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Neues Deutschland, 23. Januar 1985, S. 6: Konvention gegen Diskriminierung der Frauen

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Außenpolitik Neues Deutschland / 23. Januar 1985 / Seite Wasser der Amga erweckt Gebiet am Kältepol zu Leben 50 000 Hektar meliorierte Fläche werden Weideland Von Frank Wehner, Moskau In der Nähe des im fernöstli chen Jakutien gelegenen Kälte pols der nördlichen Halbkugel ist mit der Gründung des Sowchos „Mjandiginski" einer der jüng sten Agrarbetriebe der Sowjet union entstanden. Damit wurde ein wichtiger Schritt getan, um diese Zone, in der die Tempera turen bis auf Rekordtiefen von minus 70 Grad fallen können, zum Leben zu erwecken. Die Meliorationsarbeiten sind zum Objekt des Komsomol er klärt worden. Bisher wurden 8000 Hektar bewässert. Die neu erbaute Siedlung Mjandigi er lebte mittlerweile schon 52 Ehe schließungen und registrierte 120 Geburten. Rehabilitierung für Offiziersbund Antifaschistische Militärs bekämpften Franco-Regime Korrespondenz aus Madrid Die im August 1974 unter dem Einfluß der portugiesischen Aprilrevolution und nach dem Vorbild der MFA des Nachbar landes von einem Dutzend be herzter Offiziere in Madrid und Barcelona gegründete Organisa tion hatte. sich für eine Rückkehr Spaniens zur Demokratie einge setzt. Sie zählte über 100 Mitglie der, als ihr Kern vom Armeege heimdienst verhaftet wurde. Ein Militärtribunal verurteilte die Hauptangeklagten zu langjährigen Freiheitsstrafen. Zunächst von spateren Amnestien ausgenom men, wurden sie auch nach ihrer Freilassung nicht wieder in die Streitkräfte eingegliedert. Obwohl sich keiner der ehemaligen Offi ziere um eine Rückkehr zum akti ven Dienst bewirbt, wird ihnen die geplante Rehabilitierung in Zukunft dieselben Rechte gewäh ren, wie sie anderen in den Ruhe stand versetzten Militärs zuste hen. Eine Straße in das Wadi Bana VDR Jemen beschleunigt Ausbau der Infrastruktur Von Thomas Burmeister, Aden Habilein, eine kleine Gemeinde im rund 100 Kilometer nördlich von Aden gelegenen Radfan- Gebirge, ist für jeden Bürger der Volksdemokratischen Republik Jemen ein Symbol der Freiheit. Hier begann im Oktober 1963 der bewaffnete Kampf gegen die Kolonialmacht, der vier Jahre später siegreich endete. Künftig wird dieser Ort auch ein Symbol wirtschaftlichen Aufbaus des Landes sein. Anfang Januar ist mit dem Bau einer Asphaltstraße begonnen, worden, die sich von Habilein aus über Labus und Al- Had durch das fruchtbare, aber wirtschaftlich bislang wenig ge nutzte Wadi Bana ziehen und die ses Gebiet mit der Hauptstadt Aden verbinden wird. Avantgarde Angolas verstärkt die Mobilisierung der Massen MPLA-Parteikonferenz in Luanda beschloß Kampfprogramm zur Festigung der Revolution Von unserem Korrespondenten Hans Quaai Das Jahr 1985 wird in der Volksrepublik Angola von der Vorbereitung auf zwei hervorra gende Ereignisse bestimmt: den 10. Jahrestag der Unabhängig keit am 11. November und den II. Parteitag der MPLA-Partei der Arbeit, der im Dezember stattfin den wird. Die bis dahin anzupakkenden Probleme und Aufgaben beriet die 1. Nationalkonferenz der Partei, die in der vergange nen Woche in Luanda durchge führt wurde. Im Zentrum der fünftägigen Beratungen von 552 Delegierten stand die Aufgabe, die Partei als führende Kraft in Staat und Ge sellschaft ideologisch und organi satorisch zu stärken, ihre Verbun denheit mit den Werktätigen und dem ganzen Volk zu festigen. „Unsere Verantwortung vor der Geschichte und unserem: Volk ist groß", hatte Präsident Jose Eduardo dos Santos unterstri chen, als er in seinem Eröffnungs referat über die Anforderungen sprach, denen sich die Partei bei der Abwehr der imperialistischen Aggression Südafrikas und seiner Schutzpatrone sowie bei der Lö sung der