Neues Deutschland, 12 Oktober 1965, S. 7: Malaysias Premier feiert Putschversuch
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Text
Nationale und internationale Politik
Unternehmerangriffe energisch zurückgewiesen
' Er bezog sich dabei auf einen Artikel des -Industrie-Kuriers" wonach Demo kratie in den Betrieben genau so unsinnig sei wie Demokratie in Zuchthäusern, Kasernen und Schulen. Dieser Artikel sei die Bestätigung für die Rechtmäßigkeit der gewerkschaftlichen Forderungen, betonte Roaenberg. Es sei Aufgabe der Gewerk schaften, nicht nur auf dem Lohn- und sozialen Sektor tätig zu werden, sondern auch politisch "zu handeln.
Der Kongreß der westdeutschen Eisen bahnergewerkschaft war am Vormittag von deren J. Vorsitzenden Philipp Seibert eröffnet worden. Seibert wandte sich ent schieden gegen Notstandsgesetze und gegen die Bonner Politik der atomaren Aufrüstung und sprach sich für die Er haltung des Friedens aus.
Der Kampf gegen die Notstandsgesetze sei unumgänglich, sagte der Gewerk schaftsvorsitzende. „Es ist zu erwarten,
daß in den kommenden Jahren die Wahr nehmung der Interessen der Arbeitneh mer zunehmend erschwert wird. Insbe sondere werden diejenigen Kreise, die bis lang und stets für eine Einschränkung der Gewerkschaftsrechte eingetreten sind, verstärkt in den Vordergrund treten.''
Tacke forderte praktische Mitbestimmung
Stuttgart (ADN/ND). Eine echte Mit bestimmung und eine soziale Anerken nung der arbeitenden Menschen könne nur durch gewerkschaftliches Selbst bewußtsein und die Kraft der gewerk schaftlichen Bewegung erreicht werden.
Das erklärte der stellvertretende DGB- Vorsitzende Bernhard Tacke am Montag In seiner Begrüßungsrede vor dem 9. Or dentlichen Gewerkschaftstag der Gewerk schaft Textil/Bekleidung in Stuttgart
Es gehe heute, so erklärte Tacke, um die wirkliche praktische und nicht nur um die platonische Anerkennung der Ge werkschaften und ihrer Mitglieder. Der Gewerkschaft müsse ein anerkannter und gesicherter Platz in der Gesellschaft ein geräumt werden.
Vor den 212 Delegierten des Textilkongresses machte Tacke auf das verstärkte Wirken reaktionärer Kräfte in Wirtschaft und Gesellschaft der Bundesrepublik auf merksam. Die Sorgen des DGB um die Verwirklichung des 1949 so feierlich pro klamierten sozialen Rechtsstaates seien um nichts geringer geworden. Die Zahl einflußreicher Interessenvertreter Bundestag habe sich nach dem 19. Sep tember nicht verringert.
CDU/CSU will
Atompolitik fortsetzen
Bonner Beratungen „in gespannter Atmosphäre
Bonn (ADN). Der Fraktionsvorstand der CDU/CSU, der in Bonn am Montag laut DPA in -gespannter Atmosphäre" zu sammengetreten war, hat das politische Programm des Bonner Kanzlers Erhard gebilligt. Dieses Programm sieht auch weiterhin die " Erlangung der Mitverfügungsgewalt über atomare Waffen vor.
Dies teilte der Bonner Staatssekretär von Hase am Montagnachmittae. vor dei Presse -in,Bonn mit..Um, in, den, Besitz, dieser Verfügungsgewalt zu gelangen, strebt Bonn eine Verschmelzung des MLF-Projektes mit dem britischen Plan einer atlantischen nuklearen Streitmacht an. Auch die «neue Bundesregierung lege Wert darauf, „an einer atomaren Ge meinschaftslösung beteiligt" zu sein, er klärte von Hase.
In der Fraktionssitzung ist es, wie DPA berichtet, zu einer „heftigen Aussprache"
gekommen. Der Nachmittagssitzung blieb der CDU-Vorsitzende Adenauer „demonstrativ fern", meldet die amerikanlsche Nachrichtenagentur UPI.
