der Ar beiterpartei des Im April vergangenen Jahres gestürzten Präsidenten Goulart unterstützt werden.
AFP berichtet, daß In der Nacht zum Mittwoch Armee-Einheiten in Rio de Janeiro und Säo Paulo in Alarmbereit schaft versetzt wurden. Beobachter wer teten dies als Ausdruck von Absichten der Armee, „angesichts der Wahlresultate, die einem Sieg der Opposition gleichkom men, in die Ereignisse einzugreifen".
Westdeutschland ist Depot für Krieg der USA in Vietnam
Enthüllung der „New York Times" / Erfolgreiche FNL- Aktionen
Washington/Saigon (ADN/ND). Die USA benutzen das Territorium der Bundes republik als Waffen- und Munitionsdepot für ihren schmutzigen Krieg gegen das vietnamesische Volk. Dies geht aus einem Bericht der amerikanischen Zeitung „New York Times" hervor. Die Zeltung schreibt über die finanziellen und versorgungs technischen 'Folgen der verhängnisvollen Eskalation des Aggressionskrieges: „Viet nam hat viel mehr Schiffe, Flugzeuge und Munition in Anspruch genommen, als die Budgetplaner vor einem Jahr annahmen.
Die Reserven liegen jetzt weit unter dem normalen Stand. Zum Teil mußte Muni tion aus (West-)Deutschland nach Viet nam geleitet werden."
Die Salgoner Truppen und die USA- Aggressoren haben bei den Kämpfen in der vergangenen Woche die größten Ver»
Hanoi (ADN). Bei ihren Angriffen Se gen Gebiete der Demokratischen Repu blik Vietnam verloren die USA-Aggres soren am Dienstag Insgesamt 15 Terror« fingzeuge. Die Gesamtverlusto der USA seit Beginn der amerikanischen Angriffe gegen die DRV belaufen «ich damit Auf 644 Flugzeuge.
Washington erwagt gefährlichen „MLF-Ersatz"
UPI; „Interalliiertes Direktorium" unter Einschluß Bonns soll nukleare Planung und Kernwaff eneinsatz durchführen
Als wichtigste Ursache der vorsichtigen Distanzierung von den MLF- bzw. ANF- Vorhaben bezeichnete UPI di« britischamerikanischen Differenzen über das Aus maß der Bonner Beteiligung an dieser Atomstreitmacht. Außerdem wird der sich in aller Welt ausbreitende Widerstand, ge
gen ein derartiges Projekt hervorgehoben.
UPI erinnert ausdrücklich an die ange kündigten Gegenmaßnahmen des War schauer Vertrages, «falls der Westen der Bundesrepublik Zugang zu Kernwaffen einräumt". Diese Warnung war auch in dem unlängst von der Sowjetunion und der DDR vereinbarten Kommunique auf gesprochen worden.
Sukarno leitete Sitzung
TASS über die jüngsten Ereignisse in Indonesien
Diakarts, (ADN/ND). Im Präsidenten palast in Bogor wurde am Mittwoch eine Sitzung der indonesischen Regierung unter Vorsitz Präsident Sukarnos eröffnet, mel det TASS. An ihr nahmen die meisten Kabinettsmitglieder, darunter auch die kommunistischen Minister Njoto und Lukman, teil. Sukarno verurteilte den Staats strelch und forderte das Volk auf, Ruhe zu bewahren und keine Unruhen zuzu lassen, die zum Zerfall der Nation, zur Spaltung der Streitkräfte führen und ein politisches Chaos im Lande zur Folge haben können. „Es ist bei weitem wich tiger, die Revolution zu retten, als Rache zu üben", sagte Sukarno und bat die Mi nister, ihre Verpflichtungen wie bisher zu erfüllen. Außenminister Subandrio erklärte nach der Sitzung, alle Mitglie der des Kabinetts hätten die Meinung Sukarnos geteilt und versprochen, das Möglichste zur Wahrung der Interessen des Landes zu tun.