vielfältigen und kompli zierten wirtschaftlichen und so zialen Probleme gegenübersieht. Als erstrangige und ständige Aufgabe aller Mitglieder bezeich nete es die Konferenz deshalb auch in ihrem Abschlußdokument, die Avantgardepartei und ihre Organisationen auf allen Ebenen und in allen Bereichen zu. stär ken. Nur so könne sie ihrer füh renden Rolle gerecht werden und dem angolanischen Volk auf dem Weg zum Aufbau einer sozialisti schen Gesellschaft erfolgreich vor angehen. Wie während der De batten mehrfach festgestellt wur de, ist es notwendig, die Zahl der Mitglieder — sie beläuft sich ge genwärtig auf etwa 27 000 — wei ter ' zu erhöhen und neue Grundorganisationen vor allem in lebenswichtigen Bereichen zu schaffen. Die Parteiführung wurde des halb beauftragt, eine Konzeption für das weitere Wachstum der MPLA-PdA vorzulegen, die dazu beiträgt, die soziale Zusammen setzung durch die Aufnahme vor allem weiterer Angehöriger der Arbeiterklasse und der Bauern schaft zu verbessern. Um allen Mitgliedern die Möglichkeit zu ge ben,- sich grundlegende Kennt nisse des Marxismus-Leninismus anzueignen, sollen die Studienzirkel der Grundorganisationen akti viert werden. Zudem werden Zentren für politische Bildung, die bisher bei den Provinzleitun gen bestehen: ausgebaut und spä ter auf Kreise und Betriebe aus gedehnt. Verteidigung wird Vorrang eingeräumt Angesichts der Lage, die durch den unerklärten Krieg Pretorias und durch den Terror der aus dem widerrechtlich okkupierten Namibia eingeschleusten UNITA- Banden geschaffen wurde, faßte die Konferenz den Beschluß, daß die Partei sowie die Staats- und Wirtschaftsorgane den Erforder nissen der Verteidigung weiter Vorrang einzuräumen haben. Die Streitkräfte und Sicherheitsorgane wurden beauftragt, sich auf den Kampf gegen die Banden bis zu deren völliger Vernichtung- zu konzentrieren. Den aggressiven Absichten der äußeren Feinde, insbesondere Südafrikas, müsse dabei die notwendige Aufmerk samkeit geschenkt werden. Die erfolgreiche Offensive gegen die UNITA-Banden bilde eine wich tige Voraussetzung für die Sta bilisierung der sehr angespann ten wirtschaftlichen und finan ziellen Lage, die durch den Krieg, die Auswirkungen der kapitalisti schen Weltwirtschaftskrise und ungelöste innere Probleme her vorgerufen wurde. Volksrepublik setzt Friedenspolitik fort Neben - der Verbesserung der Planung und Leitung sowie der Organisation der Wirtschaft und jedes ihrer Betriebe beriet die Konferenz vor allem auch Maß nahmen zur Erhöhung der land wirtschaftlichen Produktion, um die Versorgung der Bevölkerung verbessern zu können. Dazu ist vorgesehen, den Schutz und die Sicherheit der wichtigsten Agrargebiete gegen feindliche schläge zu verstärken und den Bauern durch eine ihren Bedürf nissen entsprechende Unterstüt zung zu helfen, die Marktproduk tion pflanzlicher und tierischer Produkte zu erhöhen. In seinem Bericht, der von der Konferenz als Arbeitsdokument angenommen wurde, bekräftigte Präsident dos Santos erneut die auf Frieden und Sicherheit - im südlichen Afrika gerichtete Außenpolitik seines Landes. Durch die arrogante, die Souve ränität der VRA verletzende Antwort auf die ernsthaften und konstruktiven Friedensvorschläge der angolanischen Regierung habe Pretoria erneut bewiesen. daß es allein für die. Spannungen im südlichen Afrika verantwort lich ' ist. In. diesem Zusammen hang prangerte der Redner die Tatsache an, daß Südafrika mehr als zehn Monate nach der Ver einbarung von Lusaka noch immer Teile des angolanischen Territoriums besetzt hält und seine Unterstützung für die UNITA-Banden verstärkt hat. Trotzdem bleibe die VR Angola weiter zu einem ehrlichen und konstruktiven Dialog mit den Regierungen der USA und Süd afrikas bereit, um Wege zur ge rechten Lösung der Probleme der Region zu suchen. Hohe