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Neues Deutschland, 26 February 1979, S. 6: Aussprache über Fragen unserer Zeit

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Text

Von der internationalen Konferenz des ZK der SED Neues Deutschland / 26. Februar 1979 / Seite Aussprache über Fragen unserer Zeit In der über 200 Jahre währenden ausländischen Herrschaft waren beson ders die Frauen von Bangladesh Opfer der verschiedenen Formen des Aber glaubens, des Analphabetentums und der Armut, stellte Fanzia Moslem, Mitglied des Stadtkomitees von Dacca der Kom munistischen Partei Bangladeshs fest. Erst mit der nationalen Unabhängigkeit erlangten die Frauen das Bewußtsein ihrer Kraft. Ihnen werden nunmehr in der Verfassung zahlreiche Rechte zuge sichert. Doch sie besitzen nicht die öko nomischen Möglichkeiten, diese Rechte auch wahrzunehmen. Besonders die Frauen auf dem Lande befinden sich in vollkommener Abhängigkeit des Man nes und seiner Verwandtschaft. Sie leben in großem Elend. Die Frauenbewegung in Bangladesh richtet ihre Aufgaben dar auf, das Ansehen der Frau iin der Ge sellschaft zu heben. Sie hat dabei die Unterstützung der Kommunistischen Partei. Ein anklagendes Bild von der Lage der Bäuerinnen in Ekuador zeichnete America Bastidas, Mitglied der Frauen kommission der KP Ekuadors. Die Frauen auf dem Lande, zumeist Indios, arbeiten von früh bis spät, wobei sie vor allem die schwersten und am schlechtesten bezahlten Arbeiten ver richten müssen. Sie kennen keine soziale Unterstützung, nicht einmal Sozialver sicherung. Sie haben kein Recht auf ärztliche Betreuung, Wohnung, ge schweige auf Altersversorgung. Hinzu kommt die erschreckende Arbeitslosig keit. Viele Bereiche der Gesellschaft erobert Als letzte Rednerin des zweiten Be ratungstages sprach B. C. Kankasa, Mit glied des ZK und Sekretär der Frauen liga der Vereinigten Unabhängigkeits partei Sambias. Bei der Errichtung eines sozialistischen und humanistischen Staates auf den Trümmern von 70 Jah ren kolonialer Ausplünderung stehen die Frauen in der ersten Reihe, erklärte sie. Seit der Unabhängigkeit vor 14 Jah ren haben sich Sambias Frauen ihren Platz in allen gesellschaftlichen Berei chen erobert. Viele nehmen sogar lei tende Funktionen ein, auch in Spitzen gremien wie dem Zentralkomitee der Partei und im Kabinett. Sambia habe gemeinsame Grenzen mit Simbabwe und Namibia, deren Kampf gegen Ras sismus und Kolonialismus der Unter stützung aller bedarf. Das Volk Sam bias ist entschlossen, „weiterhin als zu verlässiger Stützpunkt für den Be freiungskampf im Süden Afrikas zu fungieren, und es weiß in den sozialisti schen Staaten gute Verbündete an sei ner Seite. Die erste Rednerin des dritten Be ratungstages, der Tagungsleiterin Jo hanna Töpfer, Mitglied des ZK der SED und stellvertretende Vorsitzende des Bundesvorstandes des FDGB, das Wort erteilte, war Maria Kabrhelovä, Mit glied des Sekretariats des ZK der KPTsch und Vorsitzende dies Frauen bundes. Sie schilderte den starken Ein fluß von Bebeis Buch auf das Selbst bewußtsein, vor allem aber auf das Klassenbewußtsein der Frauen in ihrem Land. Nach Bebel geht es darum, daß die Frau „ihre Kräfte und Fähigkeiten entfalten kann". In der CSSR haben der Aufbau der sozialistischen Gesellschaft und die damit verbundenen sozialöko nomischen Veränderungen alle Voraus setzungen dafür geschaffen. Die Frauen sind heute vollberechtigte Mitschöpfer aller materiellen und geistigen Werte. Unter den sozialen Leistungen des Staates hob die Rednerin die Fürsorge für Mutter, Kind und Familie