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Neues Deutschland, 22 October 1975, S. 3: Beratungen der neun Kommissionen

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Vom Weltkongreß im Internationalen Jahr der Frau Neues Deutschland / 22. Oktober 1975 / Seite Zentralrates der FDJ. Mit stürmischem Applaus nahmen die über 200 Delegier ten die Ansprache von Frau Allende auf, die für die weltweite Unterstützung der chilenischen Patrioten dankte. Vertreterinnen vom ANC Simbabwes, aus Südafrika und Basutoland, von der PAIGC Guinea-Bissaus und der MPLA aus Angola geißelten die weißen Min derheitsregime in Afrika. Den histori schen Sieg der Völker Indochinas wür-. digten Mai Thi Chu, Mitglied des ZK.der FNL Südvietnams, die Präsidentin der Frauenorganisation von Laos und das Mitglied der Buddhistischen Frie denskonferenz S. Gombajav aus der, MVR. Den Problemen des Nahen Ostens widmeten sich Vertreterinnen der PLO, Jordaniens, Ägyptens und der demo kratischen Kräfte Israels. Preisausschreiben und Ausstellung angeregf In der Kommission 8 widmeten sich die zwanzig Rednerinnen dem Thema, welchen Einfluß die. Massenmedien, Kunst und Literatur auf die öffentliche Meinung gegenüber der Frau ausüben. Die meisten verbanden den Situations bericht aus ihrem Land mit konkreten Vorschlägen. So regte die ungarische Delegierte Iren Nemeti ein internatio nales Preisausschreiben für literarische Arbeiten über die Frau an. Im gleichen Sinne schlug Minna Agins (USA) eine Weltausstellung bildender Künstlerin nen vor: Redneriranen aus der DRV, der CSSR, aus Polen-und der DDR sprachen an Hand konkreter Fakten über die Erfolge bei der Emanzipation der Frau. Dem- " gegenüber standen erschütternde Be richte aus imperialistischen Ländern darüber, wie Erniedrigung und Ausbeu tung der Frauen durch die Massen medien noch unterstützt werden. Gute Zusammenarbeit und konkrete Aktionen Über 20 Vertreter nationaler und in ternationaler Organisationen ergriffen in der Kommission 9 das Wort in der Diskussion. Während der lebhaften Aus sprache regten zahlreiche Redner an, die Zusammenarbeit der Frauenorganisatio nen untereinander sowie mit den Ver einten Nationen wirksamer, zu gestal ten. Vertreterinnen aus Frankreich, der VR. Kongo, Trinidad und Tobago, Ekuador, Mali sowie zahlreicher inter nationaler Organisationen, so z. B. die Internationale Liga für Frieden und Freiheit, sprachen sich für konkrete Ak tionen über die Ländergrenzen hinweg aus. Besonders herzlich begrüßt wurde von den Teilnehmern Vo Thi The als Vertreterin der Frauen Vietnams. Marion Janjic, Vertreterin der Internationa len Arbeitsorganisation (ILO), sprach in der Diskussion in der Kommission Auf der Pressekonferenz ergriff Purabi Mukherji, Generalsekretärin des Indischen Nationalkongresses, das Wort Interessante und vielseitige Beratungen der neun Kommissionen in Berliner Tagungsstätten Am Dienstagvormittag begannen die Beratungen der neun Kommissionen des Weltkongresses. Frauen und Män ner verschiedenster politischer, welt anschaulicher und religiöser Auffas sungen ergriffen das Wort zu den Hauptanliegen des internationalen Forums. Disput zu Grundfragen der Rechtswirklichkeit Mit dem Themenkreis „Die Gleichbe rechtigung der Frau in der Gesellschaft in Gesetz und Wirklichkeit" beschäfti gen sich die Mitglieder der Kommision 1. Das ist eine Thematik, die ihrem Inhalt nach für die Arbeit aller ande ren Kommissionen wichtig ist, erklärte einleitend die Vorsitzende Yvonne Tolman. Nach