Der
Streit geht allein um die Methode der Bonner Politik. Über ihr revanchistisches Ziel herrscht Einigkeit.
Westberliner besorgt um Passierscheine
Wenn Bonn dagegen ist, sollte sich der Senat nicht darum scheren
Westberlin (ADN-Korr.). Passierscheine für den Besuch der Hauptstadt der DDR zu Weihnachten und Neujahr nehmen nach wie vor in den Gesprächen der Westberliner großen Raum ein. Dabei wächst die Besorgnis über die Verzöge rung der Unterschrift durch den Senat ßtändlg.
Der Schöneberger Erwin Scholz sagte zum gleichen Thema gegenüber einem ADN-Korrespondenten: „Mein einziger
Sohn wohnt drüben. Ich habe jede Be suchsmöglichkeit genutzt. Dabei habe ich immer wieder erlebt, wie sehr die Pas sierscheinabkommen den menschlichen
Kontakten dienten. Ich kann nicht ver stehen, daß der Senat nicht endlich den Vorschlag der anderen Seite bestätigt.
Dann könnten doch wieder Hundert tausende Berliner aus allen Himmelsrich tungen das Weihnachtsfest Im Kreis Ihrer Familie feiern. Wenn Bonn dagegen ist sollte sich der Senat nicht darum scheren.
Schließlich haben wir in Westberlin eine SPD- und keine CDU-Regierung.''
Die Zehlendorfer Verkäuferin Brigitte Stern sagte: -Die CDU versucht wiederum alles, um ein neues Passierscheinabkom men' zu hintertreiben. Willy Brandt hat erst kürzlich erklärt, daß der Westberliner Senat keine nachgeordnete Dienststelle der westdeutschen Regierung ist. Jetzt ist die Gelegenheit da, das ganz eindeutig zu unterstreichen. Senatsrat Korber müßte nur angewiesen werden, seinen Namen unter das Abkommen zu setzen. Dann könnten wir beruhigter dem Weihnachts fest entgegensehen. Man darf wohl. die Geduld des Verhandlungspartners nicht zu lange auf die Probe stellen. Das Hinaus zögern des Abschlusses hat mit der Schlie ßung des Passierscheiribüros für Härte fälle die ersten bitteren Früchte gezeitigt."
Notstandsübung der
Grenzschutzverbände
.Frankfurt (Main) (ADN). Eine große viertägige Notstandsübung haben westdeutsche Grenzschutzverbände in der Nacht zum Montag in Hessen und Nord bayern begonnen. Etwa 7000 Grenzschutz soldaten mit 1400 Kraftfahrzeugen und 19 Hubschraubern üben laut DPA „poli zeiliche Einsatzarten In dichtbesiedelten Industriegebieten".
Hauptzentren der
Notstandsübung sind die Regierungs bezirke Wiesbaden und Darmstadt
Der westdeutsche Grenzschutz ist seit Mitte Juli dieses Jahres neben Einsätzen in „Notstandsfällen" direkt als militä rische Streitmacht in die Kriegsplane des Bonner Generalstabes einbezogen.
Zur Rolle als Notstandstruppe hatte die Grenzschutzillustrierte „Die Parole"
im August festgestellt: „Die uniformier ten Angehörigen des Bundesgrenzschutzes werden berechtigt und verpflichtet, zur' Erfüllung von Sicherungsaufgaben Im Inneren der Bundesrepublik Deutschland mit der Waffe zu kämpfen.
Weinstein: Verfügung über A-Waffen
Diese Forderung nach einer selbstän digen Verfügungsgewalt Bonns über Atomwaffen erhob der ehemalige Nazieeneralstäbler und Bundeswehroberstleutnant der Reserve Adelbert Wein- Stein am Montag im Leitartikel der „Frankfurter Allgemeinen", „Wir sind bündnisfähis. Unsere wirtschaftliche und industrielle Kraft ist beachtlich", schreibt Weinstein. Darum empfände es Bonn als unerträglich, wenn die westdeutschen Divisionen „unter fremdem Verschluß"
gehalten würden. „Unsere Divisionen und Luftgeschwader sind auch als Kader für taktische Atomwaffen entwickelt worden", hebt Weinstein hervor.