hervor. samer in das politische Leben, in den Produktionsprozeß, in Kultur, Wissen schaft und Technik einzubeziehen. stellt die Partei Bildung und Erziehung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit, denn die Ko lonialherrschaft im Lande hatte besondters unter den Frauen eine große Zahl von Analphabeten hinterlassen. Die mongolische Frau hat in der historisch kurzen Zeit von einem halben Jahrhundert die Fesseln des Feudalis mus gesprengt und gestaltet heute gleichberechtigt die sozialistische Gesell schaft in ihrem Lande mit. betonte Sonomyn Udwal, Mitglied des Zentral komitees der Mongolischen Revolutionä ren Volkspartei. Durch die Gegenüber stellung einiger Fakten verdeutlichte die Rednerin diese grundlegende Wandlung: 1921 waren die Frauen durchweg An alphabeten, sie besaßen keinerlei Rechte. Gegenwärtig sind die Hälfte der Hochund Fachschulstudenten und ein Viertel der Deputierten des Großen Volkshurals Frauen. Diese Entwicklung wäre ohne die Hilfe und die Erfahrungen der Sowjetunion nicht denkbar gewesen, betonte die Rednerin. Unter starkem Beifall gab sie der Gewißheit Ausdruck daß das vietnamesische Volk den chine sischen Invasoren eine entschiedene Abfuhr erteilen wird. Die Mißstände, die August Bebel vor 100 Jahren schilderte, seien weitgehend ein Abbild der heutigen Wirklichkeit in ihrem Land, erklärte Nivia Salamanca de Silva, Mitglied der Frauenkommission des ZK der KP Kolumbiens. Gegen wärtig nehme Kolumbien in der Kinder sterblichkeit den unrühmlichen ersten Platz in Südamerika ein: Von 100 Neu geborenen sterben 90 im ersten Lebens jahr. Die Ursachen liegen in der Unter ernährung und in der unzureichenden medizinischen Versorgung. Nur 70 Pro zent der Kinder können die Grundschule besuchen, und jeder dritte Minderjährige umter 15 Jahren muß für einen Hunger lohn arbeiten, um das Famüienemkommen aufzubessern. Bebeis Buch mich wie vor eine gute Waffe Über den Kampf der Frauen in Ge schichte und Gegenwart ihres Landes sprach Leticia Montes Rodriguez, stell vertretende Vorsitzende der Frauen kommission des ZK der Mexikanischen KP. „Wir Frauen sind die Hälfte der Revolution", sagte sie. Die bisher er reichten Rechte sind Ergebnis des jahr zehntelangen Kampfes des Volkes, in Lebensfragen mitentscheiden zu können. Sie stellte fest, daß Bebeis Buch für die kapitalistischen Länder nichts an Be deutung verloren hat. Es ist auch heute noch eine Waffe in den Händen der revolutionären Frauenbewegung, im Kampf der Arbeiterklasse für eine neue Ordnung. Im weiteren Verlauf der Tagung, die nun von Egon Winkelmann, Leiter der Abteilung Internationale Verbindungen des ZK und Mitglied der Zentralen Revi sionskommission der SED, geleitet wurde, sprach als Vertreter der Arabi schen Sozialistischen Baath-Partea Kouzai Milli, Botschafter der Syrischen Ara bischen Republik in der DDR. Er unter strich, daß die Partei seit ihrer- Grün dung der Frage der Befreiung der Frau große Aufmerksamkeit widmete. Zu den bedeutenden Erfolgen zählt, daß heute die syrische Frau gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhält, vollständige ge sundheitliche und soziale Sicherheit ge nießt und administrative wie politische Verantwortung trägt. Doch diesen Be strebungen seien Grenzen gesetzt, da Syrien seit Jahren mit dem rassistischen und expansionistischen Feind, dem Zio nismus, konfrontiert ist. Bemerkenswerte Angaben der frühen weltweiten Verbreitung von Bebeis Werk machte Satiajaya Sudiman als Sprecher der Kommunistischen Partei Indonesiens. Bereits zur Zeit des hol ländischen Kolonialismus