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Neues Deutschland, 7 March 1972, S. 6: Indonesiens Probleme der Familienplanung

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Text

AUSSENPOLITIK Neues Deutschland / 7. März 1972 / Seite Schlagzeilen für Ägyptens Handel Ein Ereignis machte in der letzten Zeit Schlagzeilen in Ägypten: die Unterzeich nung des Vierjahresabkommens über den sowjetisch-ägyptischen. Warenaustausch. Danach wird von 1972 bis 1975 der Han delsumsatz des Jahres 1971 in Höhe von 215 Millionen Pfund Sterling (Verrech nungswert) auf 250 Millionen Verrech nungspfund jährlich ansteigen. Also ein Abkommen über insgesamt fast eine Mil liarde Pfund Ein besonderer Vorzug des Handels mit der UdSSR wie mit den anderen soziali stischen Staaten liegt darin, daS er auf Regierungsabkommen beruht, die bilan ziert sind und den beiderseitigen Nutzen beachten. Damit werden für das Land am Nil nicht nur notwendige Importe an Ma schinen, Ausrüstungen, Industrierohstoffeh und -halbfabrikaten gesichert die Sowjet union garantiert zugleich einen stabilen Absatz für ägyptische Produkte. So nimmt die UdSSR zum Beispiel Erzeugnisse neuer werke - wie Tiefziehbleche, kaltgewalzte Bleche aus den mit sowjetischer hülfe er richteten Walzwerken in Heluan - ab, die derzeit am Nil noch nicht voll weiterverarbeitet werden können. Bei anderen gelesen: „Morning Star": Schwere Schläge für Heath Zu den jüngsten Niederlagen der Heath- Regierung stellt die britische Tageszeitung fest: »Die Bergarbeiter haben der Lohn stoppolitik der Tories. einen vernichtenden Schlag versetzt. Die wachsende Opposition gegen Heath' Ausverkauf an den Ge meinsamen Markt führte beinahe zu einer Niederlage für ihn Im Unterhaus. Das sind bedeutende Siege für die Arbeiter, die den Kampf gegen die Tories anführen. Sie haben den Defätisten eine Antwort ge geben, die behaupteten, der Beitritt zum Gemeinsamen Markt sei jetzt unvermeid lich und die Bergarbeiter hätten einen Kampf begonnen, den sie zwangsläufig verlieren werden Pünktlichkeit ist ihre Zier In 65 Ländern der Welt trägt man „Slawa"-Uhren Von unserem Moskauer Korrespondenten Dieter Brückner Große,.weite Säle. Lichtdurchflutet, pieksauber. Darinnen in Reih und Glied rechts und links der lautlosen Fließ bänder die „Slawa" -Frauen, einheitlich in weißen Kitteln. Den neugierigen Be sucher mustern sie nur mit einem Auge, dieweil das. andere hinter der Lupe versteckt bleibt, ohne die die flinken und geschickten Hände aus einer Viel zahl von Schräubchen und Rädchen kein Uhrwerk zustande brächten. Wir sind in der Endmontage der 2. Moskauer Uhrenfabrik, einem Werk teil inmitten des riesigen Neubaugebie tes Tscherjomuschki. Hier entstehen die weltbekannten Damenarmbanduhren der Marke _Slawa". Unweit vom Belo russischen Bahnhof, Im Stammwerk, werden die Herrenarmbanduhren und auch ein recht ansehnliches Sortiment der Wecker gleichen Firmenzeichens ge fertigt. In 65 Lander der Welt lie fert der Betrieb seine /Erzeugnisse. Und das nicht gerade in kleinen Stückzah len. Rund 6 Millionen Stück beträgt der jährliche Ausstoß, und die gute Hälfte davon seht außer Landes. Wer eine solche Visitenkarte vorzei gen kann, mit dem lohnt es gewiß, • nähere' Bekanntschaft zu "schließen": und zu ergründen. ' welche Wege zu einem so geachteten Platz auf den Weltmärk ten führten. Bildung fördert die Automatisierung Zum zweiten: Dank der hohen Quali fikation eines Großteils der Belegschaft solchen in vielen Versammlungen der Partei- und Gewerkschaftsgruppen ge fällten Entscheidung, so hört man nicht selten den Begriff Gewinn.. Das Werk gehörte zu jenen 40 Betrieben der So wjetunion, die im Jahre 1966 nach den Prinzipien der neuen Wirtschaftsreform zu produzieren begannen. Dabei spielt der Gewinn als eine