Der Indonesische Rundfunk gab eine Anordnung des
Informationsministers
Achmadi über das offizielle Verbot der Zeitungen bekannt, „die über die Dekrete der.Bewegung des SO. September* berich
tet, diese Bewegung unterstutzt oder ver sucht haben, sie zu unterstützen. Die Zeitung „Angkatan Bersendjata" veröf fentlichte die Forderung der muselmani schen Partei „Nahdatul Ulama" und eini ger anderer Organisationen, der Präsident möge die KPI, die »Volks jugend", die Frauenorganisation „Gerwani", den Ge werkschaftsbund und andere Massenorga nisationen verbieten,.die mit denen zu sammengearbeitet haben, die sich,Bewe- • gung des 30. September' nannten". Laut TASS dauern in Djakarta und anderen Städten die Massenverhaftungen von Kom munisten an.
Fragei
Können Sie heute schon etwas Ober den Charakter des Kongresses sagen?
Antwort: In Warschau treffen sich Ver treter von Gewerkschaftsorganisationen aus allen Teilen der Welt Es werden etwa 500 Delegierte erwartet, die aus Mitglie derorganisationen des Weltgewerkschafts bundes, aber auch aus Gewerkschaften kommen, die entweder autonom sind oder einer anderen internationalen Ge werkschaftszentrale angehören.
Die Delegierten werden rund ISO Mil lionen Gewerkschafter repräsentieren.
Der VI. Weltgewerkschaftskongreß wird somit im wahrsten Sinne des Wortes ein Kongreß der Gewerkschafter der ganzen Welt sein.
Eine besondere Bedeutung erhält der Kongreß dadurch, daß er genau 20 Jahre nach der Gründung des Weltgewerk schaftsbundes stattfindet Am 25. Septem ber 1048 trafen sich In Paris Vertreter von über 64 Millionen Werktätigen aus 06 Län dern. Diese Konferenz konstituierte sich am 3. Oktober als I. Weltgewerkschafts kongreß, und der 8. Oktober ging dann endgültig als Gründungstag des WGB tn die Geschichte ein.
Der
VI. Weltgewerkschaftskongreß wird durch eine große Festveranstaltung aus Anlaß des 20. Jahrestages der Grün dung des WGB eingeleitet. Hier wird Bilanz seiner gesamten Tätigkeit gezogen, und jeder wird feststellen können, daß der Weltgewerkschaftsbund in seinen Prinzipien und Zielen nach wie vor die Massen- und Klassenoraanisation ist, wie sie im Kampf gegen Krieg und Faschis-
Für Kampfgemeinschaft aller Werktätigen
Wolfgang Beyreuther zum VI. Weltgewerkschaftskongreß
mus, für Freiheit und Demokratie im Jahre 1945 entstand.
Antwort: Entsprechend der vorliegen den Tagesordnung wird sich der Kon greß mit den die ganze Internationale Arbeiterklasse und Gewerkschaftsbewegung betreffenden Fragen beschäftigen.
So werden die Delegierten die Anwen dung des gewerkschaftlichen Aktions programms und der Einheitsinitiativen des WGB, die Entwicklung und den gegenwärtigen Stand der Weltgewerk schaftsbewegung sowie die neuen Mög lichkeiten für die Einheit untersuchen.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt sieht einen..Bericht und die Diskussion über die Entwicklung der internationalen
Solidarität der Gewerkschaften mit den im Befreiungskampf stehenden Arbeltern und Völkern der Kolonialländer vor.
Ebenso wird darüber gesprochen wer den, wie der WGB und die Ihm ange schlossenen Gewerkschaften die in jüngster Zeit befreiten Länder bei der Erringung und Festigung ihrer nationa len Unabhängigkeit, bei der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung, gegen Im perialismus, Kolonialismus und Neokolo nialismus noch besser unterstützen kön nen.
Große Aufmerksamkeit hat der WGB seit seiner Gründung den deutschen Pro blemen gewidmet Er geht von der Rea lität des Bestehens von zwei deutschen Staaten aus und davon, daß Westdeutsch land sich zum Hauptzentrum der Reak tion In Europa entwickelt hat Die Ge werkschaften der DDR erwarten vom Kongreß, daß er getreu der langjährigen Geschichte des WGB durch die Behand lung dieser für die Erhaltung des Welt friedens so wichtigen Frage dazu beitra gen wird, den Kampf der deutschen Ar beiterklasse gegen die Gefahren elnei neuen Weltkrieges, die vom westdeut schen Imperialismus ausgehen, erfolg reich zu führen.
Frage) Wie setzt sich' die Delegation des
FDOB zum Weltgewerkschaftskongreß zu sammen? Können Sie schon etwas zum geplanten Auftreten der FDGB-Delegation während des Kongresses sagen?