der Wahl eines Arbeitspräsidhims, dem u. a. eine Vertreterin der UNO-Menschenrechtskommission sowie Teilnehmer aus Mali, Venezuela, Spa nien, der DDR und der KVDR ange hören, gab es im Verlaufe des Konfe renztages einen lebhaften Disput über Grundfragen der Rechtswirklichkeit. So schilderte z. B. die Leiterin der Delega tion der südkoreanischen revolutionären Frauenorganisation, Kim Kym Sun, wie in ihrem Land Recht und Würde mit Füßen getreten werden'. Den, Kernge danken weiterer Sprecherinnen — so aus Großbritannien, Indien, Japan und Senegal — faßte die Präsidentin der Frauenunion von Jordanien, Emily Bisharat, mit den Worten zusammen: Ohne Gleichberechtigung der Frau gibt es keinen Frieden, keinen Fortschritt. Den Kommissionsmitgliedern liegt ein Arbeitsmaterdal vor, in dem.eine ganze Reihe von Dokumenten der UNO und ihrer SpezialOrganisationen angeführt wird, die die Rechte der Frauen betref fen. Nicht alle Länder, so unterstrichen mehrere Redner, haben diese Doku mente angenommen. Es sei wichtig zu untersuchen, wo es noch kein gleiches Recht für alle gibt und wo das verfas sungsmäßige Recht voll in der Praxis verwirklicht wird. Gleiche Leistungen fordern gleichen Lohn Daß die Gleichberechtigung der Frau erst voll verwirklicht ist, wenn ihr das Recht auf Arbeit zugebilligt und jegliche soziale Diskriminierung beseitigt wird, zeigte eindrucksvoll der erste Tag der Diskussion in der Kommission 2. Ihr.Thema lautet: „Frau und Arbeit in In dustrie und Landwirtschaft." Nahezu 250 Frauen aus 100 Ländern, die die ver schiedensten nationalen, regionalen und internationalen Organisationen vertre ten, informierten sich hier und berieten Maßnahmen zur Erreichung der vollen Emanzipation. Eine große Rolle spielte das Streben der Frauen der entwickelten kapitali stischen Länder, mehr Einfluß in _ den Gewerkschaften zu erlangen, um wirk samer für die Rechte der Frauen kämpfen zu können. Dabei geht es um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Ausund Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen wie für Männer, bes sere soziale Bedingungen. Großes Interesse fanden die Vertrete rinnen aus der Sowjetunion, Polen und der DDR, die bewiesen: In unseren Län dern ist die Gleichberechtigung Gesetz und Wirklichkeit. Eins mit dem Ringen um die Demokratie Die 350 Vertreterinnen aus 60 Län dern, die an den Beratungen der Kom mission 3 „Frau und Entwicklung" teil nehmen, haben sich gründlich auf die Aussprache zu den Problemen der Teil nahme der Frau am politischen Leben vorbereitet. Fast jede dritte Teilnehme rin will das Wort ergreifen. Bei aller Unterschiedlichkeit von Aussagen und Schlußfolgerungen der Rednerinnen kam die gemeinsame Erkenntnis zum Aus druck, die schon im Arbeitspapier für diese Kommission niedergelegt ist: „Der Kampf für die Förderung der Frau muß untrennbarer Bestandteil des allgemei nen Kampfes für Demokratie eines jeden Landes sein." Familie fest mit der Gesellschaft verbunden In der-Kommission 4 wiesen 29 Redne rinnen aus allen Erdteilen die Untrenn barkeit von Familie und Gesellschaft nach. Sprecherinnen aus Guinea, Tansania, Mali, aus weiteren afrikani schen Nationalstaaten, aus Indien und arabischen Ländern hoben hervor, daß die Durchsetzung der vollen Gleich berechtigung von Mann und Frau in Ge sellschaft, Beruf und Familie in den so zialistischen Ländern eine große Aus strahlung auf ihre Länder besitze. Mit großem Beifall wurden Beispiele der Fürsorge von Staat und Gesellschaft für die Familien