Zeichnuno: Weoener
Christen sehen die
Gefahr
Von Klaus Haupt, Prag
Im Prager Repräsentationshaus fand am Wochenende die diesjährige Ge samtstaatliche Konferenz der Tschecho slowakischen Volkspartei statt, an der als Gast auch eine Delegation der
Christlich-Demokratischen Union Deutschlands unter der Leitung des Parteivorsitzenden August Bach und des Generalsekretärs Gerald Götting teilnahm. Der langjährige und erneut wiedergewählte Parteivorsitzende, Pa ter Dr. Josef Ploihar, Minister für Ge sundheitswesen der CSSR. setzte sich Im außenpolitischen Teil seines Haupt referats ausführlich mit der Lage im Bonner Staat nach den Bundestags wahlen auseinander.
Pater Ploihar fand mit dieser Ein schätzung die uneingeschränkte Zu stimmung der 1000 Delegierten sowie der Gäste. Zum Abschluß der Konfe renz nahmen si« einen Beschluß an, in dem die revanchistische und militari stische Bonner Politik, die sich durch die jüngste Wahl nicht im mindesten geöndert hat, entschieden verurteilt wird. Die Mitglieder der Partei werden aufgefordert, aktiv alle internationalen Bemühungen zur Erhaltung des Frie dens und für eine Achtung der Ver nichtungswaffen zu unterstützen.
KP Chiles berät neue Aufgaben
Im Festsaal des chilenischen Parla ments wurde am Sonntag der XIII. Par teitag der KP Chiles eröffnet. Mehrere hundert Delegierte aus allen Teilen des Landes begrüßten stehend die Vertreter der Bruderparteien, darunter die der SED. Den Rechenschaftsbericht gab der Erste Sekretär der Partei. Genosse Corvalan. Er stützte sich auf vorbereitende Diskussionen aller. Grundorganisationen im vergangenen Vierteljahr.
dem Regierungsantritt des Christdemo kraten Frei vor einer neuen Situation, die der Partei vorschreibt, neue taktische Lösungen zu suchen, um die Massenbasis des antiimperialistischen Kampfes für Unabhängigkeit und Fortschritt zu ver breitern. Diese Aufgabe steht im Mittel punkt der Beratungen des Parteitages.
Montevideo (ADN/ND). Die Polizei Uruguays setzte am Wochenende die Ver haftung von Gewerkschaftsfunktionaren fort. Bisher wurden nach offiziellen An gaben 76 inhaftiert. -Wiederholt kam es zu Demonstrationen gegen diese Repres salien, * mit denen die Regierung den angekündigten Generalstreik unterdrükken will.
Santo Domingo (ADN). Die KP der Dominikanischen Republik hat alle demo kratischen Organisationen aufgerufen, ge meinsam für den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Lande zu kämpfen.
Rhodesien- Verhandlungen endgültig gescheitert
Smith droht weiter / ZAPU kündigt Volksregierung an
London (ADN/ND). Der britische Pre mierminister Harold Wilson und der rhodeslsche Regierungschef Ian Smith sind am Montagvormittag in London auf Initiative Wilsons überraschend zu einem weiteren Gespräch zusammengekommen.
Wie anschließend bekannt wurde, be stätigte, die Aussprache jedoch lediglich, daß die Standpunkte beider Regierungen über die beabsichtigte einseitige Erklä rung der Unabhängigkeit ' Rhodesiens durch die' weiße rassistische Minderheits regierung Smith unvereinbar sind. Smith begab sich noch am gleichen Tag auf die Heimreise. Bereits für den heutigen Dienstag ist eine Kabinettssitzung anbe raumt worden, auf der der Termin für die einseitige Proklamierung. der Unabhän gigkeit festgelegt werden solL
Am Sonntag hatte Smith bed den Füh rern der britischen Konservativen um Beistand nachgesucht und vor allem mit dem extrem rechten Politiker Lord Salisbury, der umfangreiche Besitztümer in Rhodesien hat, konferiert.