Wertschätzung zollte die Konferenz den Beziehungen der Freundschaft und Solidarität sowie der Unterstützung durch die Parteien und Völker der so zialistischen Gemeinschaft, be sonders der UdSSR und Kubas. Angola werde auch in Zukunft dafür wirken, diese Beziehungen sowohl bilateral und auch mit dem RGW weiter zu vertiefen. Wie in Luanda hat die angolanische rrauenorgonisotion OMA auch in vielen Provinzstädten des Landes Nähwerkstätten gegründet In Kursen können sich dort interessierte Frauen für einen entsprechenden Beruf qualifizieren In Guatemala gehört Mord zum Alltag Erzbischof Prospero Penados del Barno verurteilt die Blutschuld des Regimes Unlängst hat Erzbischof Pros pero Penados del Barrio, Ober haupt der. katholischen Kirche Guatemalas, in einer Predigt davon gesprochen, sein Land bade „in einem Meer von Blut". Die Gewalttätigkeit mache vor „nichts und niemandem" halt. Wenige Tage nach der Kanzelabkündigung gab der Innenminister des derzeitigen Regimes eine kurze Erklärung ab, in der er die Worte des höchsten geistlichen Würdenträgers, der Republik als „bedauerlich, beleidigend und antipatriotisch" bezeichnete. Die Tatsachen sprechen für sich. Schon im November 1984 hatte die 39. Tagung der UNO-Vollver sammlung einen ausführlichen Bericht über Menschenrechtsver letzungen in Guatemala entge gengenommen. General Oscar Mejia Victores, der sich im August 1983 unter Verdrängung eines an deren Staatsstreichpräsidenten in Guatemala an die Macht ge putscht hatte, quittierte das mit der kaltschnäuzigen Bemerkung: „Es stört mich wenig, was die UNO zur Frage der Menschen rechte in meinem Lande denkt." So wütet in Guatemala der Terror • faschistischer Todesschwa dronen und Hinrichtungskomman dos wie eh und je. Wie humani täre Organisationen mitteilten, fie len allein' im vergangenen No vember 76 politische Gegner des Regimes den Mordanschlagen paramilitärischer Gruppen zum Opfer. 44 Menschen wurden ver netzt, 42 als „vermißt" gemeldet. In diesen Zahlen sind die bei Strafexpeditionen der regulären Armee getöteten Indio-Bauern noch nicht enthalten. Von März bis Oktober 1984 waren insgesamt 303 guatemaltekische Patnoten und Unbeteiligte, die man für Das „spurlose Verschwinden" von Personen, die der Sympathie für demokratische Ideen verdäch tigt werden, gehört zum Alltag in Guatemala, dessen Medien poli tische Morde in der Regel als „außergerichtliche Exekutionen" bezeichnen. Oft werden diese „Verschwundenen" später tot und mit Folterspuren am Körper in Straßengräben oder auf Müllhal den gefunden. Vielfach werden sie aber auch auf „geheimen Fried höfen" verscharrt. Montt unter Verdrängung eines gerade - erst bekanntgegebenen „Wahlsiegers" die Macht an sich riß, gab er sich als Vorkämpfer' der Menschenrechte aus, um die Wiederaufnahme der fünf Jahre zuvor durch USA-Präsident Car ter unterbrochenen Waffenliefe rungen an Guatemalas Militär regime zu erreichen. In Wahr heit aber wurden unter seiner nur 17 Monate währenden Schreckensherrschaft 15 000 Men schen bestialisch ermordet. Nach dem Oscar Mejia Victores den Platz von Rios Montt eingenom men hatte, perfektionierte er das System der Indio-Ausrottung noch mehr. Allein während der ersten beiden Monate seiner Amtszeit fanden neun Strafexpe ditionen statt. In dem Bestreben, die ' Un ruhegebiete" Guatemalas „unter Kontrolle zu bringen", forcierte Mejia die Errichtung angeblicher „Modelldörfer". Dabei handelt es sich um eine Nachahmung der von den USA- Aggressoren im Vietnam-Krieg errichteten „stra tegischen Dörfer", in denen die Bevölkerung von- „Aufstands zonen" zusammengepfercht wird. Trotz der anhaltenden Greuel der guatemaltekischen Machtha ber hat Washington dem Mejfa- Regime wiederholt „Fortschritte bei der Verwirklichung der Men schenrechte" bescheinigt und der Diktatur für 