in den sozialistischen Län-, dem aufgenommen. Leidenschaftlich klagte die Vertreterin der Sozialistischen Partei Puerto Ricos, Maritza Arrastiä, die Sterihsierung puertoricanischer Frauen unter dem Vorwand der Geburtenkon trolle an. Die Familienministerin der Allende-Regierung, Carmen Gloria Aguayo, teilte erschütternde Tatsachen über das Elend der. Kinder -und die Ver folgung der Familien durch die Junta mit. Schulwesen abhängig von sozialem System Einer der Ausgangspunkte der leb haften Debatte in der Kommission 5, wo schon in der ersten halben Stunde 60 Delegierte um das Wort baten, war die Tatsache, daß Frauen zwar ein Drit tel aller materiellen Werte der Welt produzieren, aber einen proportional wesentlich geringeren Anteil an Bildung und Wissenschaft haben. Das zeigte sich besonders drastisch bei der Erörterung von Problemen des Analphabetentums. So erklärte die indonesische Delegierte Sjamsiddar Moerdono, daß 51 Prozent der Frauen des Landes des Lesens und Schreibens unkundig sind. Die Lehrerin Joyce Wheeler aus den USA wies nach, daß vor allem die Frauen der ethnischen Minderheiten ihres Landes diskriminiert sind. Ein für die Bildungspolitik nicht nur in Entwicklungsländern interessan tes Problem warf die ugandische Dele gierte Mary Astles auf, als sie fragte: .Wofür, mit welchem Ziel soll ausge bildet werden?" Viele Sprecher, so eine spanische Teilnehmerin, wiesen auf den Zusammenhang zwischen dem jeweili gen sozialen System und der Situation des Bildungswesens hin. Eindeutige Forderung: Militärische Abrüstung Militärische Abrüstung als Grundlage für die Sicherung des Weltfriedens diese Forderung bestimmte den Verlauf der Sitzung in der Kommission 6 „Die Frau und der Kampf für Frieden, inter nationale Sicherheit und Entspannung, für die Abrüstung, für den Schutz der Umwelt". Herzlichen Beifall erhielt Valentina Nikolajewa-Tereschkowa, die an die Trauen aller Kontinente appel lierte, sich für das Zustandekommen der Weltabrüstungskonferenz einzusetzen. Die japanische Delegierte Takeuchi machte auf die Massierung amerikanischer Kernwaffen in Südkorea aufmerk sam. Als eine potentielle Kriegsgefahr charakterisierte die Vorsitzende des Nationalen Frauenkomitees Indiens, die bürgerliche Politikerin Purabi Muk herji, die fortgesetzte Rassendiskrimi nierung des Smith-Regimes. Zeinale Kabbonh aus Syrien lenkte die Aufmerksamkeit auf die Notwen digkeit einer friedlichen Lösung des Nahostproblems und setzte sich für die Wiederherstellung der Rechte des palä stinensischen Volkes ein. In diesem Zu sammenhang entlarvte die Libanesin Siba el-Cheikh die blutigen Aus einandersetzungen in ihrem Lande als eine gegen fortschrittliche Kräfte inszenierte imperialistische Verschwö rung. Solidaritüfsbeweise für Freiheitskampf Dem nationalen Unabhängigkeits kampf 'der Völker, der internationalen Solidarität und dem bedeutenden An teil der Frauen daran galten die Bera tungen der Kommission 7 im Haus des Anmut und Leidenschaft Große Tage in Berlin. Ein Kongreß, ein malig bislang in seiner Art, vereint die Frauen der Welt in unserer Hauptstadt. Re präsentanten der Hälfte der Menschhet sprechen hier, wo Clara Zetkin und Rosa Luxemburg kämpften, zu ihren Schicksals fragen, zu den Schicksalsfragen ihrer Völ ker in unserer Zeit. Sie sprechen unter schiedliche Sprachen. Und was sie einander zu sagen haben, ist von ihrer. unterschied-' liehen Herkunft geprägt Doch sie eint die Suche nach dem Einenden, die Suche nach Lösungen für das gemeinsame