hatte eine junge, aus einer Adelsfamilie stammende Frau, Kartei, gestützt auf die Gedan ken von August Bebel, in einem eigenen Werk Vorstellungen über den Kampf der indonesischen Frauen für ihre Be freiung entwickelt. Sie werden heute von der illegalen Organisation der werktätigen Frauen Indonesiens weiter geführt. Kampf um nationale und soziale Befreiung Wie der USA-Imperialismus durch lancierte Staatsstreiche oder direkte militärische Interventionen in Latein amerika auch die volle Emanzipation der Frau verhinderte und noch verhin dert, darüber sprach die Vorsitzende der Allianz der Frauen von Honduras, Marta Castro de Zabillön. Jedoch der Kampf der Frauenorganisationen als Teil des Kammes um nationale und soziale Be freiung in Honduras habe in jüngster Zeit Erfolge erreicht: Die großen Streiks von 1954 waren Ausgangspunkt einer sozialen Gesetzgebung. 1956 wurde das Frauenwaihlrecht eingeführt und gegenwärttig bemühen sach die demokratischen Kräfte um ein neues Strafgesetzbuch, das der siebzigjährigen politischen Un terwerfung der Frau in Honduras ein Ende setzen soll. Leidenschaftlich for derte die Rednenn die Beendigung; der chinesischen Aggression und Solidarität mit dem Freiheitskampf des Volkes Ni karaguas Unter dem Beifall der Kongreßteil nehmer forderte — wie viele Redner dieses Tages - George Toubi, Mitglied des ZK der Kommunistischen Partei Israels: Chinesische Aggressoren 'raus aus Vietnam! Er sprach über den Hel denmut der palästinensischen Frauen, die im Kampf gegen Okkupation und natio nale Diskriminierung Gesundheit und Leben opfern. Die Kommunistische Partei Israels setzt sich dafür ein, daß das arabische Volk von Palästina bald sein Selbstbestimmungsrecht wahrneh men kann. Die Leitung der Nachmittagssitzung übernahm Inge Lange, Kandidat des Politbüros und Sekretär des ZK der SED. Sie erteilte Martha Ford, Mitglied des Politbüros der SWAPO, der Volksorgani sation von Südwestafrika (Namibia), das Wort, die feststellte: In den nationalen Befreiungsbewegungen hat sich ein neuer Frauentyp herausgebildet - die Kampfgefährtin des Mannes, die Schul ter an Schulter mit ihm mit der Waffe In der Hand streitet. Heute gibt es kein Feld im Kampf des Volkes von Namibia gegen den grausamen Kolonialismus, gegen die Apartheidpolitik, auf dem die Teilnahme der Frauen nicht zu sehen und spüren ist. Vom erfolgreichen Kampf der Arbei terinnen berichtete die Vertreterin der Sozialistischen Einheitspartei Neusee lands, Barbara Jessie Stewart. Hier ge lang es der Gewerkschaftsbewegung und den progressiven Kräften sogar, im Jahre. 1972 ein Gesetz über gleichen Lohn für gleiche Arbeit durchzusetzen. Die Repräsentantin aus Neuseeland er hielt ebenfalls starken Beifall, als sie den unverzüglichen Abzug der chine sischen Aggressoren aus Vietnam for derte. Als letzte Diskussionsrednerin der internationalen Konferenz des ZK der SED trat Susanne Sohn, Mitglied des ZK der Kommunistischen Partei Öster reichs an das Rednerpult. Auch im so genannten Schönwetterwinkel des Kapi talismus wird die Situation der Frauen durch niedrigeren Verdienst, schlechtere Ausbildung und geringere Aufstiegs chancen im Vergleich zu den Männern gekennzeichnet. Die unzureichende Be reitstellung von Krippen- und Kinder gartenplätzen hindert viele Frauen, berufstätig ' zu sein. Die Parteien der Unternehmer nutzen die kapitalistische Krise, um das Leitbild der Hausfrau und Mutter wieder in den Vordergrund zu rücken. Die KPÖ tritt konsequent für die Gleichberechtigung der Frauen ein. Frauen aus Indien drücken ihre Solidarität