Antwort: Entsprechend seiner Miteliederzahl von rund 6,5 Millionen wird der
Die Delegation des FDGB wird sich auf dem Kongreß dafür einsetzen, daß er zu einem wirksamen Beitrag zur Einheit der internationalen Gewerkschaftsbewegung wird.
Unser« Delegation kann dem Kongreß eine erfolgreiche Bilanz seiner bisherigen Internationalen Tätig keit vorweisen. So arbeiten beispielsweise der Vorsitzende des Bundesvorstandes des FDGB, Kollege Herbert Warnke, als Vizepräsident des Weltgewerkschaftsbun des und andere leitende Gewerkschafts funktionäre dea FDGB In den einzelnen Organen des Weltgewerkschaftsbundes aktiv für die WeltgewerkschafUbewegung. Der FDGB konnte seine Inter nationalen Beziehungen zu Gewerkschaf ten In über 80 Landern der Welt aus dehnen und festigen. Darüber hinaus hat der FDGB den jungen Nationalstaaten eine große moralische und materielle Hilfe gegeben.
Die FDGB-Ddegation wird sich Im Namen ihrer Mitglieder auf dem Kon greß dafür einsetzen, daß alle Kräfte der Internationalen Arbeiterklasse und ihrer Weltgewerkschaftsbewegung enger und fester zusammengeschlossen. werden Im Kampf gegen das internationale Mond polkapital, für Frieden, gewerkschaftliche Rechte und Freiheiten und für den so zialen Fortschritt der Werktätigen.
Prof. Oskar Lange beigesetzt
Truppenrückzug noch nicht erfolgt
Lenin-Friedenspreis für Gordon Schaffer
KURZ BERICHTET
Aden. Aus Protest gegen den britischen Kolonialterror hat die Gewerkschaft der Erdölarbeiter Aden» zu einem zweitägi gen Streik aufgerufen,
Pro*. Offizielle Besprechungen began« nen am Dienstag In Prag zwischen dem Indischen Staatspräsidenten Radhakrlihnan und dem tschechoslowakischen PrI» sldentcn Antontn Novotny.
Was sonst noch passierte
Auf $in*m Schild über einem Lon doner Btpreito-Rettaurant htifit es:
„Beatnifc* nicht cuaelasien, ausaenemmen in Begleituna von Otld."
Heute in Funk und Fernsehen
IOC-Kongreß in gespannter Situation
Von unserem noch Madrid entiandten Sonderberichterstatter Klau» Ullrich
Man könnte.es einen Zufall nennen, daß das Initiativkomitee des IOC am Mittwochmorgen eine im Programm gar nicht mehr vorgesehene Sitzung damit begann, daß es sie in einen anderen Raum verlegte. Die Glaswände in der Halle des feudalen „Palace'-Hotels wur den gegen die Wände eines Konferenz raumes im ersten Stock vertauscht, wenig später fuhr Willi Daume mit dem Fahrstuhl hinauf, um noch einmal seinen
.Standpunkt" vorzutragen, von dem aller dings in Madrid kaum noch jemand an nimmt, daß es in der Tat sein Stand punkt Wäre,
Unabhängig vom zweifelhaften wert dieses.Gutachtens ist es von Interesse festzustellen, daß In der Geschichte der modernen Olympischen Spiele damit zum erstenmal ein NOK mit einem Rechtsgut achten die Mitglieder de* IOC vor einer Abstimmung unter Druck zu setzen ver sucht und sich damit etwa auf das Niveau von Hertha BSC bei seinem Bundesligaskandal begibt.
Auch der Dienstag, der die IOC-Mit glieder nachmittags auf dem Gut eines spanischen Grundbesitzers sah, war wie der ein Tag hektischer Gespräche hin ter den Kulissen. Mit panischer Geschäf tigkeit beantworteten westdeutsche NOK- Mltglieder die Tatsache, daß die Dele gation unseres Komitees in der Mit tagsstunde von der IOC-Exekutive zu einer Aussprache empfangen worden
' war. Hinzu kam, daß sich die Exekutiv.
mitglieder nach Schluß dieser Sitzung fn Sdiweigen hüllten und selbst der sonst Journalisten gegenüber recht zugängliche Präsident jeden Kommentar verweigerte./
Französische Journalisten wußten sogar von einem Bericht zu erzählen, der aus Bonn nach Madrid unterwegs sein soll und der offensichtlich jeden Irrturn dar über beseitigt, daB man am Rhein selbst vor einem Kreuzzug gegen das IOC nicht zurückschreckt und notfalls die Existenz der Spiele riskieren werde, wenn das NOK der DDR künftig mit einer eigenen Mannschaft antreten sollte.