1985 eine Militär hilfe im Umfang von 90 Millio nen Dollar zugesichert. Offenbar soll die Wiederaufnahme der Waffenlieferungen dazu beitra gen, Guatemala, das sich in die ser Hinsicht bisher zurückgehal ten hat, zur Teilnahme an ter roristischen und konterrevolutio nären Aktionen außerhalb der eignen Landesgrenzen zu veran lassen. Konvention gegen Diskriminierung der Frauen vor wenigen Tagen wurde vom New-Yorker UNO-Hauptquartier mitgeteilt, daß die Konvention über die Beseitigung aller Formen der Diskriminierung von Frauen bisher von 63 Staaten ratifiziert wurde, nachdem ihr jetzt auch Indonesien und Jamaika beigetreten sind. Die Konvention zählt zu den wichtigsten völkerrechtlichen Dokumenten, die die UNO im Zeitraum der Frauen dekade (1975-1985) erarbeitet hat. Sie wurde im- Dezember 1979 von der 34. Vollversammlung angenom men und trat am 3. September 1981 in Kraft. Die Konvention, deren Initiator die UdSSR war, geht davon aus, daß die Festigung des Weltfriedens, die Zu sammenarbeit der Staaten, unab hängig von ihrem politischen und ökonomischen System, Grundlage für die Gleichberechtigung der Frau ist. In ihren 30 Artikeln verpflichtet sie die Staaten, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Diskriminierung der Frauen in all ihren Formen und auf jedem Gebiet menschlicher Tätigkeit, so in Politik und Wirt schaft, Arbeitsleben und Bildung, Rechtsprechung und gesundheit licher Betreuung sowie in den Fami lienbeziehungen zu beseitigen. In engem Zusammenhang mit die ser Konvention steht die im März 1983 von der 37. Vollversammlung angenommene.Deklaration über die Teilnahme der Frauen an der Förderung des Friedens und der Zu sammenarbeit", an deren Zustande kommen die DDR wesentlichen Antei hatte. Auf der für den kommenden Sommer geplanten UNO-Weltfrauenkonferenz in Nairobi zum Abschluß der Frauendekade wira auch eine Bilanz über die Verwirklichung der Konvention gegen Frauendiskriminierung gezogen 'Werden. Dietrich S o w Stopp des Wettrüstens ist lebensnotwendig Physischer Niedergang von Arbeitslosen unverkennbar .Das moderne Britannien zieht eine Unterklasse von Arbeitslosen und ungelernten Arbeitern heran. Mit diesen Worten kommentierte die Londoner.Times" neueste Statisti ken, in denen negative physische Auswirkungen jahrelanger Arbeits suche auf Männer und Frauen nach gewiesen werden. Die Auswirkun gen seien unter anderem ein ge störtes Familienklima, höhere Schei dungsraten unter jungen Paaren, chronische Krankheiten und Alkohol mißbrauch. Der physische Nieder gang der Unbeschäftigten sei nun unverkennbar, vermerkte die.Times dazu. DDR willkommener Gast der Burger Antwerpens Ausstellung in Belgien findet großes Interesse Von Gunter G e i d e I, Brüssel „Begegnung mit der Deutschen Demokratischen Republik" ver kündet im Zentrum Antwerpens nahe vom Meir, der stets beleb ten Hauptgeschäftsstraße, ein großes Spruchband. Die DDR ist seit dem letzten Wochenende mit ihrer repräsentativen Ausstellung willkommener Gast in der kom merziellen Metropole Belgiens am Unterlauf der Scheide, in der Stadt, die gleichermaßen ein be deutendes Zentrum der chemi schen, Metall- und Diamanten industrie wie der Kunst ist. Hier wirkte Peter Paul Rubens, und zahlreiche Museen und histori sche Bauten zeugen von der gro ßen kulturellen Vergangenheit wie Gegenwart Belgiens. Vor al lem war und ist die Scheide- Stadt, deren Hafen zu den größ ten der Welt gehört, eine Dreh scheibe des internationalen Han dels, eine Stätte der Begegnung und des Austausches, wo der Name der DDR seit langem guten Klang hat. An Hand von Tafeln, Großfotos, Modellen und Videovorführungen vermittelt die „Begegnung mit der DDR" ein vielgestaltiges und beeindruckendes Bild vom Wer den und Wachsen unserer Repu blik und Ihren Errungenschaften auf ökonomischem, sozialem