mit dem vietnamesischen Volk aus Sicherung des Friedens ist wichtigstes Anliegen Kurt Hager im Schlußwort: Chinesische Aggression sofort beenden Es war — darin stimmten alle Redner uberein — richtig, diese internationale Konferenz aus Anlaß des 100. Jahres tages des Erscheinens von August Bebeis Buch „Die Frau und der Sozia lismus" einzuberufen, betonte Kurt Hager zu Beginn seines Schlußworts. Dies ermöglichte einen umfassenden Erfahrungs- und Meinungsaustausch über die „Frauenfrage" in der Gegen wart als Bestandteil der Theorie und Praxis des Kampfes der Arbeiterbewe gung, des nationalen Befreiungskamp fes und des Aufbaus der sozialistischen Gesellschaft. Entschlossen das Joch der Unterdrückung abwerfen Drittens war unsere Konferenz eine eindrucksvolle Manifestation des Willens der Frauen der jungen Nationalstaaten, sich ein neues Leben aufzubauen. Sie war eine Demonstration der Entschlos senheit der Frauen der nationalen Be freiungsbewegungen, das Joch der Unterdrückung abzuschütteln. Wir möchten — ohne dabei die Freunde im sozialistischen Äthiopien und anderen Ländern Afrikas zu ver gessen — hier besonders unsere Verbun denheit und Freundschaft mit jenen Völkern und besonders den Frauen Libyens, Angolas, Sambias und Mocambiques zum Ausdruck bringen, die in den letzten Tagen den General sekretär des ZK der SED und Vorsitzen den des Staatsrates der DDR, Genossen Erich Honecker, und seine Delegation mit so großer Herzlichkeit empfangen haben. Wir bekunden unsere unein geschränkte Solidarität mit dem Volk und der Patriotischen Front von Si mbabwe sowie den anderen Freiheits kämpfern Südafrikas, mit der palästi nensischen Befreiungsbewegung, mit der in ihrer friedlichen Arbeit bedrohten Volksdemokratischen Republik Jemen. Wir beglückwünschen das iranische Volk, die iranischen Frauen zu dem gro ßen Sieg über das verhaßte Regime des Schahs in der antiimperialistischen, nationaldemokratischen Volksrevolution. Unseren chilenischen Genossinnen und Genossen und den kämpfenden Frauen aus allen lateinamerikanischen Ländern, allen gegen Imperialismus, Faschismus und Zionismus kämpfenden Völkern wünschen wir weitere Erfolge in ihrem schweren Kampf. Überall in der Welt wird der Kampf schließlich durch den Sieg des werktätigen Volkes gekrönt werden. Die Zukunft gehört dem Sozia lismus, das heißt — wie Bebel sagte in erster Linie dem Arbeiter und der Frau. In der Aussprache wurde eindrucks voll nachgewiesen, hob Kurt Hager hervor, wie notwendig es ist, der Diffamierung des Sozialismus durch die imperialistischen Massenmedien, der Irreführung der Frauen durch die Reak tion sowie den durch Tradition und Er ziehung verfestigten Vorurteilen über die Rolle der Frau entgegenzuwirken. Diese Konferenz hat viele Anregungen und Argumente für diese unerläßliche ideo logische Arbeit vermittelt. Breite Bewegung der Solidarität mit Vietnam Ein zentrales Thema unserer Konfe renz war die Notwendigkeit der Erhal tung und Festigung des Friedens. Das ist ureigenstes Anliegen der Frauen. Wir müssen mit großer Besorgnis fest stellen, daß seit mehr als einer Woche ein Krieg im Gange ist, der sich von Tag zu Tag verschärft und über dessen Dauer und Auswirkungen man im Augenblick nur Vermutungen anstellen kann. Dieser Krieg wird auf vietnamesischem Terri torium ausgetragen, und er wurde aus gelöst durch eine chinesische Aggression. Das ist kein Grenzkonflikt, sondern ein sich ausbreitender Krieg. Das sind die nackten, unbestreitbaren Tatsachen, so wie es unbestreitbar ist, daß die Soziali stische Republik Vietnam in