So ist der Kongreß nach seiner fest lichen Eröffnung bereits in ein Stadium getreten, das man mit echter Besorg nis betrachten muß. Selbst auf dem Kon.
areß in Baden-Baden vor zwei Jahren hatte man sich auf westdeutscher Seite noch mit olympisch-konventionellen -wafen"
begnügt. In Madrid allerdings demonstriert man. daß die nun schon traditionellen Störenfriede auch In der olympischen Arena spaltbares Material verwenden wollen. Kaltblütiger tntschlos-"
senheit. wie sie In ähnlichen Situationen Baron de Coubertin eigen war, wird es bedürfen, um der Gefahr Herr zu werden.
, Warschau (ADN). Die sterblichen Ober reste von Prof. Oskar Lange, Mitglied dea ZK der PVAP und Stellvertreter des Vor sitzenden des Staatsrates der Volksrepu blik Polen, sind am Dienstagnaehmittai auf dem Warschauer Militärfrledhof bei gesetzt worden. Kurz zuvor hatten WtadysJaw Gomulka, Edward Ochab und Jözef Cyrankiewicz zum letztenmal Ab schied von Oskar Lange genommen, des sen Leichnam zwei Tage lang Im Palast für Kultur und Wissenschaft aufgebahrt war,
DeatsdtUndiender: 9.00 „Glück and Frie den sei beschieden Deutschland, unser« Vaterland...": 11.00 Aus dem schaffen; 13.20 DDK-KUnstler musizieren:
15.45 Beschwingter Melodienreigen: 19.30.Deutsche Heimat, sei gepriesen": 31.00 Dich tung heute; 21.40 Tanzmusik.
Berliner Rundfunk! 9.00 Mit Schwung und guter Laune; 10.40 Kranzniederlegung tm sowjetischen Ehrenmal in Berlin: 13.40 n Freundschaft verbunden: 15.00 DC Beriner Festtage; 1T.O0 Reportagen vom Fest agsgeschehen; 18.45 Vom Besuch der sowjeischen Kosmonauten: 19.00 Berliner. Melo dien; 20.00 Berolina-Konzert: 31.40 Tanz musik.
Berliner WeUe: 10.00 Karl-Heu» Jakobs:
.Weimarnovelle": 10.49 Musik unserer Na tionalpreisträger; 11.30 Staub gewischt auf, alten Platten; 17.19 Melodie und Rhythmus;
19.20 Der Schlagerbriefkasten: 30.00 Konzert aus der Deutschen Staatsoper Berlin: 31.09 Tanzmusik.
Badlo DDR I und lit 10.00 Ich singe den Frieden; 12.10 Das 8cblagerkanissell; 14.09 Evergreens; 18.09 OperettencocktaU; 17.09 Pas Erlch-Welnert-Enseroble singt; 30.00 Festliche Musik; 31.00 Lieben Sie LetklssT;
7JB9, 11.00, ILSQ, 18.00 Spiel mit!
Fernsehen)
10.00 Rolf und Reni; 12.08 Inselgeschichten; 12.30 Konzert von den Ber liner Festtagen; 13.30 Weidmannsheil (X):
18.20 Herzklopfen kostenlos; 19.48.Friulein Robinson", Spielfilm; 20.00 Festliches Koncert; 30.99.Gellebte weiße Maus". Spielfilm;
7.90, 11.00, 14.30, 18.00 Spiel mit!
Rio de Janeiro (ADN). Zwischenergeb nisse der Gouverneurswahlen in elf bra silianischen Bundesstaaten vom Sonntag bestätigten in der Nacht zum Mittwoch den Vorsprung der oppositionellen Kan didaten. Die von der Sozialdemokrati schen Partei (PSD) und der Brasiliani schen Arbeiterpartei (PTB) unterstützten Kandidaten führten in neun Staaten.