und kulturellem Gebiet. Mit Genug tuung wird von vielen Besuchern vor allem der in Wort und Bild dokumentierte Friedenswille dieses Staates aufgenommen, des sen Bürger alles in ihren Kräf ten Stehende tun, damit von deut schem Boden nie wieder ein Krieg ausgeht. Nicht minder gro ßes Interesse gilt vielen Aspekten der sozialökonomischen Entwick lung der DDR, wie der Verwirk lichung der Grundrechte auf Ar beit, auf Bildung und auf ge sundheitliche Betreuung. Am Informationsstand drängen sich ständig Besucher. Gefragt sind vor allem der Text des jüngsten Interviews Erich Honeckers für Zeitung" 'und ADN zu aktuellen Fragen der Innen- und Außen politik sowie Broschüren über die Lage der Jugend und der Frauen in der DDR. Prof. Dr. Willy Calewaert, Prä sident der Vereinigung Belgien- DDR, erklärte, daß gegenseitiges Verstehen die Chance erhöht, das schlimmste Unheil zu beseitigen, das die Menschen bedroht: Rü stung und Krieg. Diesem Anlie gen der Freundschaftsgesellschaft diene auch die Ausstellung. In Algerien sind Mittel für Bildung größter Etatposten Jeder vierte Einwohner besucht gegenwärtig eine Schule Von unserem Korrespondenten Michael K I a u ßV Algier 130 Grundschulen sowie rund 5000 Klassenräume sind im ver gangenen Jahr in der Demokra tischen Volksrepublik Algerien entstanden. Die Regierung gab 1984 für die Volksbildung 6,4 Mil liarden Dinar aus (umgerechnet mehr als 3 Milliarden Mark). Das war der größte. Einzelposten im Staatshaushalt In Algerien besuchen gegen wärtig 5,3 Millionen Mädchen und Jungen die Schule, das ist ein Viertel aller Einwohner. Es wurden 30 Millionen Schulbücher benötigt, die man bereits aus schließlich im Land herstellen konnte. Auch in den kommenden Jahren wird sich die Zahl der Abc-Schützen - 1984 mehr als 600 000 — nicht verringern, denn das Bevölkerungswachstum be trägt jährlich rund drei Prozent Vor der 1962 errungenen natio nalen Unabhängigkeit konnte nur jedes zehnte Kind Algeriens eine fundierte Schulbildung genießen. Um so gewichtiger sind die Er folge, die das Land auf dem Ge biet des Volksbildungswesens er reicht hat. Das Recht auf Bildung ist für die junge Generation be reits zu einer Selbstverständlich keit geworden. Mit der. ständig gewachsenen Zahl von Schülern erhöhte sich auch die der Lehrer und. Erzie her.. Im > Schuljahr 1984/85 nah men mehr als 15 000 Pädagogen ihre Tätigkeit auf. Damit verfügt das Land gegenwärtig über 171 500 Lehrer. An den Grundund Mittelschulen unterrichten bereits ausschließlich algerische Lehrer, von den etwa 14 000 Lehrkräften der Oberstufe sind nur noch ein Drittel ausländische Spezialisten. Vor nunmehr fünf Jahren wurde in Algerien im Rahmen einer Bildungsreform die neunklassige polytechnische Ober schule eingeführt und damit die Arabisierung des Unterrichts verwirklicht. Bis zur dritten Klasse erhalten die Schüler eine Grundausbildung in arabischer Sprache, anschließend werden sie zweisprachig unterrichtet. Damit tragt man der Erkenntnis Rech nung, daß den Fremdsprachen, vor allem dem in Algerien weit verbreiteten Französisch, bei der Vermittlung naturwissenschaftli cher Kenntnisse weiterhin große Bedeutung zukommt. Daneben ist man gegenwärtig dabei, schrittweise allen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Denn noch nehmen erst drei Viertel aller schulpflichtigen Kinder am Unterricht teil - in den Städten und Dörfern des in dustrialisierten Nordens mehr als 90 Prozent, im Landesinnern da gegen oft weniger als zwei Drit tel. Die Behörden sind bemüht, eine Vielzahl in Jahrhunderten gewachsener Traditionen und Vorurteile, aber auch objektive Schwierigkeiten zu überwinden. Wichtigster Grund für das Fern bleiben der Kinder vom Unter richt sind die oftmals großen Entfernungen von den Wohnstät ten in der Sahara zu den Schu len, die meist in