den letzten Monaten alles getan hat, um Streitfragen durch Verhandlungen zwischen der SRV und China zu lösen. In der Deutschen Demokratischen Re publik hat sich eine breite Bewegung des Protestes gegen die chinesische Ag gression und der Solidarität mit dem vietnamesischen Volk entwickelt. Unser Volk unterscheidet klar zwischen dem Aggressor und seinem Opfer. Wir an erkennen keinerlei Rechtfertigung für den chinesischen Überfall. Das Volk der DDR weiß auch sehr wohl, daß die Er-. eignisse in Kampuchea nicht als Vor wand für eine Aggression gegen die SRV benutzt werden dürfen. Denn in Kampu chea hat eine Volksbewegung unter Füh rung der Nationalen Einheitsfront für die Befreiung Kampucheas ein volks- und menschenfeindliches Regime hinweg gefegt, ein Regime, das im Namen des Kommunismus unsägliche Verbrechen beging. Mit der Befreiung von diesem Regime hat sich das Volk von Kampu chea sein Leben wiedergegeben und zu gleich Voraussetzungen für freundschaft liche und friedliche Beziehungen zwi schen Kampuchea und der SRV geschaf fen. Flagrante Mifiachtung des Völkerrechts Unsere Partei sieht in der chinesi schen Aggression ein Verbrechen gegen den Frieden. Offenbar ist die Pekinger Führung — gegen alle Interessen des chinesischen Volkes — gewillt, dieses Verbrechen fortzusetzen und auszuwei ten. Wie gemeldet wurde, erklärte gestern der stellvertretende Ministerpräsident Chinas, Deng Xiaoping, im Gespräch mit dem Vorsitzenden der EG-Kommis sion Jenkins: China sei entschlossen, seine „Strafexpedition" fortzusetzen und Vietnam weitere Lehren zu erteilen. Was ist dies anders, als die an maßende Sprache eines Aggressors? Was ist, dies anders, als eine flagrante Miß achtung des Völkerrechts? Wie soll man die chinesischen Kriegshandlungen auf vietnamesischem Territorium, bei denen bisher von chinesischer Seite nahezu 200 000 Mann eingesetzt sind, anders be zeichnen, als eine offene Verletzung der Unabhängigkeit, Souveränität und ter ritorialen Integrität Vietnams? Das Gebot der Stunde heißt, dafür einzutreten, daß die chinesische Aggres sion sofort beendet wird und die chine sischen Truppen das vietnamesische Territorium unverzüglich verlassen. Je der Tag, den diese Aggression andauert, kostet Menschenleben und erhöht die Gefahr für den Weltfrieden. Alles muß getan werden, um diese Gefahr zu ban nen. Immer lauter muß unser Ruf er schallen: Hände weg von Vietnam! Kurt Hager erklärte sodann: An die, Adj»sse der SED und der DDR wurden-jauf dieser Konferenz viele gute»;« Worte gerichtet. Wir danken Ihnen für die Glückwünsche zum dreißigjährigen Bestehen unseres Arbeiter-und-Bauern- Staates. Seien Sie versichert, daß wir stets in dem Bewußtsein handeln, durch unsere Erfolge bei der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft zur Stärkung der für die Befreiung und Gleichberechtigung der Frau, für Demo kratie. Frieden und sozialen Fortschritt kämpfenden Kräfte aller Kontinente beizutragen; Und umgekehrt: Wir wissen sehr wohl, daß wir ohne Ihre Solidarität und Unterstützung, die uns in den vergan genen dreißig Jahren immer und auf vielfältige Weise zuteil wurde, nicht das erreicht hätten, was wir erreicht haben. Wir kämpfen für die gleiche Sache, un sere Erfolge sind Ihre Erfolge, und Ihre Erfolge sind unsere Erfolge! Sozialismus entwickelt sich dynamisch weiter Gewiß, wir haben viel erreicht und sind darauf stolz. Aber wir betrachten den Sozialismus stets als eine sich dy namisch entwickelnde Gesellschaft, und wir wissen, daß wir noch große Aufga ben und Probleme auf allen Gebieten zu lösen