Vom 9. bis 22. Oktober findet In War- • schau der VI. Weltgewerkschaftskon greß statt Wolfgang Beyreuther, Mit glied des Präsidiums des FDQB-Bundesvorstandes, gab unserer Zeitung dazu folgendes Interview:
Frage: Welche Erwartungen setzen Sie In den
Weltgewerkschaftskongreß, und welche Probleme werden nach Ihrer Meinung im Mittelpunkt der Diskussion stehen?
Von größter Aktualität für die Inter nationale Arbeiterbewegung ist die bar« barische Aggression des USA-Imperialis- ' mus In Vietnam. Ausgehend von den vom WGB herausgegebenen Thesen, wird sich der Kongreß ohne Zweifel an hervorragender Stelle mit dieser Frage beschäftigen. Zu jeder Zelt hat der WGB auf der Seite des vietnamesischen Volkes gestanden und die Aggression des USA- Imperialismus aufs schärfste verurteilt
Als Mitglied dea Weltgewerkschafts bundes entwickelte der FDGB Initiativen auf mehreren Gebieten, um den Kongreß • vorbereiten zu helfen. In den Betrieben und Institutionen finden aus Anlaß dei VI. Weltgewerkschaftskongresses und des 20. Jahrestages der Gründung des WGB Gewerkschaftsversammlungen und Fest veranstaltungen statt
New York (ADN). Ungarns Außen minister Jänos Peter erklärte am Mitt woch in der Generaldebattte der UNO- Vollversammlung:.„Die dem deutschen Problem innewohnenden Gefahren, die Europa und die ganze Welt mit einer Se rie neuer Konflikte bedrohen, rühren aus den politischen und militärischen Be strebungen einiger herrschender Kreise Westdeutschlands her, die die alten deut schen Grenzen wiederherstellen wollen."
Peter fügte hinzu: „Der deutsche Expan sionismus bedroht Ost und West gleicher maßen. Angesichts solcher Gefahren ist die Existenz und die Entwicklung der DDR ein höchst segensreicher Faktor zur Sicherung des europäischen Friedens und zum Wohle von West und Ost." Der un- • garische Außenminister wies warnend darauf hin, daß jede Unterstützung, die die Westmächte in oder außerhalb der NATO Westdeutschland geben, die "Ge fahren für Europa erhöht. „Auf der an deren Seite bedeutet Jede Erweiterung der ökonomischen, kulturellen und diplo
In Zentraljava gehen laut TASS die Kampfhandlungen zwischen den Regle rungstruppen und den Anhängern des Staatsstreichs vom 30. September welter.
Diese haben sich am Mittwochmorgen er neut der Stadt Djokjakarta bemächtigt, -die erst am Dienstag von Regierungstruppen besetzt worden war. Darüber berichtet ein AFP-Korrespondent aus Singapur unter Berufung auf Radio Djakarta. In den letzten beiden Tagen sei Djokjakarta dreimal von einer Hand In die andere übergegangen.
London (ND). Wie der Londoner Kor respondent der USA-Agentur UPI ^aus diplomatischen Kreisen in London fahren haben will, tragen sich die ameri kanische und die britische Regierung mit der Idee möglicherweise das Projekt einer multilateralen Atomstreitmacht der NATO (MLF oder ANF) zugunsten eines -Interalliierten Direktoriums"
in der
NATO aufzugeben. Es sei daran gedacht, einen Ausschuß aus den Kriegsministern der NATO-Staaten zu bilden. Als stän diges Organ des Ausschusses sollte eine Art „Interalliiertes Direktorium" fungie ren, in dem die Bundesrepublik und Italien •*• neben den USA, Großbritan nien und Frankreich — vertreten wäre.
Der Ausschuß sollte sich mit strategischen Fragen und der Kernwaffenplanung des Atlantikblockes befassen sowie auch
«Entscheidungsbefugnisse in Krisen»
Situationen" besitzen.
Diplomatische Beobachter gaben zu verstehen, daß die Beteiligung Bonns an der Planung und dem Einsatz aller Kern waffen der NATO In dem vorgesehenen Direktorium eine außerordentlich ge fährliche Form des Zugangs zu Massen vernichtungswaffen darstellt die noch über den in der MLF vorgesehenen Grad hinausgeht. Das neue Projekt sei zwar noch nicht spruchreif, denn noch fehle das Einverständnis Westdeutschlands. Die Zustimmung Frankreich«.ist außerdem absolut ungewiß und augenblicklich un wahrscheinlich. Sicher jedoch sei schon heute, so meinen die Beobachter, daß die ser Plan in. unzulässiger Weise der Atomgier der Bonner Revanchisten nach gibt. Er sei in keiner Weise geeignet zur Festigung der Sicherheit in Buropa belzutragen.