größeren Sied lungen errichtet wurden. In den fünf Südbezirken sind daher in den zurückliegenden Jahren In ternatsschulen gegründet worden. „Schuh der Venus" in der Wüste Kuweitische Gärtner ziehen außer Obst und Gemüse auch Orchideen für den Export gegend stammen. Doch das ist durchaus kein verfrühter April scherz. Aus Kuweit, dessen Terri torium überwiegend von Wüste bedeckt ist, werden mit Linien maschinen der „Kuwait Air ways" regelmäßig Orchideen nach Amsterdam geflogen und dort weiterverkauft. Auf einer Farm in der kuwei tischen Stadt Jahra, westlich der Metropole an der Transitstraße nach Irak, reifen in Gewächs häusern nicht nur Erdbeeren, Gurken und Tomaten. Hier wer den auch erfolgreich Orchideen in solcher Zahl gezüchtet, daß alljährlich Hunderttausende exportiert werden können. Hoch saison ist die Zeit um Weihnach ten, wenn sich auf der Farm in Jahra bis zu 250 000 Orchideen in schönster Farbenpracht zei gen. Die Königin unter den Orchi deen in Jahra ist eine besondere Schönheit, lateinisch Paphiopedilum Leeanum genannt, bekann ter jedoch unter dem roman tischen Namen „Schuh der Ve nus. Sie stellt 75 Prozent der Exporte und führt damit die Liste an. Der „Schuh der Venus" wurde vor. rund 100 Jahren im Himalaja entdeckt, wird in Ku-_ weit allerdings erst seit fünf Jah ren kultiviert. In früheren Jahrhunderten glaubte man, daß Orchideen nur in den Dschungeln am Amazonas in Südamerika gedeihen. Aber mittlerweile hat man Vertreter dieser Pflanzenfamilie in vielen Teilen der Erde festgestellt, selbst in arktischen Regionen und in der Wüste, wo sie sich teil weise als Kaktus „verkleiden". Rund 100 000 verschiedene Arten kultivierter Orchideen sind ge genwärtig in der Welt bekannt, und ständig kommen neue hinzu. Zeichnung: ND/Menke Weniger die enorme Winter kälte, sondern vielmehr extreme Trockenheit im kurzen Sommer hatten bislang alle Versuche einer effektiven landwirtschaftlichen Nutzung des Gebietes scheitern lassen. Nunmehr aber wird ein von der Regierung der Jakuti schen ASSR beschlossenes Be wässerungsvorhaben in die Tat umgesetzt, mit dem im Tal der Amga, einem Nebenfluß des Aldan, 50 000 Hektar wertvolles Weideland erschlossen. werden. Die meliorierten Flächen, auf de nen das Zehnfache der bisherigen Ertrage erzielt wird, stellen eine zuverlässige Grundlage für die Entwicklung der Viehzucht dar, die in Jakutien Hauptzweig der Landwirtschaft ist. In Zukunft wird das Amga-Tal einen wichti gen Beitrag zur Versorgung der autonomen Republik mit Milch und Fleisch aus eigenem Auf kommen leisten. Spaniens stellvertretender Mini sterpräsident Alfonso Guerra hat kürzlich angekündigt, daß seine Regierung in nächster Zeit die Fälle jener Offiziere regeln will, die unter Franco wegen ihrer Zu gehörigkeit zur Demokratischen Militärunion (UMD) eingekerkert worden waren. Auf Gcund> des Widerstandes der konservativen Hierarchie deri Streitkräfte war dieses Thema bisher nicht auf die Tagesordnung gesetzt worden. Guerra gab die Absicht des Kabi netts anläßlich des Erscheinens eines Buches von Julio Busquets bekannt, der einer der Führer der UMD gewesen war und heute sozialistischer Parlamentsabge ordneter ist. Die konsequente Verbesserung der Infrastruktur, so hatte das Staatsoberhaupt der VDRJ, Ali Nasser Mohammed, beim ersten Spatenstich für die Straße er klärt, wird von der Regierung als wichtige Voraussetzung für die weitere sozialökonomische Ent wicklung des Landes betrachtet. Dieser in den zurückliegenden Jahren erfolgreich verfolgte Kurs findet unter anderem in Straßen verbindungen zwischen Aden und zahlreichen Städten an der Küste des Indischen Ozeans sowie im Landesinneren seinen Ausdruck. Führende Rolle der Partei bekräftigt In.Brigaden der Wachsamkeit" unterstützen auch in der Provinz Huambo Tausende Freiwillige die