der Hauptkennzif fern des Planes eine besondere Rolle, denn er widerspiegelt wesentliche Seiten der betrieblichen Tätigkeit. Je mehr Waren der Betrieb für die Ge sellschaft herstellt' je weniger Arbeit und materielle Werte er dafür aufwen det, je höher die Qualität der Erzeug nisse, desto höher auch der Gewinn. Und schließlich: je höher der Ge winn, desto größer der Nutzen für die Gesellschaft und jeden einzelnen. Das Wissen um diese ökonomischen Zusam menhänge und die Erkenntnis ihrer Wirksamkeit im eigenen Werk hat das Streben der „Slawa" -Uhrmacher im Wettbewerb kräftig stimuliert. Der Gewinn und seine Verwendung Als wir durch die Montagehalle gin gen, fielen uns an vielen Arbeitsplätzen weiße Wimpel mit dem Emblem der deutsch-sowjetischen Freundschaft auf, und sofort waren die Gedanken bei den Uhrmachern von Ruhla. Unser Begleiter, der stellvertretende Werkdirektor Boris Tworogow, bestätigt gern die sehr engen Kontakte zwischen beiden Betrieben, Kontakte, die seit Jahren bestehen. Aus tausch technologischer Dokumentatio nen, Erfahrungsaustausch über die Re konstruktion der Produktion und über die besten Methoden wissenschaftlicher Leitung, des optimalen Einsatzes der modernen Rechentechnik, der Organi sation des sozialistischen Wettbewerbs es sind dies nur einige Themen der Zu sammenarbeit unter Freunden, die vor einander keine Geheimnisse kennen. Bedeutsamer Kongreß für die Entwicklung der VDRJ NFO-Generalsekretär Abdel Fattah Ismail empfing unseren Nahostkorrespondenten Rolf Günther zu einem Gespräch Ein wichtiger Markstein auf diesem Weg Ist der 5. Kongreß der NFO. Er trat in einer Situation zusammen, da. wie Abdel Fattah Ismail betont, „die Staatsmacht in der Hand der fortschritt lichen Kräfte Ist und die progressive Strömung Innerhalb der NFO die Ober hand gewonnen hat. Grundsätzlich neue Bedingungen sind..durch die Verstaat lichung der ausländischen Monopol gesellschaften, die Verwirklichung der neuen Bodenreform in den Gouvernoraten, die Festigung der Staatsmacht durch Annahme der neuen Verfassung und Schaffung des Obersten Volksrates ent standen. Diese und andere Maßnahmen. die die Revolution unter Führung der NFO nach dieser inneren.Korrektur' (vom Juni 1969, als die Macht der rech ten Strömung innerhalb der NFO ge brochen wurde — R. G.) ergriff, haben der Revolution wie auch der NFO wei tere Festigkeit gegeben. Charakteristisch für die veränderten Bedingungen ist auch, daß sich in diesem Prozeß eine große Bereitschaft unter den Volksmas sen entwickelt hat, Verantwortung bei der Weiterführung der Revolution zu übernehmen." Der Generalsekretär verweist darauf. daß vor einiger Zeit die Partei schule der NFO eröffnet wurde, auf der in dieser Weise „bewußte Kader aus gebildet werden". Für diese neuen Bildüngsaufgaben nutzt die NFO den Er fahrungsaustausch mit sozialistischen Partelen, darunter auch mit der SED. So wendet sich das Gespräch abschlie ßend den Beziehungen 'zwischen NFO und SED zu, die sich nach Meinung des Generalsekretärs vielversprechend ent wickeln, vor allem, seit eine NFO-Delegation 1970 die DDR besuchte. „Wir be trachten Ihre Unterstützung und den Erfahrungsaustausch als gute Anfänge der Entwicklung unserer Beziehungen und sind überzeugt, daß es große Per spektiven für die Zusammenarbeit un serer Parteien im beiderseitigen Inter esse gibt." Nigerias Erfolge, Plane und Schwierigkeiten Erdölförderung erreicht bereits 100 Millionen Tonnen Von Hans-Joachim T h • b u d, Lagos Das pulsierende Leben auf den Stra ßen und Märkten der übervölkerten Städte -Nigerias erinnert kaum noch daran, daß Afrikas volkreichster Staat erst vor 25 Monaten einen schweren, von Separatisten aufgezwungenen zwei einhalbjährigen Krieg beenden konnte. Doch die Tausende zählenden Kriegs invaliden und Krüppel