Der «Daily Worker" forderte die Regie rung Wilson am Montag auf, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die einseitige Unabhängigkeitserklärung Rhodesiens zu verhindern. Kernpunkt des rhodesischen Problems sei die Frage, „ob die Herr schaft der weißen * Minderheit aufrecht erhalten und die Herrschaft der Mehrheit weiterhin verhindert wird".
Die Zimbabwe Afrikanische Volksunlon (ZAPU) hat in einer am Sonntag in Lusaka veröffentlichten Erklärung mitge teilt, sie werde eine Volksreglerung mit Sitz In Rhodesien bilden, falls die weißen Machthaber unter Smith einseitig die Unabhängigkeit erklären. „Die ZAPU wird sich um die Hilfe und Anerkennung aller internationalen Organisationen be werben und alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um das auf ständische und illegale Regime Smith zu zerstören", heißt es in der Erklärung.
Malaysias Premier feiert Putschversuch
Aufruf zur „Ausschaltung" der Kommunisten Indonesiens
Sieg -sei die ganze freie Welt (gemeint sind die imperialistischen Staaten ND") verpflichtet, Indonesien zu helfen".
Wie die in D Jakarta erscheinende mohammedanische Tageszeitung „Nimbar Revolusl" am Sonntag laut AFP berich tet, wurden die Wohnungen des Vorsit- ' zenden der KP Indonesiens, D. N. Aidit und des stellvertretenden Vorsitzenden Njoto von aufgeputschten Moslems ver wüstet -Auch der Sitz der Frauenorganisation „Gerwani" sei demoliert worden.
Das Land der Deiche und beide deutsche Staaten
Bejjinnt
Holland umzudenken?
Von Jan van derMaai, Amsterdam
Es ist ein merkwürdiger Widerspruch:
Kaum ein westeuropäisches Land ist in Wirtschaft und Handel so eng mit West deutschland verflochten wie Holland und ist gleichzeitig so von Mißtrauen gegen die Bonner Politik erfüllt. In kaum einem westeuropäischen Land ist die DDR offi ziell so verfemt wie in Holland und ist man — in nichtoffiziellen und auch in offiziellen Kreisen, unter dem Siegel der Verschwiegenheit — gleichzeitig so er freut über die Existenz der DDR als Friedensfaktor und heimlicher Bundes genosse.
Dieser Widerspruch hat historische Gründe. Seit über hundert Jahren ist Holland mit Deutschland ökonomisch verbunden. Rotterdam wurde, praktisch
zum niederländischen Hafen des deut schen Ruhrgebietes. Diese Stadt ist aber andererseits auch Zeuge der Gefährlich-. keit des aggressiven deutschen Imperia lismus. Am 14. Mai 1940 legten Trettners Bomber die Stadt in Schutt und Asche.
Das Potsdamer Abkommen bot die Möglichkeit, aus Deutschland ein fried liches Land zu machen, mit dem es vor teilhaft wäre, wirtschaftlich verbunden zu sein. Die Westmächte zerrissen jedoch das Abkommen und päppelten in West deutschland den Imperialismus und Mili tarismus wieder hoch. Die niederländi sche Monopolbourgeoisie beeilte sich ein zusteigen. Die Verflechtung Hollands mit dem deutschen Imperialismus wurde stärker, als seine Theoretiker es je zu hoffen gewagt hatten.
Das Kleinbürgertum, Teile der In telligenz und sogar der Arbeiterklasse wurden durch zügellose antikommunisti sche Demagogie auf diesen Kurs mitgezerrt. Doch sogar In der Großbourgeoisie wächst jetzt die Angst vor dem gefähr lichen Dämon, den sie selber gezüchtet hat.