Anliegen, dem sich Generationen von mutigen, uner schrockenen Streiterinnen schon widmeten: Gleichberechtigung, Entwicklung, Frieden Ein Kongreß ungewöhnlicher Breite und Vielschichtigkeit. Ein Kongreß, der Schönheit auch, des Charmes und der Anmut. Vor • allem wohl aber: Ein Kongreß selbstbewuß ten, klugen, leidenschaftlichen Engagements. Beweise dafür gab es am Dienstag am laufenden Band - am Tag, als das Welt parlament der Frauen Besitz ergriff von Kul turhäusern Berliner Betriebe, vom Roten Rathaus der Hauptstadt, vom Großen Sit zungssaal im Haus der Ministerien. Viele Vorurteile xu überwinden Gespräch mit Martha Mercader, Leiterin der argentinischen Delegation Die Schriftstellerin Martha Mercader Ist Leiterin der argentinischen Frauen delegation, die 56 Mitglieder verschie dener politischer und sozialer Organi sationen umfaßt. Wir fragten Frau Mer cader, die der Intransigenten Partei an gehört, naen ihren Eindrücken vom Kongreß. Sie sagte: „Ich bin begeistert von dem bisherigen Verlauf — und zwar nicht nur, weil es hier eine perfekte Organisation gibt, sondern weil ich mich unter zweitausend Frauen aus fast allen Ländern der Welt befinde, die in ge meinsamem Geist für Frieden. ¦ Fort schritt, soziale Gleichheit.und Gleich berechtigung eintreten. Über das Gastgeberland des Weltkon gresses äußerte Martha Mercader: „Ich bin erst wenige Tage in Berlin, konnte mich aber schon an Hand vieler Kenn zeichen vom ökonomischen und sozialen Fortschritt in diesem Lande überzeugen. Ich hoffe, daß ich Gelegenheit habe, noch- mehr von der DDR kennenzuler nen. Ich bin auch sicher, daß die Erfah rungen der DDR nicht nur für unsere Frauen, sondern überhaupt für unser Land von Nutzen sein könnten." Nach der sozialen Situation der Frau in Argentinien befragt, antwortete Mar tha Mercader: „Wir haben -uns im Laufe der Zeit einige Rechte erkämpfen können. Seit 1946/47 haben bei uns die Frauen das Wahlrecht. Und vor wenigen Monaten haben wir die Verabschiedung eines Gesetzes bewirkt, nach dem auch die Mutter ein Recht auf die Kinder erziehung erhielt. Dennoch ^ibt es bei uns noch viele Vorurteile und diskrimi nierende Gewohnheiten gegenüber der Frau. Nur zehn Prozent der Volksver tretungen werden von Frauen ausge füllt, und zwar auch nur auf kommu naler Ebene. Die Positionen auf höhe rer Leitungsebene und in den Gewerk schaften werden- nach wie vor von Män nern Meinungen von Delegierten Den Soziaiismus erlebt Delegierte der SWAPO aus Namibia im VEB Berliner Strickmoden Dienstag vormittag besuchten Dele gierte der Südwestafrikanischen Volksorgamsation von Namibia (SWAPO) die Werktätigen des VEB Berliner Strick moden, Betriebsteil Buchholz, um im Alltag das Leben der Frauen in einem sozialistischen Land näher kennenzuler nen. Beim Rundgang durch die Produktionshalle gab es viele herzliche Gespräche. Die namibische Lehrerin Johanna Shoombe fragte die Arbeiterin Martina Ziemann, was der Betrieb zur Erleichte rung des Leben der Frauen tut. Sie er fuhr von Schonplätzen, dem Kindergar ten, den Ferienbungalows und vielen an deren Maßnahmen, die unser Staat für das Wohl der Kinder und Mütter gesetz lich festgelegt hat. Brigitta Krumrei er zählte, daß sie hohe staatliche Zuschüsse für ihre drei Kinder erhält. Ehrenst Ngarikubuke Ijiriange, Mit glied des ZK der SWAPO, interessierte sich vor allem für die Förderung der Ju gend im Betrieb. Siegfried Schiemann be richtete, daß die FDJler sehr interes sante Aufgaben übernommen haben, z. B. ein Einfahren