sind mahnendes Zeichen dafür, daß es noch viele soziale Probleme zu lösen gibt Die Zentralregierung in Lagos hatte im laufenden Vierjahrplan zehn Millio nen nigerianische Pfund für die Beseiti gung der dringlichsten Kriegsschäden zur Verfügung gestellt. So konnte bald die lebenswichtige Nigerbrücke zwi schen Onitsha und Asaba wieder be nutzt werden. Im Hafen von Harcourt — der seine Bahnverbindung nach Nor den wieder geöffnet hat' — herrscht wie eh und jeh emsiges Treiben. Dies alles trug zur Festigung der nationalen Ein heit Nigerias mit seinen 240 ethnischen Gruppen bei. Auch die schon 1967 ver fügte Aufgliederung in 12 Bundesstaa ten wurde wirksam. Diese Staaten, mit Gouverneuren an der Spitze, haben eigene Entwicklungspläne und Budgets. Die Militärregierung unter General Gowon will noch bis 1976 im Amt bleiben, um dann Schritt fUr Schritt die Macht an eine Zivilregierung zu über geben, die das Staatsschiff auf der Grundlage einer neuen Verfassung wel ter lenken soll. Bekanntlich umfaßt Ge neral Gowons Programm bis 1976 neun Punkte: Reorganisation der Streit kräfte, Verwirklichung des laufenden Vierjahrplanes, Ausmerzung der Kor ruption, Entscheidung über die födera tive Struktur, Schaffung einer neuen Verfassung, Veränderung der Einkom mensverteilung, Durchführung einer Volkszählung (1973), Bildung patrioti scher politischer Parteien und Wahl von Zivilregierungen für die Föderations spitze und die einzelnen Bundesstaaten. Zeichnung: Wogcner Letztlich jedoch hängt die Verwirk lichung aller. dieser Ziele, Pläne und Vorstellungen mit der Festigung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit zusam men. Nach wie vor liegt fast die ge samte nigerianische Wirtschaft in den Händen des Privatkapitals, vor allem ausländischer Firmen, und bleibt damit weiterhin Ausbeutungsobjekt westlicher Monopole. Wenn heute von einer „Nigerianisierung der Wirtschaft" die Rede ist, so meint man - damit vor allem eine verstärkte nigerianische Be teiligung und Kontrolle in ausländi schen Unternehmen. Diesem Zweck dient z. B. auch die kürzlich gebildete nationale Olgesellschaft. die nächst 51 Prozent aller Anteile bei der ölgewinnung vor der Küste erhielt. Dazu ist inzwischen gekommen eine weitere 34prozentige Beteiligung an den Nigeriainteressen des französischen SAFRAP-Konzerns und 33,3 Prozent an der italienischen AGIP. Mit einer der zeitigen Jahresproduktion von 100 Mio gehört Nigeria zu den 10 bedeutendsten ölproduzenten der Welt Ahnliche Bestrebungen nach Kon trolle ausländischer Unternehmen gibt es auch in anderen Industriezweigen. Sie ändern aber vorerst nichts an der Tatsache, daß „weiterhin ausländische Firmen in Nigeria um Superprofite wetteifern", wie es kürzlich Prof. Dr. Ola Oni von der Universität Ibadan bei einem Vortrag in Lagos ausdrückte. Er erklärte unter Hinweis auf die stän dig steigenden Preise und Arbeitslosen ziffern: „Wir haben heute eine Situa tion erreicht, da jegliche Bemühungen der Regierung zur ökonomischen Ent wicklung — so gut sie auch gemeint sind — keine wesentliche Verbesserung der Lebensbedingungen der Massen bringen können." Alle fortschrittlichen" Nigerianer „sollten heute so gegen ausländische Erniedrigungen und Ma nipulationen kämpfen, wie wir es wäh rend des Bürgerkrieges getan haben". Indonesiens Probleme der Familienplanung Allein in Diakarta werden jährlich 160 000 Kinder geboren Von unserem Korrespondenten Frieder R e i n h o I d, Diakarta Zu den Staaten in Asien, Afrika und Südamerika, in denen im vergangenen Vierteljahrhundert ein gewaltiger Zu wachs der Bevölkerungszahl zu ver zeichnen war, gehört Indonesien. Im „Land der tausend Inseln", das mit seinen gegenwärtig 125 Millionen Men schen in der Reihe der volkreichsten Staaten der Welt an fünfter Stelle steht, wächst die Einwohnerzahl jähr lich um nicht weniger als dreieinhalb Millionen. 