3ii- fi>!;<
luste seit Monaten erlitten, meldet die britische Agentur Reuter. Nach am Mitt woch in Saigon veröffentlichten Angaben verloren die Truppen des Saigoner Re gimes 229 Mann an Toten, 568 an Ver wundeten und 68 an Vermißten. Die Ver luste der Amerikaner werden mit 87 Mann — 22 Tote, 64 Verwundete und «in Vermißter — beziffert Die Verluste der südvietnamesischen
Befreiungsarmee werden ebenfalls al« hoch bezeichnet
Moskau.
Verhandlungen «wischen füh renden Persönlichkeiten der KPdSU und der Sudanesischen Union von Mall fan den In Moskau statt
Havanna.
498 71)4 Exemplare betrug dl« Auflage der ersten Nummer des Organs des ZK der KP Kubas, „Granma". vom Dienstag: es Ist die bisher höchste Auf* lagenzif f er In Kuba.
Hanoi Das Oberkommando der Pathet- Lao-Streltkräfte hat beschlossen die be waffneten ¦ Kraft« In.Laotische Volks-
Rawalpindi <ADN).
Streitkräfte halten gegenwärtig mehr «U 4100 lern« Indischen Territoriums besetzt, wie ein pakistanischer Regierungsspre cher bekanntgab. Unter der Kontrolle 4« indischen Truppen befänden fleh mehr als 1100 km> pakistanischen Bodens und kaschmirischen Gebiets jenseits der ur sprünglichen WatfenstlUctancUMnle.
einem Schreiben an den UNO-Sicherheits rat beschuldigte der pakistanische Chef delegierte Indien, eine groß« Offensiv« vorzubereiten,
Dieser Verzicht dürfte durch die kon krete und menschliche Tatsache, daß Deutschland zuviel Anlaß zur Klage ge geben hat, als daß man ihm sehr wirk same Waffen anvertrauen könnte, bestens gerechtfertigt sein. Da Deutsch land geteilt wurde, weil es im zweiten Weltkrieg besiegt worden ist, können die Deutschen nicht mit absoluten Waffen ausgerüstet werden. Das bedeutet nicht, daß die Deutschen für die Verbrechen Hitlers bestraft werden sollen. Es bedeu tet aber, daß einer der großen Konse quenzen dieser Verbrechen, der Teilung Deutschlands, allein mit friedlichen Me thoden Abhilfe geschaffen werden muß indem man die Nachbarn Deutsch lands und die Opfer Hitlerdeutschlands überzeugt und niemals dadurch, daß man sie bedroht.
Die Versuchung, ein solches besonderes (west-Weutsch-amerikanischea Verhältnis herauszuarbeiten, wird In Amerika, be sonders im Pentagon, in einigen Kreisen des State Department und im Kongreß, ganz beträchtlich sein. Die Bundesrepu blik ist das reichste Land In Westeuropa« und die Amerikaner wurden zu der Auf fassung ermutigt, daß ihr Reichtum das Resultat einer fast vollkommen orthodo-' xen Wirtschaftspolitik ist Die (West-)
Deutschen sind stets gute Soldaten gewe sen, und sie haben im Unterschied zu den Franzosen und Briten eine durch und durch antikommunistische
Gesinnung.
Außerdem waren die (West-)Deutschen uns gegenüber bis Jetzt noch nicht unver schämt wie unsere anderen Freunde, und die (West-)Deutschen sind in einem Maße respektvoll, wie. es bei den Franzosen und Briten nicht festzustellen ist.