von hochproduktiven Strickmaschinen, die dreischichtig aus gelastet werden, und das Entwerfen von Modellen, die besonders den Jugend lichen gefallen. Natürlich wollten die Berliner auch viel über das Land ihrer Gäste wissen. Die, Delegationsleiter^ Libertina Amathila berichtete vom Leben im kolo nialen Namibia. Sie selbst lebt im Exil in Sambia. In einem Camp betreut sie 900 Menschen gesundheitlich. Sie sei sehr glücklich darüber, hier in der DDR er fahren zu haben, wie ein sozialistisches .Land seine ganze Kraft für das Wohl der Menschen, besonders der Kinder, einsetzt. „Wir lernen dabei viel und kön nen uns besser auf die Arbeit in unserer später freien Heimat vorbereiten." Die Arbeiter sagten ihren Gästen, daß sde mit großer, Sympathie an der Seite der Völker stehen, die um ihre Freiheit kämpfen. „Wir wissen das", antwortete das Mitglied des ZK der SWAPO, „80 Prozent der Solidaritätsgüter, die wir erhalten, kommen aus der Sowjet union und der DDR." Besuch bei Bäuerinnen Herzlich begrüßte Gäste in der 4800 Hektar großen LPG Pflanzenproduk tion Blönsdorf, i Kreis Jüterbog. waren Delegierte aus der VR Kongo, Guinea Und Trinidad. Sie informierten sich über das Leben der Bäuerinnen in der sozia listischen Landwirtschaft. Besonders beeindruckt waren die Gäste vom hohen Bildungsstand der Frauen in der Genos senschaft. Von den 98 Bäuerinnen besit zen alle eine fachliche Ausbildung: Eine Bäuerin ist Diplctnlandwirt, vier Frauen verfügen über einen Fachschul abschluß, zwei sind als Meister tätig, und 73 besitzen den Fachbrief, darunter 26 Mechanisatoren, die während der Ernte die moderne Technik bedienen. Ein reges Interesse äußerten die Besucher für die gesellschaftliche Stel lung der Frauen, die u. a. darin zum Ausdruck kommt, daß in den vier Ge meinden des Bereiches der LPG Pflan zenproduktion drei Frauen Bürgermei ster sind. Fakten und Zahlen über die Frauen in der DDR # 56,6 Prozent aller in der sozia listischen Wirtschaft tätigen Frauen verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung, elf Prozent haben einen Hoch- oder Fachschulabschluß. eigene Fraktion mit 35 Volksvertre terinnen repräsentiert. • 80 Prozent aller Vorschulkinder und über 40 Prozent aller Kinder bis zu drei Jahren werden in Kinder gärten und -krippen betreut • 26.1 Millionen Mark zahlte die Sozialversicherung 1974 als Unter stützung für alleinstehende Frauen zur Pflege ihrer erkrankten Kinder. Qieichlberechf igung - Enf wictkBung - Frieden viele verschiedene Kräfte Über ihren Kampf und erste Erfolge berichteten Vertreterinnen der britischen Gewerkschaft TUC, der französischen CGT, der kanadischen Vereinigung der Elektroarbeiter, der irischen Vereini gung der wissenschaftlich-technischen und Leitungskräfte. Betty Harrison aus Großbritannien forderte beispielsweise neben gleichem Lohn auch gleiche Altersversorgung für die Frauen. Die Grüße der ILO, der Internationalen Ar beitsorganisation der UNO, überbrachte Marion Janjic. Sie erklärte, daß die Gleichberechtigung der Frau auch zum zentralen Problem in allen Gremien dieser Organisation wurde. Bunt wie das bewegende Bild der farbenprächtig gekleideten Frauen im Saal des Kulturhauses des Werkes für Fernsehelektronik war auch die Palette der Delegierten, die das Rednerpult be traten. Zu ihnen gehörten die Ministe rin für kommunale Entwicklung und soziale Angelegenheiten Guadeloupes, Heraldine Rock, Angela Davis (USA), Dr. Cornelia Weiss (Großbritannien), Vertreterin der Internationalen Frauen liga