1965, als der Leipziger Enzyklopädie- Verlag sein zweibändiges „Lexikon von A-Z" vorlegte, notierte die Statistik für die südostasiatische Republik noch eine Bevölkerungszahl von 82,3 Millionen. Soviel Menschen wohnen heute bereits nur auf * Java. In 20 Jahren -wuchs die Bevölkerung dieses am dichtesten be siedelten indonesischen Landesteils, der gerade 7 Prozent des Gesamtterrito riums ausmacht, um 30 Millionen. 160 000 Kinder werden in jedem Jahr allein in der Hauptstadt Diakarta ge boren. Hier pendelt die Zuwachsrate um rund fünf Prozent. Das mit dieser rasenden Bevölkerungsentwicklung ver bundene ebenso schnelle Anwachsen anderer sozialer Probleme, die in dem Tropenarchipel teilweise schon kata strophale Ausmaße angenommen haben, macht somit im größten Moslemland der Welt auch auf dem Gebiet der Fa milienplanung umfassende Maßnahmen immer dringlicher. In einem ersten „Fünfjahrplan" (1971-1976) steuern deshalb jetzt die Verantwortlichen ein wichtiges Ziel an: Neuere Untersuchungen bestätigten. daß hier annähernd die Hälfte aller Frauen zwischen 10 und 14 Jahren ge heiratet hat und mehr als zwei Drittel der weiblichen Dorfbevölkerung mit Vollendung des 17. Lebensjahres ver heiratet ist. Zwanzigjährige Mütter mit vier oder fünf Kindern sind nichts Außergewöhnliches in Indonesien. manche dringlichen Projekte in Indone sien — nur unzureichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Das hat Aus wirkungen darauf, schneller eine noch größere Zahl von beratenden Fachkräf ten heranzubilden und einzusetzen (Ziel bis 1976: 15 000). Das verhindert außerdem die notwendige Erweiterung der Anzahl der sogenannten Familien planungskliniken und einen stärkeren Einsatz von Radio und Film für eine breite Aufklärungskampagne zu nutzen, 42 Millionen in einem Jahr # wenige Tage nach unserem Besuch in der 2. Moskauer Uhrenfabrik berich tete die Presse von einer neuen Initia tive: Zwischen den Kollektiven der 1. und der 2. Moskauer Uhrenfabrik wurde ein Vertrag über den Wettbewerb und die Zusammenarbeit vereinbart. Sein Ziel: gemeinsames Suchen nach den besten Wegen zur weiteren Stei gerung der Produktion und ihrer Effektvtät. Doch nicht diese Zahl ist das Beste chendste, es sind vor allem die Tendenzen.- ökonomische und politische, die deutlich erkennbar werden. Hier widerspiegelt sich erneut die Entscheidung der Führung Ägyptens zur stetigen werteren Verstärkung der Kooperation mit der Sowjetunion, die im Mai 1971 ihren. Ausdruck im Vertrag über Freundschoft und Zusammenarbeit gefunden hatte. In verstärktem Maße öffnet die UdSSR ihren Markt auch für ägyptische Konsum guter, die bislang noch nicht auf den Exportlisten standen. Sie sichern ganzen Handwerksbranchen im Nilland auf Jahre hinaus Beschäftigung und Arbeitsplätze und förderten allein durch ihren Umfang zuweilen auch den Zusammenschluß meh rerer kleiner Werkstätten zu Kooperativen. 1968/69 machten die.neuen Exportartikel Ägyptens im Handel mit der UdSSR schon 20 Millionen Pfund aus, im Zeitraum bis 1975 soll ihr Anteil auf 50 Millionen Pfund jährlich steigen. Diese neuartigen ökonomischen Bezie hungen im »Abkommens-Handel" haben am Nil seit 1967 zu einer verstärkten Orientierung auf den Warenaustausch mit den sozialistischen Ländern geführt Ober wog in der ägyptischen Handelsbilanz vor acht bis zehn Jahren noch der Austausch mit den kapitalistischen Ländern, so nahm in den letzten Jahren der ägyptischsozialistische Hände zwei Drittel des Außenhandels des Nillandes ein. Diese Tendenz wird durch das neue Abkommen gefestigt. 