Die Lösung des Widerspruchs liegt in einer wahren Befriedung West deutschlands, das heißt u. a. atom waffenfreie Zone in Mitteleuropa, ein Nichtangrif fsabkommen zwischen den Ländern der NATO und des Warschauer Vertrages. Kurz: das, was die Außen politik der DDR fordert. Das ist es, was die niederländische Öffentlichkeit tat sächlich wünscht, wenn sie sich z. B. in zahllosen Zeitungskommentaren den Bon
ner Kernwaffenforderungen und der so genannten Wiedervereinigungskonzeption widersetzt Hierher gehört auch die
Initiative niederländischer Wirtschafts kreise, die den Ost-West-Handel weiter zu entwickeln trachten.
Damit hängt das zunehmende Umden ken über die Rolle der DDR zusammen.
Man weiß zu würdigen, daß Bonn durch ihre Existenz für seine Kriegspolitik nicht über das ganze Potential und Territorium des ehemaligen Deutschen Reiches verfügen kann.
Andererseits sehen immer mehr Holländer ein, daß die DDR für ihr Land das Tor zum sozia listischen Markt sein kann. Dort ist die Leipziger Messe, der größte Treffpunkt zwischen Ost und West. Die DDR hat eine hochentwickelte Industrie. Sie hat aber auch die Sprache und die kulturelle Verwandtschaft, die sie zu einem geeig neten Handelspartner im sozialistischen Lager macht.
Zwischen beiden Ländern gibt es keine objektiv entgegengesetzten natio nalen Interessen. Als hochentwickelte Industrieländer können sie sich in der internationalen Arbeitsteilung ergänzen.
Darum ist eine rasche Entwicklung des gegenseitigen Verständnisses und der Be ziehungen für beide von Nutzen.
Kommunique UdSSR-Mali
Kundgebung in Phoengjang
Die Partei der Arbeit Koreas werde auch weiterhin den Kampf für die Ein heit des sozialistischen Lagers und für die Solidarität der internationalen kom munistischen Bewegung auf der Grund lage der Prinzipien des Marxismus-Lenin ismus und des proletarischen Internatio nalismus entsprechend den Moskauer Er klärungen von 1957 und 1960. führen, erklärte Kim Ir Sen.
„De Nieuwe: Man kann viel von der DDR lernen
Sandberg stellt in Warschau aus
Warschau (ND-Korf.). Im Haus der Kunstausstellungen -Zacheta" wurde am Sonnabend — in Anwesenheit des Künst lers — eine repräsentative Ausstellung der Grafik und Satire Herbert Sandbergs eröffnet Unter den Gästen befanden sich der Botschafter der DDR in der VR Polen, Karl Mewis. der Abteilungsleiter im ZK der PVAP. Leon Staslak, der stellvertre tende Kulturminister Kazimlerz Rusinek, Mitglieder des Diplomatischen Korps und zahlreiche polnische Künstler,
FNL vernichtete vierzig USA-Söldner
Saigon/New York (ADN). Etwa 50 Kilo-:
meter nördlich von Saigon sind am Sonn tag rund 40 amerikanische Fallschirm jäger in einen Hinterhalt geraten und völlig aufgerieben worden. Die Kämpfe bei Son La dauerten am Montag den vierten Tag an. Die USA warfen eina weitere Luftlandebrigade in den Kampf, ohne bisher den erhofften Erfolg zu er zielen. Es waren 20 000 Amerikaner und Saigoner Söldner im Einsatz. Am Sonn tag wurde in diesem Gebiet ein ameri kanischer Hubschrauber abgeschossen.
Erste Ergebnisse der türkischen Wahlen
Ankara (ADN). Nach den am Mon tagvormittag bekannt gewordenen Zwi schenergebnissen der türkischen Parla mentswahlen ist mit einem Sieg der Gerechtigkeitspartel. die" als Nachfolge rin der Demokratischen Partei des 1960 gestürzten Ministerpräsidenten Menderes gilt, zu rechnen. Nach Angaben des türkischen Rundfunks wird sie rund 230 Sitze der Nationalversammlung er halten, was einem Stimmenanteil von etwa 57 Prozent entspricht. Sie wird da mit allein die Regierung bilden können.