für Frieden und Freiheit, Prof. Dr. Johanna Töpfer, Stellvertreter des Vorsitzenden des Bundesvorstandes des EDGB, Babette Ruckert, Frauenunion Luxemburgs, Lidia Likowa, stellvertre tende Vorsitzende des Ministerrates der RSFSR und Abgeordnete des Obersten Sowjets der UdSSR, und Kiran Daniel, die Vertreterin des Weltkirchenrates aus Genf. Vertreterinnen nationaler Vereinigun gen aus dem Nahen Osten, dem indi schen Subkontinent, aus der CSSR, Ja pan, der Sowjetunion und Australien bezogen in ihren Ansprachen eindeutig Position gegen imperialistische, frie densgefährdende Machenschaften, die sowohl Beschlüssen der UNO als auch dem Geist der europäischen Sicherheits- ' konferenz -zuwiderlaufen. Ans Rednerpult des Kongresses trat auch Manal al-Aloosy aus der Republik Irak Fotos: ND/Murza: Schönfeld Zum Thema.Frau und Arbeit in Industrie und- Landwirtschaft" diskutierten in der Kom mission 2 die britischen Gewerkschafterinnen Rosemarie Curry (I.) und Irme Fowler (2. v. r.) Fotos: ZB/Schneider W Rund 86 Prozent der arbeits fähigen weiblichen Bevölkerung nehmen ihr Recht auf Arbeit wahr, das sind 3.9 Millionen Frauen. • 350 000 Frauen sind in der sozia istischen Landwirtschaft tätig. 71 Prozent von ihnen haben eine abgeschlossene Ausbildung. • 65 248 Frauen und Mädchen besuchten im Vorjahr Hoch- und Fachschulen. Das ist mehr als die Hälfte aller Studierenden # Jeder dritte Abgeordnete In der DDR ist eine Frau. In der Volks kammer sind von 500 Abgeordneten 159 Frauen. Der DFD ist durch eine • Jeder dritte Richter, jeder fünfte Bürgermeister und jeder fünfte Schulleiter ist eine Frau. • Für 400 000 Mütter mit mehre ren Kindern verlängerte sich der Jahresurlaub seit dem VIII. Partei tag der SED um drei bis neun Tage. • 160 000 kinderreiche Familien erhielten allein 1974 Zuschüsse aus staatlichen Mitten für Mieten. Hausratskauf u. ä. Ich bin überzeugt, daß all das, was wir hier auf dem Weltkongreß hören und femeinsam beraten, uns bei der Formulierung unserer Ziele und auf dem Wege, sie zu erreichen. sehr helfen wird" Elisabeth Bon vel (Frankreich), Vertreterin des Weltbundes der Pfad finder: Die Breite des Forums stellt eine jausgezeichnete Plattform für den Austausch von Meinungen und Ideen für die Förderung der Frau und deren Stellung in der Gesellschaft dar, die hier freimütig und offen debattiert werden. Meine Eindrücke sind außerordentlich positiv. Tove Rasmussen, Dänemark, Vertreterin der Organisation -Frauen und Männer In der Kirche": Als Ver treterin der katholischen Kirche trete ich für die Gleichberechtigung der Frauen bei der Ausübung kirchlicher Ämter ein." In der Kommission 3 „Frau und Entwicklung" arbeite ich mit, weil meine Organisation gerade für die gläu bigen Menschen in den Entwicklungs ländern eine große Verantwortung empfindet. Denise Ruepp (Schweiz), Frauenorganisation für Frieden und Fortschritt: Mich beeindrucken die Gastfreundschaft und Liebenswürdigkeit, mit der wir in Berlin empfangen wurden. Denn in unserer Heimat gibt es häufig noch große Vorurteile gegenüber sozialisti schen Ländern, und ich, die ich zum erstenmal bei Ihnen bin, war auch' nicht frei davon. Kazuko Yambe (Japan), Vorsitzende des Standigen Komitees des japanischen Mütterkongresses: Auf dem Kongreß hier in Berlin will ich mit Frauen aus aller Welt über unsere Probleme, die sozialen Probleme eines hochentwickelten Staates, sprechen und die Erfahrungen der de mokratischen Frauenbewegung in den sozialistischen Staaten und den Entwick lungsländern