Die zweite Entscheidung ist die bes sere, denn Deutschland kann nur durch eine Politik der Wiederversöhnung wiederverelnigt werden. Es ist so, wie die scharfsinnige Kommentatorin Grafin Dönhoff in der (west-)deutschen Zeitung »Die Zeit" erklärt: »Die Deutschen kön nen nicht hoffen, der Wiedervereinigung ohne eine Minderung der Spannung je mals näherzukommen." Eine deutsche Wiedervereinigung durch Drohung, Druck und Gewalt ist eine Unmöglich keit. Westdeutschland ist nicht mehr wie in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts eine Weltmacht, und allein ist West deutschland der Sowjetunion nicht ge wachsen. Nur ein Wahnsinniger kann sich vorstellen, daß die Vereinigten Staa ten einen dritten Weltkrieg führen, um Ostdeutschland zurückzuerobern und die deutschen Grenzen von 1938 wiederher zustellen.
(Zwischentitel ND)
Als wollte er diese Vermutung noch nähren, ließ fr noch am Vormittag durch die Hotelpqgon allen IOC-Mitgliedern dicke braune Briefe zustellen, die dai dreisprachige.Rechtsgutachten"
•Ines
Heidelberger Völkerrechtlers enthielten.
In dem 30-Seiten-Schriftwerk wird ver sucht, eine juristische Grundlage für die Weiterexistenz der sogenannten gemein samen
Olympiamannschaft zu kon struieren, doch fehlt dem Werk trotz sei ner vielen Zitat» bekannter Völkerrecht ler schon deshalb jegliches Juristisches Fundament, weil es von der These aus geht, dos- IOC wäre mit einer Gruppe internationaler Organisationen *u ver gleichen, die in einem besonderen Arti kel der UN-Charta aufgeführt werden.
Der.Gutachter muß zwar zugeben, daß das IOC in der UNO nie erwähnt wird, beruft sich Jedoch auf die Möglich keit, daß das eines Tages durchaus ge schehen könnte.
Offensichtlich ist, daß viele IOC-Mit glieder von dem massiven politischen Druck aus Bonn überrascht wurden. Es hat sich inzwischen auch in Madrid herum gesprochen, daß das IOC-Mitglied
Daume auf einem Bonner Fernsehschirm zusammen mit zwei Ministern den völli gen Gleichschritt zwischen NOK und Bun desregierung demonstriert hat. Hinzu kommen dia Vorstöße der Bonner Bot schafter in aller Welt, die selbst von westdeutschen NOK-Funktionären schon gar nicht mehr dementiert werden.
Als das finnische IOC-Mitglied Baron von
Frendceil mit dem Kasseler Arzt und NOK-Mitglied Dr. Mox Danz nur die Möglichkeit eines Kompromisses erwägen wollte, erwiderte der Ihm heftig, daß ein Kompromiß nicht denkbar sei. Mithin:
Bonn spielt hier zwar mit vielen Karten, doch unterscheiden sich die Karten nur der Farbe, nicht aber |m Wert oder besser Unwert.
Lippmann: Achse
Bonn
Washington wäre Katastrophe
FDGB eine repräsentative Delegation zum VI. Weltgewerkschaitskongreß ent senden. Diese Delegation, die 26 Mitglie der umfaßt, wird vom Vorsitzenden des Bundesvorstandes des FDGB, Kollegen Herbert Warnke, geleitet.
Moskau (ADN).
Der international«
Lenin-Friedenspreis 1964 für die Festi gung des Friedens zwischen den Volkers ist am Mittwoch dem britischen Journa» isten Gordon Schaffer im Moskauer Creml überreicht worden. Der Beschlufl iber die Verleihung des Preises an das Mitglied de« Exekutivkomitees des Welt friedensrates und Vorsitzenden des bri tischen Friedenskomitees war vom Ko mitee für die Leninpreise Im April die ses Jahres gefaßt worden.
Baku.. •" Der TBcnlämmVülkän Ötmen- Bodsag In de? Nähe- det äserbaidshanl sehen Hauptstadt Baku ist vor kurzem ausgebrochen.
Wie wird das Wetter?
WetterUn: Zwischen einem Hoch Ober dem Karpatenraum und einem weltlichen Tlefsystem liegt Deutichland in einer süd östlichen Luftströmung, wobei der HochdruckeinfluO noch vorherrscht Auslichten für Donnerstag! Nach zum Teil nur sehr zögernder Auflösung von Bo den- oder Hochnebel heiter, allgemein nie derschlagsfrei. Tageshöchsttemperaturen in heiteren Gebieten 17 bis 20 Grad Celsius.
sonst 13 bis 14 Grad Celsius. Schwacher bis mäßiger Wind aus SUdost bis Süd. Tiefste Nachttemperaturen 9 bis 0 Grad Celsius.