KURZ BER CHTET
Oslo. König Olav V. von Norwegen hat am Montag den Vorsitzenden der Zen trumspartei, Per Borten, mit der Regie rungsbildung beauftragt.
12. Oktober 1965 7 ND / Seite 7
DDR-Stanapuiikt bekräftigt
Moskau/Bamako (ADN-Korr.). Im An schluß an den einwöchigen UdSSR-Besuch einer von Modibo Keita geleiteten mali nesischen Parteidelegation ist am Montag in Bamako und Moskau ein gemeinsames sowjetisch - malinesisches Kommunique veröffentlicht worden. Daraus geht her vor, daß Leonid Breshnew, Alexej Kossygin und Anastas Mikojan eine Einladung Modibo Keitas zu einem offiziellen Be such der Republik Mall angenommen haben. In dem Dokument wird der ge meinsame Kampf beider Länder gegen Imperialismus, Kolonialismus und Neo kolonialismus unterstrichen, die. USA- Aggression in Vietnam verurteilt und zur deutschen Frage erklärt: „Beide Seiten sind der Ansicht, daß die friedliche Rege lung des Deutschlandproblems unter Be rücksichtigung der Tatsache der Existenz zweier deutscher Staaten erfolgen mufl und kann."
Phoengjanar (ADN). Der Vorsitzende des ZK der Partei der Arbeit' Koreas und Vorsitzende des
Ministerrates der
KVDR, Kim Ir Sen, hat auf einer Fest veranstaltung am Sonntag in Phoengjang den Weg der Partei seit ihrer Gründung vor 20 Jahren gewürdigt. Der Redner hob hervor, daß alles getan werden müßte, um der USA-Aggression in Vietnam ein Ende zu bereiten.
Brüssel (ADN-Korr.). Die belgisch« katholische Wochenzeitung „De Nieuwe"
veröffentlicht in ihrer jüngsten Ausgabe einen ganzseitigen Reisebericht über die DDR. Der Autor, der einige Wochen lang in der DDR wellte, schildert die Erfolge des deutschen Friedensstaates und hebt hervor: „Man kann dort viel lernen. Man kann insbesondere die Entwicklung einer sozialistischen Nation studieren." Er sei von der Begeisterung beeindruckt, mit der die Arbeiter, Angestellten und Techniker über ihre Arbeit und Perspektive spra chen. „Die DDR ist, ob man es wünscht oder nicht, eine Realität Sie wurde zu einem hochentwickelten Industrieland.
Vieles, was die Industrie dort schafft, steht mindestens auf westlichem Niveau und manches höher.
Moskau.
Leonid Breshnew,
Michail
Suslow und Boris Ponomarjow führten Ende der Woche eine Unterredung mit dem Vorsitzenden der KP Österreichs, Franz Muhri.
New York. Der
Präsident der 20. UNO-
Vollversammlung, Italiens Außenminister Fanfanl, wurde am Sonntag:- mit einem Sehnenriß am rechten Bein, den er sich bei einem Sturz zugezogen hatta, in ein New- Yorker Krankenhaus eingeliefert
New York. Der New- Yorker Zeitungs streik ging jetzt nach 3 Wochen zu Ende, nachdem sich die Gewerkschaft der Zel tungsangestellten mit den Herausgebern der „New York Times" über einen neuen Tarifvertrag geeinigt hatte;
Kuala Lumpur/Djakarta (ND). Als eine „Erhörung unserer. Gebete"
und eine
„goldene Gelegenheit zur Ausschaltung der Kommunisten" hat der reaktionäre Minlsterpräsident der neokolonialistisehen Föderation Malaysia, Tungku Abdul Rahman. laut AP den Putschversuch vom 30. September in Indonesien bezeichnet Die Agentur schreibt, ftahman habe auf einem Bankett erklärt, „die indonesische Armee handle klug, wenn sie gegen die Kommunisten vorgehe. Er sei sicher, daß die Armee siegen werde." Nach diesem
Die Beratung, die eine Woche dauern wird, findet in einer Situation statt, die gekennzeichnet ist durch eine neue Mobi lisierung der antiimperialistischen Mas senkämpfe des Kontinents. Jüngster Aus druck dafür sind die brasilianischen Wahlen, die Streikbewegung in Uruguay und die Entwicklung der Abwehrkämpfe gegen die imperialistische Unterdrückung in anderen lateinamerikanischen Ländern.