haben, auch was die Förderung der Frauen anbelangt. Die Grundlagen für die volle Ent faltung der Persönlichkeit, der Fähig keiten und Talente der Frauen sind ge legt durch dae rechtliche und soziale Un abhängigkeit und Gleichstellung der Ge schlechter. Wir wollen aber — gemäß den Beschlüssen unseres IX. Parteitages weiter vorankommen bei der Verbes serung der materiellen und kulturellen Lebensbedingungen, der Bdidung und Kultur der Frauen wie aller Werktäti gen bei der Vervollkommnung der so zialistischen Demokratie und der Selbst verwirklichung des Menschen. Was die heutigen Parteiveteranen vor vielen Jahren begannen, um für die Frau im Sozialismus ein glückliches Leben und eine gesicherte Zukunft zu erkämpfen, das setzen die Jungen fort, und zugleich werden sie dafür sorgen, daß das Erreichte, daß die Errungen schaften des Sozialismus wirksam ge schützt und verteidigt werden. Auf dieser guten Kampftradition und Kampfgemeinschaft von alt und jung beruht die Stärke unserer Bewegung. Sie ist für uns alle ein Unterpfand, daß der Sozialismus auf allen Kontinenten siegen wird. Wir danken Ihnen, liebe ausländische Gäste, für Ihre Teilnahme an unserer internationalen Konferenz und Ihren aktiven Beitrag zu ihrem Gelangen. Wir bitten Sie, den Führungen Ihrer Parteien und Organisationen die herzlichen Grüße des Zentralkomitees der SED und seines Generalsekretärs, Genossen Erich Hon ecker, zu übermitteln. Wir wünschen Ihnen persönlich alles Gute, Gesundheit und viel Erfolg im Kampf um die Gleichberechtigung der Frau, am Kampf um Frieden, Demokratie, nationale Un abhängigkeit und Sozialismus, Das Mitglied der Frauenkommission der Libanesischen Kommunistischen Partei, Miriam Abboud, hob als bedeut sam hervor, daß diese internationale Konferenz in einem sozialistischen Staat, in der DDR, stattfindet, die in diesem Jahr den 30. Jahrestag ihrer Gründung feiert und die auch die Lebenskraft der marxistischen Erkenntnisse von August Bebel. Clara Zetkin und Rosa Luxem burg augenscheinlich bestätigt hat. In ihrem Referat ging die Vertreterin der libanesischen KP auf die komplizierte Lage in ihrer Heimat ein, die durch die ständigen Provokationen der Rechtsmüdzen und die ' bewaffneten Überfälle Israels weiter verschärft wird. Das be einträchtige natürlich die Lösung der dringenden Probleme der Gleichberech tigung der Frau im täglichen Leben führe aber täglich neue Kräfte, auch bürgerliche antiimperialistische Frauen organisationen, zur Aktionseinheit zu sammen. Annie Broeckx von der KP Belgiens beschäftigte sich besonders mit der Frauenarbeitslosigkeit — drei von fünf Arbeitslosen sind Frauen —, den Ar beitsbedingungen der Frauen und dem Problem de» Schwangerschaftsunterbre chung. Auch in Belgien verstärken sich die Forderungen nach einer neuen Ge setzgebung, die der Frau freie Entschei dung über das Austragen des Kindes überlassen. In Belgien, so betonte die Rednerin, sterben noch immer viele Frauen an den Folgen, unsachgemäßer Abtreibung, vor allem ärmere Frauen, die sich einen kostspieligen heimlichen ärztlichen Eingriff nicht leisten können. Nachdem eine Vertreterin der Ver einigung der Neuen Philippinerinnen gesprochen hatte, nahm Edit Erdei, Mitglied des ZK der USAP und Präsi dentin des Landesrates der Ungarischen Frauen, das Wort. Ihre Partei hat nach der Befreiung kontinuierlich die Vor aussetzungen dafür geschaffen, daß die Frauen ebenso wie die Männer arbei ten, lernen und Ihre politischen Rechte ausüben können. Zahlreiche Dienstlei stungen erleichtern heute- die häuslichen Pflichten. 