Abwehr konterrevolutionärer Anschlage auf Wirt schaftsobjekte Von Dr. Klaus Steiniger Regimegegner hielt, gewaltsam entführt worden. Der Vernichtungsfeldzug der guatemaltekischen Generale ge gen das eigene Volk begann vor über 30 Jahren, als der USA- Geheimdienst CIA seinen Plan zum Sturz der frei gewählten Re gierung des Präsidenten Jacobo Arbenz verwirklichte. ¦¦¦ Selbst Militär, hatte er den Mut beses sen, die nesigen Bananenländereien der United Fruit Company anzutasten und in Nationaleigentum zu überführen. Daraufhin waren auf Geheiß von CIA-Direktor Allen Dulles, einem ehe maligen Präsidenten der United Fruit, Söldnerkommandos über Guatemala hergefallen, um Ar benz zu stürzen und die Freiheits bestrebungen des Volkes im Blut zu ersticken. Seit der 1954 erfolg ten Machtergreifung des ersten Putsch-Präsidenten Castillo- Armas massakrierten die einander ablösenden Mihtärkamanllas mehr als 100 000 guatemaltekische Bür ger. 30 000 weitere Patrioten gel ten als „verschwunden ". Charakteristisdi für die Situation in Guatemala ist die Tatsache, daß in diesem Land kaum von politi schen Gefangenen die Rede ist, da Widersacher des Regimes meist auf der Stelle getötet werden. Als 1982 General Efrain Rfos Lexikon In der DDR ist wie in den ande ren sozialistischen Ländern die Gleichberechtigung der Frau ver wirklicht Das widerspiegelt sich ein drucksvoll in den Berichten unseres Landes an das von der Vollver sammlung beauftragte Komitee zur Durchsetzung der Konvention. In Be ratungen dieses Gremiums äußerten Vertreter mehrerer Entwicklungslän der den Wunsch, die Erfahrungen und Errungenschaften der DDR auf diesem Gebiet näher kennenzuler nen. IMert »Der Stopp des Wettrüstens und die Erhaltung des Friedens sind nicht nur eine dringende, sondern eine lebenswichtige Aufgabe, un terstreicht die mexikanische Zeitung.El Dia". Obwohl in diesem Jahr der 40. Jahrestag des Sieges über den Faschismus gefeiert werde, zeug ten seither 150 lokale Kriege und bewaffnete Interventionen davon, daß der Geist des Krieges noch nicht 'ausgelöscht sei. Durch die enorme Militarisierung des politischen Le bens in den USA erfahre dieser Geist sogar noch einen Aufschwung, betont das B att während das Wettrüsten die auf die Erhöhung des Lebensniveaus a ler Werktäti gen ausgerichteten Bemühungen der sozialistischen Staaten erschwere, sei die Waffenproduktion für. die Kriegsmaschinerie der USA ein großes Geschäft. Die DDR präsentiert sich erst malig in Form einer großen Aus stellung den Antwerpenern. Und sie kommen gern in die Kuppel halle der historischen Handels börse, um die vielfach erste Gele genheit zu nutzen, den sozialisti schen deutschen Staat kennenzu lernen. Rund 10 000 Besu cher sahen schon an den ersten beiden Tagen die von der Stadt Antwerpen und der belgischen Gesellschaft für Freundschaft mit der DDR organisierte Schau. „Es ist eine sehr informative Ausstellung, die den Antwerpe nern erstmals das sozialistische Deutschland näherbringt", sagte George van Cauwenbergh, einer der Tausenden, die am Wochen ende die Ausstellung besuchten. „In der heutigen Zeit, da die po litische Situation so gespannt und der Frieden bedroht ist, finde ich es außerordentlich wichtig, daß die Menschen miteinander sprechen, daß der Dialog geför dert wird." Neben der zweiwöchigen Expo sition in der Handelsbörse sind in Antwerpen mehrere kleinere Ausstellungen zu sehen, die un ter anderem über die Handels schiffahrt der DDR, über das Theaterschaffen und über das tra ditionsreiche Dessauer Bauhaus informieren. Diskussionsabende und politische Begegnungen mit Parlamentariern und Wissen schaftlern aus der DDR sowie Konzerte des Mirrlng-Streichquartetts der Staatskapelle Dres den und des Pianisten Rolf-Dier ter Arens stehen gleichfalls auf dem Programm der Antwerpener DDR-Tage. Doch ungeachtet der großen Anstrengungen, die man für die Entwicklung des Volksbildungs wesens unternahm und unter nimmt, reicht die vorhandene Kapazität noch nicht aus. Des halb müssen die Klassenräume in Algier wie in zahlreichen an deren Orten den ganzen Tag über genutzt werden. Verstärkte An strengungen gelten daher der Überwindung dieser Situation. Von unserem Korrespondenten Hubert Be r a, Al-Kuweit Blumen in die Nieder lande, das klas sische „Land der Tulpen", zu bringen er scheint para dox, noch dazu, wenn sie aus einer Wusten-