Auch die KP Chiles sieht sich nach
Von Max Kahane, z. Z. Santiago de Chile
Nachdrücklich prangerte er die
Politik der Erhard-Regierung an, die einerseits von einer Verbesserung der Beziehungen zu den sozialistischen Ländern rede und sich als.nützlicher Partner anbiete, aber andererseits eine unverschämte Revanchehetze be treibe, gegenüber mehreren Ländern territoriale Forderungen erhebe und dazu Atomwaffen haben wolle, wört lich erklärte Pater Ploihar dazu u. a.:
.Die Bonner Politiker behaupten, daß sie nur aus reinen Verteidigungsgrün den Atomwaffen haben wollen, aber auf der anderen Seite planen hhre Ge nerale Atomzonen an der Grenze zur DDR. Wat ist also die Wahrheit? Ver teidigung oder Aggression? Zweifel los das letztere. Davon zeugen auch die Erklärungen auf Revanchistentref fen, die gegen die Grenze an' der Oder und Neiße gerichtet s+nd und In denen di« Rückkehr der.Sudetendeutsdi«rt'-in-ihre ehemalige Heimat ge fordert wird.
Der Standpunkt der Tschechoslowa kischen Volkspartei ist In zweierlei Hin sicht bemerkenswert. Zum ersten wird hier au* christlicher Verantwortung heraus über die Bonner Politik genau das gleiche Urteil gefällt, das von ver schiedenen namhaften Repräsentanten der CSSR in jüngster Zeit ebenfalls ausgesprochen worden ist. Und zum zweiten findet man erneut bestä tigt, wie sehr die Feststellung Im Korn:
munique über den Aufenthalt der Part«!- und Regierungsdelegation der DDR In der UdSSR den Gefühlen und Meinungen anderer europäischer Völ ker entspricht, »daß der Frieden und die Sicherheit In Europa durch die ge fährliche militaristische und revanchi stische Politik des westdeutschen mperialismus immer -stärker bedroht werden" und daß die Völker.die Ein- Stellung des atomaren Wettrüstens,
Maßnahmen zur Verwirklichung der allgemeinen und vollständigen Ab rüstung und die Beseitigung der Ge fahr eines thermonuklearen Weltkrie ges fordern
Rosenberg erklärt
Gewerkschaft muß politisch handeln
Karlsruhe (ADN/ND). Der DGB-Vor-
Sitzende - Ludwig
Rosenberg hat am
Montag in Karlsruhe vor dem 7. Ordent lichen Gewerkschaftstag der westdeutechen Eisenbahner in scharfer Form die Unternehmefangriffe auf die gewerk schaftlichen Forderungen nach Auswei tung der Mitbestimmung in den Betrieben zurückgewiesen.
Der Vorsitzende des Hauptpersonalrates bei der Hauptverwaltung der Bundes bahn, Werner Gunkel, verlangte von der Bonner Regierung eine Neufassung aller Gesetze, die das Thema Mitbestimmung zum Gegenstand haben. Das jetzige Per sonalvertretungsgesetz nannte er einen.'.reichlich -verwässerten Aufguß" des von den Gewerkschaften abgelehnten Be triebsverfassungsgesetzes.
Am Dienstag sollen in Bonn die Koalitionsverhandlungen mit der FDP begin nen. Es ist noch nicht geklärt, wie sich die CSU bei diesen Verhandlungen ver halten will, die bis jetzt darauf besteht, daß der FDP- Vorsitzende Mende nicht mehr Minister wird 'Die' CSU trat ahr späten Montagnachmittag in München zusammen, um ihre Forderungen festzu legen. Von der CSU wird neben der Ent fernung Mendes aus dem Kabinett auch die Ablösung des derzeitigen Außen ministers Schröder gefordert. Wie DPA berichtet, soll Erhard entschlossen sein, an Schröder als Außenminister festzu halten. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Barzel kennzeichnete vor Journalisten den Verlauf der Bonner Verhandlungen mit den Worten, der Zug „quietscht ein bißchen mehr, als ich vorausgesehen hatte".