Zentrale Wetterdienststelle
MlUtl DEUTSCHLAND
Redaktion; IM Berlin. UautmraA« »19. TA np!«i. verlas: 10M Berlin, ScbOnhiuMf Allee 1TS, Tel. itetu - Abonnementspreis monaUldh I.M Hark - Bankkonto! Berlin« Stadtkootor, logt Berlin, BcnOnhaiu» Alle« IMi Konto-Nr. t/ittt. Poitscnecfckonto: poatseneck- «im Berlin. Kooro-Nr «55 0» - Alleinige Ancaicenannaltrn* OCWAO WERBONO BERLIN, ¦IM Berlin. Rosentnaler BtraBe *»-«. und allt DEWAO-Betrtebc und Zw«m«eUen in den Bexlrk«n der DDR - cur Zelt gilt dlt MlsennrtUllü«« Nr. II vom Oktober INI 30076
English translation
=== [Page 1] ===
--- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) ---
Sukarno leitete Sitzung
TASS über die jüngsten Ereignisse in Indonesien
Djakarta (ADN/ND). Im Präsidentenpalast in Bogor wurde am Mittwoch eine Sitzung der indonesischen Regierung unter Vorsitz Präsident Sukarnos eröffnet, meldet TASS. An ihr nahmen die meisten Kabinettsmitglieder, darunter auch die kommunistischen Minister Njoto und Lukman, teil. Sukarno verurteilte den Staatsstreich und forderte das Volk auf, Ruhe zu bewahren und keine Unruhen zuzulassen, die zum Zerfall der Nation, zur Spaltung der Streitkräfte führen und ein politisches Chaos im Lande zur Folge haben können. „Es ist bei weitem wichtiger, die Revolution zu retten, als Rache zu üben", sagte Sukarno und bat die Minister, ihre Verpflichtungen wie bisher zu erfüllen. Außenminister Subandrio erklärte nach der Sitzung, alle Mitglieder des Kabinetts hätten die Meinung Sukarnos geteilt und versprochen, das Möglichste zur Wahrung der Interessen des Landes zu tun.
Der Indonesische Rundfunk gab eine Anordnung des Informationsministers Achmadi über das offizielle Verbot der Zeitungen bekannt, „die über die Dekrete der ‚Bewegung des 30. September' berichtet, diese Bewegung unterstützt oder versucht haben, sie zu unterstützen". Die Zeitung „Angkatan Bersendjata" veröffentlichte die Forderung der muselmanischen Partei „Nahdatul Ulama" und einiger anderer Organisationen, der Präsident möge die KPI, die „Volksjugend", die Frauenorganisation „Gerwani", den Gewerkschaftsbund und andere Massenorganisationen verbieten, „die mit denen zusammengearbeitet haben, die sich ‚Bewegung des 30. September' nannten". Laut TASS dauern in Djakarta und anderen Städten die Massenverhaftungen von Kommunisten an.
--- English translation ---
Sukarno chaired meeting
TASS on the latest events in Indonesia
Jakarta (ADN/ND). A meeting of the Indonesian government under the chairmanship of President Sukarno was opened on Wednesday in the presidential palace in Bogor, TASS reports. Most cabinet members took part, including the communist ministers Njoto and Lukman. Sukarno condemned the coup and called on the people to keep calm and not to allow unrest that could lead to the disintegration of the nation, to a split in the armed forces and result in political chaos in the country. 'It is far more important to save the revolution than to take revenge,' Sukarno said, and asked the ministers to fulfil their duties as before. Foreign Minister Subandrio stated after the meeting that all members of the cabinet had shared Sukarno's view and had promised to do their utmost to safeguard the country's interests.
Indonesian radio announced an order of Information Minister Achmadi on the official ban of the newspapers 'that reported on the decrees of the "Movement of 30 September", supported this movement or tried to support it'. The newspaper 'Angkatan Bersendjata' published the demand of the Muslim party 'Nahdatul Ulama' and some other organisations that the President ban the KPI [PKI], the 'People's Youth', the women's organisation 'Gerwani', the trade-union federation and other mass organisations 'which cooperated with those who called themselves "Movement of 30 September"'. According to TASS, mass arrests of communists continue in Jakarta and other cities.