1975iwira>Kairo'.danr¥,'aifeln mir? der Sowjetunion ein Drittel seines Außen handel abwidce n. .Geburtsort« der.Slawo"-Uhren: eine der Werksabteilungen der 2. Moskauer Uhrenfabrik (links). - Ludmilla Smirnowa (rechts) ist für die Endkontrolle der Produktion «on „Slawa'-Weckem verantwortlich Foto:ZB/TASS Da wäre zum ersten über die Bildung zu berichten: Etwa 150 Hochschulabsol venten und mehr als 400 gutausgebildete technische Fachkader sorgen in der Moskauer Uhrenfabrik dafür, daß die Erzeugnisse und die Art ihrer Fer tigung immer auf der Höhe der Zeit sind. Hinzu kommen rund 2000 Be schäftigte, die nach Feierabend ein Technikum, eine Abendschule oder Qualifizierungslehrgänge in einem Institut der Hauptstadt besuchen. Die große Zahl gutausgebildeter Fachleute ermöglichte es, im Werk ein eigenes wissenschaftliches Zentrum zu gründen, in dem die Spezialisten der einzelnen Disziplinen gemeinschaftlich an Neu entwicklungen (darunter beispielsweise auch Quarzuhren) und an neuen techno logischen Lösungen arbeiten. # 15 Uhrenfabriken gibt es in der UdSSR insgesamt. Sie produzierten im ersten Jahr des neuen Fünfjahrplans zusammen 42 Millionen Uhren verschie denster Ausführungen und Verwen dungszwecke. Planjahres lieferte die sowjetische Uhrenproduktion 3,7 Millionen Stück. Das ist im Vergleich zum gleichen Zeit raum des Vorjahres eine Steigerung auf 113 Prozent. Der produzierte Gewinn wird zur Zeit praktisch zweigeteilt — 50 Prozent be kommt der Staat, die andere Hälfte be hält der Betrieb zur eigenen Verwen dung. Und die sieht im Beispiel „Slawa" so aus: 25 Prozent — das waren im Vor jahr rund eine Million Rubel — wandte der Betrieb für die weitere Entwick lung seiner Produktion, insbesondere für Mechanisierung und Automatisie rung auf. Weitere 35 Prozent dienten der verbesserten Befriedigung der sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Beleg schaft. Darunter fällt beispielsweise der Unterhalt von vier werkseigenen Kin dergärten, eines eigenen Pionierlagers, verschiedener Ferienheime sowie der im laufenden Fünfjahrplan vorgesehene JBau,iHyprirf,rund. 40 000 Quadratmetern Wohnraum (35 000 Quadratmeter waren es im vergangenen Jahrfünft). Der dritte Teil des im Betrieb verbleibenden Gewinns schließlich geht in den Fonds der materiellen Stimulierung, den Prä mienfonds. Betrachtet man alle Maß nahmen des werkseigenen Fünfjahr plans, so kommt für 1975 unter dem Strich eine geplante Erhöhung des Jah resgewinns auf 17 Millionen heraus! Demokratischen Zentraidsmus prakti zierte die NFO bereits bei der Vorberei tung des 5. Kongresses. Im Dezember 1971 begann in der politischen Organi sation eine weitreichende „Programm diskussion". NFO-Kongresse der Di strikte und Gouvernorate traten zusam men, wo Mitglieder des Generalkom mandos die erwähnten Dokumente er läuterten und die Aufgaben der künfti- •gen Entwicklungsetappe debattiert wur den. Alle Vorschläge und Meinungen zu den Dokumenten wurden dem Vorberei tungskomitee des Kongresses zugeleitet. Zugleich wurden dn den regionalen Konferenzen die Delegierten für den 5. Kongreß gewählt. Die NFO lud zu dieser Programmdebatte auf ihren Konferenzen auch andere nationale Kräfte ein, die nicht der Organisation angehören. Noch nie war ein Kongreß der NFO auf diese Weise vorbereitet worden. Ausgehend von dieser Analyse hat die Führung der NFO ein fundiertes „Pro gramm der nationaldemokratischen Re volution" ausgearbeitet, ebenso ein neues Statut. „Dieses Programm", so er klärt Abdel Fattah Ismail, „definiert auf wissenschaftliche Weise alle Aufgaben, die in der Etappe der nationaldemokra tischen Revolution in unserem Land ge löst werden müssen und orientiert gleichzeitig auf die sozialistische Per spektive. Es bestimmt die Klassen kräfte der Revolution und die konter revolutionären Kräfte. Es formuliert die Aufgaben und die Art der Führung der Massen in dieser Entwicklungsetappe. Das Statut legt die Prinzipien und Ziele