Clara Amhoff aus dem Westberliner Bezirk Tiergarten drückt mit ihren Wor ten aus, was viele Westberliner denken:
„Die letzten Wochen, in denen über die Unterzeichnung des Passierscheinabkommens gesprochen wurde, haben an meinen Nerven gezerrt. Alles schien geregelt zu sein, der Senat und soviel ich weiß auch Willy Brandt gaben zu verstehen, daß unterzeichnet werden würde. Da hat sich Bonn wieder zu unserem Nachteil einge mischt."
Frankfurt (Main) (ADN/ND).
„Die
NATO hat für den atomaren Status der Bundesrepublik als der stärksten kon ventionellen europäischen Macht eine befriedigende Formel zu finden. Die In tegration, In die das Atom nicht einbe zogen werden soll, wird einer Koopera tion weichen müssen, die uns an der Atompolitik beteiligt"
Diese Kreise wollen von der wachsen den Kaufkraft der sozialistischen Länder profitieren und gleichzeitig ihre Wirt schaft weniger konjunkturempfindlich machen, als sie es Infolge der einseitigen Orientierung auf die EWG und beson ders auf Westdeutschland geworden ist.
Was sonst noch passierte
Am Elektrizitätswerk in Cherboura warnt ein großes Schild mit den Wor ten: „Das Berühren der Hochspannung ist tödlich! Zuwiderhandlungen wer den nicht unter einem Jahr Gefängnis bestraft/"
English translation
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--- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) ---
Malaysias Premier feiert Putschversuch
Aufruf zur „Ausschaltung“ der Kommunisten Indonesiens
Kuala Lumpur/Djakarta (ND). Als eine „Erhörung unserer Gebete“ und eine „goldene Gelegenheit zur Ausschaltung der Kommunisten“ hat der reaktionäre Ministerpräsident der neokolonialistischen Föderation Malaysia, Tungku Abdul Rahman, laut AP den Putschversuch vom 30. September in Indonesien bezeichnet. Die Agentur schreibt, Rahman habe auf einem Bankett erklärt, „die indonesische Armee handle klug, wenn sie gegen die Kommunisten vorgehe. Er sei sicher, daß die Armee siegen werde.“ Nach diesem Sieg sei die ganze freie Welt (gemeint sind die imperialistischen Staaten – ND) verpflichtet, Indonesien zu helfen.“
Wie die in Djakarta erscheinende mohammedanische Tageszeitung „Mimbar Revolusi“ [im OCR: „Nimbar Revolusl“] am Sonntag laut AFP berichtet, wurden die Wohnungen des Vorsitzenden der KP Indonesiens, D. N. Aidit, und des stellvertretenden Vorsitzenden Njoto von aufgeputschten Moslems verwüstet. Auch der Sitz der Frauenorganisation „Gerwani“ sei demoliert worden.
--- English translation ---
Malaysia's premier celebrates coup attempt
Call for 'elimination' of Indonesia's communists
Kuala Lumpur/Djakarta (ND). According to AP, the reactionary prime minister of the neocolonialist Federation of Malaysia, Tunku Abdul Rahman, described the coup attempt of 30 September in Indonesia as an 'answer to our prayers' and a 'golden opportunity to eliminate the communists'. The agency writes that Rahman said at a banquet that 'the Indonesian army acts wisely if it proceeds against the communists. He is sure that the army will win.' After this victory, 'the whole free world (meaning the imperialist states – ND) is obliged to help Indonesia.'
As the Muslim daily newspaper published in Djakarta, 'Mimbar Revolusi' [OCR: 'Nimbar Revolusl'], reported on Sunday according to AFP, the homes of the chairman of the Communist Party of Indonesia, D. N. Aidit, and of the deputy chairman Njoto were devastated by incited Muslims. The seat of the women's organisation 'Gerwani' was also said to have been demolished.