English translation

=== [Page 1] === --- Relevant article (German, corrected transcription from OCR) --- Konvention gegen Diskriminierung der Frauen Vor wenigen Tagen wurde vom New-Yorker UNO-Hauptquartier mitgeteilt, daß die Konvention über die Beseitigung aller Formen der Diskriminierung von Frauen bisher von 63 Staaten ratifiziert wurde, nachdem ihr jetzt auch Indonesien und Jamaika beigetreten sind. Die Konvention zählt zu den wichtigsten völkerrechtlichen Dokumenten, die die UNO im Zeitraum der Frauendekade (1975–1985) erarbeitet hat. Sie wurde im Dezember 1979 von der 34. Vollversammlung angenommen und trat am 3. September 1981 in Kraft. Die Konvention, deren Initiator die UdSSR war, geht davon aus, daß die Festigung des Weltfriedens, die Zusammenarbeit der Staaten, unabhängig von ihrem politischen und ökonomischen System, Grundlage für die Gleichberechtigung der Frau ist. In ihren 30 Artikeln verpflichtet sie die Staaten, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Diskriminierung der Frauen in all ihren Formen und auf jedem Gebiet menschlicher Tätigkeit, so in Politik und Wirtschaft, Arbeitsleben und Bildung, Rechtsprechung und gesundheitlicher Betreuung sowie in den Familienbeziehungen zu beseitigen. In engem Zusammenhang mit dieser Konvention steht die im März 1983 von der 37. Vollversammlung angenommene „Deklaration über die Teilnahme der Frauen an der Förderung des Friedens und der Zusammenarbeit", an deren Zustandekommen die DDR wesentlichen Anteil hatte. Auf der für den kommenden Sommer geplanten UNO-Weltfrauenkonferenz in Nairobi zum Abschluß der Frauendekade wird auch eine Bilanz über die Verwirklichung der Konvention gegen Frauendiskriminierung gezogen werden. Dietrich Sow[...] --- English translation --- Convention against discrimination against women A few days ago the UN headquarters in New York announced that the Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women has so far been ratified by 63 states, now that Indonesia and Jamaica have also acceded to it. The Convention is among the most important international-law documents that the UN has drawn up during the Women's Decade (1975–1985). It was adopted in December 1979 by the 34th General Assembly and entered into force on 3 September 1981. The Convention, whose initiator was the USSR, proceeds from the premise that the consolidation of world peace and cooperation among states, irrespective of their political and economic system, is the basis for the equality of women. In its 30 articles it obliges states to take appropriate measures to eliminate discrimination against women in all its forms and in every field of human activity, thus in politics and economy, working life and education, jurisdiction and health care as well as in family relations. Closely connected with this Convention is the 'Declaration on the Participation of Women in the Promotion of Peace and Cooperation', adopted in March 1983 by the 37th General Assembly, in whose coming about the GDR had a substantial share. At the UN World Conference on Women in Nairobi planned for next summer to conclude the Women's Decade, a balance will also be drawn of the implementation of the Convention against discrimination against women. Dietrich Sow[...]