unserer politischen Organisation fest und definiert^eindeutig -den Charakter der Beziehungen lrinerhafb"oer~NFÖ auf der Basis des demokratischen Zentralis mus. Gleichzeitig bekräftigt es das Priu. zip der kollektiven Führung und im Selbstkritik innerhalb der NFO." Nachdem 1967 die Unabhängigkeit er rungen war, übernahm die Nationale Befreiungsfront (NLF) — die Vorgänge rin der NFO -, die Macht und führte das Volk der VDRJ beim schrittweisen Aufbau eines neuen Staates. In diesem komplizierten Prozeß begab sich die Front selbst auf einen schwierigen Weg den der Wandlung von einer Ge heimorganisation des Partisanenkamp fes zur politischen Avantgarde. Der Kongreß der Organisation de: Nationalen Front (NFO) der Volksdemo kratischen Republik Jemen hat am Wochen ende das Zentralkomitee dieser führenden politischen Organisation des Landes ge wählt. Es bestätigte Abdel Fattah Ismail in seiner Funktion als Generalsekretär, der vor dem bedeutsamen NFO-Kongreß 'un seren Nahostkorrespondenten Rolf Gün ther zu einem Gespräch empfangen hatte. Universalbagger aus Nordhausen tind im Straßenbau in der VDRJ eingesetzt In kollegialer Zusammenarbeit beraten Mon teure aus der DDR mit den lemenitisdHen Arbeitern über den Einsatz der Geräte Foto: ZB Becker Welche ideologischen Fragen standen dabei im Vordergrund? -Wir haben das Ziel der ideologischen Entwicklung so definiert, daß wir von der Bindung und dem Glauben an den wissenschaftlichen Sozialismus sprechen. Der wissenschaft liche Sozialismus ist für uns das höch ste Ziel. Das Hauptproblem, das dabei vor uns steht, ist die Rückständigkeit, ist die Existenz halbfeudaler gesell schaftlicher Verhältnisse, von denen aus wir zum Aufbau des Sozialismus über gehen. Diese Übergangsperiode wurde auf der Grundlage der Lehre Lenins vom Übergang von der halbfeudalen zur sozialistischen Gesellschaftsordnung unter Vermeidung der kapitalisti schen Ordnung als Zwischenstufe — fest gelegt. Wir bezeichnen sie als nationaldemokratische Revolution, verbunden mit der Perspektive des Sozialismus. Obwohl dies eine längere Übergangs phase ist, stützen wir uns bereits jetzt auf die Methode des wissenschaftlichen Sozialismus, da er klare Antwort auf die politisch«!, ökonomischen und geeinzige Weg für die ökonomischen und* gesellschaftlichen Umwälzungsprozesse, an deren Ende die Frage des Aufbaus des Sozialismus steht." Ein so umfassendes Programm kann die Militärregierung nicht allein ver wirklichen. General Gowon hat daher in seiner Neujahrsansprache angekün digt, daß eine breite Beteiligung der Volksmassen an der Verwirklichung der Aufgaben vorgesehen ist. Für Nigeria wären das zugleich erste Schritte demokratischer Reformen. Denn nach wie vor gilt das „Dekret 33" von 1966, • demzufolge 107 politische Parteien und Organisationen verboten wurden. die Senkung der Bevölkerungszuwachs rate von momentan 2,6 Prozent auf 2,1 bis 2,2 Prozent Das bedeutet, daß Indonesiens Bevölkerung bis 1976 nicht auf 145 Millionen, sondern auf „nur 137 Millionen Menschen anwachsen soll. Die mit dem Problem unmittelbar be faßten Behörden — Fachorgan ist in Indonesien das „Nationale Koordinie rungsbüro für Familienplanung" — ge hen davon aus, daß sich diese Phase des Familienplanungsprogramms auf die am dichtesten besiedelten Gebiete Java und Bali, und da wiederum auf die ländlichen Siedlungen, konzentrie ren muß. Dort leben 85 Prozent der. Inselbevölkerung. Auf einer Geschäftsstraße Bandungs - de* Provinzhauptstadt im Westen Javas: ein Handler unterwegs zum Markt Foto:ZB/Kohls # Das Kollektiv de.r 1. Moskauer Uhrenfabrik will danach 1972 zusätzlich zum ran 15 000 Herrenarmbanduhren fertigen und die Arbeitsproduktivität ge genüber 1971 um mindestens 7 Prozent steigern. Die Brigaden der 2. Moskauer Uhrenfabrik haben