kennenlernen. Durch neun geteilt setzte der Kongreß seine Beratungen fort. Geteilt? Nein. Wohl eher kann nach dem Erlebnis der lebhaften, sachkundigen Debatten in den neun Kom missionen geurteilt werden, daß die Kraft dieses Forums verneunfacht wurde. Neun fache Möglichkeit für viele, zu sprechen, viele zu hören, mit vielen zu beraten, Er fahrungen zu geben und zu sammeln. Neunfach genutzte Möglichkeit! Denn kaum, daß die Diskussion in den Kommis sionen für eröffnet erklärt war. häuften sich bei den Präsidien die Wortmeldungen. So auch in der Kommission 6. die sich mit dem Kampf der Frau für Frieden, internatio nale Sicherheit und Entspannung, für die Abrüstung und den Schutz der Umwelt be schäftigt: Beiträge aus der CSSR und Australien, aus den USA und der Sowjet union, Japan und Syrien, Libanon, Indien und vielen anderen Ländern. Temperamentvoll die einen, sachlich nüch tern andere. Ein jeder aber auf den Kern punkt des Treffens zielend: Gemeinsamkeit ist es, die uns stark macht. Dazu in sechs Kongreßsprachen in neun Kommissionen die erklärte Erkenntnis: Der Kampf um die Gleichberechtigung der Frau kann und wird nur erfolgreich sein, wenn wir ihn als Teil des Völkerstrebens nach Frieden, Sicherheit, nationaler Unabhängigkeit und sozialem Fortschritt führen.

English translation

=== [Page 1] === --- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) --- Schulwesen abhängig von sozialem System Einer der Ausgangspunkte der lebhaften Debatte in der Kommission 5, wo schon in der ersten halben Stunde 60 Delegierte um das Wort baten, war die Tatsache, daß Frauen zwar ein Drittel aller materiellen Werte der Welt produzieren, aber einen proportional wesentlich geringeren Anteil an Bildung und Wissenschaft haben. Das zeigte sich besonders drastisch bei der Erörterung von Problemen des Analphabetentums. So erklärte die indonesische Delegierte Sjamsiddar Moerdono, daß 51 Prozent der Frauen des Landes des Lesens und Schreibens unkundig sind. Die Lehrerin Joyce Wheeler aus den USA wies nach, daß vor allem die Frauen der ethnischen Minderheiten ihres Landes diskriminiert sind. Ein für die Bildungspolitik nicht nur in Entwicklungsländern interessantes Problem warf die ugandische Delegierte Mary Astles auf, als sie fragte: „Wofür, mit welchem Ziel soll ausgebildet werden?“ Viele Sprecher, so eine spanische Teilnehmerin, wiesen auf den Zusammenhang zwischen dem jeweiligen sozialen System und der Situation des Bildungswesens hin. --- English translation --- School system dependent on social system One of the starting points of the lively debate in Commission 5, where 60 delegates asked to speak within the first half hour, was the fact that women produce a third of all material values in the world but have a proportionally much smaller share in education and science. This showed itself especially drastically in the discussion of problems of illiteracy. The Indonesian delegate Sjamsiddar Moerdono declared that 51 percent of the women of the country can neither read nor write. The teacher Joyce Wheeler from the USA showed that above all the women of the ethnic minorities of her country are discriminated against. A problem of interest for education policy not only in developing countries was raised by the Ugandan delegate Mary Astles when she asked: "Educated for what, with what aim?" Many speakers, as one Spanish participant put it, pointed to the connection between the respective social system and the state of the education system.