77 Prozent der Frauen sind berufstätig. Entwicklungshemmende wirtschaftliche Umstände und alteinge wurzelte Sitten und Gewohnheiten wur den Schritt für Schritt abgebaut Den noch gebe es noch immer „traditionelle" Manner- und Frauenberufe; so sind an der Technischen Universität erst 18 Prozent der Studenten Mädchen. Dr. Daud Hido aus Syrien referierte über die Lage der Frauen in den Ent wicklungsländern des arabischen Raums. Er kam zu der Schlußfolgerung, daß in den Ländern mit progressiver Zielset zung die meisten Erfolge in der Gleich stellung der Frau mit dem Mann er reicht wurden. Auch Syrien habe in den letzten Jahren viel erreicht, obwohl die Frau noch große Lasten zu tragen habe. Turuwork Wakeyo sprach als Leiterin des Komitees für Frauenangelegenheiten in der Nationalen Revolutionären Ent wicklungskampagne für den Provisori schen Militärischen Verwaltungsrat Äthiopiens. Sie betonte, daß im feuda len Äthiopien die Frauen auf Grund ihres Geschlechts jahrhundertelang einer doppelten Unterdrückung und Ausbeu tung ausgesetzt waren. Die Arbeitsge setzgebung vom 6. Dezember 1975 ge währte ihnen 45 Tage bezahlten Schwangerschaftsurlaub und verbot die Beschäftigung von Schwangeren in der Nachtschicht. Im Verlauf der Revolution konnten sich auch die Frauen in gesell schaftlichen Vereinigungen politisch be tätigen. Konferenzteilnehmer unterzeichnen einen Appell, der die bedingungslose Beendigung der chinesischen Aggression fordert Fotos: ND/Fieeuth „56 Jahre ist die Türkei einen kapi talistischen Entwicklungsweg gegan gen", sagte diie Vertreterin der illegalen und verfolgten Kommunistischen Partei der Türkei. „Im Ergebnis dessen befin det sich unser Land in einer tiefen und andauernden ökonomischen, politischen, sozialen, kulturellen und moralischen Krise." Bei steigender Inflationsrate und wachsender Arbeitslosigkeit verschärfen sich die sozialen Widersprüche. Die 1975 unter Führung der Kommunisten gegründete Fortschrittliche Frauen organisation, die gegenwärtig 15 000 Mitglieder zählt, stehe in der breiten Front gegen die Gefahr des Faschismus und für demokratische Veränderungen. Die Sprecherin der Kongolesischen Partei der Arbeit, Ehse-Therese Gamassa, Sekretär des Frauenbundes schilderte die Situation der Frauen in ihrem zentralafrikanischen Land so: „Für uns haben sich die Tore aufgetan. Es ist jetzt an der Kongolesin, diese- Möglichkeiten zu nutzen." Mit der Revo lution von 1963 haben die Frauen ihr Recht auf Arbeit und Bildung erlangt, sie kennen keine Diskriminierung mehr. Um aber die Kongolesinnen noch wirk- Überlebte Sitten sind vollkommen beseitigt Ilham Wahab, Mitglied des Rates Frieden und Solidarität beim ZK der Jemenitischen Sozialistischen Partei, un terstrich, daß die Frauen während der revolutionären Bewegung in der VDRJ gemeinsam mit den Partisanen Waffen trugen. So nahmen sie selbst daran teil, daß. in ihrem Land solche Errungen schaften erkämpft werden konnten, wie ein Famihengesetz, das veraltete Sitten und überlebte Beziehungen zwischen Mann und Frau vollkommen beseitigte und den Frauen soziale Gleichberechti gung gibt. Erstens kann man, meine ich dazu feststellen, daß Bebeis Grundsatz „Es gibt keine Befreiung der Menschheit ohne die soziale Unabhängigkeit und Gleichstellung der Geschlechter" durch die Geschichte voll und ganz bestätigt wurde. Dieser Grundsatz wird in der sozialistischen Gesellschaft durch die reale Gleichberechtigung und durch die allseitige Förderung der Frauen konse quent verwirklicht. Auch dabei ist das Sowjetvolk unter Führung seiner Kom munistischen