vor, zusätzlich zum Plan für 800 000 Rubel Erzeugnisse zu produzieren und die Arbeitsproduktivi tät durch Rationalisierung gegenüber dem Vorjahr um mindestens 11,5 Pro zent zu erhöhen. gelang es, immer neue Möglichkeiten für die Mechanisierung und Automati sierung der Produktion zu finden und durchzusetzen. Nur noch in der Mon tage gibt es Handarbeit. Alle davor lie genden komplizierten Arbeitsgänge der Uhrenfertigung sind längst halb- oder vollautomatisiert. Schon aber gibt es auch für die Montage entsprechende. Vorhaben, und bei den Weckern ver heißen sie bereits Erfolg. Um 75 Pro zent will das Kollektiv im laufenden Fünfjahrplan die Produktion erhöhen, hauptsächlich durch die Steigerung der Arbeitsproduktivität. Fragt man nach den Motiven einer Obwohl im vergangenen Jahr 184 000 Personen in die Familienplanung ein bezogen wurden — das sind etwa 60 000 mehr als ursprünglich geplant — zweifeln Experten, daß bis 1976 die ge plante Zahl von 6 Millionen „Akzepto ren" erreicht wird. Religiöse Vorurteile und der Grad des Analphabetentums gerade im indonesischen Dorf sind allein schon ein Problem. Schließlich stehen - wie für so

English translation

=== [Page 1] === --- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) --- Indonesiens Probleme der Familienplanung Allein in Djakarta werden jährlich 160 000 Kinder geboren Von unserem Korrespondenten Frieder Reinhold, Djakarta Zu den Staaten in Asien, Afrika und Südamerika, in denen im vergangenen Vierteljahrhundert ein gewaltiger Zuwachs der Bevölkerungszahl zu verzeichnen war, gehört Indonesien. Im „Land der tausend Inseln“, das mit seinen gegenwärtig 125 Millionen Menschen in der Reihe der volkreichsten Staaten der Welt an fünfter Stelle steht, wächst die Einwohnerzahl jährlich um nicht weniger als dreieinhalb Millionen. 1965, als der Leipziger Enzyklopädie-Verlag sein zweibändiges „Lexikon von A–Z“ vorlegte, notierte die Statistik für die südostasiatische Republik noch eine Bevölkerungszahl von 82,3 Millionen. Soviel Menschen wohnen heute bereits nur auf Java. In 20 Jahren wuchs die Bevölkerung dieses am dichtesten besiedelten indonesischen Landesteils, der gerade 7 Prozent des Gesamtterritoriums ausmacht, um 30 Millionen. 160 000 Kinder werden in jedem Jahr allein in der Hauptstadt Djakarta geboren. Hier pendelt die Zuwachsrate um rund fünf Prozent. Das mit dieser rasenden Bevölkerungsentwicklung verbundene ebenso schnelle Anwachsen anderer sozialer Probleme, die in dem Tropenarchipel teilweise schon katastrophale Ausmaße angenommen haben, macht somit im größten Moslemland der Welt auch auf dem Gebiet der Familienplanung umfassende Maßnahmen immer dringlicher. In einem ersten „Fünfjahrplan“ (1971–1976) steuern deshalb jetzt die Verantwortlichen ein wichtiges Ziel an: die Senkung der Bevölkerungszuwachsrate von momentan 2,6 Prozent auf 2,1 bis 2,2 Prozent. Das bedeutet, daß Indonesiens Bevölkerung bis 1976 nicht auf 145 Millionen, sondern auf „nur“ 137 Millionen Menschen anwachsen soll. Die mit dem Problem unmittelbar befaßten Behörden – Fachorgan ist in Indonesien das „Nationale Koordinierungsbüro für Familienplanung“ – gehen davon aus, daß sich diese Phase des Familienplanungsprogramms auf die am dichtesten besiedelten Gebiete Java und Bali, und da wiederum auf die ländlichen Siedlungen, konzentrieren muß. Dort leben 85 Prozent der Inselbevölkerung. Obwohl im vergangenen Jahr 184 000 Personen in die Familienplanung einbezogen wurden – das sind etwa 60 000 mehr als ursprünglich geplant – zweifeln Experten, daß bis 1976 die geplante Zahl von 6 Millionen „Akzeptoren“ erreicht wird. Religiöse Vorurteile und der Grad des Analphabetentums gerade im indonesischen Dorf sind allein schon ein Problem. Schließlich stehen – wie für so manche dringlichen Projekte in Indonesien – nur unzureichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Das hat Auswirkungen darauf, schneller eine noch größere Zahl von beratenden Fachkräften heranzubilden und einzusetzen (Ziel bis 1976: 15 000). Das verhindert außerdem die notwendige Erweiterung der Anzahl der sogenannten Familienplanungskliniken und einen stärkeren Einsatz von Radio und Film für eine breite Aufklärungskampagne zu nutzen [Unreadable]. [Unreadable lead-in] Neuere Untersuchungen bestätigten, daß hier annähernd die Hälfte aller Frauen zwischen 10 und 14 Jahren geheiratet hat und mehr als zwei Drittel der weiblichen Dorfbevölkerung mit Vollendung des 17. Lebensjahres verheiratet ist. Zwanzigjährige Mütter mit vier oder fünf Kindern sind nichts Außergewöhnliches in Indonesien. --- English translation --- Indonesia's problems of family planning In Jakarta alone 160,000 children are born every year By our correspondent Frieder Reinhold, Jakarta Indonesia is among the states in Asia, Africa and South America that have seen enormous population growth over the past quarter century. In the "land of a thousand islands", which with its present 125 million people ranks fifth among the most populous states in the world, the population grows by no less than three and a half million a year. In 1965, when the Leipzig encyclopaedia publisher issued its two-volume "Lexikon von A–Z", the statistics still recorded a population of 82.3 million for the South-East Asian republic. That many people now live on Java alone. In 20 years the population of this most densely settled part of Indonesia, which makes up just 7 per cent of the total territory, grew by 30 million. 160,000 children are born every year in the capital Jakarta alone. The growth rate here hovers around five per cent. The equally rapid growth of other social problems connected with this racing population development, some of which have already reached catastrophic dimensions in the tropical archipelago, makes comprehensive measures ever more urgent in the world's largest Muslim country in the field of family planning too. In a first "five-year plan" (1971–1976) those responsible are therefore now aiming at an important goal: reducing the population growth rate from the present 2.6 per cent to 2.1 to 2.2 per cent. That means Indonesia's population is to grow by 1976 not to 145 million but to "only" 137 million people. The authorities directly concerned – the specialist body in Indonesia is the "National Coordinating Office for Family Planning" – assume that this phase of the family-planning programme must concentrate on the most densely populated areas, Java and Bali, and within them on rural settlements. 85 per cent of the island population live there. Although last year 184,000 people were enrolled in family planning – about 60,000 more than originally planned – experts doubt that the planned number of 6 million "acceptors" will be reached by 1976. Religious prejudice and the level of illiteracy, especially in the Indonesian village, are a problem in themselves. Finally, as for many urgent projects in Indonesia, only inadequate financial resources are available. This affects the ability to train and deploy an even larger number of advisory specialists more quickly (target by 1976: 15,000). It also prevents the necessary expansion of the number of so-called family-planning clinics and a stronger use of radio and film for a broad information campaign [Unreadable]. [Unreadable lead-in] Recent studies confirmed that here nearly half of all women between 10 and 14 years of age have married and more than two thirds of the rural female population are married by the time they turn 17. Twenty-year-old mothers with four or five children are nothing unusual in Indonesia.