Partei seit der Oktober revolution allen Völkern vorangegangen. Zweitens ergibt sich bei aller Unter schiedlichkeit der konkreten nationalen Bedingungen, daß in allen kapitalisti schen Ländern immer mehr Frauen sich gegen die verschiedenen Formen der Ausbeutung, Unterdrückung und Diskri minierung zur Wehr setzen und im Kampf um ihre sozialen und politischen Forderungen, um Demokratie und sozia len Fortschritt, gegen Reaktion und Im perialismus, eine immer aktivere Rolle spielen. Wir beglückwünschen die Ge nossinnen und Genossen aus diesen Ländern zu den bereits errungenen Er folgen. Wir sind sicher, daß im gemein samen Kampf von Arbeiterinnen und Arbeitern, von werktätigen Frauen und Männern, von Kommunisten, Sozial demokraten und Parteilosen, von Christen, Gewerkschaftern und anderen gesellschaftlichen Kräften weitere Fort schritte bei der Verteidigung der Rechte und bei der Verbesserung der Lebens und Arbeitsbedingungen der Frauen er zielt werden. Viertens wurde in der Aussprache mit Recht die Notwendigkeit der verstärkten ideologischen Arbeit zur Gewinnung der Frauen hervorgehoben. Bekanntlich stellte sich Bebel mit seiner Schrift die Aufgabe: „Bekämpfung der Vorurteile, die der vollen Gleichberechtigung der Frau entgegenstehen* sowie die Pro paganda für die sozialistischen Ideen, deren Verwirklichung allein der Frau ihre soziale Befreiung verbürgen.'

English translation

=== [Page 1] === --- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) --- Aussprache über Fragen unserer Zeit Von der internationalen Konferenz des ZK der SED [...] Im weiteren Verlauf der Tagung, die nun von Egon Winkelmann, Leiter der Abteilung Internationale Verbindungen des ZK und Mitglied der Zentralen Revisionskommission der SED, geleitet wurde, sprach als Vertreter der Arabischen Sozialistischen Baath-Partei Kouzai Milli, Botschafter der Syrischen Arabischen Republik in der DDR. [...] Bemerkenswerte Angaben zur frühen weltweiten Verbreitung von Bebels Werk machte Satiajaya Sudiman als Sprecher der Kommunistischen Partei Indonesiens. Bereits zur Zeit des holländischen Kolonialismus hatte eine junge, aus einer Adelsfamilie stammende Frau, Kartini [OCR: „Kartei“], gestützt auf die Gedanken von August Bebel, in einem eigenen Werk Vorstellungen über den Kampf der indonesischen Frauen für ihre Befreiung entwickelt. Sie werden heute von der illegalen Organisation der werktätigen Frauen Indonesiens weitergeführt. [Es folgen Beiträge u. a. aus Honduras, Israel und von der SWAPO; nicht übertragen.] --- English translation --- Discussion on questions of our time From the international conference of the SED Central Committee [...] In the further course of the meeting, now chaired by Egon Winkelmann, head of the International Relations department of the Central Committee and member of the SED's Central Auditing Commission, Kouzai Milli, ambassador of the Syrian Arab Republic in the GDR, spoke as representative of the Arab Socialist Baath Party. [...] Remarkable information on the early worldwide dissemination of Bebel's work was given by Satiajaya Sudiman as spokesman of the Communist Party of Indonesia. Already in the time of Dutch colonialism a young woman from a noble family, Kartini [OCR: "Kartei"], drawing on the ideas of August Bebel, had developed in a work of her own ideas on the struggle of Indonesian women for their liberation. These are today carried on by the illegal organisation of the working women of Indonesia. [Contributions from Honduras, Israel and SWAPO, among others, follow; not transcribed.]